Wandaufbau innen für neuen Fachwerkgiebel

08.10.2004



Hallo zusammen,

kann mir jemand weiterhelfen bezüglich des Innenwandaufbaues eines neu erstellten Eichenfachwerkgiebels mit Porenbetonausmauerung(jo, ich weiß, daß Porenbeton nicht die optimale Gefachfüllung ist. Dennoch habe ich bisher keine schlechten Erfahrungen damit gemacht). Zurück zum Wandaufbau, meine Idee ist folgende: Wandaufbau von außen nach innen: Porenbeton/Eichengefach; Holzwolle-Bauplatte; Kalkputz; Silikat-Edelputz. Wäre das eine bautechnisch gute Lösung? Vielen Dank schon mal im Voraus. Martin Herden



EnEV



Was sagt der Energieeinsparnachweis? Welcher Dämmwert muß erreicht werden? Welche Qualität hat der Gasbeton?
Holzwolle-Platten werden vom Dämmwert nicht ausreichen. Holzweichfaserplatten sind eine Möglichkeit die andere Kalziumsilikatplatten. Die Dampfdiffusion muß aber nachgewiesen werden. Die Funktionsfähigkeit der Konstruktion bzgl. der Innendämmung würde ich mir dann vom Hersteller bestätigen lassen. (z.B. www.pavatex.de)
Ich wünsche euch, dass ihr an dieser Stelle nicht eure ersten schlechten Erfahrungen mit dem Gasbeton machen müsst.

Fred Heim

PS: Zu beachten ist auch die Luftdichtigkeit zu angrenzenden Bauteilen, Fenster, Decke, Dach, damit es hier nicht zu Schäden kommt.



Rein Interesse halber



Hallo,

was bedeutet eigentlich "bisher keine schlechten Erfahrungen damit gemacht"?

Da sich derartige Schäden erst nach Jahren zeigen und selten von außen sichtbar sind, vermute ich einfach mal, daß noch keine konkreten Langzeiterfahrungen vorliegen.

Gruß aus BS

Bernd





Hallo Herr Fröhlich,

"noch keine schlechten Erfahrungen gemacht" heißt, in den Anfängen (1995) der Bauaktivitäten an diesem Haus habe ich die Gefache der Südseite mit Gasbeton ausgemauert und konnte bis heute keine Schäden festellen. Vielleicht liegt es daran, daß es sich um die Südseite handelt und somit die Feuchtigekeit relativ schnell wieder abtrocknet. Vielleicht liegt es aber auch daran, daß sich auf der Innenraumseite noch eine 5 cm dicke Lehmschicht befindet, die die Feuchtigkeit aufnimmt. Ich bin mir da nicht so sicher. Möglicherweise gibt es ja doch Schäden die ich noch nicht entdeckt habe.

MfG
Martin Herden





Vielen Dank Herr Heim für Ihre Informationen. Insbesondere der Tip mit der Fa. Pavatex gab ein gutes Ergebnis wie ich glaube. Trotzdem wäre ich für eine weitere Beurteilung ihrerseits sehr dankbar. Können Sie mir bitte zur Auswahl der prinzipiellen Vorgehensweise (siehe Zeichnung)Ihre Meinung sagen?



OK



das ist die Konstruktion, wie ich sie kenne und für gut halte, aber:
1. Muss geklärt sein, welchen Dämmwert sie benötigen. Wenn ich mir ihre Fotos so ansehe, muß ich davon ausgehen, dass sie einen Nachweis nach EnEv besitzen oder besitzen müssten. In dieser Berechnung findet man den erforderlichen Dämmwert.
2. Mit Hilfe dieses Dämmwertes läßt sich die erforderliche Dicke der Holzweichfaserplatte festlegen.
3. Die Informationen geben sie an die Firma Unger Diffutherm oder Pavatex weiter, und lassen sich die Dampfdiffusion ausrechnen und schriftlich bestätigen, damit sie eine ausreichende Sicherheit gegen Bauschäden durch Kondensation im Bauteil haben. Innendämmung ist immer noch eine kritische Angelegenheit, bei der man viele Fehler machen kann.
(4. Für die Funktion der Gasbetonsteine wird Ihnen vermutlich niemand eine Garantie geben.)
5. Achten Sie bei der Planung und Ausführung der Dämmarbeiten auf eine Vermeidung von Wärmebrücken und Luftundichtigkeiten.



