Aufbau eines Flachdach

23.06.2014 Steffi



Hallöchen alle zusammen!

Der bald moderne Anbau (1979) unseres alten Hauses (1930) soll in drei Wochen ein neues Flachdach bekommen. Dafür haben wir uns 2 Angebote von Zimmereien eingeholt, beide bieten unterschiedliche Aufbauten an.

Zimmerer 1 - (sypathisch aber nicht sehr professionell - Kosten: günstig)
Dachbalken 8x20cm
DWD-Platten als Unterdach
Konterlatten 4x6cm
Rauspund inprägniert 24mm
Eindeckung Evalon

Zimmerer 2 - (sehr professionellt, Meister, Hochbautechniker, etc. - Kosten aber 1/3 teurer)
Dachbalken 8x24cm
Rauspund inprägniert 26mm
Eindeckung Firestone EPDM-Plane

Meine Idee
Dachbalken 8x24cm
Pavatex) Holzfaserplatten 60mm
Konterlatten 4x6cm
Rauspund inprägniert
Eindeckung Folie

Baustoffhändler:
Hier hat mir heute der Fachmann erklärt, mein angedachter Aufbau sei richtig, die Luftschicht müsste aber ruhend und nicht belüftet sein - dass wäre gar nicht mehr zulässig.

Muss das Dach nun hinterlüftet sein? Warum ja oder warum nicht? Zimmerer 1 sagt, es würde sonst "schwitzen"

Die Dachbalken werden zwischen den Sparren mit Steinwolle o.Ä. gedämmt. Da die 24er Dämmung vermutlich nicht ausreichen wird (Berechnet der Energieberater noch genau), würde ich noch zusätzlich Holzfaserplatten als Aufdachdämmung auf die Sparren machen, die dann zugleich als Unterdach fungieren.
Problem das ich bei einer Belüftung sehe: das Dach liegt auf 3 Seiten zwischen Wänden, nur die Seite für die Entwässerung, wo die Dachrinne sitzt ist offen. Funktioniert die Hinterlüftung dann überhaupt?



Würde mich über eure Meinungen freuen, da ich mir nicht unbedingt noch weitere Angebote einholen wollte... außer es würde sich hier noch ein qualifizierte Zimmerer finden, der Mitte Juli noch Zeit hat...


Grüße Steffi



Flachdach



Hi Steffi,
nach der Beschreibung hat der erste ein zweischaliges Dach (Kaltdach – hinterlüftet) und der zweite ein einschaliges (Warmdach – nicht hinterlüftet) angeboten.
Die Aussage, die Luftschicht müsse ruhen, ist falsch.
Auch wenn nur die Traufseite frei ist, kann das Dach hinterlüftet werden; der First wird entsprechend den baulichen Gegebenheiten konstruktiv ausgebildet.
Evtl. eindringende Feuchte (Kondensat aus den unter dem Dach liegenden Räumen) wird beim zweischaligen Dach abgeführt. Das einschalige benötigt eine einwandfreie Dampfsperre.
Wenn keine Auflast durch Kies oder Begrünung vorgesehen ist, sind beim zweischaligen Dach die sommerlichen Temperaturen (bei gleicher Dämmung) auch deutlich angenehmer.
Es sind beides Polymerbahnen unterschiedlicher Hersteller.
SG



Macht ein zweischaliges Flachdach überhaupt Sinn wenn es innen liegend ist?



3 Seiten des Flachdaches sind zwischen den Außenwänden, bzw. dem Haupthaus. Nur die Traufseite hat einen Dachüberstand.

Die Sparren liegen quer zur Trauf- und Firstkante, somit würde die Konterlattung parallel dazu liegen.
Müssten dann Lüftungsgitter in die Außenwand? Oder gibt es da andere Möglichkeiten? Die Außenwand bekommt eine vorgehängte und ebenfalls hinterlüftete Fassade, gibt es da noch genug Luftaustausch? Das ist alles hochkompliziert...



Flachdach zwischen drei Wänden



das ist grundsätzlich kein Problem.
Ich hatte das auch so verstanden.
Wie ich schon schrieb lässt sich das konstruktiv lösen.
Also einen Dachdecker, Zimmermann oder Spengler des Vertrauens ansprechen und das Problem vor Ort lösen.
Viel Erfolg
SG



