Aufbau Putz und Dämmung von Innen nach Außen?

13.06.2020 Stefan87



Hallihallo zusammen,

ich weiß, es gibt viele Themen (und noch viel mehr Meinungen^^) dazu, wie der Wandaufbau, Putze und Dämmung ausfallen sollte. Da aber jedes Haus sehr individuell ist, wollte ich einmal um Rat fragen, ob meine Planung Sinn ergibt.

Zur Wand:
Ursprünglich:
Es handelt sich um eine Außenwand, die ursprünglich nur aus Fichtebalken und Bimssteinen aufgebaut war. Von außen ist ein Blendfachwerk vorgesetzt worden (Dicke Bretterkonstruktion in Fachwerkoptik aufgeschraubt worden und die "Gefache" bestanden aus aufgeklebtem Styropor, der verputzt wurde). Innen wurden Rigipsplatten mit Styropor aufs Fachwerk genagelt. Entsprechend war natürlich ein Großteil der Balken kaputt.

Aktuell:
Habe die defekten Balken vom Zimmermann durch Eichenbalken austauschen oder stellenweise flicken lassen. Die Gefache habe ich allesamt herausgeschlagen, mit Dreikantleisten versehen und mit Lehmsteinen (1200er Rohdichte) und Lehmmörtel selbst zugemauert.

Weitere Planung:
Im Innenbereich möchte ich gerne die Balken sichtbar lassen und nur die Gefache verputzen. Hier würde ich gerne einen Lehmputz nutzen
Frage (1): was empfiehlt sich hier? Muss ich verschiedene Körnungen nutzen oder reicht vielleicht auch einfach nur 1 Schicht Putz von ~1cm?

Frage (2): (Off-Topic Frage: Die Balken innen habe ich abgeschliffen. Womit streiche ich sie nun am besten von innen? Ich möchte eine dunklere, braune Färbung erreichen in Richtung Pallisander/Nussbaum. Eignet sich hierfür Leinöl mit entsprechenden Pigmenten oder lieber etwas anderes).

Außenwand: Hier hatte ich (da ich zunächst geplant hatte von innen zu dämmen, was ich aber verworfen habe) bereits groben Kalkputz (Gräfix 61) geholt. Diesen würde ich nun auch von außen auf die Gefache verputzen, um es zu verwerten. Anschließend möchte ich gerne die ehemaligen "Styropor-Gefache" des Blendfachwerks alle herausnehmen und durch Holzwolle als Dämmmaterial ersetzen (Frage (3): Muss ich hier mit Abstandshaltern zum Fachwerk arbeiten oder kann die Wolle direkt aufs Fachwerk drauf). Die Bretterkonstruktion vom Blendfachwerk würde ich bestehen lassen und darauf eine Holzfassade aufnageln.
Frage (4): Welches Holz eignet sich gut für so eine Holzfassade?.

Frage (5): Macht dieser ganze Aufbau tendenziell überhaupt Sinn?



Außendämmung



mach doch bitte mal ein Foto vom gegenwärtigen Ist-Zustand außen. Du Schreibst, dass Du den Gräfix auf die Gefache putzen willst und anschließend die Styroporausfachung raus machen. Sollte es nicht umgedreht sein? Wie hat der Zimmermann die Balken getauscht, wenn die Ausfachung noch drin ist ?Verstehe ich gerade alles nicht so richtig. Zum Aufbau der Holzfassade müsste noch was detailliert werden, eine Hinterlüftung wäre wichtig, willst Du eine horizontale Stupschalung oder eine senkrechte Boden-Deckel? Wie dick sind die Bretter vom Fake-Fachwerk?
Zum Innenausbau. Eine Schicht Lehmputz reicht aus, wenn Du den gut verrieben kriegst, je nachdem welche Ansprüche Du an die Oberfläche hast. Die Balken kannst Du mit Leinöl streichen, auch pigmentiert natürlich. Du kannst auch eine Beize (wasserbasiert) genau nach Deinem Farbempfinden auftragen und anschließend mit Leinöl streichen. So habe ich das vor 25 jahren gemacht, allerdings kann sich auch hier, wie bei z.b. Badfliesen, der Geschmack ändern und nun ärgere ich mich über die dunklen Balken. Will heißen, vielleicht gehst Du an dieser Stelle noch mal in Dich.



Fotos kommen morgen :-)



Heute ist es schon zu dunkel für vernünftige Fotos..versuche das morgen nachzuholen.

