Aufbau Fußboden bei Fußbodenheizung/Gewölbedecke

10.12.2004



Haben ein Haus von 1560 erworben.
Haus hat im KG und EG Gewölbedecke und im 1. u. 2. OG Holzbalkendecken.Fassade hat ein interessantes Zierfachwerk, ansonsten Lehmsteinbau und steht unter Denkmalschutz.

Wir planen eine Fußbodenheizung über einer Gewölbedecke sowie Holzbalkendecke im Trockenausbau. Haben die alten, stark beschädigten Dielen entfernt, teilweise Schüttung herausgenommen (wegen Raumhöhen) und wollen nun die Fußbodenheizung verlegen. Frage zum Aufbau - ist das so o.k.?
1. Aufbau bei Gewölbedecke
- Gewölbe
- vorhandene Schüttung ausgleichen
- trittfeste Wärmedämmung 50 mm
- profilierte Wärmedämmplatten mit integrierten Heizschleifen (35 mm)
- Aluplattenabdeckung
- 25 mm Fermacellplatten
- Massivholzdielen????

2. Aufbau - Holzbalkendecken
- alte Dielen wurden entfernt
- Ausgleichschüttung auf Balken und Ausfachung
- profilierte Wärmedämmplatten - mit Heizschleifen
- Aluplattenabdeckung
- 25 mm Fermacell
- Fliesen

Unsere Frage bezüglich Fußbodenaufbau bezieht sich nun auf die Standfestigkeit der ganzen Sache!1.Ist der Aufbau bei Gewölbedecke standsicher oder muß im Bereich Schüttung/Dämmung noch Holzspanplatte eingebaut werden??? 2. Muß bei Holzbalkendecke noch zusätzlich eine Holzspanplatte auf Balkenlage aufgebracht werden???
Über eine Antwort würden wir uns sehr freuen.

Familie Berndt



Statik



Zur Statik kann man sich nur äußern, wenn man über das Gebäude mehr weiß.
Sicher ist, dass auf der Balkenlage eine Schalung, Dicke nach Balkenabstand, aufgebracht werden muß. Diese Schalung kann auch aus einer Holzwerkstoffplatte bestehen.

Frage von mir?
Wie kommt man auf die Idee in ein solches Gebäude eine Fußbodenheizung einzubauen. Noch dazu, wenn man als Bodenbelag Massivholzdielen in Betracht zieht?
Warum müssen im Obergeschoss Fliesen eingebaut werden?



Fußbodenheizung



Dachog. Was sagt denn der Denkmalschutz ?



selbes problem



ich habe auch ein haus mit gewölbedecken im kg und will im eg komplette fußbodenheizung verlegen. Heizung ist eine brennwerttherme auf gas und die regelung der räume erfolgt über RTL-einzelraumreglerbox. eigentlich ist das hauptproblem die höhe. folgend meine annahme zum fußbodenaufbau.
1. gewölbedecke freilegen
2. Beton einbringen und mit oberkante gewölbe abschliessen lassen
3. trittfeste sturodurplatten mit alubeschichtung einbringen
4. im schneckenverfahren fußbodenheizung einbringen
5. Fließestrich einringen ca. 3-4cm über verrohrung
6. flüssigfolie aufbringen
7. flexfliesenkleber verwenden und halt fliesen

würde mich über sinnvolle antworten bzw. vorschläge freuen und bitte nicht solche aussagen wie bei eintrag statik
zitat:Frage von mir?
Wie kommt man auf die Idee in ein solches Gebäude eine Fußbodenheizung einzubauen. Noch dazu, wenn man als Bodenbelag Massivholzdielen in Betracht zieht?
Warum müssen im Obergeschoss Fliesen eingebaut werden?