Flachdach



Hallo Steffi
Bei sehr geringer Dachneigung würde ich unter der Folie
27 mm Fichte 3-Schicht-Platten nehmen, bleiben gerade, schüsseln nicht, sind ca 5 x 2m m groß, nur etwas unhandlich, dafür schnell zu Verlegen und zu befestigen.
Als Folie würde ich mind. 1,52 mm EPDM Folie nehmen, total flexibel, keine Nähte, Dach sofort dicht und hält mind. 50 Jahre, sowie auch umweltfreundlicher als andere Folien mit PVC.
Sparren evt 6 x 24 bzw so hoch wie man sie max bekommt oder fals höherer U-Wert gewünscht werden quer darunter noch eine Lage KVH Hölzer in gewünschter Stärke.
Dämmung in jedem Fall mit Zellulose oder sonstigem natürlichem Dämmstoff, da besserer Hitzeschutz, fehlerresistenter, nicht so empfindlich, falls höhere Feuchtigkeitswerte entstehen sollten.
Darunter dann eine feuchtevariable Dampfbremse.
Nach innen eine beliebige Deckenverkleidung, wobei ein Material das Feuchtigkeit speichern kann sicher günstiger ist. Wenn das Dach besonnt wird sollten Feuchtigkeitsschäden ausgeschlossen sein, die sonst bei einem unbelüftetet Warmdach mit oberseitiger Dampfsperre entstehen könnten.
Das sollte dann auch dein günstiger Handwerker bauen können.
Wegen EPDM etc kannst du mich sonst noch direkt anschreiben.
Grüße von Andreas



Flach-Denken



Hallo

es ist schon butzig immer wieder aus den Märchenbüchern solche Augenwischergeschichten zu lesen:
Dämmung in jedem Fall mit Zellulose oder sonstigem natürlichem Dämmstoff, da besserer Hitzeschutz, fehlerresistenter, nicht so empfindlich, falls höhere Feuchtigkeitswerte entstehen sollten.
Darunter dann eine feuchtevariable Dampfbremse.<(B>

Warum sind Papierschnipsel in Chemie ertränkt ein "natürlicher Dämmstoff"?

Warum sollen "natürliche Dämmstoffe" besseren Hitzeschutz gewähren und FEHLERresistenter sein?

Warum sollten die "nicht so empfindlich, falls höhere Feuchtewerte entstehen" sein?

Fragen Sie mal einen Chemiker Ihres Vertrauens was Zellulose (ob nun aus Altpapier oder Altholz hergestellt) und Feuchte so anstellen können … Tipp: Sporen von Pilzen!

… Tand, Tand / Ist das Gebilde von Menschenhand. …

Mehr sog ih need!

Viel Erfolg beim Märchenbuchglauben … 

… es war einmal … 

wird es dann auch mal bei dem Dach heissen … 

Gutes Gelingen … 

Florian Kurz



Bei Beschattung - belüftetes Kaltdach oder doch Warmdach?



Dämmen werden wir vermutlich zwischen den Sparren mit Stein- oder Holzwolle und auf den Sparren mit Holzfaser - das ist aber eigentlich nicht Thema meiner Frage.

Wir haben sehr viel Baumbestand auf dem Grundstück und der Anbau ist im Norden hinter dem viel höheren Haupthaus. Spricht das mehr für ein Warm- oder ein Kaltdach?



Flachdach



Für Herrn Florian Kurz und wen es evt noch interessieren mag:

Es geht nicht darum zu behaupten, daß Zellulose (stimmt: korrekter als Recycling- als natürlichen Dämmstoff bezeichnen)in jedem Fall das alleinig seelig machende Produkt ist.
Tatsache ist aber nun einmal, wie jeder Bauphysiker (nicht Chemiker) wissen wird, dass höhere Feuchtigkeitsanreicherung bei Flachdächern mit oberseitiger Abdichtung, die als Dampfsperre wirkt, möglich ist.
Da Zellulose und bzw andere natürliche Dämmstoffe diese eher aufnehmen (und auch wieder abgeben)können, da kapillaraktiv im Gegensatz zu z.B. Mineralwolle, ging meine Empfehlung in diese Richtung.
Zudem verliert z.B. Zellulose erst bei wesentlich höherer Feuchtigkeitsaufnahme an Dämmwert als z.B. Mineralwolle.

Wie man allen techn Datenblättern entnehmen kann sind z.B. auch Phasenverschiebung und Amplitudendämpfung bei Zellulose und nachwachsenden Rohstoffen deutlich besser als z.B. bei Mineralwolle, sodass ein erheblicher besserer Schutz vor Überhitzung gegeben ist.
Zur Chemie in Zellulose: Borsalz, Borsäure- Giftigkeit ähnlich wie bei Kochsalz.Bei Verarbeitung vor Staub schützen, wie bei allen Stäuben.Alternativen googlen: Brandverhalten von WDVS-Systemen)

Und wer sich nicht auf Märchenbuchglauben und Flachdenken verlassen will der studiere die entsprechenden Zulassungen, Untersuchungen div. Universitäten, Materialprüfungsämter etc.und nicht zuletzt die praktischen Erfahrungen und Anwendung seit Jahrzehnten (Zellulose, Holzfaser) bzw Jahrhunderten (Wolle, Hanf etc)
Aber natürlich immer das richtige Produkt für den jeweiligen Anwendungsfall wählen-das muß natürlich nicht immer das natürliche sein
Grüße von Andreas Teich