Dachbodenausbau ohne Dampfsperre dafür mit Holzweichfaser . So richtig?

22.08.2013



Hallo,

Seit langem lese ich hier aufmerksam quer durchs Forum. Leider ohne auf meine Fragen eine genaue Antwort zu bekommen.

Wir haben grad ein Bauernhaus (1920) gekauft. Das Haus ist in einem Sanierungsbedürftigen Zustand, aber weder feucht noch andere schwere Bauschäden.1955 kam ein neues Tonziegeldach drauf, welches noch top in Schuss ist. Ein Teil des Dachbodens wurde auch ausgebaut.
Nun planen wir den Dachbodenausbau um 100qm zu erweitern. Wir wollen definitiv keine Dampfsperre o.ä. verbauen. Auch keine Flockendämmstoffe.
Nach langer Recherche und ewigem hin und her haben wir uns folgenden Wandaufbau gedacht:
Von außen nach innen
1. Tonziegel
2. Pavatex Isolair 35mm Unter die Sparren
3. Pavatex Profil 40mm als Putzträgerplatte
4. Kalkputz

Wir wollen alle Räume im Dachboden mit den PavatexProfil 40mm bauen und mit Kalk verputzen. Als Heizung wird in jedem Raum ein Flächenheizkörper (Strahlungsheizung) eingebaut.

Ist das so in Ordnung? Gibt es sonst noch andere ökologische Möglichkeiten mit Holz den Innenausbau zu realisieren?

Freu mich auf Eure Tips und Anregungen.



Dachgeschossausbau



Hallo Claudia,
wie wollen Sie die Platten befestigen?
Einfach auf die Sparrenunterseite schrauben?
Wenn Sie das Dachgeschoss ausbauen sind sie gesetzlich dazu verpflichtet, die Vorgaben der EnEv einzuhalten!

Viele Grüße



wir wollen...



eine Enev Befreiung durchsetzen. Das Haus ist jetzt super klimatisiert, schimmelt nirgends etc. Diesen Zustand werde ich gewiss nicht mit irgendwelchen Folien und Plastik etc aus dem Gleichgewicht bringen.
Unser Ziel ist es den bereits ausgebauten Dachboden zu erweitern.
Dieser erweiterte Teil liegt dann über der unbeheizten Diele.

Der vorhandene Dachbodenausbau ist aus traditionellen Baustoffen. Sandstein, holz, Schilfrohrmatten und Kalkputz.

Viele Grüße



ENEV



Was Sie wollen ist das eine. Ob Sie jemanden finden der Ihnen dafür die bauphysikalische und bauwirtschaftliche Berechnung durchführt und damit eine Begründung liefert ist etwas anderes.
Wass mich dabei verwundert ist das Sie wohl gar nicht erst versuchen wollen eine konforme Lösung zu finden. Gibt es dafür bestimmte Gründe?

Viele Grüße



Tja,



wenn es einfacher wäre, wäre ich sehr glücklich und müsste mir nicht alles selbe erarbeiten. Leider ist es mir nicht möglich gewesen jemanden zu finden der mir einen Aufbau ohne Folien und irgendwelche Flocken etc. empfehlen kann.

Verstehen Sie mich nicht falsch. Ich bin die letzte die einfach immer gegen alles ist.
Ich will einfach nur einen ausgebauten Dachboden mit ökologischen massiven und /oder traditionellen Baustoffen.

Jedoch kenne ich den Wohncomfort beider Bauweisen. 2 Jahre habe ich mit meiner Familie ( 4 Kinder ) in einem ungedämmten Bauernhaus mit zweifachverglasten Fenstern gelebt. Gebaut aus Backstein ,Holz und Kalk. Tolles Wohnklima kein Schimmel,nicht im Bad, nicht an den Fenstern oder sonst wo.
Jetzt leben wir in einem achso toll gedämmten Haus. Mit allem was dazu gehört. Tja und was soll ich sagen. Die Luft ist immer stickig trotz richtigem Lüften, Schimmel im Bad und an den Fenstergummis ( Auch schon vor unserem Einzug, wurde nur weiß übergemalt), Wäschetrocknen im Haus nicht möglich etc.
Übrigens war der Verbrauch für die Heizung fast identisch. Obwohl im Bauernhaus ca 80qm mehr zu beheizen waren.

