Aufbau Holzbalkendecke mit Dämmung

24.02.2014 zwo.achta



Hallo,

Ich habe eine Frage zur Dachdämmung in einem alten Bauernhaus. Die Frage kam bestimmt schon x-mal. So richtig bin ich aber noch nicht schlau geworden.

Der Wohnbereich hat derzeit eine ungedämmte Holzbalkendecke zum Kaltboden.
Aufbau:
innen/unten
- Gipskarton
- Putz 30mm
- Holzschalung
- Hohlraum 200mm mit Balkenabstand etwa 1m (Balken 200x200, überspannter Raum etwa 10m mit Zwischenabstützung), hinterlüftet mit Luft aus dem Boden
- Holzdielung
oben/außen

Die Decke im Wohnbereich wird erneuert. Ich würde also gerne von unten arbeiten und die Dielung auf dem Boden nicht entfernen.

Ich habe jetzt folgende Idee für einen Aufbau. Dazu würde ich als erstes die Holzschalung unten demontieren. Der Gipskarton ist schon runter, da darauf Styropor geklebt war daß sicht nicht mehr entfernen ließ.

innen/unten
- Gipskarton zwischen die Balken an seitliche Leistchen geschraubt (etwa 5cm Überstand als Sichtbalken, bringt auch nochmal paar cm Deckenhöhe weg von den 223cm :-D )
- über den Gipskarton Mineralwolle nach oben mit Gaze abgedeckt (100mm oder von oben eine Schüttung, dazu müssen ja nicht alle Dielen raus oder Dämmplatten)
- Hinterlüftung 50mm (mit Luft aus dem Kaltboden)
- Holzdielung
oben/außen

Keine Dampfbremse, keine Folie. Feuchtigkeit die in die Decke kommt, kann durch die Hinterlüftung ablüften. Der Taupunktrechner sagt i.O.
Trittschalldämmung ist nicht erforderlich.
Würde das so funktionieren, oder baue ich da Rotz ein?

Viele Grüße
Robert



Unser Aufbau



Hallo Robert,

unser Aufbau sieht so aus (von innen nach außen):
Lehmputz
lehmumwickelte Staken
Rieselschutz zwischen den Balken
Isofloc
Dielung

Es ist alles diffusionsoffen.

Grüße
Rocco



Danke



Hallo,

Danke für die Antwort.
Nachdem was ich bisher gelesen habe sollte Mineralwolle vermieden werden da durch diese die Feuchtigkeit nicht ausreichend diffundieren kann?
Eine Zellulosedämmung oder Hanffaserdämmung ist günstiger. Am besten als Schüttung?
Das ganze sollte auch bezüglich Feuchtigkeitseintrag von einem Fachmann berechnet werden, aber grundsätzlich ist ein diffusionsoffener Aufbau ohne Dampfbremse/Sperre möglich.
Ein Luftspalt zwischen Dämmung und Dachbodendielung sollte vermieden werden. Da fühlen sich die Mäuse wohl und der Feuchtigkeitstransport aus der Dämmung wird unterbrochen.

Was mich jetzt noch beschäftigt bevor ich mir jemanden Suche der das übernimmt:
- wenn ich zwischen den Balken mit was auch immer dämme, baue ich mir da nicht Kältebrücken durch die nach unten offenen Balken auf (Balken oben drauf Dielung unten beheizter Raum) und befeuchte ich damit nicht unnötig die Deckenbalken?

Grüße
Robert



Decke Dachboden



Hallo Robert,
entweder haben Sie Gelesenes falsch interpretiert oder etwas Falsches gelesen.
Mineralwolle behindert nicht die Diffusion. Der Diffusionswiderstand liegt bei 1, also praktisch gesehen wie Luft.
Sie hat aber einige andere Nachteile:
Der sommerliche Wärmeschutz ist niedrig und oben an der Unterseite der Dielung oder an der Winddichtung ausfallendes Kondensat kann abtropfen. Mineralwolle ist nicht kapillar, die Kondensattropfen sickern dann durch die Miwo auf die Oberseite der Deckenbekleidung. Kapillaraktive Dämmstoffe können geringe Mengen Kondensat aufnehmen, verteilen und später wieder abgeben.
Deshalb sollte die Deckenunterseite in jedem Fall luftdicht aufgebaut sein. Hohe Diffusionsdichtigkeit halte ich nicht für unbedingt erforderlich wenn die Räume darunter ordentlich beheizt und belüftet werden.
Ich habe als Dachbodendecke Gipskarton, Mineralwolle und alte Dielung im 5 mm Abstand vernagelt. Keine Dampfsperre über Wohn- und Schlafzimmer aber über dem Bad. Das funktioniert (obwohl gegen die aaRdT) weil die GK- Bekleidung luftdicht verbaut und der Feuchteanfall minimal ist.