Aufbau Dämmung obere Geschossdecke




Hallo zusammen!

Nachdem mir bei meiner letzten Fragestellung hier so toll geholfen wurde habe ich die Hoffnung, dass auch bei dem jetzt unmittelbar bevorstehenden Projekt jemand einen guten Tip parat hat. Leider konnte ich in der Forensuche keine Antwort auf die Frage finden (oder war zu blöd dazu?)

Aktuell geht es um den Dachboden / oberste Geschossdecke. Der Bodenbelag (Weichholz) des Dachbodens war stellenweise schon stark verrottet. Um dem weiteren Verfall vorzubeugen haben wir den Belag jetzt an den schlimmsten Stellen entfernt. Jetzt soll ein neuer Bodenbelag und eine geeignete Dämmung her.

Bei der Decke handelt es sich um eine Holzbalkendecke die mit Lehmwickeln aufgefüllt ist. Von unten sind Putzträger angenagelt und und mit Kalkputz verschlossen. Zum Dachboden schliessen nur die Weichholzdielen ab. Darunter die Lehm / Lehmwickelfüllung welche jetzt blank liegt. Leider ist ein teil der Deckenbalken (20x20) auch schon angerottet. Der Schraubenzieher dringt ungefähr 1 bis 1,5 Zentimeter ein.

Der Spitzboden soll begehbar sein aber nicht ausgebaut werden.

Als erstes kam mir ein Bodenbelag aus OSB-Platten in den Sinn. Habe aber bedenken das dann Feuchtigkeit in die Lehmdecke und die Holzbalken zieht. Auch wäre die Frage was man bezüglich der Verrottung der Holzbalken macht. Die sieht mir so aus aus wäre sie schon aus grauer Vorzeit.

Anbei habe ich zwei Skizzen gehängt zum bessren Verständnis der Gegebenheiten.

Viele Grüße und vielen Dank vorab!

P.S.: Der Fußboden aus dem letzten Beitrag ist leider erstmal wegen Prioritätenverschiebung auf Eis gelegt. Aber aufgeschoben ist ja leider nicht aufgehoben ;-)





Hier noch eine Skizze



"angerottete" Balken



"angerottete" Balken kann viel heissen. Wenn es kein Hausschwamm ist sondern nur Holzbock bei Kiefer können die Balken oftmals so belassen werden, denn der Holzbock bzw. seine Larven gehen nicht in den harten statisch relevanten Kern. Ohne Holzgutachter würde ich da nicht selbst rangehen, die paar hundert Euro habt Ihr gegebenen Falls sehr schnell eingespart.
Grüße
Matthias Rauer



Schadbild



Also dem Schadbild nach handelt es sich um den Hausbockkäfer. Feuchtigkeit oder Pilzbefall ist am Holz nicht mehr festzustellen.

Hausbockkäfer Bild


Es wäre noch zu erwähnen, dass die Substanz ca. 175 Jahre alt ist und es nicht aussieht als ob der Bock noch aktiv ist....



Eine erneute Recherche...



...hier im Forum hat mich noch mehr verwirrt.

Langsam kommt es mir so vor als wäre es das beste einfach auf die ganzen Folien komplett zu verzichten.

Wenn ich es richtig sehe saugt sich sowohl der natürliche Dammstoff (Holzfaser etc.) als auch die Mineralwolle mit Feuchtigkeit voll. Jedoch ist es bei beiden sinnvoll, dass sie im Sommer wieder abtrocknen kann.

Macht es Sinn den Aufbau komplett offen zu lassen? Also Mineralwolle direkt auf die Lehmdecke legen und die Dämmung nach oben nicht mit Platten/Dielen zu verschliessen sondern großzügig hinterlüftet zu lassen? Also Quasi ein begehbares Gitter o.ä. als Bodenbelag auflegen?

Zumindest der u-Wert-Rechner gibt mir recht. Das Feuchteproblem entsteht erst wenn man die Dämmung oben abschliesst...

So wäre, selbst wenn sich Feuchtigkeit in Decke oder Dämmung niederschlägt eine Trocknung in den Sommermonaten möglich. Der Dachboden ist naturgemäß knallheiß und luftdurchzogen.

Oder ist das jetzt totaler Humbug?

Für einen Tip wäre ich dankbar!

Gruß



Was haltet ihr von folgendem Aufbau?



Oder ist der Rechner nicht für Deckenplanung ausgelegt?



Deckenaufbau



Verzichten Sie auf die Dampfsperre Nr.2. Sie bekommen sie nicht dicht verlegt. Bauen Sie statt dessen eine feuchtevariable Dampfbremse ein und schließen Sie mit dem systemeigenen Katruschenkleber dicht an die angrenzenden BAuteile an und putzen Sie ein. Damit haben Sie die ungeplante Konvektion von Raumluft in die Decke vermieden.

Die Dämmung oben auf der Decke muß mit einer diffusionsoffenen, aber winddichten Windsperre abgeschlossen werden, da nur eine winddichte Dämmung dämmt.

Damit das eventuell eingedrungene Kondensat aus dem Raum darunter abtrocknen kann, muß der begehbare Belag in der Tat nach Art einer hinterlüfteten Fassade auf Abstand zu dieser Windsperre aufgebaut und oberhalb der Windsperre belüftet werden. Sie können dazu Rauhspund auf Lücke Verlegen und/oder generell einen breiten Randstreifen offen lassen.

Was nicht funktioniert, ist die Verlegung des Bodenbelags direkt auf der Dämmung, nicht hinterlüftet. Es bildet sich Kondensat an der kalten Unterseite des Bodenbelags.