Aufbau Fußboden über Erdreich / Anbindung Natursteinfundament / Abdichtung gegen Feuchtigkeit

07.04.2019 Wagenix



Hallo liebe Community,

Ich habe nach langer Recherche und einigen Überlegungen noch ein paar Fragen zum einbringen der neuen Bodenplatte und hoffe auf zahlreichen Meinungen von euch, da ich ja kein Experte bin.

Bei einer Erstellung eines Konzeptes habe ich mich auf das Buch "Fachwerkhäuser Restaurieren / sanieren / modernisieren" von Wolfgang Lenze gestützt und diese Empfehlungen mit Wissen aus dem Forum ( ins Besondere der Meinungen Georg Böttchers ) versucht sinnvoll zu kombinieren.


Fragen die mich noch sehr beschäftigen:


--> Wie stelle ich einen konstruktiven / funktionellen Anschluss zum Fundament her ?

1. Einfach gegen gießen?

oder

2. Kurz vor dem Fundament eine Setz- und Schrumpffuge schräg abschalen und nach Aushärtung der Bodenplatte mit selbst angemischten Betonmörtel auffüllen. MV: 3:1 RT ?

--> Wie dichte ich den Boden gegen Feuchtigkeit ab?

1. Dichtschlämme ca. 20 cm auf Platte und am Fundament / Hauswand bis Oberkannte Dielung hochziehen?

oder

2. Schweißbahn Vollflächig aufbringen und am Wandanschluss bis Oberkannte Dielung hochführen.
Da ich mit Holzfaserdämmplatten und flächig aufliegende Dielenbretter arbeiten möchte, also ohne Estrich, mache ich mir Sorgen zwecks Ausdünstungen. Georg meinte ja mal das es Unbedenklich sei !

Ich habe gestern Abend mal ein Bild gezeichnet um die Situation, als auch meine Gedanken zur geplanten Ausführung zu veranschaulichen.


Die Wand zum Hof hat keine Horizontalsperre, war jedoch trocken. Sollte ich die Wand abschnitsweise aufmachen und eine Bitumenbahn Einbauen ? Es handelt sich um eine 42 er Wand mit innerer 12,5 er Vorsatzschalung aus Feldbrandsteinen.
Wenn ja wie in den Ecken vorgehen. Die anliegende Giebelwand 38'er ist aus 1 1/2 Format Hochlochsteinen aus den 70´gern und nicht im Verband gemauert ( mit doppelte Bitumensperre )

Bitte um konstruktive Kritik und Meinungen zur geplanten Ausführung.

LG Micha



Bodenaufbau



Also vorab, Fachmann bin ich auch keiner, habe es aber vor 25 jahren ähnlich gemacht. Zu Deinen Fragen:
- Fundamentanschluss - würde ich einfach gegengießen
- Abdichtung gegen Feuchtigkeit - ganzflächig eine Bitumenschweißbahn o.ä. aufbringen und an den Seiten bis Dielung hochziehen
- Holzfaserplatte 1. Schicht ganzflächig, die 2. Schicht in den Stößen versetzt so wie auf der Zeichnung mit eingelegter Fixierlatte für die Dielung. Verhindert so eine Wärmebrücke unter der Latte.
Wenn die hofseitige Wand trocken ist, würde ich die auf keinen Fall aufmachen. Dafür sorgen, dass die hofseitige Nässe vom Haus ferngehalten wird ( Gefälle und Spritzwasser). Meiner Erfahrung nach ziehen Bruchsteinmauern selten Feuchtigkeit.



Gelassenheit hilft



Danke für deine Antwort, wahrscheinlich mache ich mir einfach zu viele Gedanken, nur möchte ich keine zu argen Fehler machen welche ich leicht vermeiden könnte. Die Oberfläche der Bodenplatte liegt etwa 3-5cm unter den Horizontalsperren der anderen beiden Wände. Sollte ich die Wände im Sockelbereich vom Putz befreien und mit der Schleifscheibe glätten. Die Bitumenbahn welche teilweise noch etwas raus schaut ist sehr brüchig und teilweise abgefallen. Wenn ich die Wand im Bereich der Sperre beschleife kann ich Bitumenbahn von der Platte sauber hochführen und an der Wand über die Stirnfläche der alten Sperre verschweißen, bis Oberkannte FFB ? Die Ecke auf dem Bild habe ich aufgemacht da sie feucht war und die Ziegel mürbe, Grund war Wasser von oben, Dachrinne defekt, Riss Außenputz der Ecke in welchem ablaufendes Regenwasser vom Eckständer des zweiten Geschosses und der Dachrinne eindrang. Weiterhin stand wohl Jahrzehnte ein großer Kleiderschrank in dem ungeheizten,, ungenutzten und ungelüfteten Raum.
Wie sollte ich die Abdichtung an der Rollschicht der Südwand ausführen?



