Richtiger Wandaufbau

04.10.2010



Servus verehrte Gemeinde,

ich komme immer wieder auf eure Seite, wenn ich auf der Suche nach Informationen bin. Jetzt trete ich selbst einmal mit einer banalen? Frage an euch heran:

Wir beabsichtigen neu zu bauen. Kein Fachwerkhaus, jedoch ein Holzhaus.

Die Frage bezieht sich auf den Wandaufbau (Aussenwand und Dachstuhl)

Bitte sagt mir, ob ich einen Denkfehler drin habe, oder was vergessen:

Von Aussen nach Innen:
10 cm Fichtenblockbohle
Dampfbremse SD=5 (0,5mm)
Glaswolle WLG 035 200 mm
2 cm Fichte

- Benötige ich ein Windpapier?
- Installationsebene unbedingt notwendig? (Wasserleitungen kommen über den Boden. Strom in der Isolierung!

Vielen vielen Dank für eure Hilfe.
Eure Suche habe ich benutzt, stoße aber immer auf unterschiedliche Aufbauten...

Vielen Dank

Siaro





Die Dampfbremse muss von innen vor die Dämmung.

Grüße



Antwort



Hi nochmal,

vielen Dank für die Antwort.
Darf man fragen, warum die innen ran muss?
Heisst auf Deutsch -> die Dämmung dient dann als Windschutz?
Oder muss die Innen ran, damit sich in der Dämmung keine Feuchtigkeit sammelt?

FG
Siaro



Warum der Aufbau?



Lassen Sie die Dämmerei und machen anstatt der 10 cm die Sache einfach dicker.

Mit 20 cm Holz massiv haben Sie eigentlich alles was Sie brauchen.

Schauen Sie mal bei Holz100 nach.

Das mit der angedachten Innendämmung wird langfristig in die Hose gehen!

Lassen Sie Ihr Haus einfach jemanden plane, der sich damit auskennt.
:-)

bB

FK



Lass ich doch



Also mit der Pauschalaussage, "lassen Sie die Dämmerei" und "wird langfristig in die Hose gehen" kann ich so nichts anfangen. Was ist daran falsch? Wo genau liegt dabei das Problem?



Nichts anfangen?



Dann schauen Sie mal die anderen Threads hier im FWF an in welcher Weise hier diskutiert wird und welche Argumente hier hin und her geschrieben werden.

Was Sie vorhaben ist ein klassische Innendämmung mit Faserdämmstoffen und einer massiven Aussenwand aus Holz.

Die "Dampfsperre" muss absolut dicht sein - Wenn Sie das hinbekommen, werden Sie in die Annalen der Baugeschichte eingehen - das hat bislang noch keiner geschafft!
Vor allem auf lange Sicht ist das problematisch, da mit der Zeit jede Folie ihren Geist aufgibt, porös wird etc.

Da hab ich schon genug gesehen - ich kann nur warnen!

FK



Ok



also vielen Dank für die Erläuterung. Ich möchte keinesfalls als beratungsresistent gelten,

jedoch scheint mir, dass die meisten Holzhaushersteller nach dem selben Verfahren arbeiten:
Z.B. Sonnleitner (meines Erachtens einer der teureren Anbieter)
hat von aussen nach innen:
5cm Vollholz Nut und Feder
Windpapier
Holzfaserdämmung 20cm
Dampfsperre
4cm Installationsebene
5 cm Holzverplankung

Fjorborg Honka usw. alle ähnlich.
Da ich von einer durchschnittlichen Nutzungsdauer ohne Renovierung von ca. 30-40 Jahren ausgehe, wird doch die Folie halten bei ausreichender Dicke?
Es erschließt sich mir noch nicht, in wie weit da ein Dickeres Holz besser sein soll (unser aktuelles Haus hat 20cm Balken mit Schilfrohr und Lehmputz gehabt) welcher auch ca. 25 Jahre alt ist und jetzt erneuert werden musste)

Die Frage ist nach wie vor:
muss zusätzlich ein Windpapier eingebracht werden?



Hausbau heute - Hausbau damals



Hallo

Da ich von einer durchschnittlichen Nutzungsdauer ohne Renovierung von ca. 30-40 Jahren ausgehe, wird doch die Folie halten bei ausreichender Dicke?

Ich denke halt anders: eigentlich sollten die Hütten länger halten!!

Es erschließt sich mir noch nicht, in wie weit da ein Dickeres Holz besser sein soll
Die Masse machts!

(unser aktuelles Haus hat 20cm Balken mit Schilfrohr und Lehmputz gehabt) welcher auch ca. 25 Jahre alt ist und jetzt erneuert werden musste)
Das ist aber auch nicht "normal" - da ist vor 25 Jahren schon was schief gelaufen!

Ungepflegte Fachwerkhäuser stehen ja teils nach 150 Jahren noch!

Und wenn die Holzhausbauer das so machen können sie sich ausrechnen wann dann ein NEUES gekauft werden darf!

"Dös duad koa guad nit"

und sogar der Großknecht bemerkte:
Hollareidulliöh!

