Aufbau Holzbalkendecke zu kalten Dachboden

27.03.2021 Dieter

Aufbau Holzbalkendecke zu kalten Dachboden

Hallo,

wir sanieren gerade ein Zimmer unseres Fachwerkhauses.

Nun ist bald die Holzbalkendecke zum unbeheizten, leicht gedämmten Dachboden an der Reihe. Wir sind uns bezüglich der Decke aber noch nicht ganz sicher.
Ein "Problem" ist die geringe Deckenhöhe. Wir haben aktuell von Fußboden zur freiliegenden Dielung vom darüberliegenden Dachgeschoß nur etwa 2,02 m zur Verfügung.

Der Aufbau von unten nach oben ist aktuell folgender:
alte Dielung, Rieselschutz (Folie?) , Ausgleichschüttung, OSB, Teppich, Laminat.

Geplant ist eine 5cm Jute/Hanf Geschossdämmung zum Dachboden. Diese ist noch vorrätig.
Balkenabstände sind ca. 100cm.
Wir wissen noch nicht genau, welches Deckenmaterial zum Einsatz kommen soll. Die Aufbauhöhe soll so gering wie möglich sein, aber dennoch bauphysikalisch in Ordnung.



Deckenaufbau



OSB und Laminat auf der kalten Dachbodenseite ist keine gute Idee. Die Konstruktion soll nach oben diffusionsoffen sein.Wie soll der Boden genutzt werden und was heißt " leicht gedämmt"? Wie stellt Ihr euch denn die Decke vor ? Sollen die Balken sichtig bleiben und nur die Dielenansicht von unten beplankt werden? Womit? Was sind das für Latten da rechts an dem Balken, welche Funktion haben die?



Deckenaufbau



Der Dachboden soll aktuell nur als Abstellraum genutzt werden. Wenn es später nötig sein sollte (Kinder) auch ausgebaut. Der Zeitrahmen ist momentan aber nicht abschätzbar. Aktuell ist auf dem Dachboden eine 12cm Mineralwolle Zwischensparrendämmung angebracht. Diese ist mittlerweile 20 Jahre alt und ebenso wie der bestehende Aufbau des Bodens vom Vorbesitzer des Hauses angebracht.

Die Decke soll definitiv weiß werden (da geringe Deckenhöhe) und die Balken sichtbar. Die Latten sollen das Gerüst für die Jute/Hanf-Dämmung der Zwischendecke werden. Darauf dann die Beplankung (was kommt hier sinnvollerweise in Frage?).



Deckendämmung



es ist sinnvoller, die Decke von Seiten des Dachraumes zu dämmen. Wie auch immer, OSB und Laminat sollten raus.
Ich würde dann als Deckenbekleidung Lehm-Trockenbauplatten einpassen und die mit Lehmputz spachteln. Die angeschlagenen Leisten würde ich nicht hochkant sonder flach legen.
Wenn die Unterkonstruktion des Dachbodenaufbaus genau über die Deckenbalken gebracht wird, sodaß sich keine Last auf die Dielung bringt, können die Lehmbauplatten auch direkt von unten auf die Dielung geschraubt werden.





Okay, das Problem habe ich verstanden und den Vorschlag auch.
Das Aufbringen einer Dämmung von oben ist aktuell durch den vorhandenen Dachbodenausbau (Lattung von Fußboden zur Decke mit angebrachter Holzverkleidung) erschwert. Die Verkleidung und die Lattung müsste zuerst rückgebaut werden, um vollständig an den Fußboden heranzukommen. Ich hoffe, die Beschreibung ist verständlich.
Leider ist die Zeit auch noch begrenzt, da das zu sanierende Zimmer ein Kinderzimmer werden soll und der erste Nachwuchs bereits in Anmarsch ist ;)
Ein kompletter Rückbau des Dachbodens und die Dämmung von oben kommt (aktuell) leider nicht in Frage, da es zeitlich gerade alles zusammen nicht drinnen ist. Der Rückbau von OSB und Laminat wäre aber in absehbarer Zeit machbar, denke ich. Dann wäre der Aufbau zumindest erstmal nach oben diffusionsoffen.

Wie könnte da ein schmaler Aufbau aussehen, wenn von unten gedämmt werden soll?
Wie vorhin beschrieben, haben wir die Jute/Hanf Dämmung noch zur Verfügung. Die kann genutzt werden. Wir sind uns unsicher, welches Material zur Beplankung das Richtige ist.



Beplankung



da ist jedes Material, was gefällt geeignet. Da ich im Hintergrund eine Innendämmung mit Steico sehe, nahm ich an, Ihr seid für natürliche Baustoffe zu haben. Daher mein Präferenz mit Lehmbauplatten, die es auch in der Variante Trockenbausystem gibt.
Bezüglich Dachboden: Ein Teilausbau der OSB/Laminat würde schon viel helfen, wenn es die derzeitige Nutzung zuläßt.



