Deckenfüllung raus was nun rein ??????

20.09.2004



Hallo,
ich habe ein Fachwerkhaus geerbt. Nun will ich die Decke im OG komplett erneueren , da es mal einen Wasserschaden gab und unter den Dielen ( die schon entfernt sind )war schimmelpilz. Trägerbalken sind i.O . So die Lemfüllung soll raus. Nun meine Fragen:
Kann und soll ich die Balken imprägnieren ??
Wenn ja mit was ?
Was mach ich jetzt als Füllung rein ??
Blähton oder Isover-dämmmatten oder was gibt es noch so ?
So darüber so dann Ausgleichslattung , OSB und dann Dielung schwimmend verlegt. Wäre das OK ??
Achso wie stark sollten die OSB Platten sein ?? ( Balkenabstand 1,20m
Über Antworten und Hilfen wäre ich sehr dankbar.



gefüllte Decken



Lieber Josef

Mal unabhängig von der Frage warum du die Lehmfüllung entfernen willst, haben wir mit Zellulosefaserdämmung bei belasteten Hohlräumen gute Erfahrungen gemacht.

Der hohe Anteil an Borsalzen macht allen möglichen Krabbeltieren und dem Schimmel das Leben ein wenig schwerer und besitzt auch ausgezeichnete Schallschutzeigenschaften (Wobei noch auf Gewichtsmasse und Schichtentrennung zu achten wäre).

Das mit dem weiterren Schichtenaufbau sollen ein paar Kollegen beantworten, bin leider etwas knapp mit der Zeit heute.


Gruß


Lutz Parisek



Deckenaufbau



Was der Lutz geschrieben hat ist erst schon mal in Ordnung. Der Balkenabstand ist allerdings mit 1,20 m ungewöhnlich groß und ich empfehle die Statik zu überprüfen. Bei einem Balkenabstand von 1,20 ist mit OSB wahrscheinlich nichts mehr zu machen. 25 mm Platten reichen für einen Balkenabstand von einem Meter.
Alternativ kann mit Furnierplatten oder Vollholz gearbeitet werden. Bei Vollholz sind gem. DIN 1052 für statisch nicht gesondert nachgewiesene Konstruktionen 35,5 mm erforderlich. Hierbei ist noch zu beachten, das diese Lage eine kraftschlüssige Verbindung mit den Deckenbalken erhalten muß. Also die Ausgleichslattung bringt je nach Ausführung statische Probleme mit sich.
Darüber einen schwimmenden Aufbau z.B. Pavatex mit einem Dielenboden ist OK.



Aufbau



Im Großen und Ganzen sind die Vorantworten richtig!
Doch der Kosten halber würde ich folgenden Aufbau wählen, der auch noch baufhysikalisch gut ist und auch schwingungstechnisch sich gut gibt:
Einschub (Bretter zwischen den Balken, kompletter Rieselschutz, Lehmschüttung entsprechend Deckenbelastung ab 650 kg/m³ bis Oberkante Balkenlage, darüber ein dickes Hanfvlies ca. 8-10 mm und darauf eine schöne dicke Holzdielung ca. ab 32 mm oder stärker und diese nach einer B-Sortierung nachfragend, auswählen. Wenn möglich mittels umlaufender Nut-Spund-Variante.
Kurz noch was zum Rieselschutz. Dieser sollte komplett über die Balken und dem Einschub verlegt werden!
Trotzdem die Rückfrage: Warum eigentlich den Lehm entfernen, denn er ist doch ein gutes Baumaterial hinsichtlich Holzschutz und Feuchteregulierung?

Mit Fachgrüßen aus der Lausitz
der LehmHandWerker



re



Hallo ,
vielen Dank für die schnellen Antworten...
Also der Lehm bleibt jetzt drin :-)) Ist wohl das Beste .
Jetzt noch eine Frage soll ( oder kann ) ich die alten Balken imprägnieren ( behandeln ) ?? Wenn ja mit was ??
Gruß Josef



Imprägnierung...



...ist eigentlich nicht notwendig, sofern keine Schädigung oder anderweitige Befallsituation erkennbar ist (Anobien oder Pilz odgl. mehr).
Lehm ist Holzschutz genug, doch wenn es Dich beruhigen sollte, dann streiche das Gebälk mittels Borsalz süffig ein.
Gibt's als Pulverform beim Naturfarbenhändler oder ich kann's Dir auch beschaffen.

Grüße aus der nassen Lausitz.