Alten Dachstuhl von innen dämmen

15.04.2013



Hallo,

ich habe erfahren, dass Holzfaserdämmplatten auch zeitweilig "wasserverträglich" sind, d.h. wenn mal ein Starkwind Wasser durch die Ziegel peitscht und die Holzfaserplatten es damit zu tun bekommen, dass das kein Manko sei.

Nun würde ich gerne meinen nackten Dachstuhl mit einer Zwischensparrendämmung versehen, ohne das Dach dafür abzudecken. 'Hieße für Aufbau von unten: Rigips, Lattung und Konterlattung, Dampfsperrfolie, Mineralwolle, Holzfaserdämmplatte (letztere beiden zwischen die Sparren), Lattung Dachziegel. Bevor ich den Innenaufbau des Dachgeschosses weggerissen hatte war unter den Sparren eine Sauerkrautplatte als Dämmung, die gelegentlich mal einen Tropfen abgekriegt hat; darunter die Mansardzimmer. Hat auch 80 Jahre funktioniert... aber recht kühl.

Wird das mit meinem Aufbau so klappen und Bestand haben? Oder was müßte ich noch tun?

Besten Gruss aus dem schönen Rheinland!

Peter



"wasserverträgliche" Holzdämmplatten



Solche gibt es schon - allerdings ist Dein angedachter Aufbau eher eine Notlösung - vernünftiger wäre schon ein regensicheres Unterdach.

Bei Deiner Dämmstoffauswahl würde ich die Mineralwolle nicht nehmen, da sie keine Feuchte abarbeiten kann.

Die Unterdachplatten sollten so angebracht werden, dass evtl. Wasser in der Mitte vom Sparrenfeld abfließen kann. Die Nut und Federverbindung muss passen und es braucht eine funktionierende Hinterlüftung von Traufe zu First.

Bis Du das alles hast, könnte der Schritt zu einer sinnvollen Unterdachplatte von Außen gar nicht mehr so groß sein. Das wäre dann auch eindeutig der bessere Weg.

Grüße aus Frangn

Frank von Natural-Farben.de



Könnte z.B.



so aussehen.
http://community.fachwerk.de/upload/orginal/eventuell_I124_2010579355.gif

Grüße aus Koblenz Gerd



ein "kühles" System …



Hallo

Ihr kühles System hat ja anscheinend gut gehalten … nur etwas kühl …

gehalten hat es weil erstens die paar Tropfen zwar eingedrungen sind allerdings die Möglichkeit da war, dass es wieder ablüften konnte …
… durch Zugluft und durch einen hohen Lüftungsraum …

Wenn sie den nun verkleinern, vermindern Sie die Rücktrocknungsmöglichkeit …

Füllen Sie nur so weit auf, dass Ihnen min. 6 cm (mehr ist besser) durchgehender und entlüftbarer Raum bleibt … alles andere ist RISIKO!

als oberste Schicht eine bituminierte Holzfaserplatte nehmen … und bedenken, dass das H2O dann evtl nach unten läuft … und wohin …

eine einfache Arbeit kann zu einem komplexen Thema werden, das von vorne bis hinten geplant oder wenigstens vom Ausführenden verstanden werden sollte

Gutes Gelingen

Das mit der Dämmung und dem Rigips-Aufbau würde ich auch weglassen … RISIKO …

Florian Kurz



So



einen Aufbau gibt es als fertiges System von Steico und eventuell auch anderen Herstellern. Wichtig ist dabei das Anbringen einer Distanzlattung an den Sparren, die das erwähnte Abfließen eingedrungenen Wassers ermöglicht.

Ich würde diese Vorgehensweise dann in Betracht ziehen, wenn die vorhandene Eindeckung samt Verblechungen noch so gut in Schuss ist, dass es eine Schande wäre sie abzutragen, wobei man die Dachziegel u.U. durchaus weiterverwenden kann.

Ein enormer Vorteil ist natürlich, dass man nicht zeitweilig ohne Dach dasteht. Wenn ich mir überlege, wie lange die schon an unserem Dach basteln... (Biberschwanz auf Lattung runter, Schalung und verzinktes Stehfalzdach drauf)
Wenn man den Brandschaden mitrechnet, regnet und schneit es seit 21.12. rein und es fehlt immer noch ein gutes Stück Blechdach.



Wohin läuft das Wasser?



Danke an alle! Das Steico-System sieht gut aus; gint es wohl auch ähnlich von Gutex. Aber wohin läuft das Wasser, wenn mal 'was durch die Ziegel kommt (drückender Regen oder Schnee)? Das müte ja in den G>esimskasten laufen, oder Und vergammelt der dann nicht?



Nicht



ganz unberechtigte Frage... bei den hier üblichen Dachformen müsste das Wasser schlicht nach außen ablaufen können und dem gemauerten Gesims schadet etwas Feuchtigkeit hoffentlich auch nicht akut, aber keine Ahnung wie das bei anderen Konstruktionen aussieht. Mir ist das System bloß untergekommen, als ich auf der Suche nach günstigen Dachausbaumöglichkeiten für unser Haus war. Absolut wohl ist mir in meinem konkreten Fall nicht, weil die Sparren alles, nur nicht parallel sind, deswegen werde ich das System wohl nicht verwenden.