Fußbodenaufbau Feuchtigkeit Untermühle

25.07.2011



Wir haben eine denkmalgeschützte Kellerholländermühle in Angeln, bei Flensburg.
Momentan ist ein Betonboden vorhanden, der auch im Sommer bei Regen feucht ist, im Winter nass. Nun soll ein Pellgang (Schälstein schält Gerste zu Graupen) instandgesetzt werden, für die Graupenproduktion ist es aber in der Untermühle zu feucht. Der Fußboden soll erneuert werden, d.h. Beton raus, offenporige Ziegel einbauen. Vorschlag des Denkmalpflegers: Blähton-Unterbau, oberste Schicht mit Kalk, dann Ziegel in Sand legen. Der Bauing. einer Baufirma riet davon ab: wir bewegen schwere Lasten auf dem Boden, dann würden sich Ziegel aus dem Verband lösen. Welche verschiedenen Split-Lagen wir aber einbauen sollten, wußte er nicht (nur dieses Schlagwort), auf jeden Fall sah er Probleme mit der Verdichtung durch Rüttler in der Mühle. Wie kann der Fußbodenaufbau sinnvoll aussehen?



Fußbodenaufbau



Das hängt von der Feuchtebelastung, den Feuchtequellen, der zur Verfügung stehenden Bauhöhe, dem Zustand des jetzigen Betonbodens und der zukünftigen Nutzung ab.
So wie ich es verstanden habe muß der Raum absolut trocken sein.
Also Feuchtequelle suchen, abstellen.
Den Boden abdichten.
Ob der alte Boden raus muß, ist zu prüfen. Wenn er tragfähig ist und die Höhe passt kann er drinbleiben.

Eine neue. den Belastungen entsprechende Nutzschicht einbauen.
Das kann z. B. Holzpflaster, aber auch Gußasphalt sein.

Viele Grüße



Fußbodenaufbau Feuchtigkeit Untermühle



Vielen Dank für die Antwort!
Meine Frage bezieht sich auf den möglichen Aufbau eines neuen Fußbodens. Dass der Beton raus soll ist klar. Der Raum ist außen von einem Erdwall umgeben, die Wände sind feucht. Da die Mühlentür aufstehen muss, auch an warmen Sommertagen (damit Besucher sehen, dass die Mühle zu besichtigen ist) schlägt sich dann spätestens ab Mittag Feuchtigkeit an der Wand und auf dem Boden nieder. Der Putz ist schon locker, Algen wachsen an Teilflächen der Wand. Geklärt ist bereits, dass zunächst der Putz abkommt, und dann Opferputz darauf. Danach beginnen die Arbeiten am Fußboden. Der soll Feuchtigkeit aufnehmen können, daher sind offenporige Ziegel(Egernsunder), in Sand gelegt, eingeplant. (Holz ist vom Gesundheitsamt nicht erlaubt). Aber was kommt darunter?
Dass der Raum immer etwas feucht sein wird ist klar, und ist ok. Die Mühle ist nämlich Industriemuseum, nicht Wohnraum. Wir überlegen allerdings schon, Fußbodenheizungs-Schlangen rundherum an der Wand entlang zu legen, um evtl. ein bißchen Wärme zuführen und die Wand trockener bekommen zu können.



Fußbodenaufbau



Wenn an den Wänden Kondensat entsteht dann ist ein Opferputz dafür völlig überflüssig und widersinnig.
Der wäre nur als Übergangslösung denkbar, wenn die Wand mit Salz befrachtet ist. Besser wäre in diesem Fall ein Sanierputzsystem, das in Grenzen eine gewisse Dämmwirkung aufweist.
Kondensatbildung kann man am besten mit einer Innendämmung verhindern. Dafür braucht es nicht viel, wichtig ist das die Bauteilinnentemperatur sich schnell der Lufttemperatur anpasst. Eine Bauteiltemperierung funktioniert auch, kostet aber Energie.
Einen offenporigen, kapillaraktiven Fußbodenaufbau zu wählen ist ebenfalls völlig unsinnig. Damit sorgen Sie für ständigen Feuchtenachschub aus dem Erdreich und zusätzlich noch durch Kondensatbildung, da die Verdunstung dem Boden Wärme entzieht. Das Ergebnis wird ein feuchter, muffiger, schimmliger kühler Raum mit Kellerathmosphäre sein. Als Weinkeller sicher gut geeignet, nicht als Mühle.
Eine bessere Alternative sehe ich in einem mineralischen Dämmputz auf Kalkbasis mit Kalkanstrich. Die erdberührten Wandteile sollten gegen Bodenfeuchte gedichtet werden.
Als Fußboden wäre folgender Aufbau denkbar:
-Sauberkeitsschicht aus Beton
-Foamglas in Heißbitumen eingeschwommen
-Gußasphaltestrich.

Viele Grüße