Aufdachdämmung eines Gartenschuppens

01.05.2021 pwnstargt


Hallo,

Ich möchte auf mein Gartenhaus aus Holz eine Dämmung von außen auftragen, um nicht Raumvolumen zu verlieren. Das Gartenhaus ist ein ganz normaler Schuppen mit Rauhspund Brettern (Sichtschalung) als Dachfläche.
Ich habe mir das so gedacht:
Direkt auf die Sichtschalung tacker ich eine Dampfbremse. Darauf kommen dann Hilfssparren, zwischen die ich 10cm Glaswolle lege. Über der Glaswolle 2cm Luft, dann eine Unterspannbahn, wieder 2cm Luft und darüber erneut eine Brettschalung für die Bitumenschindeln.

Meine Frage ist nun ob das so überhaubt geht ohne dass sich Tauwasser an der Unterseite der Dampfbremse bilden kann. so wie ich das verstanden habe, braucht man ja unbedingt die Dampfbremse, damit keine Feuchtigkeit in die Dämmung kommt, aber diese Dampfbremse hält ja auch die gesamte Feuchtigkeit im Raum. Wenn nun doch zwischen Hilfssparren und Dämmung eine Kältebrücke bis zur Dampfbremse entsteht, kann ja dort Wasser unter der Dampfbremse kondensieren und in die untere Sichtschalung raumseits einziehen und zu Schimmel führen, oder etwa nicht?

Sollte ich als Dampfbremse eher eine diffusionsoffene, oder diffusionsdichte Folie benutzen?

Ich bin ein totaler Laie in Sachen Dämmung und bedanke mich schonmal für die Antworten :)



Dachdämmung



ich vermute mal Du hast ein Flachdach mit Bitumenbahn außen drauf? Und die Dachschalung siehst Du von Innen? Soll der Gartenschuppen auch im Winter bewohnt werden?



satteldach



Das Dach ist ein Satteldach mit 34 Grad neigung.
Ich baue die dämmung von unten nach oben auf. im winter wird da nicht durchgehend gewohnt, ich will aber mal für ein paar wochen heizen.



Dämmungsaufbau



wenn auf dem Dach jetzt gar nichts aufgebracht ist, wäre Dein Aufbau machbar, allerdings sollte die Unterdeckbahn ( unterspannbahn) direkt, also ohne Luftschicht auf die Hilfssparren und Miwo gebracht werden, dann besser 4 cm Luft und auf die Hilfsparren dann die Unterkonstruktion für die Bitumenbrettschalung. Wichtig bei dieser Konstruktion ist, dass unten an der Traufkante ein Belüftungsschlitz eingebaut wird und oben am First auch, sodaß der 4 cm Raum von unten nach oben belüftet wird. Vor die Schlitze jeweils Alugaze als Insektenschutz einbauen.
Zu überlegen wäre allerdings, ob sich der Aufwand, insbesondere der finanzielle tatsächlich lohnt.



Unterdeckbahn



warum sollte denn die unterdeckbahn direkt auf die glaswolldämmung und nicht beidseitig hinterlüftet werden?

Und wie kann ich am first lüftungsschlitze einbauen, wenn das dach mit bitumenschindeln gedeckt wird?



Unterdeckbahn



diese hat die Aufgabe, eine Durchströmung der Dämmung mit kalter Außenluft zu verhindern, weil ja sonst die Dämmwirkung der Mineralwolleschicht verloren geht. Die Unterdeckbahnen sind diffusionsoffen von innen nach außen, um Feuchte, die evtl. in die Dämmebene gelangt nach außen in die 4 cm-hinterlüftungsebene weiterzu leiten, von außen jedoch sind sie Wind und wasserdicht. Warum also sollte noch eine Luftebene zwischen Dämmung und Unterdeckbahn eingebaut werden? Sie bewirkt außer zusätzlichen Kosten und Arbeit nichts.
Für die Firstentlüftung gibt es spezielle Entlüfterbleche für Schindeldächer, die in jedes Sparrenfeld eingebaut werden oder Du legst die Schalung und die Schindeln nicht bis in die Firstspitze sondern nur bis 4 cm vor die Spitze, montierst besagte Gaze über den Spalt und schraubst ein Firstblech mit Distanzhülsen über den offenen First.



Fürst Lüftungsbleche



Danke für die Erklärung! das macht natürlich sinn, dass wind und kalte luft nicht in die glaswolle gelangen sollten. Ich dachte bloß, dass man die unterspannbahn beidseitig hinterlüften sollte. das habe ich dann wohl falsch verstanden.

Zur Lüftung am Fürst: reicht es nicht auch aus, wenn Lüftungsschlitze beidseitig an der Traufe vorhanden sind, sodass der Wind einfach die Luft von der einen zur anderen Seite durchpusten kann?
Ich möchte Lüftungsbleche am First gerne aus ästhetischen Gründen und zusätzlicher Arbeit vermeiden.



Hinterlüftung



dazu kenne ich keine physikalische Grundlagen. Der Kamineffekt sorgt dafür, dass Luft nach oben steigt, ob sie auf der anderen Dachseite wieder fällt und unten entweicht bezweifle ich, lasse mich aber gern eines anderen belehren.
Ästhetische Gründe sollten relativiert werden können mit z.B. sowas:
https://www.ebay.de/itm/282935469986



Lüftungsschicht Breite



Für den First habe ich so eine Lüftungsgratrolle speziell für Bitumendächer gefunden: https://www.frankebaustoffe.de/iko-armourvent-multi.html

Zur 4cm Lüftungsschicht zwischen Unterspannbahn und Dacheindeckung: Sind 4 cm zwingend notwendig, oder reichen auch 2,3 cm, so dick wie ein normales Baumarkt Brett?



Aufdachdämmung



Warum einfach, wenn es auch kompliziert geht???

Wenn deine Rauhspundbretter in einer Ebene auf dem Dach liegen, kannst du darauf Sandwichelemente mit 40mm Kern als Dachprofil verlegen. Es gibt sie in rotbraun, so dass die Optik nicht zu sehr leidet.

Das Dach ist dicht und eine Dämmung hast du auch.

Du findest so etwas im Netz oder bei einem Fachbetrieb. Letztere verkauft dir auch Kantbleche für den First und die Traufe.



Firstlüftung



das Produkt kannte ich bislang nicht, ist aber ja wohl für diese Zwecke entwickelt und daher auch verwendbar. Ob 2 cm Lüftungsebene ausreichen, kann ich nicht sagen, ich habe bislang immer Latten 4x6 verwendet und daher keine Erfahrungen. Ich kann mir aber vorstellen, dass bei einer begrenzten und temporären Nutzung vielleicht auch außerhalb der strengfrostigen Wintertage, diese Dimension ausreicht.