holzfußboden aufbau

03.12.2006



Hallo zusammen,
ich möchte gerne in meinem "alten bauernhaus" ein Badezimmer ins erste og bauen. ich habe über den alten Balken eine bretter Decke und habe ich noch ca. acht cm luft zur oberkannte des flurs.
was kann ich jetzt noch drauf bauen um später zu fliesen???
hatte irgendwo gelesen das man eine ausgleichsschüttung machen kann und dann trockenestrichplatten rauf und gut.
stimmt sowas??
bräuchte mal ein paar tips...



Fußbodenaufbau Bad



Lieber Dirk,
für Fußbodenaufbauten auf Holzbalkendecken gibt es eine ganze Reihe von Aufbauvarianten auch für Fliesenbeläge, die bei der Höhe hineinpassen würden. Ich empfehle Dir, erst einmal in Ruhe nachzudenken, ob es wiklich Fliesen sein müssen. Ich glaube, zu einem alten Bauernhaus würden Dielen auch im Bad besser passen. Wenn du unbedingt Fliesen haben willst, empfehle ich Dir den Einbau eines Gussasphaltestrichs als Untergrund, auf jeden Fall aber erfahrene Handwerker für den Badeinbau.

Viele Grüße

Georg





als erfahrenen handwerker was das sanitär geschäft angeht würde ich mich selber zählen. hab irgendwie mal heizungsbauer gelernt und bin auch so noch gut im kontakt zu alten kollegen... mein problem ist echt nur der fußboden. ist Asphalt nicht vielleicht zu schwer für die alten balken?? habe etwas "angst" wegen der traglastgeht, nicht das ich irgendwann mit meiner Badewanne in meiner neuen Küche im ersten stock sitze :-) gibt es nicht auch was im Trockenbau bereich??



Gussasphalt



stinkt !
Und es gibt ungesunde Ausdünstungen, im Wohnraum würd ich auf sowas verzichten ! Vor längerer Zeit gab es schon mal Beiträge zum Thema Gussasphalt im Innenraum, suchen sie mal ein wenig in den Schwerpunktthemen !



unser bad....



... hab ich so aufgebaut:

- Dielen (ca20mm) auf Balken verspaxt
- Badinstallation teilweise auf Boden verlegt
- Rieselschutz ausgebracht
- PU Streifen am Rand zur Schallentkopplung
- Schüttung maxit clay (Alternativ zu Fermac....)
- Trockenestrichelement von Ferma....
- Tiefengrund
- Fliesen (Boden 33*33 / Wand 25*33)
- fertig

Bin mal gespannt ob dies die beste Lösung war, Holzboden ist für uns keine Alternative gewesen.

Grüße aus dem konservativen Schwöbaländle

Carsten



Badfußboden



Gussasphalt stinkt...
nun, das ist hier wohl eher eine Glaubensfrage. Gußasphalt ist ein bewährter Estrich, der aus Naturasphalt (Trinidad epure) und bzw. Hochvakuumbitumen als Bindemittel und Mineralstoffen besteht. Der Bindemittelgehalt liegt bei etwa 6 - 8%. Das mit dem "stinken" ist möglich bei der Verwendung von Steinkohlenteeren und Steinkohlenpechen, die früher als Bindemittel eingesetzt wurden und deren Emissionen als schädlich bzw. krebserregend eingestuft sind. Auch einige Straßenbaubitumen mit niedrigeren Härten und Zumischungen von Ölen und Lösungsmitteln (Fluxbitumen, Kaltbitumen), die für z.B. Reparaturzwecke eingesetzt werden, riechen bzw. gasen aus. Solche Materialien werden nicht als Gußasphalt in Aufenthaltsräumen eingesetzt. Die heute eingesetzten Bindemittel gelten als biologisch und physiologisch unschädlich. Trinidadasphalt ist ein Naturprodukt, Vakuumbitumen kann auf Grund seiner Herstellung nicht mehr bei Raumtemperatur ausgasen. Gussasphalte findet man in vielen öffentlichen Einrichtungen, in Krankenhäusern und selbst in Betrieben der Lebensmittelverarbeitung. Da die Schichtdicken beim Einbau zwischen 25 und 35 mm liegen, ist das Gewicht kein Problem. Vorteil ist seine Wasserdichtigkeit, dadurch wird eine gesonderte Abdichtung des Fußbodens überflüssig. Wenn Sie Angst vor schädlichen Ausdünstungen haben, sollten Sie konsequent sein und alle Erdölprodukte aus Ihrem Wohnumfeld verbannen, da Kunststoffe Weichmacher emitieren, Klebstoffe Lösungsmittel abgeben, die oft eingesetzten Polyurethan- Dichtschäume Isocyanat freisetzen können, Polystyrol- Schaumplatten krebserregendes Styrol emitieren, Holzschutzlasuren Pyretroide ausgasen können usw....