solche schwachsinnigen fragen kann man sich glaube auch sparen.
gru



Die Fragen



waren ernst gemeint. Ich kann das wirklich nur schwer nachvollziehen. Welchen guten Grund sollte es geben eine Fußbodenheizung einzubauen. Es gibt weitaus bessere und gesündere Heizsysteme und Holzbalkendecken sind nun mal nicht der geeignete Unterbau für Fliesen. Man muss zu viele Klimmzüge machen um dann letztendlich doch nur zweitbeste Lösungen zu erhalten. Und dunter Umständen schadet man auch noch dem Tragwerk.
Wenn man sich zu den Themen im Forum einmal umsieht, kann man meine Fragen vielleicht besser vestehen. Die Fragen sind nicht schwachsinnig, sondern man sollte sie sich einmal ehrlich beantworten, dann würden viele Probleme erst gar nicht entstehen.
"Sturodurplatten mit Alubeschichtung", "Fließestrich", "Flüssigfolie", "Flexfliesenkleber", ... alles Dinge, die kein Mensch wirklich braucht und die in einem historischen Gebäude in aller Regel nichts zu suchen haben.



die fragen die zweite



wollte natürlich einem beratenden Ingenieur nicht zu nahe treten, aber es gibt eben auch häuser um 1900 wo gewölbedecken und holzdielenfußböden verbaut wurden. und einen gewissen Standard möchte man ja heute auch sein eigen nennen. ich möchte aber auch mal gern die ungesundheit einer fußbodenheizung erklärt haben. das würde mich mal interessieren. auf eine holzbalkendecke würde ich auch keine fußbodenheizung montieren. hier würde ich die Decke komplett entfernen, doppelTträger einziehen, hohldielen rein und zack ist das ein absolut klasse Untergrund für eine FBH.
best regards aus dem land der frühaufsteher



Zurück zur Frage



Auf Einschübe darf der Fußboden nicht "abgelegt" werden. Entweder eine Schalung, wie Fred Heim vorschlug, oder aber FBH zwischen die Balken, und die Dielung dann auf die Balken befestigt. Eine Massivdielung muß immer auf Lagerhölzern befestigt werden. Gut funktioniert das mit einer FBH System Ripal, hier ist auch eine sehr gute Wärmeverteilung unter der Diele gewährleistet.

Die Idee mit den Fliesen finde ich ebenfalls aberwitzig. Im Bad noch nachvollziehbar (aber nicht notwendig), ansonsten in einem historisch wertvollen Gebäude wie beschrieben fehl am Platze.

@ Fred Heim

Eine FBH auf Holz mit einer Oberflächentemperatur um 23 Grad kann man doch nicht als ungesund bezeichnen, und das beschriebene System mit vollflächigen profilierten Alu-Blechen und Lagerhölzern ermöglicht auch eine techisch einwandfreie Lösung des Problems. Sollte Dich Dein Weg mal nach Sachsen führen, stelle ich Dir gern ein Referenzobjekt vor.

@ Falk

Echt schlechter Stil. Sachbezogene Dispute kommen hier wirklich besser an.

Das Foto zeigt ein Modell der FBH von Ripal. Lagerhölzer und Dämmung können natürlich variieren.

Grüße

Thomas



klar zurück zur frage



@thomas
was meinst du denn mit schlechtem stil.
habe nur meine antwort etwas aufgepeppt um eine sinnvolle diskusion zu erreichen. wie gesagt, was nützen mir gegenfragen, warum und wieso ich etwas so an meinem haus machen will. konspirative vorschläge wären mir da lieber. sei es drum. merke schon, das zu dem thema keiner eine lösung hat. werde mich natürlich nicht gleich an einen sachverständigen oder Statiker halten, sondern an einen bekannten Maurer der alten garde.



Also...



"solche schwachsinnigen fragen kann man sich glaube auch sparen."

Solche Kommentare sind komplett überflüssig - und peppen auch nicht auf.

Die Frage von Fred bezog sich gar nicht auf Deinen Beitrag, der kam später.

Außerdem: 2 Fragen sind schlecht in einem Thread abzuhandeln. Jedenfalls würde ich vor dem Zubetonieren des Gewölbes ganz sicher erst 'mal einen Statiker fragen.Dein "Maurer der alten Schule" hat mit Sicherheit keine Betriebshaftpflichtversicherung, wenn's denn bröckelt.

Grüße

Thomas



Alles ist machbar - aber nicht alles muss gemacht werden



Fred hat das sehr schön dargestellt:

"Die Fragen sind nicht schwachsinnig, sondern man sollte sie sich einmal ehrlich beantworten, dann würden viele Probleme erst gar nicht entstehen."