Das wird schon gehen!!



Guten Tag Martin Herden
wie ich aus Ihrer Antwort entnehmen kann wählen sie doch ein Lebenaufbau. Dieser kann nicht alle Schäden beseitigen aber er wirkt dem Ytong Stein entgegen.

Mit zimmerlichem Gruß
Andreas Vollack
aus Hann. Münden

Eine Frage habe ich doch noch
wieso wählen Sie einen Ytong Stein zur Ausfachung und dann innen einen Lehmbau Aufbau ?





Hallo Andreas Vollack,
die Antwort ist einfach. Ich versuche Schadenbegrenzung durchzuführen. Da sie ja sagen der Wandaufbau wie ich ihn jetzt plane, wirkt dem Gasbetonstein entgegen, scheint es so, dass ich vielleicht richtig gedacht habe, da das auch mein Gedanke war. Der Lehm, so hoffe ich soll ggf. die überschüssige Feuchtigkeit bei Bedarf aufnehmen bzw. wieder abgeben.

Übrigens die Idee mit Gasbeton auszumauern stammt aus der HP Fachwerkhaus.de. Dort findet man einen Beitrag in dem das Ausmauern mit Gastbetonsteinen empfohlen wird.

Grüße Martin Herden

P.S. An alle die mir geantwortet haben nochmal herzlichen Dank für das Interesse und die Infos.



Empfehlungen ?



Hallo,

diese Steine werden übrigens auch vom Bundesverband Porenbeton ausdrücklich empfohlen;-) - und es gibt nicht wenig Leute, die mit der entsprechenden Broschüre unter dem Arm herumlaufen. Leider ersetzt Gedrucktes heutzutage allzu häufig eigenes Nachdenken, frei nach dem Motto: "Wird schon gut gehen."

Und die Hoffnung stirbt zuletzt.

Aber auch in diesem Forum gibt es selbsternannte Experten für neue Materialien für die Ausfachung. Da nach zwei Jahren auch äußerlich angeblich noch keine Schäden festgestellt werden konnten, lohnt in diesen Fällen hartnäckiger Beratungsresistenz auch kein weiteres Wort mehr.

Gruß





Hallo Bernd Fröhlich,

ich würde gerne wissen, auf wenn sich der Satz (...lohnt in diesen Fällen hartnäckiger Beratungsresistenz auch kein weiteres Wort mehr.) im zweiten Absatz Ihres Beitrages bezieht. Auf einige Forenmitglieder oder auf mich?

Sollte er sich auf mich beziehen so kann ich ihnen nur sagen, daß ich mich gerne eines Besseren belehren lasse. Hätte ich vorher gewußt daß Gasbeton so schlecht ist, wie Sie es sagen, hätte ich diesen Baustoff vermutlich nicht verwendet. Aber leider habe ich mich auf Aussagen sog. "Experten" verlassen, die wohl so nicht stimmen. Also "auf die Nase gefallen".

Aber viellicht können sie mir trotzdem einen Tipp geben, ob ich mit dem o.a. Wandaufbau noch einiges retten kann, oder ob ich die gesamte Gasbetonausfachung wieder entfernen soll.

Grüße
Martin Herden



Mißverständnis



Moin Herr Herden,

Entschuldigung, falls Sie den Satz auf sich bezogen haben. Ich wollte damit lediglich ausdrücken, daß es sowohl "falsche Ratschläge" geben kann - sowohl von Herstellern als auch von Forums-Mitgliedern, die aber i.d.R. durch das Forum korrigiert werden. Darüberhinaus gibt es natürlich immer noch Anhänger einer exotischen Plastik-Kultur, die sich jeglichen Ratschlägen verschließen.