HWF-Platten



Wenn ihr von den HWF-Platten der Innendämmung noch genug übrig habt, könnt ihr auch die als Beplankung an die Decke machen. Das wäre dann auch schon mal Dämmung. und darüber dann die Hanf/Jute-Reste, bis unter die Dielung. So wären auch die seitlich angespaxten Lattenbrocken verschwunden.



Beplankung



Danke für die Antworten.
Wir haben einen Balkenabstand von ca. 1m. Die HWF-Platten sollten da wahrscheinlich nicht dafür in Frage kommen, schätze ich? Wir haben aktuell noch 0,22er Plattenreste da, mit denen wir rechnerisch auf eine Raumhöhe von ca. 1,92 kämen. Das ist schon echt grenzwertig. Jeder Zentimeter zählt hier ;) Eine zusätzliche Unterkonstruktion zur Verringerung des Balkenabstandes auf die angebrachten Seitenleisten an den Balken ist aufgrund der sowieso schon geringen Deckenhöhe leider nicht möglich.
Die Verschraubung direkt in die obere Dielung leider auch nicht, da wir uns die Möglichkeit nicht nehmen lassen wollen, die Dielung von oben im Falle eines Falles auszutauschen. Da wäre eine zusätzliche Verschraubung von unten ungünstig.

Ökologisch sinnvolle Baumaterialien werden bevorzugt, ja ;)
Welche Lehmbauplatten-Stärke wäre denn am ehesten geeignet, um bei dem Balkenabstand nicht durchzuhängen?



Decke - Boden



wenn Ihr Euch entschließen könntet, den evtl Dachboden-Boden bereits vorbereitend anzugehen, könnte die alte Dielung drin bleiben und faktisch als Fehlboden fungieren. Dann müßte, wie bereits beschrieben, direkt über den Deckenbalken die tragende Konstruktion des oberen Fußboden montiert werden, sodaß keine Verkehrslast auf die alte Dielung kommt, dann arbeitet die Decke drunter auch nicht. Dazu müßte dann die jetzt oben befindliche Ausgleichsschüttung in der Flucht der Deckenbalken entfernt werden. Was ist da für eine Schüttung drin?
Mir ist keinerlei Plattenmaterial bekannt, welches Spannweiten von 1m tolerieren kann.



Deckenbeplankung



Deine Frage: "Welche Lehmbauplatten-Stärke wäre denn am ehesten geeignet, um bei dem Balkenabstand nicht durchzuhängen?"
Antwort: Keine. Siehe Datenblätter der Hersteller.
Die Lehmbauplatten müsstest du alle von unten an die Dielung schrauben. Bei 1 m Balkenabstand biegen sich die Diele beim Drüberlaufen dermaßen, dass es die Lehmbauplatten löst, sprich die Schraubenköpfe durch die Platten durch zieht, oder die Platten brechen.
Deswegen mein Vorschlag mit den HWF-Platten. Die sind elastischer, die Schrauben können sich in der weichen Platte "bewegen". wenn du die HWF-Platten dann nur dünn und mit Gewebeeinlage verputzt, hast du zumindest gute Chancen, dass der Putz hält.......solange keiner auf der Dielung rum hüpft......
Aber garantieren kann ich das nicht!

Den Satz: "Wir haben aktuell noch 0,22er Plattenreste da, mit denen wir rechnerisch auf eine Raumhöhe von ca. 1,92 kämen." verstehe ich nicht. Was meinst du mit 0,22er Platten? und wie kommst du von 2,02 m (im vorherigen Beitrag) auf jetzt 1,92 m Raumhöhe?





@Pope: Ich glaube irgendeine mineralische Ausgleichsschüttung. Sieht etwas aus wie Katzenstreu ;)

@Karl-Heinz Hubel: Ich meine damit 22mm HFW-Platten. Wenn ich von der Deckenhöhe ab Diele die 5cm Jute/Hanf Dämmung, die HWF-Platte und den Fußboden (kommt noch) abziehe, komme ich etwa auf 1,92.
Okay, danke. Dann fallen Platten raus.



katzenstreu



könnte Perlite sein. Oder eine Knauf Ausgleichsschüttung. Wiege doch mal einen Liter Schüttmenge ab.



Minimalster Aufbau



OK, habe verstanden.