Zu viele unnötige Probleme entstehen, weil unsinnige oder überflüssige Einfälle umgesetzt werden sollen.

Das weist darauf hin, dass sich eine Menge Leute nicht klarmachen, was sie sich mit dem Kauf eines alten Hauses aufladen und dabei wenig über Hintergründe und alte Bauweisen/ -philosopien wissen wollen.

Alte Häuser funktionieren durchaus - man muss sich nur etwas arrangieren können. Das Fingerspitzengefühl dafür ist manchmal freilich schwer zu erkennen...

Ansonsten zurück zu Siegfried: Was sagt der Denkmalschutz?

Alles Gute



@ Thomas Böhme



wir haben das Thema Fussbodenheizung ja nun schon öfter diskutiert und ich gebe zu, dass ich hier sicherlich etwas "allergisch" reagiere aber die nachfolgenden Gründe reichen mir, um in aller Regel andere Heizsysteme zu bevorzugen. Allerdings muss ich sagen, dass ich außer in neuen hochwärmegedämmten Häusern auch noch keine Fussbodenheizung mit einer Oberflächentemperatur unter 25° gesehen (gefühlt) habe.
Ohne Fussbodenheizung: geringere Staubentwicklung, keine Belastung des Kreislaufs, keine dicken Füße, kein Unbehagen, wenn man sich mal irgendwo aufhält, wo es keine Fussbodenheizung gibt, flexibler in der Auswahl der Bodenbeläge ... usw.



FBH Massivholzdielen



Aus Erfahrung:

Massivholzdielen 3cm (Douglasie)in DG (ca 4,5 m am First hoch), FBH System Janßen (kann man immer wieder auch wegen der Beratung empfehlen).

Alles Für und Wider wurde mehrfach erörtert. Führende Hersteller für Dielen (Dinesen) empfehlen FBH unter Massivdielen.

Alles (FAQ) zum Thema:

http://www.dinesen-gulve.dk/tysk/pdf/06%20Fussbodenheizung%20Anleitung.pdf

Nach zwei Wintern bei uns (Wir haben uns keine Dinesen Dielen sondern "normale" vom Holzhandel geleistet):

Deutlich geringere Oberflächentemp. als bei Estrich/Fliesenkombination im EG (Bad/Küche).

Absolut angenehmes Raumgefühl

Nachteil ist, dass in der Übergangszeit (Herbst) ab und zu ein leichtes Knacken im Fußboden vorkommt, bis sich alle Dielen wieder an die Heizung gewöhnt haben. Stört uns nicht.

Gruss Eckard



@ Fred Heim



"Ohne Fussbodenheizung: geringere Staubentwicklung, keine Belastung des Kreislaufs, keine dicken Füße, kein Unbehagen, wenn man sich mal irgendwo aufhält, wo es keine Fussbodenheizung gibt, flexibler in der Auswahl der Bodenbeläge ... usw."

Was Du da beschreibst, habe ich selbst erlebt: Bei der FBH im Haus meines Ex-Schwiegervaters, der als Maschinenbauingenieur die natürliche Kompetenz mitbrachte, das restliche bisschen Bau mit zu erledigen :-) Er hatte unten einen Kohlekessel ohne Mischer oder ähnlichen modernistischen Unfug, und schickte dort Vorlauftemperaturen jenseits der 60 Grad durch, das Parkett war mehr als körperwarm und wurde auch von Jahr zu Jahr klappriger. Ich war immer froh, wenn ich da wieder rauskam, das Kribbeln kam wirklich von den Füßen her. Bloß die verstärkte Staubentwicklung (Entwicklung ist ja ohnehin falsch, allenfalls -verteilung)habe ich selbst da trotz zweier undisziplinierter Katzen nicht beobachtet.

Sei's drum, nichts davon tritt bei Oberflächentemperaturen von 23 oder 25 Grad auf, ich schwöre es beim dicken Bein meiner Ex-Schwiegermutter. Und die Flexibilität in der Wahl der Bodenbeläge ist bei einer schönen Dielung auch nicht mehr wichtig.

Grüße

Thomas



:-)))