Fußbodenaufbau auf moorigen Gelände

03.11.2004



Hallo erstmal,
wir stehen vor unseren ersten groesseren Herausfordeung
an unserem Fachwerkhaus, dem Fussbodenaufbau auf der alten Diele.
Aufbau bisher: Beton direkt auf moorigen Untergrund bis zur
Unterkannte der Aussenschwellen gegossen, ca 10 cm dick.
Es exzistiert keine Art von Bewaehrung oder aehnliches. Einige 'Betonschollen' sind schon gebrochen usw. Der Urinkanal des Viehs besteht aus einer Reihe von Ziegeln, sind auch locker.
Um den Stall fuer die spaetere Nutzung vorzubereiten (Wohnraum), soll als erstes der bisherige Aufbau durch eine trockene Variante ersetzt werden. Dabei schwebt mir ungefaehr folgender Aufbau vor (von unten nach oben):
- Boden ab Unterkannte Schwelle ca. 50 cm ausheben
- 20cm Kiesbett (32-64 mm)
- Folie 0,2mm
- Betonbodenplatte 15 cm mit Bewaehrung
- Balkenlage mit Dämmung (10 cm)
- Dielenbretter (3 cm)
soweit zur Theorie
Meine Frage:
Ich gehe vom schlimmsten Fall aus, dass es sich bei dem Untergrund um feuchten Torf handelt. Hat jemand hier Erfahrungen mit dieser Art von Untergrund und dem o.g. Aufbau ? Verschwindet z.B. im laufe der Zeit der Kies im Moor. Ist eine Aufbau mir Pfaehlen anzurate, auf dem wiederum ein Streifenfundament liegt und dann der o.g. Aufbau ?
Ich bin mal gespannt ob man mir Hier helfen kann

MfG
Christian



neuer Fußboden



Anmerkungen:
1. Auf die Betonplatte gehört eine bituminöse Abklebung (G200)
2. 100 mm Dämmung sind das Minimum bei der Dämmstoffklasse 040
3. ich denke nicht, dass man davon ausgehen muß, dass die Kiesschicht im Boden versinkt, da Rollkies nicht verdichtet werden muß und die Lasten aus einer Wohnnutzung nicht sehr groß sind. Dies würde ich mir aber noch einmal genauer ansehen, wenn man den Boden wirklich beurteilen kann.
4. Bodenplatte mit einer Matte im oberen Drittel oder altern. als Faserbeton.



Das ging aber schnell



Danke Herr Heim fuer die schnelle Antwort,
noch eine einoge Frage zu Ihren Antworten:
zu 1. wozu die bituminöse Abdeckung ? Ich war der Meinung der Kies als kapillar brechende Schicht soll aufsteigende Feuchtigkeit verhindern !? Handelt es sich hierbei um einen zusätzliche Schutz ?, Verhindert die zusätzliche Abdeckung nicht die natürliche Trocknung des Betons ?

zu 2. Meinten Sie die Dämmung zwischen den Balken ?

zu 4. Also erst 2/3 Beton mit Bewährung, dann Matte !?, dann wieder 1/3 Beton ? Was ist Faserbeton ?


MfG
Christian Witt



Manchmal geht's auch schnell ;-))



Die Kiesschicht und die Betonschicht können Feuchtigkeit aus dem Boden nicht komplett abhalten, z.B. wenn sich Wasser in der Kiesschicht staut, daher dieser zusätzliche Schutz. Wenn sich der Boden unter der Betonplatte allerdings als für eine Kiesschicht nicht geeignet herausstellen sollte, kann man auch die bituminöse Schicht höherwertig (2-lagig mit anderen Bahnen) herstellen und ganz auf die Kiesschicht verzichten. Voraussetzung ist dann allerdings, das die Sohle oberhalb des Erdreiches liegt (kein drückendes Wasser)
Die Austrocknung des Betons wird nicht verhindert (er sollte aber schon ein paar Tage alt sein bevor die Abklebung aufgebracht wird). Beton kann auch unter Wasser abbinden. Es handelt sich hier um einen chemischen Prozess, nicht um einen Trocknungsprozess.