Wenn du momentan von oben nichts machen kannst/willst, bleibt dir nur die Möglichkeit an den weit auseinander liegenden Deckenbalken seitlich eine Unterkonstruktion zu montieren, um nichts an den alten Bodendielen befestigen zu müssen.
Dazu könntest du z. B. die Knauf CD-Profile (Deckenprofile) verwenden. Die sind nur 27 mm hoch.
Zur Befestigung/Aufhängung de CD-Pofile an den Balken gibt es das UD-Randprofil, in das die CD-Profile eingeschoben werden.
Darunter dann eine Fermacell-Platte von 10 mm. Diese nur gespachtelt und gestrichen, bist du dann bei ca. 4 cm, sprich 2020 mm - 37 mm = 1983 mm Raumhöhe. Weniger unterseitige Aufbauhöhe geht nicht.
Allerdings hast du dann nur 27 mm Dämmung (die Höhe der Profile).
Die restliche Dämmung müsstest du dann vorm nächsten Winter von oben drauf bauen.





Okay, die Aufbauhöhe klingt erstmal gut. Die Profile hatten wir noch nicht auf dem Schirm, danke.
Wir überlegen folgenden Aufbau:

- 5 cm Latten (die bereits befestigt sind) an die Seiten der Deckenbalken
- an die Oberseite der Latten die 27mm UD-Profile schrauben
- von unten 22mm Holzweichfaserplatten an die CD-Profile schrauben (sollten dann etwa Plan mit den 5cm Latten an den Rändern sein)
- zwischen die CD-Profile Jute/Hanf Dämmung.
- dann alles mit Armierung und Lehmputz verputzen.

Macht das soweit Sinn? Kann der Übergang von Holzleisten zu HWF-Platte trotz Armierung reißen?
Ist eine zusätzlich Dampfsperre sinnvoll? Die OSB-Platten und das Laminat auf der Dachbodenseite wollen wir relativ zeitnah noch ausbauen.
Mit dem Aufbau kämen wir insgesamt auf ca. 5 cm Dämmung von unten plus Putz.



Re: Okay, die Aufbauhöhe klingt erstmal



Naja, ob du nur 3 cm oder nur 5 cm Dämmung hast macht keinen Unterschied. Du musst so und so von oben nochmal ran.
Wozu sind den die an die Balken gespaxten Dachlattenstücke?
Kannste di nicht einfach weg machen und mit den Blechprofilen press unter die Decke gehen, wenns die um jeden cm geht?

"Kann der Übergang von Holzleisten zu HWF-Platte trotz Armierung reißen?"
Ja, der kann reißen, es kommt drauf an, wie die Dachlatten und die Deckenbeplankung gegeneinander arbeiten. Nur ein Gewebe einlegen ist ein bischen wenig.
Besser/Sicherer ist, wenn du die Latten unten 1 -1,5 cm weg stemmst (wenn sie unbedingt bleiben müssen) und die HWF-Platten an den Seiten so ausklinkst, dass sie über die Latten drüber, bis an die Balken ragen.





Als Höhenausgleich für die Auflage der Dielung liegen auf den Deckenbalken ein paar Holzstücke, die aber an manchen Stellen nicht richtig befestigt sind. Das macht es nicht an jeden Balken möglich die Unterkonstruktion der Decke im oberen Bereich der Decke zu befestigen. Deshalb sind die Seitenleisten dort im oberen Bereich der Balken angebracht, um einen einheitlichen Befestigungspunkt zu ermöglichen. Auf dem Bild ist das nicht so richtig zu erkennen.



Zwischenstand


Zwischenstand

Ich bedanke mich nochmal für den Vorschlag mit den Metallprofilen. Wir haben uns aufgrund der niedrigen Aufbauhöhe schlussendlich dafür entschieden. War super zurechtzuschneiden und anzubringen. Darunter haben wir jetzt Leichtlehmbauplatten angebracht.

@Pope: Ich habe mittlerweile sogar noch einen alten Sack der Ausgleichsschüttung auf dem Dachboden finden können. Es handelt sich um eine Knauf Perlitschüttung.



Putzträger


Putzträger

Als Putzträger für das Holz wollen wir es wie im Bild versuchen. Es handelt sich um ein zerstückeltes Bambusrollo.



Re: Putzträger



Hallo Dieter,
so wie du die Bambushalme auf die Dachlatten getackert hast, hält zwar der Putz auf den Latten, aber du hast den Anschlußfuge zwischen Latte und Lehmplatte nicht bewehrt/überbrückt. Da wird der Putz reißen.
Wenn du kurze Halmstücke quer auf die Latte tackerst, dass sie noch 8 -10 cm auf die Lehmplatte ragen, ist die Fuge wesentlich besser armiert. Alle 1 - 2 cm ein Halm, diese mit Lehmunterputz aufgefüllt, darauf noch ein Armierungsgewebe eingebettet und das ganze mit Oberputz überzogen, gibt dir die Sicherheit dass es keine Risse gibt. Alternativ kannst du auch statt hunderte kurzer Halmstücke einen Streifen Ziegeldraht-gewebe oder Streckmetall antackern.