diffusionsoffener Fussbodenaufbau im EG ohne Unterkellerung

06.03.2006



Hallo,

in unserem Fachwerkhaus ist der Fussboden (alte Dielung, mit Schüttung o.ä.) total kaputt bzw. verfault. Nun wollen wir alles kpl. rausholen und einen neuen, mgl. diffusionsoffenen Aufbau reinbringen, welche ausreichend dämmt, aber noch "atmen" kann. Oben auf soll auf alle Fälle wieder eine Dielung kommen.

Wer hat einen guten Rat bzw. Erfahrung damit?

Vielen Dank im Voraus für alle Antworten.

Katrin



Fußboden



Guten Abend,

sorry daß Sie bisher keine Antwort bekommen haben.
Das mit dem "Atmen" gibt keinen Sinn, entgegen weitverbreiteter Ansicht. Was rein kommt, ist schlimmstensfalls schädlich (Radon), bestenfalls unerwünscht (Wasserdampf durch Diffusion). Ein dichter und gedämmter Fußboden ist schon was gutes.

Wenn Sie aber nicht alles zerstören wollen / können, hier eine Empfehlung zur Sanierung:
- auf horizontale Aussteifung der äußeren Fußschwelle achten. Gegebenenfalls Statiker / Architekt hinzuziehen.
- auf erforderliche Tiefe auskoffern
- Sandbett einbringen und eben abziehen
- Dämmung aufbringen, Schaumglasschotter, Blähton oder
Schaumglas in Platten, jedenfalls unverrottbar und nciht brennbar
- neue Tragbalken einziehen.
Weiter aufbauen nach Wunsch.

Gutes Gelingen



Diffussionsoffener Boden und Radon



Hallo Katrin,

ich baue auch eine Holzbalkendecke als EG-Fußboden ohne Keller. Es ist gesundheiltich wichtig, dass die Himmel-Erde-Verbindung nicht unterbrochen wird - und schon gar nicht durch Magnetfelder (von Stahlgeflechten aus Bodenplatten) belastet wird.

Den Bodenaufbau bin ich noch am recherchieren - das Erdreich sollte Lehmsteine als Abdeckung haben.

Zum Radon (Herr Beckmann):

Da sitzen Sie einer hinterhältigen Machenschaft auf, die allgemein bekannt sein dürfte. Hier die WAHRHEIT über Radon:

Zitat: "Das ortstypische Heilmittel in Schlema sind die Radonvorkommen. Radon ist ein natürliches Heilmittel und stimuliert die funktionelle Reaktivierung körpereigener Selbstheilungskräfte. Das Immunsystem wird gestärkt und Hormone zum Abbau übersteigerter krankhafter Schmerzempfindungen werden mobilisiert."

Quelle: http://www.kurreisen-gerlach.de/kurorte/deutschland/schlema/schlema1.html



Bodenaufbau mit Skizze



Hier gefunden - klingt ganz gut:

http://fachwerkhaus.historisches-fachwerk.com/fachwerk/index.cfm/ly/1/0/forum/a/showForum/48123$.cfm

Wie bekommt man da noch eine Wärmedämmung für beheizte Räume rein?



@scipio



da müssen ja wohl alle Verfasser von Physikbüchern irren. Ich erinnere mich an einen Satz, der auch heute noch allgemeine Gültigkeit besitzt:
"Es gibt keine Grenze für die Unschädlichkeit von Radioaktivität."
Sätze wie der von Ihnen zitierte, sollten Staatsanwälte auf den Plan rufen.
Radon ruft statistisch signifikant Lungenkrebs hervor.
Was Himmel-Erde Verbindungen angeht gebe ich allerdings gerne meine Inkompetenz zu.



Die alte Dielung ist wegen Auffeuchtung



verrottet (zu dichte Fenster? Kondensat durch Konvektionsheizung mit Bodenkälte und Deckenwärme? Leerstand mit Auffeuchtung durch Außenluftkondensat in unterkühlte Bausubstanz?), nicht wegen fehlender Dämmung, die m.E. unter dem Boden gar nix bringt - im Gegensatz zum Teppich darüber. Laufen Sie mal auf einer gedämmten Keller-Betonbodenplatte barfuß, und dann tun Sie einen Teppich drauf. Gleiche Temperatur der Oberfläche, gravierender Fußwärmeunterschied.

Mir ist bisher noch kein einziges Beispiel bekannt geworden, wo Dämmstoffverbau unter dem Boden auch nur einen Milliliter Heizöl gespart hätte. Nach den mir vorliegenden (und im Web publizierten) Untersuchungen sieht es nämlich gerade andersrum aus.

