Fußbodenneuaufbau im Altbau wegen Nässe

04.03.2013



Guten Abend,
es handelt sich um einen Altbau, roter Backstein, Jahrgang 1954, Sockelfundament mit Teilkeller. Vor 2 Jahren kernsaniert, damals bereits unter den Fliesen des Küchenfußbodens (Größe der Fliesen ca. 10x10cm)ca. 1-2mm Wasserspiegel auf dem Estrich vorgefunden. Dies wurde vom Bauträger als Rohrschaden interpretiert. Sämtliche Rohre erneuert, neue Fliesen (60x30cm) verlegt auf neuer Ausgleichsmasse. Bereits zwei Monate später "aufblühende" Fugen festgestellt. Eine Fliese abgestemmt: Feuchtigkeitsspiegel 1mm in den Fugen des Fliesenklebers. Kernbohrung zeigt folgenden Bodenaubau: zu unterst trockener (!) Sand, dann ca. 5 cm Beton-Estrich (was man nach dem Krieg so hatte), dann ca. 1 cm Ausgleichsmasse, Fliesenkleber, Fliesen. Der Bohrkern recht trocken, unter den Fliesen jedoch das Kondenswasser. Bereits Hauswand abgegraben etc. Erscheint alles recht trocken. Wir planen, den Boden komplett zu entfernen, um nochmals nach einer Leckage zu suchen und dann einen neuen Bodenaufbau. Ein Angebot inkl. Z- Folieneinzug in die Wände als Feuchtigkeitssperre liegt vor ---> sehr viel Aufwand!!! Geht es einfacher, zB als Holzaufbau mit anschließend Dielen statt Fliesen, um das Kondenswasser in den Griff zu bekommen und den Kondenspunkt durch Abgraben tiefer zu legen? Über entsprechende Tipps an dieser Stelle wären wir sehr dankbar! ( Anmerkung: In anderen Teilen des Hauses gibt es sogar ein "offenes " System, dh nur Erde mit Außenlüftung und Dielenboden darüber)





Das Backsteinhaus welches ich bearbeite, bestand ursprünglich im Bodenbereich aus Lagerhölzern gelagert in Sand und Erde.
Die Feuchte zehrt, und ich war der mit der Aufgabe betraut, den Zustand zu verbessern. Wobei, bei diesem Haus, -es ist 200 Jahre alt, kann man nicht die Maßstäbe setzen wie es heute im Neubau gefordert ist.
Also, kurz gesagt, ich habe einen 8cm Estrich geschüttet, und die Oberseite sowie Wandanschlüsse mit Bornit (Innenraum tauglich) Bitumengrundierung eingestrichen.
Bin zufrieden mit dem Ergebnis. Teilweise habe ich auch mit Remmers Kiesol gearbeitet



Fußbodenaufbau



Es gibt eine einfache Möglichkeit, Kondensateintrag zu vermeiden:
Erhöhung der Oberflächentemperatur durch Dämmung + Verringerung der Raumluftfeuchte durch Lüften.
Was für eine Ausgleichsmasse ist eingebaut worden? 1 cm erscheint mir für normale Ausgleichsmassen arg viel.
Was für Fugenmaterial wurde verwendet?
Sieht die Fuge grau aus oder hat sie eine andere Farbe?
Wie wird die Küche aktuell genutzt, also wie beheizt, was für ein Herd steht drin, gibt es eine Entlüftung, wie wird der Boden gereinigt?

Viele Grüße



Fußbodenneuaufbau im Altbau wegen Nässe



Ich habe den Bohrkern nochmals ausgemessen:
zu unterst nach der Sandschicht ca. 5 cm recht grober Beton- Estrich, dann 2 cm feinerer Estrich, 0,5 cm Ausgleichsmasse Lugato Fliest u Fertig, Fliesenkleber. Als Fuge wurde PCI Nanofug Silbergrau verwendet.
Die Küche ist ein Durchgangsraum, also sehr gut belüftet, beheizt mit Gas (Heizkörper) sowie Holzofen Guß 5 Kw bei Bedarf. Gekocht wird mittels Elektroherd sowie Gaskochfeld, vorzugsweise am Wochenende. Der Boden wird normal feucht gewischt und trocknet bei Durchzug innerhalb von 5 min.



