Holzweichfaser als Zusatzdämmung - Fußbodenaufbau

02.11.2011



Hallo Fachwerker,

mich würde gern mal Eure Meinung zur Verwendung von Holzweichfaser mit geringer Dichte (Flexdämmung wie für Dachsparren) zwischen Polsterhölzern im Fußbodenbereich als Zusatzdämmung über erdberührender Bodenplatte interessieren.
Oben auf soll dann vor dem abschließenden Bodenbelag (FBH im Trockensystem + Fliesen) noch eine Spanplatte (V100 oder OSB3) Dicke 22mm. Polsterhölzer liegen lichtes Maß <500mm auseinander.

Da die Zusatzdämmung so keine tragende Aufgabe zu übernehmen hätte, sehe ich erstmal nicht die Notwendigkeit hier die teuren Holzfaserplatten mit hoher Druckfestigkeit zu nehmen. Sehe ich das falsch? Auch hätte ich noch Restbestände von der Flexdämmung.

Über die Bodenplatte soll Regelgerecht weiterhin eine PE-Folie als Schutz gegen aufsteigende und ausdiffundierende Feuchte. Dem U-Wert Rechner zufolge müßte aber auch auf die FBH ganz oben noch eine Dampfsperre, da wohl durch die Aluplatten der FBH die Rücktrocknung behindert würde. Ist das wirklich so? Wenn ja, wäre die dann luftdicht mit den Wänden zu verkleben? Vom Hersteller der FBH wird hier leider nichts weiter zu gesagt.

Wäre wirklich froh über eure Antworten hierzu.
Vielen Grüße + Danke schon mal!

Friedrich



Fußbodenaufbau



Hallo Friedrich,
ich empfehle Ihnen einmal den Preis für Ihre geplante Maßnahme zu kalkulieren. Sie werden dabei schnell über 120,-€/m² kommen; und das für einen Aufbau mit geringer Fehlertoleranz.
Zum Vergleich:
Ein klassischer Heizestrich komplett mit Heizung, Dämmung und Abdichtung kommt auf etwa 75,- €.
Die Dämmplatten haben Sie dann immer noch, vielleicht finden sie einen anderen, besseren Einsatzzweck.

Viele Grüße





Hallo Herr Bötcher,

vielen Dank für Ihre schnelle Antwort!

Nach meiner Kalkulation wäre ich mit dem geplanten Aufbau etwa im Mittelmaß der von Ihnen genannten Kosten (Aufbau in Eigenleistung).

Der Problematik hinsichtlich Fehlertoleranz bin ich mir bewußt, daher auch meine Frage bezüglich der Dampfbremse. Eine Belüftung würde helfen das Problem zu mindern, wäre aber nur zum Raum hin möglich. Wie erklären Sie sich, daß hierzu vom Hersteller (Dannfoss) keinerlei Angaben gemacht werden? Welche Möglichkeiten würden Sie alternativ sehen um hier für den Bodenaufbau ohne großen Feuchteeintrag auszukommen? ...

Danke + Gruß,
Friedrich



Fußbodenaufbau



Bei Ihrem Aufbau bleibt ihnen nur die Hoffnung, das die Abdichtung wirklich dicht ist und keine Leckagen an den Leitungen im Boden auftreten.
Bei meiner Variante ist es genauso, nur das hier eventuell einsickerndes Wasser keine Schäden am Fußbodenaufbau verursachen kann.
Was Ihre Eigenleistung betrifft:
Das spart zwar etwas Geld, dafür stehen Sie bei eventuellen Schäden selber gerade; Gewährleistungsansprüche durchzusetzen ist praktisch unmöglich.
Das heißt bei meiner Empfehlung haben sie im Gegensatz zu Ihrer Variante:
a) Etwas Geld übrig,
b) Gewährleistung, die sie bei eventuellen Mängeln geltend machen können,
c) immer noch Ihre Dämmung.

Viele Grüße





...so erklärt sich auch warum vom Hersteller der Heizung dazu keinerlei Angaben kommen.

Grüße





... OK, merke schon! Euer Standpunkt steht bezüglich Trockenaufbauten fest. Trotzdem! ... Derartige Aufbauten für Fußböden werden doch nach wie vor gemacht.


Nach U-Wert Rechner hätte ich einen Kondensatanfall von unter 200g zu fürchten. Rücktrocknung läge mit den Aluplatten allerdings bei über 1000 Tagen.

Für mich ist hier nicht ganz schlüssig wie konservativ der U-Wert Rechner da eigentlich rann geht. Auch wäre meine Frage in wie weit sich hier die höheren Temperaturen im Aufbau gegenüber Umgebung nicht zusätzlich günstig auswirken (geht dort nicht abzubilden).

Die Bedeckung mit den Aluplatten ist jedenfalls nicht vollständig geschlossen (Einzelsegmente 125 x 250mm mit 3-5 mm Luftspalt). Auch an den Randzonen (Rohrbögen etwa 300mm breit) wäre eine freie Rücktrocknung doch eigentlich möglich. Für den Aufbau will ich absichtlich auch nicht auf Styropor oder dergleichen zurückgreifen.


Ich bin auch nicht unbedingt ein Freund davon den Aufbau von oben her komplett dicht zu machen. Allerdings scheint es da - Jedenfalls glaubt man dem U-Wert Rechner- außer dem Naßaufbau keine saubere Alternative zu geben. Den aber würde ich gern aus verschiedenen Gründen vermeiden.

Gibt es noch weitere Meinungen zum Alternativansatz gegenüber Naßsystem?



PS:

Mit der Dämmung bin ich soweit durch, also wäre diese auf jeden Fall übrig. ;)



Fußbodenaufbau



Eine Alternative ist Gußasphalt.



...



Hallo Herr Bötcher,

Gusasphalt klingt interessant! Wie lange aber müßte meine Innendämmung + Kunststoffverrohrung im Bodenbereich die hohen Verarbeitungstemperaturen der Asphaltmischung aushalten können? Vermutlich ein Ausschlußkriterium?

Viele Grüße,
Friedrich



Fußbodenaufbau



STATT Zementestrich Gußasphalt- Heizestrich. Dafür werden andere Rohre eingesetzt, es wird temperaturrestistente Dämmung verwandt. Der Preis liegt bei Gußasphalt etwas höher als bei Zementestrich.
Vorteile:
Bei Nassräumen entfällt die Flächenabdichtung.
Der Asphalt ist nach ein paar Stunden belagreif.
Geschliffen ist Gußasphalt schon fertige Oberfläche.

Viele Grüße