Aber vielleicht hat hier jemand überzeugende Heizkostenabrechnungs-Beweise (bitte keine theoretischen Rechenexempel), daß ein Dämmstoff unter dem Boden was bringt. Zumindest die Kosten der Dämmerei wieder reinbringt. Wenn nicht: §§ 17, 18 EnEv anwenden, Ausnahmen wg. Unwirtschaftlichkeit.

Noch viel Erfolg!

Konrad Fischer

PS. Diffusionsoffenheit spielt baupraktisch kaum eine Rolle, außer daß Kondensat reinrutscht und dann als flüssige Feuchte vorliegt. 1000fach mehr geht es um Sorptionsfähigkeit, also kapillaren Feuchtetransport. Und wenn Sie nun feuchte Bodenschichten (Beton, Estrich, Mörtelbett) einbringen, muß das vorwiegend kapilla abtrocknen. Sonst staut es sich im Boden und wirft und schwindet die Betone, rottet Holz an. Es ist halt alles nicht so einfach ...





@Dietmar - statt von Staatsanwälten zu sprechen, sollten Sie mal die Quelle lesen und Radon SELBST genau studieren. Inwischen gibt es ja auch schon keine Menschheit mehr, weil seit Jahrtausenden ohne Bodenplatte gebaut wurde - und nie waren die Menschen so gesund wie heute, nich? ... logisch! (Kopfschüttel)



atmen macht sinn ...



Hallo,

ich baue auch gerade ein altes Bauernhaus (Ferme) aus.
Ich habe die alten Dielen abgebrochen und den Boden ca.
1m tief abgraben lassen. Wir haben allerdings Felsen im Boden, so das der alte und neue Boden drumrum gebaut ist.
Danach mit Kalkschotter (max. bis 16mm) ca. 40-50cm aufschütten, verdichten und danach mit foamglas abdecken.
Das ist stabil genug für den Aufbau.
Darüber kommt Leichtlehm und es werden ca. 25cm unter der zukünftigen Dielung die Lagehölzer eingelegt.
Die Zwischenwände kann mann, muss man aber nicht mit Lehm auskleiden.
Darauf werden die neuen Dielen genagelt oder geschraubt, je nach Geschmack.
Da unter unserem Haus (steht am Berghang) das Wasser im Frühjahr und Herbst durchläuft, ist die Schüttung mit Kalkschotter die einzige Möglichkeit, das das Wasser durchkann und nicht aufsteigt.



Bodenaufbaulehm



Hallo Rainer
Sie schreiben:
…mit Kalkschotter (max. bis 16mm) ca. 40-50cm aufschütten,
- würde da 16/32 mindestens nehmen
… mit Foamglas abdecken
- auf keinen Fall
… kommt Leichtlehm
- würd ich nicht machen
…Darauf werden die neuen Dielen genagelt oder geschraubt, je nach Geschmack.
-Jain!

Da unter unserem Haus (steht am Berghang) das Wasser im Frühjahr und Herbst durchläuft, ist die Schüttung mit Kalkschotter die einzige Möglichkeit, das das Wasser durchkann und nicht aufsteigt.
Für was dann das Foamglas und der Lehm?
Letzterer speichert Feuchte und die Bretter werden es übel nehmen - wohl auch die Lagerhölzer!

FK



sorry



es ist 16/32 - er



nachtrag



müssen Sie auch nicht...

hat aber 60 Jahre vorher gehalten und hält jetzt auch schon eine Weile.
Ach ja, hatte ich vergessen:
in den Aussenwänden sind in Höhe der Kalkschüttung
Röhren von ungefähr 20 cm eingelassen, um eine optimale Durchlüftung zu gewährleisten.
Diese vorsintflutliche Technik ist schon von den Vorgängern übernommen und funktioniert wie schon geschrieben hervorragend.



Was heißt was?



Hallo Rainer

"müssen Sie auch nicht..." - auf was bezieht sich das?

"hat aber 60 Jahre vorher gehalten" - Foamglas seit 60 Jahren!?

na gut!

Viel Erfolg

FK



nein



- bezieht sich auf den Leichtlehm

das Foamglas natürlich nicht, damals war nichts drunter
da ich aber nichts Abdichten wollte und kann, liegt das Foamglas locker und nicht ganz dicht abschliessend drauf und verhindert ein wenig, das das (evtl.) Wasser direkt mit
dem Lehm in Berührung kommt.
Verhindern kann es das zwar auch nicht 100%, ist aber besser als nichts und besser als Dampfsperre

Danke für die Wünsche, wir sind auch noch nicht am Ende...