Sanierungsmaßnahmen



innen wie du schon beschrieben hast verfahren, die Flächendichtbahn an den Seiten bis zur Horizontalsperre hochführen und verschweißen.
Außen die Fehlstellen ausmauern, den Kies ca. 40 cm abgraben und den Sockel im Spritzbereich mit einem z.B. hydr. Kalkmörtel verputzen. Habt ihr vor, die Fassade noch zu machen? Den Sockel kann man dann farblich gleich noch absetzen, wenns paßt.



Welchen Kies



Hallo welchen Kies meinst du?
Auf der Hofseite ist Feldsteinpflaster, an der Front zum Vorgarten Mutterboden an der verputzten Ostseite die gepflasterte Einfahrt des Nachbarn.
Zwecks der Fußbodendämmung, meinst du SteicoFloor zweilagig ist nötig? Habe mir mal die Preise angeschaut, also die 45m² inkl. den Fxierleisten kosten locker über 1000Euro. also SeicoBase 20mm vollflächig dann 40mm SteicoFloor mit den leisten würden eine Ersparnis von ca. 300 Euro bringen und es müssten doch auch funktionieren. Die leisten werden in einen Abstand von 36 cm verleget, heißt viele Meter teure Leisten. Gibt es da noch alternative Möglichkeiten. Vielleicht SteicoBase 20 vollflächig und darauf Lagerhölzer (70x48) alle 645 mm dazwischen SteicoFlex 50 x 1220 x 575 dann 28 Dielung. Würde nur 1/3 kosten... Was meinst du? Leisten könnte ich auf erforderliches Maß selber Hobeln.
Im Anschluss noch ein paar Fotos der Außenansichten. Viel Arbeit. Die Fundamente habe ich innen mit Trasszement 1/4 Sand wo meines Erachtens nötig ausgebessert ( vorgeschalt ), hoffentlich nicht kontraproduktiv?



Fundament Front



Straßenseitig



Fußboden



Hier ein Foto kurz vor Betonplatteneinbau.



Hausfront



Hier die Straßenansicht, ein sehr alter Nachbar erzählte mir das der Wandneubau im EG in den 50'gern erfolgte. Leider sehr unsachgemäß wie ich finde Rähm und Schwelle wurden ummauert. In der Ecke zum Westen ist der Rähm nur noch Modder bei Schlagregen oder defekter Dachentwässerung dringt durch Fugen und Risse (wie wohl in meinem Fall) Wasser ein und kann nicht gut abtrocknen. Mir grauls schon vor der Baustelle.



Westwand



Ja die Wand gen Westen, entstanden wohl in den 70'gern, EG und 1. OG 36cm Giebel 24cm Hochlochsteine.
Man sieht deutlich wie der faule Rähm den Putz abdrückt, Dachüberstand 0cm. Front und Giebelwand nicht im Verband sondern lediglich stumpf gestoßen.



Ostwand



Die einzig komplett erhaltene Wand des Hauses. Nur ein Gefach erneuert, und eine vergammelte Schwelle. Ach so, stimmt nicht ganz, es war mal Lehmstarkengefach.



Hofseite (Süden)



Die wohl älteste und beste radikale Umbaumaßnahme vor ca. 120 Jahren. 44cm Ziegelwand mit Luftschicht im EG. Der Anbau aus den 50'gern soll noch weichen.



Auf dem Foto bei "Gelassenheit hilft"



ist denn das kein Kies im Hof ?



Missverständniss?



Das auf dem von dir genannten Foto ist grober Kies, ohne Feinanteile, richtig. Dieser soll als kapillarbrechende Schicht unter der Bodenplatte wirken. Das ist von innen aufgenommen, um genau zu sein die ehemalige Ecke im Schlafzimmer wo Jahrzehnte ein großer Schrank gestanden war. Die platte geht etwa bis zur halben Höhe der Rollschicht über dem Feldsteinfundament. Was meinst du denn zu meiner Idee der Fußbodendämmung, ist das so denkbar? eingeplant sind um die 10cm Dämmung inkl. Dielung. LG Micha



Fußbodenaufbau



ja, Steico base ginge auch. Da komme ich bei Bausep auf 675,00 Dämmmaterial. die preise für die 58x38 Dachlatten habe ich jetzt nicht da. Die Leisten sind etwas schwächer als die 2. Dämmlage und dienen nur der Fixierung der Dielung und werden beim Schrauben nach oben gezogen, sodaß sie bündig mit der Dämmung liegen. So liegt die Diele vollflächig auf der Dämmlage auf und der Trittschall ist gemindert.
Mit dem Kies hatte ich nicht geschnallt, dass es ein Foto vom Innenraum ist, sorry.



Richtig



so sehe ich das auch, die "Dachlatten kosten 90 Cent,/m, also ca. 1/4 !

Mit 20mm + 40mm + 25mm Dielung komm ich mit der Höhe auch super zurecht.

Ich habe noch zwei Fotos aus Der Dorfchronik besorgt. Mein Haus war zwischen etwa zwischen 1710 und 1810 die Dorfschule von Kloster Neuendorf. Erste Bild um 1900.



Um 1930



Bild aus der Dorfchronik: " Die Küster von Kloster Neuendorf "