Ich würds so nicht machen - auch wenn es die ANDEREN so machen.

Ob Neubau oder Altbau - ich bin für Alles zu haben!

Gutes Gelingen

FK

P.S.

Lieblingszitat:

Die Ursachen, die bei einem Bau zu Mängeln und zu Schäden [ … ] führen können, sind sehr vielseitig.
Sie lassen sich in 3 Hauptgruppen einordnen.
- Planungsfehler
- Gütemängel der verwendeten Baustoffe, fehlerhafte Verarbeitung
- mechanische, chemische oder biologische Einflüsse auf konstruktiv und stofflich einwandfreie Bauteile

Es ist ein weit verbreiteter Irrtum zu glauben, dass Planungsfehler ausschließlich in den Verantwortungsbereich des Architekten gehören. Es können auch schuldig oder mitschuldig sein:
- der Bauherr
- die Sonderfachleute (Ingenieure für Statik, Sanitär, Elektrik, Lüftung, Akustik, …
- der ausführende Unternehmer
(Baubehörde, unausgereifte Verordnungen und Gesetze)

Ohne genaue Kenntnis der Baustoffe, ihrer Eigenschaften und Eigenheiten kann kein Bau technisch und wirtschaftlich einwandfrei errichtet werden. Mangelhafte Kenntnis kann zu Verlusten an Geld, Baustoffen und Arbeitsaufwand führen. Zu geringe Anforderungen an die Baustoffe, ihre falsche Anwendung ohne Berücksichtigung der Konstruktion und der äußeren Einflüsse sind Ursache von vorzeitigem Verschleiß, Mängeln und Schäden; übertriebene Anforderungen führen zu Vergeudung von Material und Arbeit.

Der Bauherr begeht große Fehler, wenn er
- der Planung und der Bauausführung zu wenig Zeit lässt
- mit der Planung keine geeigneten Fachkräfte beauftragt (Firmenvertreter sind keine geeigneten Fachkräfte)
- am falschen Platz sparen will
- ohne genügende Planung zu Bauen beginnt
- während des Bauens ändern lässt oder sich in das Baugeschehen unzweckmässig einmischt

Zitat aus: Max Hartmann: Taschenbuch - Hochbauschäden und -fehler - Stuttgart, 1964 -
ehemals: Frankh'sche Verlagsbuchhandlung, W. Keller & Co. - Franckh-Kosmos Verlag



Gut



also nochmal danke für die Hinweise.
Unser aktuelles Haus ist ca. 230 Jahre alt. Ob der Putz richtig aufgebaut wurde, kann ich nicht beurteilen, dazu fehlt mir das Fachwissen.

Was haben Sie zum Aufbau der Innenwand für einen Vorschlag?
"Nur" 20 cm Blockbohlen oder kommt noch was dazu?



Aussen oder Innen



Angefangen haben wir mit einer Aussenwand.

Jetzt:
Was haben Sie zum Aufbau der Innenwand für einen Vorschlag?
"Nur" 20 cm Blockbohlen oder kommt noch was dazu?

Je dicker desto besser! - Aussenwand
Je massiver umso besser! - Alle Wände, Decken, Böden …

Plane nur so!

Schauen sie halt mal bei "Holz100" rein!
Dass System ist nicht schlecht!
Für Neubau: Massiv Holz oder Ziegel oder dickes Fachwerk - passende Fenster, Materialien und Böden etc.
Kein Zauberzeug …

Aber interessieren würde mich warum der Lehmputz nur 25 Jahre gehalten hat?
Gibts da Erkenntnisse?

Gutes Gelingen - mit mir oder anderweitig!

mfG

FK



also



falscher Ausdruck meinerseits, ich meinte: Innenseite der Aussenwand. Auf den Seiten war ich bereits. Leider findet man dort nichts in Sachen Preis. Die Bilder sind ja soweit ganz nett. Jedoch finde ich keine Aufstellungen zu Werten, wie z.B. Preis je qm usw.... Unabhängig davon werde ich nach Planerstellung durch unseren Bauplaner diesen auch dort einreichen.
Kann ich nicht sagen, wir waren bisher nur 3 Jahre drinnen.
Er hat auch noch gehalten, jedoch kam die Decke schon entgegen. Das Holz an und für sich war noch tip top.



Preise und Werte



Hallo

Innenseite der Aussenwand.
Kalkputz im EG - Kalk- oder Lehmputz im OG

Auf den Seiten war ich bereits. Leider findet man dort nichts in Sachen Preis. Die Bilder sind ja soweit ganz nett. Jedoch finde ich keine Aufstellungen zu Werten, wie z.B. Preis je qm usw....
Bei den Preisen kann ich nichts sagen - das wird auf den Einzelfall ankommen.

Unabhängig davon werde ich nach Planerstellung durch unseren Bauplaner …

"Der" sollte das doch alles beantworten können - und für seine Planung gerade stehen können.

Viel Erfolg damit!

