Aufbau, Decke, herumgetrampelt

05.05.2017 Litzi



Guten Abend.
Ich brauche dringend einen Rat. Wir haben ein Haus von 1923 gekauft, das
eine Gewölbedecke hat ( preußische Kappe). Darüber war Sand, im Sandbett Holzbalken und auf diesen Balken waren Holzdielen. Darüber OSB-Platten mit Estrich und Fliesen. Jetzt hat diese Konstruktion so lange gehalten bis wir uns eingebildet haben eine Dämmung zur Kellerdecke und Fußbodenheizung brauchen zu müssen. Wir haben den oben genannten Aufbau komplett entfernt und haben anschließend das Ganze dem Statiker und der Architektin gezeigt um einen neuen Aufbau festzulegen. Leider dauerte die ganze Sache schon ca. ein halbes Jahr und mittlerweile sind schon etliche Handwerker darauf herumgetrampelt. Jetzt ist es leider so dass sich aus der vorher festen Decke schon an mehreren Stellen Steine herauslösen und das ganze Risse bekommt und im Keller fällt jetzt immer mehr herunter. Die Stahlträger sind noch alle intakt.
Daher jetzt die ganz dringende Frage: was tun? Kann man das Gewölbe noch retten und wieder fixieren? Und wenn ja was muss noch getan werden bevor z.B. der Installateur Rohre durch die Decke ziehen darf bzw. was muss man dabei beachten? Und wie sollte man den weiteren Aufbau gestalten?
Vielen Dank im Voraus für hilfreiche Antworten



Fußbodenaufbau



Hallo Litzi,
wie groß ist die Spannweite zwischen den Trägern?
Wie liegen die Ziegel in den Kappen dazwischen?
Sind die Steine flach gelegt (Dicke ca. 7 cm) oder stehen sie hochkant (Höhe ca. 12 cm)?
Wie groß ist der Gewölbestich (Höhe zwischen Unterkante Träger bis zur Mitte der Kappenunterseite)?
Welche Einbauhöhe zwischen Oberkante Kappen bzw. Obergurt der Träger und Höhe fertiger Fußboden ist vorhanden?
Was soll als Fußboden rein, wieder Fliesen?

Dämmung lässt sich am einfachsten an der Kellerdeckenunterseite nachrüsten- z.B. mit Topdec- Dämmplatten. Dazu braucht man den Fußboden nicht rausreißen.





Guten Morgen,
vielen Dank für die rasche Antwort.
Der Abstand zwischen den Trägern beträgt ca. 1,20m. Die Steine liegen flach. Die Höhe zwischen Träger und Scheitel Gewölbe ist in der ganzen Wohnung unterschiedlich, alles dabei zwischen 0,5 und 8cm, wobei die flacheren Gewölbe am meisten betroffen sind. Der Aufbau obendrauf ist schon komplett entfernt worden. Es sollen wieder Fliesen drauf mit Fußbodenheizung. Eine Dämmung von unten geht ja nicht, da ja dort die Gewölbebögen sind. Ich schicke noch ein paar Bilder





So, Bilder von Gewölbe von oben und von der Kellerdecke sind hochgeladen



Fußbodenaufbau



Hallo Litzi,
natürlich geht eine Dämmung von unten auch in die Gewölbefelder einzubauen. Die Dämmplatten werden auf der Oberseite parallel mit dem Cuttermesser eingeritzt, durch die Kaschierung und etwa 1/3 der Dämmlage. Dann ankleben und zur Sicherheit ab und an einen Dübel setzen. Bis der Ansetzbinder angezogen ist die Platten von unten mit einem Brett und einer Latte andrücken. Die Untergurte der Träger müssen vorher mit Rostschutz behandelt werden.

Zur Decke:
So etwas habe ich vermutet. Die Gewölbefelder sind NICHT TRAGEND, sie bilden nur einen Raumabschluß nach unten. Lasten dürfen entweder nur über die Stahlträger eingebracht werden

oder

die Decke wird zu einer monolithischen Stahlbetondecke aufgerüstet. Die Gewölbekappen dienen dabei als verlorene Schalung. Dafür muß ein Statiker die Bemessung vornehmen und den Tragfähigkeitsnachweis führen.

Man kommt auch ohne Statiker aus:
Obergurte der Träger mit Rostschutz behandeln,
herausgefallene Steine wieder einsetzen,
Die Zwickel der Kappen von oben mit Zementmörtel egalisieren (das sind die beiden rechts und links von den Trägern tieferliegenden Drittel der Kappen). Vorher muß die Oberfläche der Ziegel sorgfältig gereinigt und angefeuchtet werden. So wird ein stabilisierender Verbund hergestellt und keiner von den netten jungen Werktätigen trampelt mehr durch.
Je nach Höhe und Abstand bis zur fertigen Oberfläche wird entweder direkt auf die Obergurte quer eine Lage Kanthölzer bzw. Dachlatten im Abstand von ca.40 cm gelegt und mit Baukleber fixiert oder zuerst eine Lage Dachlatten parallel auf den Obergurten fixiert.
Darauf kommt eine Lage ESB 30 mm (das ist so was ähnliches wie OSB), Nut und Feder verklebt. Darauf dann Entkopplungsmatte/Abdichtung und Fliesenbelag.
Genaueres zum Aufbau ab OK ESB findet man bei Systemanbietern wie Knauf Aquapaneel oder Wedi.
Nachtrag
Ich habe jetzt erst die Bilder gesehen.
Die Ausmörtelung nur bis Oberkante Obergurt.
Dann Dachlatten/Kanthölzer auf die Obergurte und Querlattung.
Die durchgetretenen Stellen von unten mit einem Stück Brett und einer Dachlatte fixieren (nicht nach oben drücken!!) und von oben die Stellen reinigen, anfeuchten und mit dünnflüssigem Zementmörtel auffüllen.