Reihenfolge Dachdämmung OK?

18.12.2003



hallo in die runde,
ich möchte den Speicher unseres hauses ausbauen und bräuchte euren rat.
zur zeit besteht noch keine Dämmung im dachgeschoss, d.h. die bieberschwänze sitzen direkt auf den dachlatten.
ist folgende reihenfolge OK? (von aussen nach innen) 1)dachziegel 2)dachlatten 3)sparren 4)folie gegen Wind und regen -absolut dicht,nicht atmungsaktiv- 5) rockwool dämmkeile 6)dampfsperre raumseitig 7) osb-platte 8) tapete.
eine first-haubenentlüftung wird vorher noch eingebaut.
ist das so OK?
Danke euch!



Dach



Guten Morgen,

das wäre so o.K., wenn zwei Anmerkungen berücksichtigt werden:
1. Latten brauchen immer auch Konterlatten, weil sie sonst verfaulen.
2. Die Folie wird mittels Konterlatten leicht durchhängend auf den Sparren fixiert.
Da dies für den Dachdecker Selbstverständlichkeiten sind, nehme ich an, es war Ihnen beim Schreiben nur nicht aufgefallen.
Sonst ist das so o.K.
Über Dachflächenfenstern (hoffe Sie haben keine) wird mit der Folie immer noch eine Folientasche gebildet, damit Wasser nicht in die Laibungen läuft. An Anschlüssen, wie Gaubenwangen, ist die Folie hochzuziehen. Manchmal wird dies von Dachdeckern vergessen, es lohnt sich, darauf zu achten.
Die Dampfsperre sollte auch wirklich dicht verklebt und mittels Andrückleisten fixiert und ggf. am Giebelanschluß eingeputzt werden. Übrigens: In Hessen vertreibt das institut Wohnen und Umwelt (IWU) gute Heimwerkeranleitungen zu Ihrem Thema. Habe leider keine WEB-Adresse. Auch gut sind Informationen über das hessische Ministerium für Umwelt, Energie und Bundesangelegenheiten.
Viel Erfolg !



Hallo



Lieder werden so 95% aller Dachdäämung aufgebaut.Wo bitte soll die Feuchtigkeit hin die im Wohnraum produziert wird ?. Es gibt diffusionsfähige Aufbauten die auch winddicht sind. Der Unterschied ist man wohnt nicht wie im U-Boot. Ein Aufbau könnte wie folgt aussehen: Eindeckung auf Lattung, drunten auf oder zwischne den Sparren regenwasserführende Weichholzfaswerplatte, dann Dämmstoff u. innen Dampfbremse aus faserverstärkter Pappe. Viele Grüße Gerd Meurer



Dachaufbau



Guten Tag,
aus mir nicht nachvollziehbaren Gründen wird immer wieder der diffusionsoffene Aufbau von Dächern propagiert. Eine physikalisch haltbare Begründung fehlt diesen Argumentationslinien in der Regel. Allgemein anerkannte Regel der Technik, die hoffentlich in 95 Prozent der Fälle auch befolgt wird, ist der von mir beschriebene Aufbau. Der offene Aufbau wird häufig damit begründet, die "Atmung" der Wand oder des Daches werde beeinträchtigt. Außenbauteile sind aber nicht luftdurchlässig und sollen es auch gar nicht sein. Der einzig meßbare Stoffdurchgang durch massive Außenbauteile ist die Diffusion von Wasserdampfmolekülen, die gleichfalls unerwünscht ist, weil sie zu Bauschäden führen kann. Für die Schaffung gesunder Wohnverhältnisse ist dieser "Austausch" nicht ausreichend: Hier ist vielmehr zu Lüften ! Eine ausreichende Wohnungslüftung ist der entscheidende Punkt für gesunde Raumluftverhältnisse.
Sehen wir uns mal einen normalen morgendlichen Duschvorgang im Badezimmer mit 7 m² Außenfläche an. Es werden ca. 1000 bis 1.200 g Wasserdampf freigesetzt; davon können- weil Diffusion ein sehr langsamer Vorgang ist - maximal 60 g in 24 Stunden durch die ungedämmte Außenwand diffundieren.
Allgemein: Bei winterlichen Temperaturen werden durch die Außenbauteile höchstens 1-2 % der Feuchtigkeitsmengen abtransportiert, die durch Lüftung abgeführt werden müssen.
Wer sich auf die Diffusion verläßt, der lebt in einem ungesunden und feuchten Raumklima; wehe dem, der obendrein dann Lehmputz hat !
Und jetzt zu dem Biberschwanzdach: ein richtiges Unterdach, z.B. aus bituminierter Weichfaserplatte, ist nicht zu verachten, kostet aber das Doppelte, nämlich in 22 mm auch 11-12 Euro/m² fertig verlegt. Empfehlenswert ist sie trotzdem. Die Dampfbremse aus Pappe halte ich für nahezu wirkungslos: weg damit !
Ein Diffusionswiderstandsfaktor unter 10.000 ist ziemlich unsinnig.
Der Lüftung sollte man umsomehr Aufmerksamkeit schenken: es gibt Wanddurchlaßventile, die für eine kontrollierte Zuluft sorgen und Lüfter mit einer Grundlastschaltung, die dann auch recht leise sind. Es hat sich bewährt, Räume als Ablufträume zu konzipieren (z.B. Bad, WC, Küche) und die Zuluft über Aufenthaltsräume zu ziehen, so ist auch für eine hygienisch einwandfreie Luftführung gesorgt.
mit besten Grüßen



danke



Hallo Herr Beckmann, Hallo Herr Meurer, vielen Dank für Ihre wertvollen Hinweise! Jetzt kann die Planung beginnen! Vielen Dank Thorsten Hohmeier



Hallo



Ich habe nicht atmen gesagt sonder diffusionsfähig (wasserdampfleitend). In dem von Ihnen beschriebenem Aufbau funktioniert das leider nicht. Welche Wirkung die Dampfbremse hat kann man schön bei pro Firma pro Klima oder Moll nachlesen (aber das Wort erklärt sich schon selbst). Wer heute meint das man morgens 20 Min. lüften muss und abends auch weil sonst Schimmel entsteht hat den falschen Wandaufbau gewählt. Und wer meint nur durch lüften geht die Feuchtigkeit raus hat noch keine Räume erlebt bei denen das nicht notwendig ist. Viele Grüße Gerd Meurer