Ich meinte die Dämmung zwischen den Balken, vorausgesetzt der Holzanteil beträgt nicht mehr als 10%

Die Lage der Matte ist so richtig angegeben. Der Arbeitsablauf ist allerdings nicht so. Die Stahlmatten werden mit auf entsprechend hohe Abstandhalter verlegt und dann wird die Sohle komplett betoniert.



@ Heim



Danke nochmal,
Werde Wochenende mal anfangen zu buddeln :)

MfG
Christian Witt



Gründung auf Torf



Dag ok. Bevor Sie anfangen zu betonieren, würde ich prüfen, in welcher Tiefe tragfähiger Baugrund ansteht. Auf die "Tragfähikeit" des Torf`s würde ich mich nicht verlassen. Das geht schon bei der Einbautiefe von 50 cm los. Ohne Frostschürzen ? Na denn man to.



Fußbodenaufbau



Hi Christian,
den Aufbau mache ich gerade genauso wie du ihn beschrieben hast. Die Folie kannst du weglassen, da du sie dicht verschweißen müsstest um eine Dichtigkeit zu erreichen. Die Dämmung habe ich mit 20cm angenommen da ich die Abwasserrohre in dem Zwischenraum unterbringen möchte. Als Beton verwende ich einen BU-Beton der Wasserundurchlässig ist. Den Einwand von Siegfried kann ich nachvollziehen du befindest dich (so habe ich es aus deiner Beschreibung herausgelesen )im Haus. Dort dürftest du eigentlich keine Probleme mit Frost haben.
Gruß Frank



Frost



ich gehe natürlich davon aus, das die Außenwände auf Streifenfundamenten gegründet sind. Der Aushub darf nicht bis zur Unterkante der Fundamente vorgenommen werden!
Auf die PE-Folie unter der Sohle kann nicht verzichtet werden. Sie dient allerdings nicht als Feuchtigkeitssperre sondern verhindert, das die Zementbrühe die Hohlräume der Kiesschicht füllt, und damit die kapillarbrechende Wirkung aufhebt.
Man kann wu-Beton nehmen, muß sich allerdings darüber im klaren sein, dass ein Bauteil aus wu- beton erst dann wasserdicht ist, wenn das Bauteil eine Mindestdicke von 25-30 cm hat und die Bewehrung verhindert, dass es zu einer zu großen Rissbildung beim Abbinden des Betons kommt. Rechnet man diese Sache durch, kann man leicht auf eine Bewehrung von Stabstahl Durchmesser 12 im Abstand von ca. 9-11 cm kommen, in der oberen und unteren Bewehrung! Dies entspricht einem Stahlquerschnitt von 10-11 cm²/m und ist in Mattenstahl kaum auszuführen. die Matten müsten doppelt verlegt werden und sind kaum noch zu tragen.

14-20 cm Dämmung finde ich gut!



Das mit der Gründung der Außenmauer ...



ist auch noch so ne Sache.
Teils auf Findlingen, teils auf Ziegeln. Laut altem Bauplan existiert ein Streifenfundament, die Vorbesitzer konnten dies aber nicht bestätigen :( , haben dies sogar dementiert !?
Üblich in der Gegend war eine Gründung auf Pfählen. In meinem Fall wäre die nächste tragende Schicht in ca 2m Tiefe.

Auf der anderen Seite kann ich mir nicht vorstellen, daß kein Fundament existiert, da das Haus doch schon längst, in Teilen, versackt wäre, oder ?



Gründung auf Torf



Dag ok. Auch Grundmauern werden unter Ümständen auf Pfählen errichtet. Da hilft nichts, buddeln bis Gewißheit kommt. Na denn man to.