Fußbodenaufbau erdanliegend

14.06.2010



Hallo,
ich möchte ein circa 300 Jahre altes Wohnhaus in Siebenbürgen wohnlich machen. Das Haus ist in den Hang gebaut, das bedeutet, dass im Erdgeschoss das erste Zimmer ebenerdig, das zweite hingegen halb unter der Erde liegt.
Im ersten Stock sind dann die ersten beiden Räume unterkellert, Raum 3 und 4 haben keinen Keller. Die Räume liegen hintereinander.
Im Erdgeschoß/Keller habe ich einen Lehmfußboden und eine Eichbalkendecke.
Nun möchte ich hier den Fußboden neu gestalten und habe an folgenden Aufbau gedacht:
5 cm Kies, 5 cm xps, EP-Folie, OSB-Platte, Lattengerüst mit 7 cm Mineralwolle und schließlich Holzdielen aus Fichtenholz.
Ist dieser Aufbau sinnvoll? Kann ich eventuell auf die xps Schicht verzichten und eine höhere Mineralwollenschicht verlegen?
Ist ein Estrich nötig?
Die Aussenwände sind ca. 90 cm dick (Mischmauerwerk Granit und Ziegel) Ist hier eine Isolierung von innen mit Rigips und Mineralwolle (5cm) ratsam?

Wäre für guten Rat sehr dankbar, da hier in Rumänien die Fachleute häufig keine Ahnung haben.

Vielen Dank!

Volker



Fußbodenaufbau



Hallo Volker,
für die Kellerräume reicht ein einfacher Unterbeton direkt auf dem Lehm oder in Sand/Splitt gelegte Gehwegplatten völlig aus.
Im Wohnraum würde ich ebenfalls einen massiven Aufbau wählen:
- Unterbeton bzw. Sauberkeitsschicht ca. 5 - 10 cm aus Beton,
- Abdichtung (Schweißbahn o.ä.)
- Dämmung aus Styropor/Styrodur,
- Trennlage,
- 4-5 cm Zementestrich,
- darauf der gewünschte Fußbodenaufbau.
Alternativ können ab der Abdichtung auch Weichholzfaserplatten mit integrierter Traglattung und Dielung verlegt werden. Dann darf die Dielung aber nicht mit dichten Fußbodenbelägen abgedeckt werden.
Bei diesen Wandstärken, vor allem im erdberührten Bereich, rate ich von einer vorgestellten Wandschale mit Hohlraum ab.
Selbst bei dampfdichtem Abschluß nach innen wird Feuchte von außen in den Hohlraum diffundieren.
Wenn Innendämmung dann hohlraumfrei mit mineralischen Bauteilen.

Viele Grüße



Fußbodenaufbau



Vielen Dank für die Antwort.
ich würde eher zur 2. Option tendieren, nur dass es hier wahrscheinlich keine Weichhozfaserplatten finden dürfte.
Wäre nach der Abdichtung folgender Aufbau denkbar:
OSB
Balken 10 x 10 cm oder evtl. dünner
Zwischen die Balken Mineralwolle (10 cm) und Installationen (Wasserrohre, Heizungsrohre, Strom)

Darüber dann Fichtendielen....

Die Kanalisation würe ich unter die Sauberschicht installieren.

Volker



Fußboden



Wozu die OSB- Platte?
Mineralwolle ist nicht kapillar, unter dem Fußboden kann es zu Feuchteansammlungen kommen.
Die Feuchte kommt von oben aus der Raumluft.
Bleiben Sie lieber bei einem massiven Aufbau.

Viele Grüße



Fußbodenaufbau



Danke!
massiver Aufbau hieße Styropor mit Estrich. Zwei Fragen dazu:
1.) ich muss relativ zeitnah umziehen und wenn ich eine Sauberschicht aus Beton mache und einen Estrich, würde die Trockenzeit mindestens 42 Tage betragen, oder läßt sich das schneller bewerkstelligen?
Eigentlich wollte ich aus zeitgründen die Lattenkonstruktion anwenden.
2.) Sind Styroporplatten ausreichend stabil oder müsste ich xps-Platten nehmen?

Nochmals vielen Dank!

Volker



Fußbodenaufbau



Die Belegreife von Estrich hängt von der Trocknungsrate ab. Die Nennfestigkeit von Zement ist nach 28 Tagen erreicht.
Bei Unterbeton spielt die Trocknungszeit keine Rolle, bei ausreichender Festigkeit kann weiter gearbeitet werden. Die ist schon nach ein paar Tagen erreicht, je nach Zementart.

Wenn Sie Auf einem Holzfußboden aus Zeitgründen bestehen:
Auf den Unterbeton die Abdichtung, darauf die Tragkonstruktion, darauf die Dielung.
Den Zwischenraum unbedingt mit kapillaraktiver Dämmung auffüllen, keine Mineralwolle, kein PS!
Die Dielen dann nicht mit diffusionsdichten Belägen absperren, das führt zu Feuchteschäden.

Viele Grüße





Da der Fußboden unterhalb der Strasse liegt und der Unterbeton nicht unbedingt abzutrocknen braucht, würde ich diesen massiven Ausbau vorziehen, wie in der ersten Antwort beschrieben:
- Unterbeton bzw. Sauberkeitsschicht ca. 5 - 10 cm aus Beton,
- Abdichtung (Schweißbahn o.ä.)
- Dämmung aus Styropor/Styrodur,
- Trennlage,
- 4-5 cm Zementestrich,

Drei Fragen hätte ich dann noch: Styropor oder Styrodur (Ich hatte an 8 cm dicke gedacht)?

Woraus besteht die Trennlage?

Wie bringe ich am besten die Installationen an, also Wasser-, Strom-, Heizungleitungen?

Besten Dank!

Volker