Dämmung auf oberster Geschossdecke mit Dampfbremse oder nicht?




Wir beabsichtigen unseren Dachboden (oberste Geschossdecke) zu dämmen und sind uns unsicher über den notwendigen Aufbau, bzw. darüber, ob eine Dampfbremse zwischen der bestehenden Decke und der dann darauf aufgebrachten Dämmung verbaut werden muss oder nicht.

Es handelt sich um ein eingeschossiges Gebäude mit massiven Mauerwerk im EG und einem nicht ausgebautem Dach (Dacheindeckung mit Betondachsteinen). Der vorhandene Deckenaufbau zwischen EG und Dach ist eine Holzbalkendecke mit Lehm - Staken - Füllung (ca. 20 cm), im beheizten EG ist eine abgehängte Gipskartondecke ohne Dampfbremse verbaut, im Dach liegt die Holzbalken / Lehmdecke ohne weitere Schalung, etc. offen.

Als Dämmung wollten wir einen Glaswolle - Rollfilz mit Vlieskaschierung aufbringen (z.B. Topdec DF 1-035 RENO von Isover, WLG 035, Stärke 140 mm). Da wir über genügend Stellfläche verfügen, müssen die zu dämmenden Dachbodenbereiche lediglich zu Wartungs- oder Kontrollzwecken begangen werden.

Die Hersteller empfehlen einen Aufbau bei dem auf die bestehende Holzbalkendecke zunächst eine (ggf. feuchtevariable) Dampfbremse verlegt und luftdicht an der Fußpfette sowie an den Wänden angeschlossen wird. Ein befreundeter Dachdecker riet mir hiervon allerdings ab, da nach seiner Auskunft viele seiner Kollegen mit einem solchen Aufbau Probleme mit Kondenswasserausfall unter der Dämmung hatten und die Dampfbremsen anschließend wieder ausgebaut wurden.

Wie ist Eure Meinung dazu? Ich habe auch gute Erfahrungen mit Holzfaserdämmungen gemacht, möchte hier aber auf Grund der Fläche und den Materialkosten eher zu einer "einfachen" günstigeren mineralischen Dämmung greifen. Der U - Wert - Rechner wirft für beide Aufbauten keinen Kondenswasserausfall aus.

Danke für die Anregungen,

Stefan





Hallo,

Ihr Dachdecker hat völlig recht. Wenn Sie den Aufbau diffusionsoffen lassen, kann auch nichts passieren.

Grüße



Bei gut durchlüfteten Dachboden



kann der Aufbau ohne Dampfbremse erfolgen.

Die Kostenfrage kann ich verstehen - der Kompromiss mit dem Geldbeutel bringt hat jede Menge juckende Stäube ins Haus.

Grüße aus Frangn

Frank von Natural-Farben.de





Hallo,,
wenn es nicht jucken soll, kann man auch Schaumkunststoffe
mit OSB-Auflage (10 mm integriert) nehmen.
Vorteil ist die direkte Begehbarkeit und Nutzbarkeit.
Nachteil: man kriegt die großen Platten nicht durch jede Luke.

Grüße



Danke für die Anregungen!



Vielen Dank für die Antworten, ich werde es dann wohl ohne Dampfbremse ausführen, dies ist mir auch lieber, da ich nicht auf ein System vertrauen will bei dem eine dünne Folie und deren Anschlüsse entscheiden ob Schäden auftreten oder nicht ... jedenfalls solange ich dies selbst ausführe!

Eine Frage noch: ist die neue "Knauf Easy Insulation" hinsichtlich der Abgabe der Fasern in die Raumluft eine Verbesserung oder Alternative zur herkömmlichen Glaswolle? Ich finde die Haptik des Materials jedenfalls schon mal um einiges angenehmer als die herkömmlichen Filze. Vielleicht hat ja jemand bereits Erfahrung mit diesem Material.

Beste Grüße, Stefan




Holzbalkendecke II

Hallo Stefan,

wenn in einer solchen Situation eine Dampfbremse verbaut werden soll muss das fachgerecht ausgeführt werden. Bei Undichtigkeiten kann sonst Feuchtigkeit vermehrt an einer Stelle (Riss, undichte Verklebung, etc.) in die Dämmlage eindringen. Besser wäre es den Aufbau Diffusionsoffen auf der ganzen Fläche zu belassen und die Dampfbremse ganz wegzulassen. Nach oben hin müssen die Materialien durchlässiger werden. Eine Berechnung ist trotzdem unerlässlich.

