Fußbodenaufbau im Badezimmer auf Holzbalkendecke




Hallo Gemeinde,
habe direkt zum Einstieg ein Thema das es zwar schon einige Male gab, es gibt aber noch ein paar Unklarheiten.
Der alte Boden bestand aus Dielen, die auf den Holzbalken (9/22) genagelt waren. Darüber waren 2 Lagen Sperrholzplatten und darüber wurde gefliest. Da der Fußbodenaufbau ziemlich häßlich und auch ziemlich hoch war, habe ich alles rausgerissen und will es etwas anders aufbauen. Ich will direkt auf die Balken 22mm Sperrholzplatten verschrauben und darüber 2cm Trockenestrichplatten schwimmend verlegen. Reicht das, damit ich darauf verfliesen kann, oder ist der Aufbau zu dünn.
Danke für Antworten und schönen Abend noch
dk



warum Fliesenboden,wenn auch ein warmer Dielenboden geht?



Unsere Fachwerkhaus-Vorfahren kannten das Wort Fliesen nicht. Die haben auf die Balken einen schönen Holzdielenboden genagelt. Meiner Kenntnis und persönlichen Erfahrung nach sind Fliesen als Bad-Bodenbelag ungemütlich kalt,sie schreien geradezu nach einer warmen, teuren Fußbodenheizung.
Nach 25 jähriger Altbausanierungserfahrung kann ich diesen warmen Holzboden-Tip -trotz diversen DIN-Richtlinien und anderem Geschreibsel -mit gutem Gewissen jederzeit weitergeben.
Und so kanns gehen:
auf die Balken Lagerhölzer schwimmend verlegen,darunter Hanf-Trittschallfilzstreifen Dicke 10mm. Darauf den Dielenboden fixieren,die Holzdielen 2-3 mal gut einölen (mit Naturharz-Öl, bzw. Naturharz-Hartöl)
Ggfalls kann man noch den Lagerholz-Zwischenraum mit Korkgranulat (gibts sogar aus Recycling-Naturkork)
verfüllen. Alternativ zum Dielenboden empfehlen sich auch warme Korkparkettbelage, die problemlos z.B.auf Spanplatte geklebt werden können.
Weitere Infos, auch Detailzeichnungen zu Deckenaufbauten im Altbau ,Produktpreislisten etc.gibts unter www.texbis.de
viel Erfolg wünscht:Klaus Schillberg





Vielen Dank für die schnelle Antwort.
Die Fußbodenheizung für Dünnbett ist tatsächlich ein Gedanke. Einen schönen Holzboden im Bad finden wir auch toll, nur gleicht das Bad, wenn die Kinder es nutzen eher einem Schwimmbad - da habe ich Bedenken wegen dem Unterbodenaufbau.
Schönen Abend
dk





Hallo Herr Kays,

ich wohne in einem Fachwerkhaus, in dem die Vorfahren Fliesen durchaus kannten und kann nachvollziehen, daß Sie aus den genannten Gründen gerne Fliesen benutzen möchten. Wie gesagt, ich habe auch gefließt mit Fliesen nach dem alten original Vorbild (schwarze und beige Fliesen im kleinen Format diagonal). Gegen kalte Füße gibt es Badteppiche. Und zum Heizen benutze ich eine Wandflächenheizung (Strahlungswärme). Herrn Schillberg schätze ich sehr und er hat mit Sicherheit ein großes Fachwissen, daß er als Vertreter der Strahlungswärmefraktion Fußbodenheizung empfiehlt, verwirrt mich. Korkparkett hatte ich im Bad, das hat leider eine kurze Halbwertszeit gehabt.

Mein Aufbau : Alte zum Teil schadhafte Dielen dringelassen und ausgegelichen, darüber 22mm OSB-PLatten fest verschraubt, damit keine Bewegungen entstehen. Zwischen den Lagerhölzern ist übrigens Sand drin. Auf die OSB Platten habe ich gefließt und einen Bodenablauf eingebaut. Es ist einfach schneller zu reinigen.

@Herrn Schillberg: Ich komme nach Ablauf der Heizperiode auf Sie zu wegen Lehmputz und Farbe für meinen Grundofen.


Mit freundlichen Grüßen

Joachim Simon



Unterboden im Bad



Ein Dielenboden im Bad ist m.E. weniger gefährdet als jeder schwimmende und geflieste Unterbau auf einer Balkenlage.

Kostengünstiger und schön dazu,
findet
jh



Mal völlig ohne Wertung...