Ihr Bemühen um eine fachwerkgerechte Lösung habe ich sehr wohl verstanden. Bei dem momentanen Aufbau schließe ich jedoch - vorsichtig ausgedrückt - Langzeitschäden nicht aus. Wie Andreas Vollack bereits geschrieben hat, kann Lehm zwar einigen Phänomenen entgegen wirken, jedoch gerade an den Balkenflanken nicht verhindern. Hinzu kommt, daß bei eventuellen Schäden sich normalerweise kein Gutachter so weit aus dem Fenster lehnt, und Schäden einem einzigen Baustoff zuordnet. Im Zweifel wird immer alles auf eine multikausale Ebene geschoben. Ist ja auch bequemer.

Auch im aktuellen Bauschadenbericht wird im Zusammenhang mit Fachwerk immer nur von falschen Baustoffen gesprochen, selten aber Ross und Reiter genannt.

Ich hoffe, jetzt können wir uns wieder vertragen.

Gruß aus BS





Moin Bernd Fröhlich,
ebenfalls sorry wegen des Mißverständises. So, ich denke jetzt ist alles wieder im Lot.

Jedoch würde ich gerne wissen ob ich jetzt mit den Gasbetonsteinen leben soll oder nicht?

Soll ich die Gefache neu ausmauern. Wenn ja mit welchen Steinen, mit Feldbrandsteinen? Oder gibt es außer Lehm noch eine Alternative?

Grüße nach BS
Martin Herden



Alternative



Moin Herr Herden,

die Entscheidung müssen Sie angesichts der möglichen Gefahren selbst treffen. Eine Alternative zu Lehm wären weichgebrannte Ziegel (keine an der Sintergrenze gebrannte Klinker) in Luftkalkmörtel (rechtzeitig im Frühjahr damit anfangen). Derartige Ziegel bekommen Sie ggf. auch im Historischen Baustoffhandel. Einfach mal über den UHB einen Handel in Ihrer Nähe suchen. Dort können Sie sich i.d.R. auch Ziegel in passnden Farben zusammenstellen lassen.

Dieser Aufbau ist noch genügend diffusionsoffen und der kapillare Wassertransport ist auch akzeptabel.

Gruß aus BS



Nachschlag



Auf der Innenseite können Sie dann wie bereits beschrieben fortfahren; also Lehm - Dämmung - 2-lagiger Lehmputz.

Wenn Sie kein Sichtmauerwerk haben wollen, können Sie natürlich auch preiswertere, unsortierte Ziegel nehmen. Beim Vermauern dann ca. 1,5 - 2 cm Platz lassen und anschließend balkenbündig einen Kalkputz aufbringen. Dieser Aufbau empfiehlt sich ggf. auch auf der Wetterseite. Den Kalkputz können Sie dann mit Kalkfarbe oder Kalk-Casein-Farbe streichen. Der Farbe dann zur Erhöhung des Wetterschutzes Öl zugeben (Rezepte wurden bereits im Forum behandelt).

Apropos: In meinem Profil können Sie sich bei dem satirischen Beitrag "Bauteilminimierung" einen typischen Balkenschaden ansehen, der durch falsche Materialwahl entsteht. Von außen sieht alles blendend aus ;-)

Gruß aus BS



Danke schön



Vielen Dank für die Informationen Bernd Fröhlich, allerdings der letzte Hinweis macht mir sehr viel Mut.

Tüüsch
Martin Herden



Mut ?



Wozu/wofür ... ???

Sehen Sie das ganze doch mal als Eisberg. 1/7 ist immer unter Wasser - oder hinter x-Y verborgen.

Ich hoffe, es ist der Mut, nachhaltig zu denken !!!!

Gruß aus BS



6/7 sind unter Wasser!





Test ????



@ Fred Heim

Ich hatte doch heute behauptet, in diesem Forum wird ggf. korrigiert. Jetzt haben wir auch gleich den Beweis;-)

Vielen Dank für den Hinweis. Will die Gedankenlosigkeit jetzt aber nicht zum Test hochstilisieren.

Grüße aus BS



:-))