Aufbau oberste Geschossdecke - Holzfaserplatten bis in Dämmung oder vorher Enden lassen?

28.01.2021 Marcel

Aufbau oberste Geschossdecke - Holzfaserplatten bis in Dämmung oder vorher Enden lassen?

Hallo Fachwerk-Experten!

nachdem ich nun letztes Jahr mit euren Tipps meine gesamte Wetterseite rekonstruiert und nicht abgerissen habe, geht es nun weiter....das zeigt wieder, wie wertvoll das Forum ist!

In einem Zimmer (OG) habe ich die Lehmdecke unter den Balken rausgenommen.
Aufbau waren zig kleine Latten mit Lehm dazwischen, im Zwischenraum Schüttung. Darüber Bretter mit 6cm Lehm, welcher den Fußboden des ungenutzten Dachbodens bildet und bestehen bleiben.

Im Raum werden, wie überall, 40mm Holzfaserdämmplatten an den Außenwänden verbaut. Zwischen die Balken in der Decke kommt 100mm Holzflex, Dampfbremsfolie (macht Sinn denke ich) und dann eine GK oder Lehmbauplatte in weiß als Finish.

FRAGE: Sollen die 40er Holzfaserplatten bis bündig unter die Schwartenbretter verbaut werden oder nur bis zu der Höhe wo die 100er Dämmung anfängt? Ich frage mich gerade ob sonst ggf. die Feuchtigkeit durch die 40er Platten hoch in die Decke zieht und da besonders viel Tau anfällt?

Hat zudem jemand die Holzfaserplatten schonmal mit normalen Lehmputz anstelle dem teuren Lehm Klebe-&Armierungsmörtel an die Wand montiert? Habe bisher immer letzteres genommen für einen stolzen Preis.

Ich danke euch schonmal für die Infos!!!!
Grüße Marcel



Eine Innendämmung



ich vermute mal, was da auf dem Foto zu sehen ist, stellt die Giebelwand dar? Wie ist der Außenaufbau oder ist das Sichtfachwerk?
Welchen Lehmkleber hast Du denn bisher genommen zu welchem Preis?



Es geht auch normaler



Lehmputz, das habe ich vielfach gemacht. Der Unterschied ist der....wie eben der Name schon sagt....Kleber hält besser! Bei normalem Lehmputz nicht zu dick arbeiten (!), lieber öfter. Ich mach den Putz auf HFP meist haochdünn, wenig mehr als die Armierung.



@ Baldur



hast Du auch mit normalem Putz die Platten angeklebt ? Die Beschreibung Deiner Erfahrung klingt eher nach Verwendung als Armierungsmörtel.



...aber Dämmplatte bis hoch zu Balken...?



Hallo, genau - es ist die Giebelseite, Sichtfachwerk :)

In anderen Räumen hatte ich die Platten mit diff.offenem Klebe und Armiermörtel lt. Hersteller montiert - da war aber auch teils das Gefache ausgemauert. Es gibt sogar Arbeitsblätter die einfach Feinkalkputz empfehlen. Hier in dem Raum ist nun alles Lehm. Dann würde ich wohl doch besser den Clay...Lehmkleber nehmen. 28€ net. / 25kg

Aber denkt ihr zur Montagehöhe der Platten? Bis oben an den Balken oder auf Höhe des weißen Putzes enden lassen?

Danke euch!



Dämmhöhe



ich würde die Innendämmung als homogene Fläche so hoch wie es geht ausführen, also bis zum Schwartenbrettereinschub. Auf Hohlraumfreiheit achten .Du musst nur dran denken, dass Du ja noch die UK-Latte für die Deckenplatte anschrauben mußt.
ich gehe mal davon aus, dass Schlagregensicherheit gegeben ist?
Es gibt auch von Rapido Big-Bags mit Klebe- und Armierungsmörtel. Wahrscheinlich etwas preiswerter, Transportkosten müßten angefragt werden.



Dämmhöhe.....



bis zu den Brettern - okay.
Die Giebelseite ist abgewandt der Wetterseite, somit alles fein.
Die UK Latte mache ich dann mit langen Schrauben durch die HFP fest.

Ich schaue mal nach dem Big-Bag Mörtel :) Danke für den Tipp!



Eigentlich egal....



Wenn ich es auf dem Bild richtig erkenne stehen in dem Deckengefach die Steine über dem Rähm (dem Balken auf dem die Deckenbalken liegen) etwas nach innen vor.
Wenn dem so ist wird es blöd da die Wanddämmung drüber zu montieren. Du müsstest die Wandfläche bis zur Vorderkante dieser Steine auffüllen/aufputzen, oder die Steine etwas kürzen.
Einfacher ist es vielleicht die Dämmung im Deckengefach bis an die Steine einbauen und die Wanddämmung daran anstoßen.
Letztendlich ist es egal welche der beiden Dämmebenen bis wo hin geht. Hauptsache sie stoßen beide dicht aneinander, damit keine Wärmebrücke entsteht und keine Hohlräume bleiben.