Der Aufbau muss – soweit möglich – hohlraumfrei hergestellt werden, auch darf keine Zugluft an Wandbereichen oder Stößen unter / zwischen die Dämmplatten geraten, da dies besonders im Winter zu unterschiedlichen Temperaturbereichen im Aufbau führen würde. Hier könnte dann Kondensat ausfallen.

Wenn Platten- oder Rollenware benutzt wird muss der Untergrund topfeben sein um eben die erwähnten Hohlräume nicht entstehen zu lassen. Wenn beispielsweise die Lehmdecke ein anderes Höhenniveau als die Balkenoberkante besitzt, liegen die Dämmbahnen gekrümmt und die Stärke der Dämmschicht an den Stößen ist nicht mehr homogen.

Wenn man mit Rollen- / Plattenware arbeiten will eignet sich beispielsweise Hanf besser, da etwaige Formabweichungen oder auch Spalten leichte ausgestopft werden können – von der angenehmeren Verarbeitung ganz abgesehen. Zudem ist das Material kapillaraktiv.

Wenn beispielsweise im Winter Kondensat in der kälteren, oberen Schicht der Dämmebene ausfällt, kann ein kapillaraktives Material ausgefallene Feuchtigkeit an die Oberfläche transportieren, wo diese dann abgeführt wird. Nicht kapillaraktives Material wie beispielsweise Glaswolle verfügt nicht über diese Möglichkeit. Die Feuchtigkeit sitzt in der Dämmebene und braucht weitaus länger um diese wieder in der Dampfphase verlassen zu können.

Ich persönlich würde zu einer Schüttung tendieren. Begehbare Bereiche im Dach müssen hinterlüftet ausgeführt werden.

Gruß aus Wiesbaden,
Christoph Kornmayer



kein Tauwasser?



Ich kann es mir kaum vorstellen?
Ich hab für mich schon etliche Varianten durchgerechnet.



Aufbau in www.u-wert.net



Hallo Fabig,

anliegend der Aufbau den ich bei U-Wert eingegeben habe,

Gruß Stefan



ups



Lehm auf Luft?
Mineralwolle ohne Rahmenhölzer und ohne Abdeckung?
Ist dein dein Dach wirklich so dicht das dies geht?



Hallo Fabig



Du kannst dir gerne die Mühe machen oberhalb der GK - Platte die Lattung als UK noch in die Luftschicht einzuarbeiten und den U-Wert Rechner darüber hinaus quälen, dass er die Lehmwickel zwischen den Deckenbalken präzise darstellt. Sollte sich daraus ein Kondensatauswurf ergeben, bitte ich dich die U-Wert Berechnung hier einzustellen. Vielen Dank, Stefan



wie schon gesagt, ich suche schon lange



für mich die optimale Variante.
Klick
Es reicht wenn du oben einen 20mm Rauspund drauf packst.
Bei mir kommt durch die Biberdeckung gern mal Pulverschnee oder auch Regen durch, wenn der Wind bei den Niederschlägen stark ist.
Aus dem Grund muss ich die Dämmung schützen und kann auch keine Mineralwolle nehmen.
Wenn du ein winddichtes Dach hast und es mach der Dämmung nicht betreten willst, könnte es passen.



Hallo Fabig



Interessanter Aufbau, mit der anfallenden Feuchtigkeit wird die Holzfaserdämmung wohl fertig werden. Nein, ich muss da nicht wirklich oft langgehen, ggf. werde ich einen Laufbereich etwas aufgeständert schaffen. Das Dach ist soweit dicht, bei dir ist der Biber wohl Bestand ohne Unterspannbahn, oder? Ist er denn vermörtelt?

Gruß, Stefan



ja



der "war" vermörtelt.
Auch keine Unterspannbahn.
Der Verstrich soll noch erneuert werden. Aber spätestens bei richtigen Schlagregen ist trotzdem alles leicht feucht.



da hat mich jetzt jemand wieder verwirrt



Klick: Dämmung??
Mist :D
Vielleicht waren die 500€ fürs erste Halbjahr für die Heizung doch nicht zuviel Geld.