FK



Neuer Wandaufbau



Verehrte Gemeinde:
Ok mein geschilderter Wandaufbau war nicht ganz richtig.
Nachdem ich ein Angebot von Holz100 habe, entscheide ich mich dagegen, da es ungefähr doppelt so teuer wird.

Auf Nachfrage bei meinem Holzhaushersteller hat sich folgender Wandaufbau ergeben:
Von Innen nach Aussen:
2 cm Fichteverschalung
Installationsebene 4 cm
Dampf"SPERRE"
20 cm-Dämmung
Windpapier
1,5cm Hinterlüftung
10 cm Blockbohle.
Schmeckt mir persönlich schon ganz gut. Nur die Frage ist:

Wie funktioniert die Hinterlüftung?
Durch Luftaustausch - oder steht die Luft? Dann frage ich mich, wie die untersten Bohlen beschaffen sein müssen, damit ein Luftzirkulation stattfindet.
Weiss das jemand oder hat eine Bildchen für mich?

Danke
Siaro





Hallo,

die Dampf"SPERRE" …
… müsste 100% dicht sein!

geht das ???


Welche Dämmung ist geplant?

Grüße aus Schönebeck



Geplant ist:



Ich denke schon dass das geht!
Muss ja alles vollflächig verklebt und mit Kompriband sowie Fixierholz die Übergänge verschlossen werden.

- Dämmung: 20cm Steinwolle oder alternative Schafwolle - hab da woolin.at mal angeschriben und um ein Angebot gebeten. Ich denke aber es wird auf Steinwolle rauslaufen.

Wie ist das jetzt mit der Hinterlüftung? Wie wird sowas ausgeführt? Steht die erste Bohle in der Luft?





Nun, ich denke die notwendige Dichtigkeit ist äußerst schwere hin zu bekommen und die Sperre, wenn sie dann dicht war, wird durch den weiteren Wandaufbau auch wieder heftig perforiert.

Steinwolle in einem Holzhaus gehört, weil sie Wasser in einem akzeptablen Zeitraum nicht wieder abgibt und zudem auch zusammensackt, eigentlich verboten.



Grüße aus Schönebeck



positiv denken



Die Dämmung also in Schafwolle? Wg. der Feuchtigkeitsabgabe?
Auch wenn der Aufbau nicht 100% dicht ist, muss es doch für meinem Dafürhalten, reichen, wenn:
Schafwolle (die ja bis zu 30% Feuchtigkeit aufnehmen kann vorhanden ist und das Windpapier diffusionsoffen? Also so dass die Feuchtigkeit nach aussen abdampfen kann? Oder hab ich da einen Denkfehler?



Wetten!



Dass Ihnen dieser Innendämmungsaufbau innerhalb von 10 Jahren abgesoffen ist!

FK



Dann



schreibt doch mal wie mans richtig macht?





Das Problem ist das, ob man es war haben will oder nicht, das Feuchtigkeit in diese Konstruktion gelangen wird.
Auch von außen fällt, speziell in dieser Jahreszeit, Kondensat an und bei der geplanten Bauweise als Holzhaus ist das eindringen des Wasser in die Konstruktion sehr wahrscheinlich.
Das Dämmmaterial muss darum kapillar leitfähig sein, nur so kann das Wasser wieder schnell an die Oberfläche transportiert werden wo es dann verdunsten kann.
Die Diffusionsfähigkeit spielt hier eine untergeordnete Rolle.

Als hierfür geeigneter Dämmstoff fällt mir eigentlich nur Zellulose oder Hanfdämmung ein.



Grüße aus Schönebeck

[pubimg 22495]



Lösung



Siehe oben

bzw in x weiteren Antworten in diesem Forum von mir u.a.

FK



heisst auf deutsch



wenn ich statt Glaswolle oder Schafwolle lieber
Zellulose einbringe ist es erstmal grundsätzlich besser?
Der Wandaufbau dann gleich???



wen fragen Sie?



das ist die eine Frage!

meine Antworten: Keine Dämmung weder innen noch aussen notwendig.
Inndämmung langfristig höchst riskant als nachhaltige Bauanlage

Die Masse machts, etc.

FK





Ja,

wenn dann noch die innenseitige Luftschicht wegfällt wird es noch besser.

Wenn Sie dann das Haus als Wohnung und nicht als Schwimmbad nutzen sehe ich kein Risiko für die Konstruktion.

Ich persönlich würde die Dampfsperre bei diesem Aufbau weglassen.
Die hindert letztendlich auch den Feuchteausgleich nach innen, das heißt, unter Umständen staut sich dort Wasser unnütz lange.

Grüße aus Schönebeck



die Frage



ging erstmal an Oliver Struve.
Ihre Meinung Herr Kurz bezieht sich wieder auf den Haus100 Massivbau?



Herr Struve



also Aufbau dann wie folgt von ínnen nach aussen:
2cm Fichte
?cm Zellulose (eingeblasen oder Platten?) oder Hanf
Windpapier
10cm Fichte?





So würde ich es machen.

Grüße aus Schönebeck