..."guter" oder "schlechter" Baustoffe und Geschmacksfragen:
Bei dem von Ihnen geplanten Fußbodenaufbau kann es dann Probleme geben wenn die Deckenbalkenabstände zu groß sind.
Aus der Hüfte geschossen, würde ich meinen bis Achsabstand von vielleicht 60-70 cm würde das klappen.
Bei größeren Abständen wie sie in Fachwerkhäusern eher üblich sind, gäbe es noch LEWIS-Schwalbenschwanzplatten für einen Aufbau mit Estrich. Die Platte wird direkt auf die Balken genagelt, zugelassen mit Achsabstand bis 90 cm, mit Estrich auffüllen, fliesen, fertig. Durch die Plattenform ist eine vergleichsweise geringe Estrichstärke möglich.
Muß abbrechen - Besuch ist da
Grüße aus Leipzig
Martin Malangeri



@Herrn Simon: Thema Badheizung



Das Badezimmer ist eigentlich kein dauernd bewohnter Wohnraum,weshalb ich bei kalten Bodenfliesen froh um Fußwärme bin,wenn ich aus der Dusche/Badewanne steige oder im Winter vom Schlafzimmer barfuß ins Bad laufe.
Natürlich favourisiere ich auch im Bad eine Strahlungsheizung (Fußleisten-oder Wandgeizung)bei einem warmen Fußbodenbelag. Das ganze ist immer reine Geschmacksache. Vor 22 Jahren habe ich in einem schönen Fachwerkhaus auf Spanplatte ein 6mm HD-Korkparkettbelag (HD=hoch verdichtet)gekelbt und 3 mal geölt. Dieser Boden ist heute noch in bester Verfassung,die Kundschaft ist sehr zufrieden.
Dennoch würde ich aus bauphysikalischen, praktischen,kostensparenden Gründen den Dielenboden vor den Fliesen vorziehen. Was das Kinder-Bad-Geplätscherwasser am Boden angeht, haben wir bei vielen Neu-und Altbauten beste Erfahrungen gemacht. Ein geölter Holzbodenbelag grinst über das bißchen Plätscherwasser, der Lehm durnter "lacht" darüber. Mittlerweile haben wir auch einige Erfahrungen bei Wasserschäden z.B. durch defekten Badewannenüberlauf sind mal 500 ltr. Wasser in die Lehmdecke gelaufen. Der Lehm wurde weich,fiel teilweise von der Decke runter.
Schadensbehebung:einige Wochen gut heizen und gut lüften, den runtergefallenen Lehm wieder an die Decke werfen.
Ich kenne zahlreiche Wasserschäden bei Fliesenböden im Bad:
sa läuft das Badezimmer erst bis OK Türschwelle mit Wasser voll, dann verteilt sich das "böse" Wasser auf den Flur und danach gehts in andere Zimmer und abwärts zum Treppenhaus.
Die Schäden sind immens,davon leben tausende von gut bezahlten Wasserschaden-Sanierungsfirmen.





dringt ausserdem durch die feinen Undichtigkeiten der Wandfugen und unter der Tür in den Boden, saugt sich in der Dämmung unter dem Estrich fest, und kommt hier nicht mehr raus, bzw. nur mit dem Estrich zusammen. Eine ziemliche Schweinerei.



sorry,...



aber normalerweise gehört doch in jedes Bad unter die Fliesen eine Abdichtungsebene, oder?
Also, bitte, bei ordnungsgemäßer Durchführung kann doch nicht so viel passieren....
(wenn allerdings was passiert, dann is zappenduster, aber meistens auch irgend etwas nicht fachgerecht ausgeführt)
Grüße
Martin Malangeri



alter Aufbau mit Fliesen?



Hallo, bei mir war mal folgender Aufbau unten nach oben:
Deckenbalken, dazwischen Lehmschüttung
Zwischen Deckenbalken nach oben bündig abschließend Holzbretter
darauf Teerpappe, darauf Dickschicht Kalkmörtel in dem die Fliesen verlegt waren
müsste so um 1920 entstanden sein (Anbau), wenn es da schon Teerpappe gab. Ja wenn das so ist hat es ja gut gehalten und ich würde es dann auch wieder so herstellen
Grüsse Kai



Geht nicht mehr! *grins*



Teerpappe gab es damals schon, aber heute nicht mehr.
Die heutigen Bitumenbahnen haben mit den Produkten von 1920 nur noch weniges gemein.
Grüße
Martin Malangeri



Oh weh,



sicher sind die Unterschiede gewaltig. Wahrscheinlich war die alte Teerpappe "diffusionsoffen" und ich werde auch künftig "Freiduscher" bleiben. Nee, im Ernst gibt´s denn mit der neueren Variante Probleme? Grüsse Kai



Bodenaufbau



@ Kai Menzel
Der Bodenaufbau ist mir auch bekannt. Es ist aber kein schwimmender Aufbau, nicht entkoppelt, d.h. er hat keine Körperschalldämmung und gewöhnlich auch keine Bewegungsfugen zu den Wänden.
So baut man heutzutage nicht mehr.

@ Martin Malangeri
Die Abdichtungsebene gehört meines Wissens unter den Estrich, und bei schwimmendem Estrich unter die Dämmebene, und wird dann an den Wänden hochgezogen. Oder liege ich falsch?

Eindringendes Wasser bliebe also theoretisch auf der Abdichtungsebene in der Dämmung wie in einem Schwamm, in Wirklichkeit läuft es ausserdem durch den undichten Deckendurchbruch des Fallrohres in Decke und Wände. Den Schaden habe ich jedenfalls schon öfter gesehen. Dann kann er nur mit dem Herausbrechen des Estrich behoben werden. Was darunter dann zum Vorschein kommt ist ziemlich eklig.