Fliesenbelag



Da passt irgendwas nicht zusammen.
Der Fußbodenaufbau ist diffusionsdicht, eine Weiterleitung ins Erdreich von Feuchte kann nicht erfolgen, umgekehrt auch nicht.
Es bleibt nur Kondensat als Ursache übrig.
Womit wir wieder beim Lüftungs- und Heizungsverhalten wären...
Es bringt nichts den Aufbau zu erneuern, wenn dieser Widerspruch zwischen Ihrer Beschreibung der Nutzung und dem Kondensatausfall nicht geklärt wird. Sonst sieht der neue Dielenbelag zwar nicht nass aus, wird dafür aber nur ein paar Jahre durchhalten.
Wenn ein entsprechend gedämmter, hohlraumfreier Aufbau erfolgt dann fällt das Kondensat nicht am Fußboden sondern an der nächst schwächeren Stelle im System aus. Damit ersetzen Sie Not durch Elend.

Viele Grüße



Bodenneuaufbau



Vielen Dank für Ihre Antwort.
In wiefern ist der jetzige Boden diffusionsdicht?
Eine Sperrfolie existiert nicht, diese möchte ja der Bauträger nun unbedingt einziehen, vorzugsweise als Z- Sperre mit Aufmeißeln der Wände.
Am Heiz- oder Lüftungsverhalten kann es nun nicht mehr liegen, vor 2 Jahren nach Ende der Kernsanierung war das Haus allerdings sehr durchfeuchtet und musste erst einmel wieder trocknen, das hat damals Unmengen an Heizkosten verschlungen.
Wir dachten an eine eine "offenere" Lösung, dh tiefer abgraben, wie es das Sockelfundament zulässt, dann Estrich mit oder ohne Folie am Boden, Holzaufbau und genügend Hohlraum unter der Dielung, so dass eventuelles Kondenswasser zB auf dem Estrich zum Liegen kommt oder wieder abtrocknen kann. Ist der Estrich auch ohne Folie derart diffusionsdicht, dass kein Austausch mit dem Boden darunter stattfindet? Freundliche Grüße und Dank!



Fußboden



Überschätzen Sie nicht die Transportleistung durch Diffusion. Außerdem ist es schlichtweg besser, Kondensat erst gar nicht entstehen zu lassen als es in Bauteilen zwischenzuparken in der Hoffnung, irgendwann trocknet es wieder.
Was die Dichtheit betrifft:
Schon die 1 cm Ausgleichsmasse ist praktisch diffusionsdicht, die Fliesen sowieso. Durch die paar cm² Fugenfläche findet praktisch kein Feuchteausgleich statt, dazu ist die Fläche zu gering.
Noch mal:
Ich sehe Ihr Problem in der Lüftung und Heizung.
Vielleicht wäre es besser Sie holen sich einen Fachmann dafür ins Haus, aber keinen der auch Leistungen in diesem Bereich verkauft. Unabhängig davon ist ein gedämmter Fußbodenaufbau angenehmer zu laufen und spart Heizkosten. Außerdem müssen Sie ohnehin die Auflagen der EnEv erfüllen.

Viele Grüße



Fußbodenneuaufbau im Altbau wegen Nässe



Nun, ich will nicht weiter darauf bestehen, jedoch sind Heiz-und Lüftungsverhalten auf einen Altbau angepaßt (beides viel und oft), in keinem anderen Raum gibt es zudem Probleme.
Zwei Dinge sind zu beachten: 1. schon unter den alten Fliesen kleineren Formats, die wir im Zuge der Kernsanierung abgestemmt haben, war ein Wasserspiegel vorhanden 2. die Ausgleichsmasse war lt. Bauträger nicht durchgetrocknet gewesen. Wenn sie diffusionsdicht ist, kann auch hier das Übel mitbegründet sein.
Ich würde dennoch gern um Ratschläge bezüglich eines Fußbodenneuaufbaus bitten, da der Bauträger den alten -wie gesagt- komplett herausreißen möchte.
Herzlichen Dank und Grüße!