Verfallen Sie deshalb trotzdem nicht in Panik und bauen Sie weiter an Ihrem neuen Zuhause

Viele Grüße
Georg



Gussasphalt



Danke für die Aufklärung bzgl. des Gussasphalts Herr Böttcher ! Wenn sie mir jetzt noch sagen könnten aus was Bitumen besteht, und wie sich sein unidentifizierbarer(!) Inhaltsstoffcocktail gesundheitlich auswirkt, dann bin ich vielleicht wieder beruhigt ! Angst vor schädlichen Ausdünstungen wegen all der Stoffe die wir verbauen, hab ich nicht wegen meiner Gesundheit ! Als Maler/Lackierer hab ich wahrscheinlich in all den Jahren genug abgekriegt ! Aber um die Kinder geht es !!! Wenn sie einen jahrelangen Krieg des Körpers, gegen alle möglichen bekannten und unbekannten Allergene und Reizstoffe, führen müßten wie meine Prinzessin, würden sie vielleicht auch etwas vorsichtiger sein mit Empfehlungen ! Glauben sie mir, nach wirklich unzähligen Arztbesuchen und Hautklinikaufenthalten,immer wiederkehrenden Darmsanierungen, offene Wunden bis aufs Fleisch,usw. usf.,vom finanziellen Aufwand ganz zu schweigen, schaut man schon was man verbaut und sucht nach Alternativen ! Und so nach und nach versuch ich auch all das Zeug, das sie in ihren Schlußsätzen erwähnen, und das ich in meiner damaligen Dummheit, Unwissenheit, Gutgläubigkeit verbaut hab, rauszubekommen aus der Hütte ! Aber warum schreib ich das ? Ist ein müßiges anrennen gegen Windmühlenflügel ! Solange man selbst nicht betroffen ist macht man sich keine Gedanken !
Verfallen Sie deshalb trotzdem nicht in Panik und bauen Sie weiter an Ihrem neuen Zuhause !

Viele Grüße
Thomas



bad fußboden...



also mich interessieren mehr möglichkeite wie carsten sie geschrieben hat oder bestätigungen.
zum thema gussasphalt, der rotz kommt mir nicht in die bude, egal ob gesund oder ungesund. hab einmal auf nem bau damit gearbeitet. danke bin bedient.....



Gußasphalt



Lieber Herr Lingl,
das Sie als gebranntes Kind das Feuer fürchten, ist mir jetzt klar. Erst mal zu meinen eigenen Erfahrungen mit Gußasphalt: ich habe ihn als verantwortlicher Bauleiter und Planer in mehreren Objekten, auch in der Sanierung, eingesetzt.Beim Einbau riecht man etwas, aber der Geruch hält sich in Grenzen und kommt hauptsächlich von den aufgeheizten Arbeitsmitteln und den Trennmitteln auf Wachsbasis, die eingesetzt werden, um die Arbeitsgeräte sauber zu halten. Hart- bzw. Naturbitumen, die als Bindenmittel bei Gußasphalten im Hochbau eingesetzt werden, gasen selbst beim Einbau nur noch in ganz geringem Maße, da die Verarbeitungstemperaturen im Gegensatz zu früher um 20 - 50°C gesenkt wurden. Eine krebserregende Wirkung von Emissionen während des Einbaues für die Beschäftigten wird ausgeschlossen. Die Emissionen liegen bis zum 10- fachen unter den erlaubten Grenzwerten.Während der Nutzungsphase, also unter normalen Temperaturbedingungen, sind Emissionen ausgeschlossen, da alles an flüchtigen Bestandteilen durch den Herstellungsprozess aus dem Bitumen entfernt wurde. Nur wenn Sie Gußasphalt bis zur Pyrolyse erhitzen, also auf Temperaturen weit jenseits von 300°C,kommt es zu Ausgasungen, das ist dann aber wohl das kleinste Übel in der Wohnung.Übrigens wird Gußasphalt als nicht brennbar eingestuft Falls Sie weitergehende Informationen über die gesundheitlichen Aspekte der Verarbeitung von Gußasphalt einsehen möchten, empfehle ich Ihnen auf der Seite www.Bauzentrale.com/news/200671202.PHP4 nachzuschauen. dort gibt es einen Bericht zu einer Fachtagung von Arbeitsmedizinern zum Thema Verarbeitung von Bitumen und Asphalt.
Viele Grüße

Georg Böttcher





hallo??? ich möchte gerne mehr über den trockenbau fußboden erfahren und nicht die chemischezusammensetzung von asphalt... wenn ich so einen bodenbelage will setz ich mich auf die straße, danke.



Gussasphalt



Lieber Herr Böttcher,
danke für Ihren sehr informativen Beitrag !
Werd mir die empfohlene Seite mal ansehen, vielleicht kann ich mir ja dann ein positiveres Bild vom "bösen" Gussasphalt machen !

Viele Grüße-
Thomas Lingl



Link



http://www.bauzentrale.com/news/2006/1frame.htm?1202.php4



Hallo Dirk,



wie wär's den statt all der Platten mit einer Dielung auch im Bad? Das passt besser zum Bauernhaus ist fußwarm und strapazierfähig, in geöltem Zustand pflegeleicht und dauerhaft. Zu geeigneten Hölzern (nicht jedes passt im Bad, Rotbuche z.B. geht gar nicht) und guten Ölen berate ich gern.

Die Aufbauhöhe käme gut hin: 50mm Lagerhölzer mit untergehefteten 6mm Holzweichfaserstreifen (Trittschall), dazwischen Liaporschüttung, (keine diffusionshemmenden Folien etc.), 24mm Dielung.

Grüße

Thomas