Bodenaufbau im EG ohne Horizontalsperre in den Aussenwänden

27.03.2012



Nach eingehender Recherche hier mal der Grund und die Ausgangslage:

- altes Bauernhaus mit Steinmauern direkt am Erdreich errichtet
- alter schon sanierter Bodenaufbau funktionierte anscheinend (Bodenplatte, darauf Bitumenbahnen verschweisst/leider nicht an den Wänden hochgezogen, Isolierung, Holzunterkonstruktion + Dielen)
- durch den Altbestand des Mauerwerkes auch keine Horizontalsperre an den Aussenwänden

Das ganze funktionierte Jahrelang da anscheinend der obere Aufbau ober der Bitumenbahn Diffusionsoffen war. Leider wurden vor knapp zwei Jahren die Dielen herrausgerissen und billig Laminat gelegt der natürlich nicht diffusionsoffen ist und damit die sich bildende Feuchtigkeit draunter die ganze Holzkonstruktion Angriff und einen netten Pilz wuchern lies. (vlt. EHS)
Nach abtragen des Bodens und entsorgen der Unterkonstruktion und Dämmung konnte man auch die Feuchte ober der Bitumenbahn sehen. (richtig kleine Pfützen) Nach austrocknen und abflämmen würde ich gerne das ganze wieder fachgerecht aufbauen. Siehe Bild.
- ist diese Konstruktion möglich auch ohne Horizontalsperre der Wände. Haus hat eine Hanglage und keine drückende Nässe von irgendwo. Also keine Aufsteigende Feuchte in den Wänden zu erwarten. War auch vorher nicht der Fall und keine Probleme vorm Laminat einbau.
Bitumenbahnen werden auch nachträglich an den Wänden Hochgezogen.

- Holz ist alles raus und wird auch nicht mehr in der Konstruktion verwendet. Muss trotzdem noch was gegen den Pilz unternommen werden der vlt. noch im Mauerwerk Fäden gebildet hat?
- Sollte troztdem diffusionsoffen der Aufbau sein oder mit Trockenestrich alle Bodenbelge möglich (Fliesen, Laminat)

Grüsse aus Kärnten



Bodenaufbau



Von Perlite empfehlen sich Bituperl mit l= 0,06 W/(mk) oder Estroperl mit l=0,05 W/(mk), nicht wassersaugend, feuchteunempfindlich.

Auf die Schüttung sollte eine Baufolie als Trennlage und darauf eine bituminierte/alukaschierte Dampfsperrbahn (z.B. Knauf Katja), kaltverklebt und dampfdicht an´s MAuerwerk angeschlossen,
oder besser: in eine MW-Fuge eingeklebt werden. Es muss zuverlässig ausgeschlossen sein, das Raumluftfeuchte in die KOnstruktion euinwandert und an der kalten Bitumenabklebung der Betonplatte kondensiert.

Nach Herstellerangabe muss oberhalb der Schüttung eine Lastverteilungs- und auch TSD-Platte eingebaut werden (FAsoperl 15/14mm). Darauf dann den Trockenestrich, am besten Aquapaneel CEment Board Floor, 22mm, mit bereits recht hohem sd-Wert zwischen 70/150. Die Herstellerangaben sind zu beachten. Darauf können sie Fliesen Verlegen o.ä.

Das die Horizontalsperre fehlt, ist suboptimal. Die Wanne der beiden Abdichtungsebenen sollte bis über den Trockenestrich reichen. Wenn MW-Feuchte nicht vollständig ausgeschlossen werden kann, arbeiten Sie mit einem Sanierputz ggf. auch auf Kalkbasis, z.B. HAGA-Biotherm.



Das ist...



...ein völlig dichter Aufbau auch nach oben zu.

Ich würde eine Lagerholzkonstruktion mit Liapor zwischen und oxydativ geölter Dielung auf den Lagerhölzern bauen.

Aber das war ja nicht Ihre Frage.

Grüße

Thomas





Eigentlich war das auch Teil meiner Frage:
- Sollte troztdem diffusionsoffen der Aufbau sein

Vielleicht die bessere Lösung in diesem Fall??



Eine geölte Diele...



...wäre in jedem Falle dampfoffener als eine glasierte Fliese oder Laminat.

Grüße

Thomas