Auf welche Art Fundament steht unser 4 Ständerhaus ?

08.11.2017 Jan



Hallo Community,

wie in der Überschrift erwähnt, wäre es hilfreich zu wissen worauf unser Haus steht, da wir in allen 4 Hauptständerwänden Wasser stehen haben. Betrofen sind auch nur die 4 Hauptständer und keine einzige zwischenwand. Unsere Vermutung ist eine gebrochene Leitung unter dem Haus oder aufsteigende Feuchtigkeit aus dem Erdreich. Am Freitag kommt der Leckorter.

Mit freundlichen Grüßen

Jan



Zwar ohne Brille



aber ich kann kein Fachwerk erkennen und woraus das Fundament besteht auch nicht.



Disneyland in Niedersachsen



meinst du mit den "4 Hauptständerwänden" die Außenwände?
Wo zeigt sich das Wasser ?
Ggf. an der Innenseite der Außenwände am Fußpunkt der Wand?

Um auf deine Frage zurück zu kommen - bei uns stehen ältere Fachwerkhäuser mit den Sockeln einfach auf dem gestampften Lehm. Ggf ist die erste Sockelreihe mit größeren Bruchsteinen fundamentiert. Fachwerkhäuser sind Leichtbauten. Die brauchten keine aufwendigen Fundamente.

Ich glaube ja erst mal nicht, das der Leckorter wirklich die Ursache findet. Wir werden sehen.

Alles gute - Ingenieurbüro Bergisches Land - M.Mattonet



Klar sind das



hier auch große Bruchsteine als Fundament. Sieht man doch auf dem Bild. Entweder ist das schon die unterste Reihe oder da kommt noch eine. Danach kommt dann Dreck. Wollte der Leckorter das wissen, oder warum fragst du?



Beantwortung der Fragen



Danke euch erstmal für die schnellen Antworten. Jetzt die beantwortung der offenen Fragen.

meinst du mit den "4 Hauptständerwänden" die Außenwände?

Die beiden Außenwände inkl. Gibelwand, sowie die 2 Innenliegenden tragenden Wände.

Wo zeigt sich das Wasser ?

An dem Fußpunkt der Wände. Von außen ist aber soweit ersichtlich, alles trocken.

Ggf. an der Innenseite der Außenwände am Fußpunkt der Wand?

Ja, sowie bei den 2 Tragenden Innenwänden.

Wollte der Leckorter das wissen, oder warum fragst du?

Ich wollte ihm so viele Informationen wie möglich zu kommen lassen, da Fachwerkhäuser ja sehr Speziel sind.



Niederdeutsches Hallenhaus



Für mich hört sich das eher nach Kondensationsproblematik an als nach Wasserschaden.
Hast du von dem Schadbild auch ein Bild ?


Soweit ich weiss, ist die Fundamentierung beim Niederdeutschen Hallenhaus meist etwas aufwendiger als in unserer Gegend. Merkt man schon bei uns je weiter man ins Westfälische kommt. Hängt auch mit dem Bodenverhältnissen bei "euch im Norden" zusammen.



Außenwand



steht auf Bruchstein - das ist bei fast allem altenHäusern so.
Ein "echtes" Fachwerk ist von außen nicht sichbar, da scheint alles überputzt und dann aufgemalt zu sein. Ich könnte mir ebenso Kondensat vorstellen - dazu müsste man aber Temperatur und Luftfeuchte an den Außenwänden innen messen.



Danke für eure Antworten.



Der Leckorter hat leider nichts gefunden.
Ein Foto einer inneren nassen Wand habe ich mit bei gefügt.
Was heißt denn Kondensationsproblematik?
Wir haben auch 3 verschiedene Wandaufbauten ( Leider immer wieder verfuscht )
Falls der Wandaufbau von außen nach innen hilft.

1. beide seiten: Rauputz, Styrodor, Luftschicht, Fachwerk, Lehmputz (Wie auf dem Foto)
2. Gibel Ostansicht: Kalkzementputz, Kalksandstein(Fachwerk wurde entfernt, wohl schadhaft), Kalkzementputz
3. Wetterseite: Vorhängedachziegel, Kalkzementputz, Fachwerk, Lehmputz

Vielleicht hilft das ja jemanden.



Feuchtigkeitsursache



Wenn die Styrodurdämmung außenseitig vor dem Fachwerk angeordnet ist wäre Feuchtigkeitsausfall nicht verwunderlich:
außen weitestgehend diffusionsdichter Aufbau mit Luftschicht bewirkt, dass Feuchtigkeit aus dem Raum oder der Luftschicht an der möglicherweise wegen Belüftung kalten Oberfläche ausfällt und sich am Fußpunkt sammelt.

Zur Überprüfung bis zum XPS öffnen.

Was soll eine Luftschicht zwischen Dämmung und Fachwerkwand bewirken außer Kondensatausfall?
Zudem wird die Dämmwirkung stark reduziert bzw aufgehoben.

Wie wurden die Fußpunkte ausgebildet?

Dass Taupunktunterschreitung vorliegt und kein Rohrbruch liegt schon wegen Feuchtigkeit nur in Außenwänden nahe.

Fachwerkwände sollten nie mit diffusionsdichten Materialien verkleidet werden.
Wenn gedämmt werden soll hätten außen auf das Fachwerk zB Holzfaserdämmplatten dicht aufgebracht und verputzt werden können.

Wer auf Fake-Fachwerk nicht verzichten kann könnte auf vorher montierten Dämmplatten Bretter als FW-Imitat anbringen und dazwischen Heraklith befestigen und verputzen.

Andreas Teich



Andreas Teich



Vielen Dank für Ihre Argumentation.

