Fußbodenaufbau auf Gewölbekeller

22.03.2010 Dachdenker



Hallo, ich bin gerade dabei meinen Fußboden über dem Gewölbekeller zu sanieren.
Dazu habe ich die Gewölbekappe freigelegt, weil durch das alte Füllmaterial Feuchtigkeit nach oben zog und der darauf liegende Dielenfußboden verfaulte.
Danach ist eine Drainagekiesschicht (8/16)als neue Auflast und kapillar brechende Schicht eingebracht worden.
Jetzt soll hierauf eine 6 cm dicke Hartschaumplatte und eine ca. 12cm dicke lastverteilende Betonschicht verlegt werden.

Sollte bei diesem Aufbau noch eine Dampfsperre unter der Dämmung angeordnet werden.
Wie kann ich eine Kondensatbildung unter der Dämmung verhindern oder ist dies egal, da der Keller sowieso feucht ist?
Gibt es vielleicht eine bessere Lösung?

Mit besten Grüßen und Danke
Danilo





Hallo,

die Dampfsperre können Sie kellerseitig weg lassen.
Wenn, dann gehört sie auf die warme Seite, also auf die Dämmung.
Denn, Kondensat fällt aus wenn warme Luft auf kalte Flächen trifft.


Grüße aus Schönebeck



Kellerdecke



Damit Sie sehen, das es auch anders geht, ein paar andere Varianten:
- Gewölbeoberseite säubern, vornässen um eine gute Haftung zu sichern,
- Die Zwickel des Gewölbes zum Stabilisieren mit Beton auffüllen,
- Ausgleichsschüttung bis über Gewölbescheitel aus Liapor, zementgebunden,
- Dämmung aus Styrodur,
- ca. 2 cm über dem Gewölbescheitel dämmendes mineralisches Material als Schüttung,
- Trockenestrichelemente,

Was auch geht: auf die Dämmlage Zementestrich.

Weitere Variante:
Auf die Liaporschüttung Holzweichfaserplatten mit eingebetteter Traglattung und Dielung.

Viele Grüße



Interessiert mich auch...



Hallo Herr Böttcher,

in Ihrem Aufbau sind keinerlei abdichtende Ebenen vorgesehen. Funktioniert das auf Dauer ohne das sich Feuchtigkeit aus dem "kühlen/kalten" Keller einen Weg in den warmen Bereich sucht?

Danke und Grüße
Jörg



Fußbodenaufbau



Hallo Jörg,
Nur wenn es im Keller wärmer und feuchter ist als im Zimmer darüber.
Da dies für Sie sicher ungewöhnlich klingt, ein paar Bemerkungen dazu von mir.
Erst mal zur Schadensursache:
Nicht "Feuchtigkeit, die durch die alte Füllung nach oben zog..." und deshalb ..."der darauf liegende Dielenfußboden verfaulte" sondern Kondensat aus der wärmeren, feuchten Raumluft darüber halte ich für die Hauptschadensursache.
Der Zwischenraum unter den Dielen und die alte Füllung sind meistens kälter (auch im Sommer)als die Raumluft im Zimmer darüber gewesen. Durch Pumpbewegegungen beim Darüberlaufen entsteht neben der vorhandenen Diffusion auch Konvektion, warme, feuchtere Raumluft gelangt so unter die Dielung, Kondensat entsteht. Wenn die sich nicht in ausreichendem Maße wieder ablüften kann, fault die Dielung.
Bei meinen vorgeschlagenen Aufbauten gibt es keine Luftzwischenräume auf der warmen Seite.
Der Aufbau ist immer noch diffusionsoffen, dadurch wird es auch weiterhin einen Feuchteaustausch geben.
Der ist aber im Gegensatz zu kapillarer oder konvektiver Feuchte sehr gering.
Kapillarität ist durch die Ausgleichsschüttung und die Dämmung kaum zu befürchten.
Außerdem habe ich nicht jede Folie mit aufgeführt, die Estrich- und Trockenbauer ohnehin mit einbauen.
Außerdem kommt außer bei Dielung ja auch noch ein Belag auf den Boden.
Wer Angst hat, mag unter die Weichfaserplatte eine Folie als Abdichtung legen.
Nur soll er sich im Klaren sein, das Wasser von oben dann auf der Abdichtung stehenbleibt und die Holzfaserplatten darin liegen werden, bis das Wasser nach oben verdunstet, statt nach unten versickern.

Viele Grüße