Auf beschädigte Holzdielen Mosaikparkett verlegen

05.01.2021 Krisztina

Auf beschädigte Holzdielen Mosaikparkett verlegen

Hallo, ich habe ein Raum, wo auf die alte (schwimmend verlegte) Holzdielen Jahrzehntelang mehrere Sichten PVC lag und zwischen Holz und PVC eine Art Pappe, was an viele Stellen an die Dielen festgeklebt ist. Diese Stellen kann ich nicht abschleifen, weil es dadurch noch klebriger wird. Ich habe versucht mit Heißluft, es geht nur sehr-sehr mühsam voran oder gar nicht und dabei verkratze ich den Holz auch noch. An manche Stellen habe ich das Gefühl, dass diese Zeug in dem Holzdielen eingeschmolzen sind.
So möchte ich lieber neue Boden machen, ich habe sehr schöne Buche Mosaikparkett bekommen, aber bin unsicher, in welche Art ich es Verlegen sollte, mit Trittschalldämmung oder ohne, Kleben oder schwimmend verlegen. Für jede Ratschläge und Erfahrungen würde ich mich sehr freuen! Danke!



Dielen schleifen



Die dunklen Stellen sehen mir stark nach Ochsenblut aus. Das ist eine meist dunkelrote Ölfarbe, die durch die Reibungswärme beim Schleifen gerne schmiert. Der Boden sieht aber insgesamt noch nicht schlecht aus, daher frage ich mich, mit was Ihr den Boden zu schleifen versucht habt. Mit den üblichen Maschinen, die man zu Hause hat, wird das eh nichts. Dafür leiht man sich am besten eine Walzenschleifmaschine und einen Kantenschleifer aus dem Baumarkt (ja, das ist im Moment nicht so einfach) und dann ist ein durchschnittliches Zimmer in einer Stunde geschliffen.

Viele Grüße
Tilman



Ochsenblut ja,


Ochsenblut ja,

aber die Reste von diese merkwürdige Unterlage (pappe o.ä.) ist fest in/auf die Dielen. Ich habe schon auch mit Hobel versucht, aber 25qm möchte ich nicht behandeln, abgesehen davon, dass ich den Holz noch mehr kaputt mache.
Wenn es bloß Ochsenblut wäre, würde ich so lassen, wie auch in die andere Zimmern, sieht recht gut aus.
Und mein Mosaikparkett, was ich verlegen möchte, ist richtig schön

Ein Nachbarn hatte dieselbe Problem, er hat tatsächlich geschliffen - mehrere Tage lang, er meinte aber, er hat so viel Schleifpapier verbraucht, dass es für zwei Turnhallen ausreichen würden.
So habe ich mir gedacht Holzfaser Trittschalldämmung darauf, die gleicht auch die Unebenheiten aus und darauf die Mosaikparkett verkleben.

Die Frage ist, kann man das so machen? Oder soll ich andere Dämmung runterlegen, muss es geklebt werden oder gar keine oder muss man überhaupt den Mosaikparkett kleben...

Eventuell auf diesem Bild ist es mehr erkennbar.
Danke Tilman!



Entscheidungshilfe



Vorerst nochmal ein paar Worte zur Dielensanierung: Wenn Ihr Nachbar tagelang geschliffen hat, hat er definitiv das falsche Werkzeug verwendet. So etwas geht einfach nicht mit einem Schwing-, Exzenter- oder Bandschleifer. Auch Ihr Hobel hat eine viel zu geringe Auflagefläche. Dafür mietet man sich eine Walzenschleifmaschine und fängt mit 40er (eventuell sogar 25er) Korn an und dann sind die 25m² auch in einer Stunde sauber geschliffen. Die eingeklebten Reste der Pappe sind da völlig egal, da Sie eh wenigstens einen Millimeter runterschleifen. Eine Walzenschleifmaschine verklebt übrigens nicht so leicht. Sie werden bei der Raumgröße vielleicht 3-4 Schleifbänder brauchen, bis Sie eine saubere Oberfläche ohne Farb- und Pappreste haben.

Wenn Sie Parkett verlegen wollen, kommt da natürlich eine Trittschalldämmung drunter. Ob das Parkett verleimt oder nur geklickt wird, hängt von der Art des Parketts ab. Das gibt der Hersteller vor.

Was allerdings grundsätzlich gilt ist, dass Sie einen ebenen und stabilen Untergrund brauchen. Kleine Unregelmäßigkeiten durch die Pappreste sind da nicht einmal das Problem. Der Boden muss nicht nur steif genug, sondern auch flächig eben sein, damit keine Hohlräume unter dem Parkett sind. Allgemein wird eine maximale Unebenheit von 3mm auf 1m Länge genannt, ich würde aber eher maximal 2mm tolerieren. Um das zu messen, brauchen Sie eine Richtlatte von wenigstens 2m Länge und messen an verschiedenen Stellen im Raum und in verschiedene Richtungen.

Mit aller Wahrscheinlichkeit wird dabei herauskommen, dass Sie die Dielen ausbauen und die Balken durch Anlaschen von Bohlen begradigen müssen, um darauf einen neuen tragfähigen Untergrund wie zum Beispiel OSB zu verlegen. Im besten Fall sind die Unebenheiten so gering, dass Sie nur mit einer Schleifmaschine die Dielen behandeln müssen. Sie haben also günstigstenfalls die selbe Arbeit, als wenn Sie die Dielen Aufarbeiten wollten. Lediglich den Feinschliff sparen Sie sich. Wenn Sie das Parkett also aus optischen Gründen lieber haben, ist das völlig in Ordnung. Wenn Sie sich damit Arbeit sparen wollen, kann ich Ihnen versichern, dass Sie damit abgesehen von den deutlichen Mehrkosten auch viel mehr Arbeit haben werden.

Viele Grüße
Tilman



Arbeit sparen



geht bei mir nicht :-) mein Haus, meine Baustelle ist mein Leidenschaft. Eben möchte ich dazu lernen.

Der Boden ist gerade (hier hat früher eine Tischler/Schreinerfamilie gewohnt), haben wir schon geprüft, eben diese verklebte Reste sind schrecklich. Als die Oma alleine geblieben ist, haben die Kinder diese eine Zimmer für sie schnell abgedichtet mit diese komische Pappe, PVC, Teppichboden etc.
Ich werde mit eine Walzenschleifmaschine rangehen. Wenn alles schief geht, mache ich die Dielen raus...im Frühling.
Vielen Dank für die ausführliche Antwort!