Also die Bimssteingefache sind zum Teil beim Austausch der Balken schon durch den Zimmermann herausgenommen worden. Die restlichen habe ich dann eigenhändig herausgeschlagen, damit die Wand dann einheitlich wieder aufgebaut wird. Die Styroporfassade habe ich (sofern nicht schon vom Zimmermann gemacht) auf der ganzen Fläche aus dem Fake-Fachwerk herausgenommen, sodass man jetzt freien Blick auf die mit Lehmsteinen gemauerten Gefache hat. Lediglich die Holzkonstruktion vom Fake-Fachwerk steht noch.

Den Gräfix hatte ich zuvor geholt, weil ich gerne von außen Sichtfachwerk machen wollte (habe mich aber im späteren Verlauf dann doch dagegen und für eine Außendämmung entschieden). Den würde ich nun entsprechend auf die Gefache von außen auftragen und dann die Konstruktion mit Holzwolle und Holzfassade anstreben.

Was letzteres angeht, habe ich mich noch nicht gut eingelesen, weswegen ich deine Fragen dazu leider nicht beantworten kann (Stupschalung,Boden-Deckel?). Hatte mir erstmal nur Gedanken zum groben Aufbau gemacht.



Feine Gedanken zum groben Aufbau



sind aber wichtig, weil z.B. die Frage ist, ob Dein Dachüberstand ausreichend für einen Außendämmungsaufbau ist. Die Aufbaustärke z.B. ist bei Boden-Deckel größer als bei Stulp, weil eine Konstruktionsebene wegfallen kann.
Bei einer Außendämmung ist wichtig, dass die hohlraumfrei montiert wird, d.h. der Gefachverputz und die Balkenebene sollten bündig sein.



Anbei ein Foto der Fake-Fassade


Anbei ein Foto der Fake-Fassade

Die Bretterkonstruktion ist etwa 3,5cm dick, hat aber noch einen mehr oder weniger variablen Abstand zur Wand (auch etwa 2-3cm). Den Dachüberstand konnte ich nicht ohne weiteres messen. Dieser beträgt aber etwa 30-40cm ab der Fake-Fassade.



Meine Empfehlung



all das Gedöns runter zu reißen und auf dem Originalfachwerk aufzubauen. Diese 3,5 cm reicht als Dämmebene eh nicht. Die Ausfachung kannst Du bis auf Höhe der Eichenbalken mit Deinem Gräfix verputzen und bündig abreiben. Von den alten, nicht getauschten Balken würde ich die Farbe runterschleifen, die sieht wie eine Schichtlasur aus, das System sollte so diffusionsoffen wie möglich sein.



Fachwerk-Außendämmung


Fachwerk-Außendämmung

Am einfachsten und techn. einwandfrei wären Stegträger, wenn du 16 cm dämmen kannst, dazwischen Zellulosedämmung, die alle Unebenheiten auffüllt und darauf Winddichtung oder Holzfaser-Unterdachplatten, Konterlattung und Holzschalung aus Lärche oder Eiche, wenn du die günstig bekommst.
Unbehandelt sehen alle Holzsorten nach einiger Zeit gleich aus.
Statt Stegträgern kannst du auch Streifen aus Sperrholz- Verpackungsplatten o.ä. schneiden und mit Winkeln an deine Balken schrauben- es müssen nur voneinander abgetrennte Gefache entstehen, um Zellulose einblasen zu können.

Den Putz würde ich dabei anderweitig verwenden- hier wäre er entbehrlich.



Fachwerk-Außendämmung


Fachwerk-Außendämmung

Am einfachsten und techn. einwandfrei wären Stegträger, wenn du 16 cm dämmen kannst, dazwischen Zellulosedämmung, die alle Unebenheiten auffüllt und darauf Winddichtung oder Holzfaser-Unterdachplatten, Konterlattung und Holzschalung aus Lärche oder Eiche, wenn du die günstig bekommst.
Unbehandelt sehen alle Holzsorten nach einiger Zeit gleich aus.
Statt Stegträgern kannst du auch Streifen aus Sperrholz- Verpackungsplatten o.ä. schneiden und mit Winkeln an deine Balken schrauben- es müssen nur voneinander abgetrennte Gefache entstehen, um Zellulose einblasen zu können.

Den Putz würde ich dabei anderweitig verwenden- hier wäre er entbehrlich.
Die abgebildete Fassade aus 14 cm breiten Rhombusbrettern wurde wie beschrieben ausgeführt.