Neuaufbau Boden, nicht unterkellert.

17.05.2009



Hallo an alle Fachwerkler,

Wir haben vor kurzem ein kleines Fachwerkhaus erstanden, es ist angeblich aus dem Jahre 1779, das weiss man nicht so genau.

Teilweise ist der Fußboden im EG verfault und wurde des öffteren auch schon geflickt.
Ich würde Ihn jetzt gerne von Grund auf neu aufbauen.

Der jetzige Aufbau ist wie folgt:

Erde,Balgen,Hochofenschlacke zwischen den Balken,Dielen.

Kann mir jemand einen Tip geben?

Ich dachte mir folgendes:

1. 200 mm Kiesschicht
2. 0,3 mm PE Folie
3. 10x10 Balkenlager
4. 22 mm Verlegeplatten V100
5. 40 mm Fermazell Ausgleichsschüttung
6. 18 mm Fermazell Estrichelemente

Wäre das so in Ordnung oder hat jemand einen anderen Vorschlag.

danke für alle Antworten die mir weiterhelfen.



Neuaufbau Fußboden



Wofür soll die Folie gut sein?
Warum eine Ausgleichschüttung, was wollen Sie ausgleichen?

Viele Grüße



Neuaufbau Boden, nicht unterkellert.



Das mit der Folie und der Ausgleichsschüttung habe ich aus der Anleitung der Fermazell Estrichpalatten entnommen, ist wohl notwendig um unebene Untergründe auszugleichen.

Darum fragte ich ja ob mein Vorhaben so OK ist, und nicht warum und weshalb ich es so machen will.

Aber DANKE für die Antwort, hat mir sehr geholfen ;-)

Habe nun mal Bilder dazu.



offenporig



hallo,
ich wuerde offenporig bauen. Wenn Sie den Boden absperren, dann steigt die Feutigkeit schneller in den Waenden hoch. Vorschlag: 1. kapillarbrechende Schicht: Schotter. 2.Daemmung: Blaehglas, Kalk-Perlite Moertel, oder standfeste Tuff-Schuettung. 3. Untergrund fuer Fliesen: Kalk-Estrich, ansonsten Lagerhoelzer und Massivholzdielen.
Die Gips-Elemente von Fermacell sind zu sehr feuchtigkeitsempfindlich. Gruss N. Hoepfer



Neuaufbau Fußboden



Ihrer Antwort nach zu urteilen, haben Sie mittlerweile selber herausgefunden, was an Ihrem Aufbau nicht stimmt.
Sie arbeiten weder auf einer noch feuchten Rohbetondecke (Folie) noch auf einem unebenen Altfußboden mit Dielung, der einen Niveauausgleich erfordert.
Außerdem wäre die Folie auf dem Kies bei der Montage sehr schnell perforiert und damit wirkungslos.

Wenn Sie sich die Mühe machen wollen, einen neuen Fußboden einzubauen, sollten zuerst Überlegungen zur Wahl der Bauweise stehen.
Nach meiner Meinung wäre ein wärmegedämmter Massivfußboden oder ein gedämmter Dielenboden die engere Wahl.
Vorteil der ersten Variante: kostengünstig, massiv und dauerhaft.
Nachteil: in Eigenleistung nur in Teilen ausführbar, lange Trocknungszeiten.
Vorteil der zweiten Variante: schnell erstellt, in Eigenleistung ausführbar, es wird keine Baufeuchte eingetragen.
Nachteil: teuer, feuchteempfindlich bei Planschwassereintrag

Ich schlage Ihnen einen Kompromiss vor: Bauen Sie statt der letzten 10 cm Kies Beton ein. Auf diesen Unterbeton kann schon nach ein paar Tagen eine Abdichtung aufgebracht werden. Damit ist die Restbaufeuchte kein Thema mehr.
Auf den Unterbeton können Sie dann entweder einen Dielenboden mit Weichfaserdämmung oder EPS als Dämmung, eventuell eine Ausgleichschüttung, sowie Trockenestrich einbauen.
Damit haben Sie einen hohen Anteil an Eigenleistung, schnelle Bauzeiten und keine langen Trocknungsphasen.

Viele Grüße