Nur bleibt leider die Frage, wieso auch die tragenden Innenwände naß sind und die Raumtrennwände Trocken.



Wandfeuchtigkeit



Am besten Fußpunkte Freilegen und sehen ob es austrocknet.
Bei dichten Putzen/Beschichtungen wird Austrocknung stark behindert.
Gibt's kältere Zimmer oder Flure bei den feuchten Wänden?

Andreas Teich



Wandfeuchte



Auf was stehen die nichttragenden Trennwände?
Aus was bestehen sie?



Welche Wand denn nun ??



Betrofen sind auch nur die 4 Hauptständer und keine einzige zwischenwand - das heißt für mich: die 4 Außenwände und keine Innenwand ..... Irgendwie reden wir aneinander vorbei .....



Fachwerkbauweise



Zu meinem Verständnis:
Hier wird andauernd von Vierständerhaus und Hauptständer usw. geschrieben.
Wo sind diese Sch.-dinger?



Antworten



Am besten Fußpunkte freilegen und sehen ob es austrocknet.
Bei dichten Putzen/Beschichtungen wird Austrocknung stark behindert.

Werde ich machen und dann berichten.

Gibt's kältere Zimmer oder Flure bei den feuchten Wänden?

Diese Wand ist am Wohnzimmer sowie am Badezimmer und einem Schlafraum dran. Also eher warme Zimmer.

Auf was stehen die nichttragenden Trennwände?

Auf dem Estrich.

Aus was bestehen sie?

Aus 11,5cm Kalksandsteinwänden

Betrofen sind auch nur die 4 Hauptständer und keine einzige zwischenwand - das heißt für mich: die 4 Außenwände und keine Innenwand ..... Irgendwie reden wir aneinander vorbei .....

Ich habe Ihnen ein Bild zur veranschauung beigefügt. Von dem Vierständerhaus reden wir. Dies hat auch 2 Tragende Innenwände.

Gruß Jan



Sag ich doch



Wie erwartet Niederdeutsches Hallenhaus.
Ohne dir Jan zu Nahe treten zu wollen scheint das Hüsken (bergisch für Haus) ganz schon vermurkst zu sein. Aber es ist eben wie es ist.

Es ist sehr schwer bei den ganz unterschiedlichen, Großteiles nicht fachgerechten, zusammengemischten Bauweisen eine eindeutige Antwort zu finden. Trotzdem sehe ich nach wie vor die Hauptursache eher in der Kondensation der Luftfeuchtigkeit an kalten Wänden.
Begründung: Es sind scheinbar die Wände betroffen die bis in die Fundamentierung gehen (nicht betroffene Trennwände stehen auf Estrich). Das Bild mit der zerstörten Zarge zeigt auch eher eine typische Schimmelproblematik auf Kondensationsfeuchtigkeit. Gibt es Messungen, ggf Langzeit, zu den Temperaturen und Feuchtigkeiten an den betroffenen Wänden?
Daneben scheint mir aber der Bodenaufbau auch seine Spuren hinterlassen zu haben. Die atomisierte Zarge war ja scheinbar von unten durchgeweicht. Kannst du den Bodenaufbau detailliert beschreiben.
Kann es sein, das der Bodenaufbau den Feuchtigkeitsaustritt von Bodenfeuchtigkeit an den tragenden Wänden begünstigt.

Ich weiss die Fragen gehen weit mehr ins Detail als das ein Laie beantworten kann. Ich denke, die Fragen sollten aber geklärt werden. Und um ehrlich zu sein, ich denke du solltest dem schlechten Geld für den Lecksucher noch gutes Geld für einen im Altbau und Fachwerk erfahrenen Gutachter/Ingenieur hinter her tragen. Es wird nicht EINE Antwort geben sondern eine Liste von Antworten.

Viel Glück und ein gutes Händchen bei der Gutachtersuche. Schau mal hier in die Liste des Forums oder spreche die igb an.
Ingenieurbüro Bergisches Land – M.Mattonet



Wandfeuchte



Also geht es hier um die Außenwände sowie die tragenden Innenwände und nicht um einzelne, freistehende Ständer.
Wenn nichttragende Innenwände unten nicht auffeuchten kann das daran liegen das sie AUF einer gedämmten Bodenplatte bzw. einem gedämmten Estrich nachträglich aufgesetzt wurden.
Was bei Ihnen genau los ist sollte sich wirklich ein Fachmann vor Ort ansehen. Ob der der Leckorter ist glaube ich nicht.



Antworten



Ohne dir Jan zu Nahe treten zu wollen scheint das Hüsken (bergisch für Haus) ganz schon vermurkst zu sein. Aber es ist eben wie es ist.

Ja Leider Gottes.

Gibt es Messungen, ggf Langzeit, zu den Temperaturen und Feuchtigkeiten an den betroffenen Wänden?

Nein, aber werde ich jetzt mit anfangen.

Kannst du den Bodenaufbau detailliert beschreiben.

Bei den Dielen Böden ist die Lattung auf dem Erdreich und ansonsten ist der Estrich mit Trennfolie auf dem Erdreich.

ich denke du solltest dem schlechten Geld für den Lecksucher noch gutes Geld für einen im Altbau und Fachwerk erfahrenen Gutachter/Ingenieur hinter her tragen

Das schlechte Geld muss man Leider investieren um die einfachste Sache ausschließen zu können :P aber das wird dann der Nächste Schritt sein.

Also geht es hier um die Außenwände sowie die tragenden Innenwände und nicht um einzelne, freistehende Ständer.

Genau so sieht es aus.

Danke euch schonmal bis hierher !!!