Ich habe vor einigen Jahren mal diverse Lehmkleber durch getestet.
Mein Favorit bleibt der von Claytec, der klebt mit Abstand am besten.
Wenn du viel davon brauchst verhandele mit deinem Lieferant, oder schau mal hier nach den Frachtkosten: https://www.bausep.de/claytec-lehmkleber-25-kg-sack.html
Weil er so gut klebt, kannst du zur Not den Kleber von Claytec auch mit Lehmputz (ohne Stroh) etwas "verlängern", der klebt dann immer noch gut genug um Dämmplatten an die Wand zu kleben, zumal sie eh noch gedübelt werden. Mischung: 4 Teile Kleber + 1 Teil Putz
Als Haftbrücke vorm Verputzen der Dämmplatten reicht es auch wenn man die Platten nur mit einer Kleberschlämme streicht, statt diesen aufzuzahnen.
Vor der Erfindung des Lehmklebers wurden die HWF-Platten auch nur mit Lehmputz an die Wand geklebt und verputzt, ohne das der abgefallen ist.

Gruß,
KHH



@ Karl-Heinz



ja, Du hast recht. Das mit dem Überstand ist mir gar nicht aufgefallen, dann ist natürlich die andere Variante besser umzusetzen.



So wirds' gemacht....



@KHH > die Wand mit den Steinen oben (die irgendwann mal wer beim Umbau in den 50zigern da reingehuddelt hat) ist eine Innenwand und wird nicht gedämmt. Zum Glück gibts die Steine aber auf der anderen Seite nicht, was mir dann somit ermöglicht die Platten schön bis hoch unter die Schwartenbretter zu ziehen. - wie von Pope geschrieben.
Danke dafür! :)

@Pope > Der Tipp mit dem Verlängern des Klebers ist gut - bin gespannt wie er sich Verarbeiten lässt. Hab gestern die Wände soweit vorbereitet...den meisten Gipsputz entfernt...Löcher aufgefüllt mit Lehm...nun muss es trocknen und bald folgen die Platten.

Danke euch!
Grüße Marcel



Der Verlängerungstip



war nicht von mir sondern von Karl-Heinz, ich will mich nicht mit fremden Federn schmücken.



Dampfbremse?


Dampfbremse?

Hallo nochmal...Fortschritt ist sichtbar....Holzfaser sind auf den Wände, erste Lage Kalkgrund schon drauf.
Nochmal eine Frage zum Deckenaufbau (habe schon im Forum gesucht)
MUSS eine Dampfbremse unter die Holzfaserwolle?

Aufbau wird:
- DG kalt und belüftet, bisher ungenutzt. Begehbarer Lehmboden ca. 10cm Dicke
- Eichenbretter, von unten zu sehen
- dazwischen käme die 80er oder 100er Dämmung
- 50x30er Latten an die Balken
- Dann ggf. Dampfbremse
- Dann GK Platte mit weißer Lehmfarbe (muss hier leider ein zeitlich flotteren Weg nehmen)

Ich bekomme die Folie kaum dauerhaft luftdicht an die krummen Balken.... Würde ein unvermeidlicher Lufteintrag hier zu Problemen führen oder einfach durch die Holzfaserwolle und Lehmdecke diffundieren?



hier das Problemchen mit der "sauberen Anliegefläche"....


hier das Problemchen mit der

...das 50x30er läge teils garnicht am Balken...Folie könnte nur an die Balken geklebt werden. Dann die Latte drüber....



Re: Dampfbremse?



Solange die Decke nach oben hin so diffusionsoffen bleibt wie sie jetzt ist, ist zunächst eine Dampfbremse nicht nötig. Durch den Fehlboden und den Lehm kann Feuchtigkeit gut nach oben hin verdunsten.
Sollte allerdings irgendwann später im DG ein luftdichter Bodenbelag eingebaut werden, wird es problematisch, da sich dann im kalten Bereich, also über der Dämmung, unter dem Belag Kondensat bilden kann. Mit einer eingebauten Dampfbremse müsst ihr euch irgendwann später keine Gedanken über einen passenden Bodenbelag im DG machen.

Das vermeintliche Problemchen (krumme Balken) ist keines.
Du kannst eine Dampfbremsfolie auch unter die Lattung, die nicht unbedingt flächig auf den Balken liegen muss, tackern. Du musst sie aber auf jeden Fall rundum "um die Ecke" ein paar cm bis auf die Wände herunter ziehen, an den Wänden dichtend ankleben (am Besten mit einem Kartuschenkleber) und den Folienstreifen dann auf den Wänden einputzen. Nur so wir das Ganze rundherum wirklich dicht.




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