Asbestplatten im Innenbereich

19.02.2006



Hallo,

ich renoviere z.Z. ein Fachwerkhaus in dem unten eine Kneipe ist und oben Wohnungen ausgebaut werden. Aus brandschutzgründen ist im Bereich der ersten Etage eine Asbestwand eingezogen worden, die wir bei der Renovierung beschädigt haben.
Ich möchte natürlich das Asbest (oder heißt es den Asbest?) aus der Wohnung haben. Wie sollte ich weiter vorgehen? Gibt es Erfahrungen mit Preisen? Damit ich nicht irgendeinem Entsorger-Abzocker auf den Leim gehe.
Kann mir jemand helfen?

Danke schon mal im Voraus.

Uli Wilkes



Wirklich Asbest?



Sollte es sich wirlich um Asbest-Platten handeln?
Wann wurden diese Dinger bei Euch im Gebäude eingebaut?
Vielleicht handelt es sich aber bereits um Eternitmaterial, dieses wiederum wäre nicht bedenklich und könnte auch verbleiben und repariert werden.
Bei der Asbestvariante sollte ein versierter Entsorgungsfachmann sich dieser Lösung annehmen und auch die Entsorgung vornehmen (hochgradiger Sondermüll).

Ein neuer Brandschutz kann auch mit Lehmmaterial erfolgen, welches gleichzeitig noch geruchsverbessernde Wirkung hat.
Lehm speichert Gerüche und Schadstoffe und erzeugt somit stets eine angenehme Raumluft nach gewisser Zeit.

Grüße Udo



Eternit ...



... kann auch asbest-haltig sein.
Mittlerweile neben einige Mülldeponien aber auch schon (kostenlos) Kleinmengen an, wenn sie in Folie (Müllsäcken) verpackt und genässt sind. Einfach mal fragen.

Verbaut ist Asbest relativ harmlos - man sollte nur alle Arbeiten unterlassen, bei denen Fasern freigesetzt werden können (sägen, bohren etc.)

Gruß

Bernd



Harmlos ist auch Ethernit nicht



Obwohl der übliche Asbestzement (Ethernit) nur bis max. 15% Asbest enthält, sollte man sich davor hüten, dieses auf die leichte Schulter zu nehmen. Es genügt eine einmalige ordenliche "Nase voll" der lungengängigen Asbestfasern und nach 20 Jahren diagnostiziert der Doc dann Asbestose (unheilbar). Muss nicht, aber kann.
Beim Thema Brandschutzwand tippe ich aber eher auf weich gebundenes Asbestmaterial in Plattenform. Hier ist der Asbestgehalt deutlich höher. Diese Wand setzt auch im normalen Bestrieb Fasern frei (Luftbewegung, Erschütterungen). Eine genaue Materialbestimmung kann aber nur eine geeignete Stelle vornehmen (in DD zum Beispiel das Frauenhofer-Institut).
Die Entsorgung erfolgt in der Regel folgendermassen:
Die Wand wird mit einem Folienzelt umbaut und darin ein Unterdruck erzeugt. Der/Die Arbeiter gehen mit Schutzkleidung rein und demonieren die Wand. Das Material wird lufticht verpackt und durch eine mehr oder weniger aufwendige Schleuse nach drausen gebracht. Der Bereich im Zelt wird peinlichst genau gereinigt (Absaugen, Faserbindemittel). Dann wird durch eine 24stündige Luftmessung im Zelt festgestellt, ob die zulääsige Restfaserkonzetration eingehalten wird. Wenn OK, erfolgt der Rückbau des Zeltes. Die Bausstelle ist hinterher sauberer aus vorher.
Die Preise dafür schwanken sehr stark. Generell ist die Sache aber recht teuer weil die zugelassenen Firmen einen nicht unbeträchlichen Aufwand in Schulung, Zulassungen und Technik investieren müssen. Die reinen Deponiekosten für das Material fallen da weniger ins Gewicht.
Da jede dieser Entsorgungen beim Gewerbeamt angezeigt werden muss, besteht die Möglichkeit, das dieses auch die angrenzenden Räume prüfen lässt (Messung der Faserkonzentration in der Luft) und dannn hier auch weitere Massnahmen anordnet. Billig ist was anderes.

Eine Versieglung der Wand ist vielleicht zulässig und möglich, bisher habe ich das aber nur bei Eternitplatten im Aussenbereich kennengelernt.

Es empfielt sich als ersten Schritt eine Materialprobe analysieren zu lassen und dann ggf.s weitere Schritte einzuleiten.