Wie auch immer, all dies betrifft ja nur den Fall gröseserer Wasserschäden, die ja doch die Ausnahme sind.
Folgerung: Eigentlich kann man sich die ganze Abdichterei sparen. Sie schützt im Ernstfall nicht vor umfangreichen Massnahmen zur Trockenlegung. Also besser gleich einen weichen, offenen Aufbau wählen. (Holzdielen) Hier kann der stete kleine Tropfen, der durch Ritzen, Haarrisse, Undichtigkeiten in die Konstruktion gelangt auch besser wieder in die Raumluft entweichen als bei einem gefliesten und abgedichteten Aufbau.

Oder nicht?



Körperschalldämmung



@Jan Hülsemann
ja gewiss nicht schwimmend, soll ja auch kein "Schwimmbad" werden, sorry jetzt ernsthaft weiter; wenn Dielen vernagelt werden sind diese auch nicht schwimmend verlegt und aus dem Bauch heraus müsste dies noch lauter sein als Fliesen im Dickbett (Masse). Was die Dehnung anbelangt denke ich das es sich bei dem Kalkmörtel um weiches Material handelt, das die Bewegungen in den vielen Fugen verteilt verkraften könnte. Ich bin leider kein Fachmann, also für jeden guten Rat dankbar. Ich weiss auch nicht, ob die Fugen auch der ganzen Wischerei standhalten. Grüsse Kai



@Jan



"Die Abdichtungsebene gehört meines Wissens unter den Estrich, und bei schwimmendem Estrich unter die Dämmebene, und wird dann an den Wänden hochgezogen. Oder liege ich falsch?"
Klares Jaein, ein optimaler Aufbau mit massiven Untergrund und Sperrungen (Deckenbalken jetzt mal außer acht gelassen) wäre doch wie folgt:
- Rohbaudecke
- bituminöse Abdichtungsbahn
- Dämmung oder auch nicht
- Estrich
- abdichtender Dünnschichtanstrich mit überbrückenden Streifen in den Ecken
- Fliesen
sprich doppelte Abdichtungsebene, für normale Befeuchtung ist die obere zuständig, für Katastrophen die untere.
Bei Deckenbalkenlagen bleibt dann manchmal nur die obere Abdichtungsebene über, je nach gewähltem Aufbau.
Sympathischer ist mir auch deine Lösung, aber da bleibt mir ein Problempunkt: die Fugen zu den Saniobjekten und Einbauten und damit unkontrollierbar, unbelüftbar bleibende Abdeckungen des Dielenbodens. Ich habe schon viel zu viele Schwammschäden in Bädern gesehen (falscher Beruf!), da bin ich für das einfache in diesen Situatonen irgendwie verdorben.
Grüße
Martin



Wo ist das Bad?



@Detlef Kays, vielleicht wäre es noch wichtig für unsere Fachleute zu wissen wo dein Bad liegt also UG -mit oder ohne Keller, OG, da gibt es dann auch sicher unterschiedliche Dinge zu bedenken, sorry ich habs auch vergessen, mein Bad soll dan mal in Obergeschoss, Grüsse Kai



Holzbalkendecke



@Detlef Kays, entschuldigung steht ja da Holzbalkendecke, dann ist das Bad im Obergeschoss, Grüsse Kai



Fußbodenaufbau Bad auf Holzdiele



Hallo!

Ich habe mit Interesse die vorangegangenen Beiträge gelesen, denn ich stehe vor einem ähnlichen Problem.
Wir möchten in unserem Neubau auf einer genagelten Holzbalkendecke Fliesen legen. Zusätzlich aber auch noch eine Dusche ohne Tasse, mit einem Bodenablauf. (wegen der schnellen und bequemen Reinigung des Bades)
nun ist mein Plan so:
1. Estrichelemente (Knauf Brio) direkt auf den Rauspund schrauben - normal 28mm, im Duschbereich 18mm
2. Dichtanstrich mit Dichtbändern
3. Fliesen im normalen Mörtelbett
Auf den dünneren Estrichboden ein Gefälle fliesen
Spricht etwas gegen diesen Plan?



Holzbalkendecke



Achtung Achtung,
In einem Beweissicherungsverfahren einer vergleichbaren Situation hat der Gutachter klare Ansagen gemacht:
Nach DIN ... (fällt mir grad nicht ein) ist über einer Holzbalkendecke eine wasserdichte Abdichtung mit 4 cm Aufkantung und ein Gully einzubauen.Der Gully ist an die Entwässerungsleitung anzuschliessen.
Kommentar der Anwesenden: "Macht kein Mensch"
viele Grüsse aus Nordhessen

PS Hab schon viel " Kompost" unter Duschen gesehen.



Badabdichtung



Abgedichtet ist es!
Mit Lastogum 4x gestrichen und in allen Ecken passende Dichtbänder "einlaminiert". Als Gulli dient die ebenerdige Dusche mit Ihrem Ablauf.
Nun ist bei mir doch eine Duschtasse in ganz flacher Ausführung, von Bette, in Emaile, reingekommen.
Bisher ist das ganze funktionell und schön anzuschauen.