Ich will nicht tausende Euronen dafür ausgeben um in einer Plastiktüte mit Schimmel zu leben. Außerdem soll mir jemand mal die Ersparnis innerhalb von 10 Jahren ausrechnen. Ich bin überzeugt,dass das ( bei unserem Haus) lange nicht die Investitionen deckt. ( Keine Laborberechnung unter ausschluß wichtiger Bedingungen)

Wenn Sie mir einen Aufbau empfehlen, der meinen Wünschen und der Enev entspricht, lass ich mich gerne umstimmen ;-).

Viele Grüße



Moin...



Eine "Befreiung" von der EnEV gibt es nicht, man kann höchstens via der enthaltenen "Schlupflöcher" den im Anhang verankerten Zahlen entkommen...
Nebenbei: In der EnEV steht auch nix von Folien...

Wenn Ihr denn schon das Thema "Dachausbau" angeht, dann macht es richtig. Heizenergie ist ein ziemlich teures Gut geworden. Was ist übrigens ein "Flächenheizkörper (Strahlungsheizung)" nach Deiner Definition? Und welchen Vorteil soll das bringen?
Dämmung des Fußbodens gegen die unbeheizte Diele sollte auch noch im Blick behalten werden...

Eine rund 60 Jahre alte Tonziegeldeckung würde ich pauschal definitiv nicht als für die Ewigkeit beständig einstufen...

Bei allem Kalk und Holz und Schilf sollte nicht vergessen werden, dass allein mit der Umnutzung des Dachbodens zum Wohnraum sich die Klimaverhältnisse radikal ändern, die Verwendung von Öko-hoch-drei-Produkten verändert da auch nicht wirklich Grundlegendes...

MfG,
sh



Es ist



halt so eine Sache mit der EnEV.
Ich glaube aber nicht, dass Sie belangt werden, wenn Sie sich nicht an die Verordnung halten.
Zwingend notwendig ist dies nur, wenn öffentliche Mittel in Anspruch genommen werden, oder wenn Sie das Gebäude vermieten.
Gegen den, von Ihnen favorisierten Wandaufbau spricht übrigens nichts.
Bei einer späteren Umdeckung mit neuen Ziegeln können Sie dann immer noch die Sparren ausdämmen - kombiniert mit Unterdeckplatte und Konterlattung.

Viele Grüße



75mm Pavatex



finde ich eigentlich ganz ordentlich.
Aber vielleicht denken sie beim ausflocken der Zwischenwände automatisch an etwas was sie nicht wollen: Sperrbahnen usw. Oder sind es Kostengründe? Mit Zellulose ausflocken ohne Innenseitig "dick" Pavatex aufzutragen ist baubiologisch nicht verkehrt, es birgt den Sinn, dass Innenseitig eine festere Aufbauschicht entsteht und die Dämmwerte gesteigert werden. Die Datenbank hier im Archiv ist groß und hilft wissen zu vertiefen(Räusper).



Vielen Dank...



für die Tips und Anregungen.

Ich überdenke das nochmal und informiere mich weiter.
Hätte vorher nie gedacht dass das so ein komplexes aber auch spannendes Thema ist.

Wer noch Ideen für einen anderen massiven Aufbau hat, immer her damit :-).

Ich sag erstmal Gute Nacht (mir raucht der Kopf)

Viele Grüße



Bedenklicher Aufbau



Ich halte nicht viel von dem Aufbau und ich kann mir auch nicht vorstellen, dass Pavatex dafür gerade stehen will.

Normaler Weise wird Pavatex-Profil direktauf einer Unterkonstruktion festgeschraubt. Hier ist noch die Isolair dazwischen. Die Sparren sind keine Unterkonstruktion für die Profilplatte. Das Raster ist mit Sicherheit zu groß.

Gleichzeitig bedarf es auch einer statischen Prüfung, wenn Putz auf der Platte aufgebracht wird.

Grüße aus Frangn

Frank von Natural-Farben.de