Außenputz mit oder ohne Armierung ?

09.03.2012



Hallo,

nach reiflicher Überlegung, habe ich mich entschlossen, die Wetterseite unsere vor kurzem gekauften, 50 Jahre alten Hauses wegen schlecht reparierter (Setz-)Risse (Hanglage) mit losem Putz und abblätternder Farbe gründlich zu sanieren. Da sich das nicht rechnet, soll keine Wärmedämmung aufgebaut werden.

Die Wand ist überwiegend intakt und nicht feucht. Nachdem sich nehrere Handwerker die Wand angeschaut haben, meinte einer, dass man wegen der Risse eine Armierung aufbringen sollte, alles andere sei nicht ok., da die Risse ohne Armierung wieder kommen würden. Kann das hier ein Fachmann bestätigen ? Ist die Armierung ok ?

Danke für Antworten



wenn



man nicht weiß, warum/woher die Risse kommen und ob nun Ruhe ist (Ursache beseitigt), ist das nur ein Hoffen. Ohne Gewebearmierung wird es aber auf alle Fälle nicht besser. Der Kostenmehraufwand hält sich in Grenzen.



wie



ich schon schrieb: Nach meinem Eindruck handelt es sich um (alte) Setzrisse. Das Haus steht in Hanglage. Wenn ich dich richtig verstanden habe, ist jedenfalls kein Nachteil, Armierung zu verwenden.



Risse am Putz



Hallo Renate !

Es ist grad umgekehrt : Ohne Armierung geht es nicht !

Gruß aus Minden
Jürgen Kube
FensterEcke Brüggemann + Kube ZiMMEREi
www.zimmermeisterin.de



wobei



mir der Hinweiß erlaubt sei - es gibt zig Arten von Armierungen

http://baustoffe.baucompany24.de/55/64/gips-putzzubehoer/putz-armierungsgewebe.html,

http://www.gips.de/content/publikationen/igb/praxisleitfaden/pdf/Armierungsgewebe.pdf

bis hin zu denen aus Metall ....
http://www.rsm-heitfeld.de/RSM_de.pdf

für die richtige Auswahl trägt der Planer oder der ausführende Putzerbetrieb die Verantwortung.

Der Kunde sollte aber prüfen zwischen finaziellen Mehraufwand und Restrisiko eines neues Risses...



@Olaf :



es ist erlaubt !
Jürgen Kube
FensterEcke Brüggemann + Kube ZiMMEREi
www.fensterecke-minden.de



Wer die Wahl hat...



hat die Qual.... Erst einmal vielen Dank an euch. Als Laie bin ich mal wieder überrascht, wie da Eins zum Andern kommt.
Kann ich davon ausgehen, dass im "Normalfall" ein Putzerbetrieb, weiß, welche Armierung er verwenden soll ? Oder könnte es da auch wieder unterschiedlichste Empfehlungen geben ?

Gruß
Renate



bei



der Wahl der Armierung entscheidet aber oft der Kunde, wieviel Geld er dem Handwerker für die Leistung zahlt. Der billigste nimmt selten (nie) das beste Material! Lass Dir doch das Angebot mit der Option für 3 verschiedene Armierungssrten machen mit der Bedingung, daß in den nächsten 4 Jahren kein neuer (Haar-)Riss auftritt. Wenn das Haus sich neu bewegt, hilft da ohnehin nichts, da reißen ja sogar 36er Wände....
Beurteilen kann man die Notwendigkeit ohnehin nur vor Ort !

Wie beim Putz der Geiz sich nach wenigen Monaten zeigt - hier ein Beispiel. zu dünner Putz und das falsche Gewebe dürften neben Nässe die Hauptursache sein.



Hallo Olaf,



danke für den guten Hinweis. Da wäre ich nicht drauf gekommen, dass man an dieser Stelle am falschen Ende sparenen kann. Die Bedingung werde ich auf jeden Fall rein nehmen für das Angebot.

Gruß
Renate





Hallo,

mittlerweile habe ich Thermographieaufnahmen vom Haus erhalten.

Danach ist die „Dämmbilanz“ der Außenwände bis auf wenige „Wärmelecks“ und die Fenster gar nicht so übel. Auf der Nordseiteeins gibt es eins, das von zwei in der Außenmauer in einem Abstand von ca. 40cm und am oberen Rand des Sockels eingesetzten Lüftungsgittern (10cmm x15cm) auf der Außenwand auszugehen scheint. Drumherum sieht man auf der Thermoaufnahme eine rote Fläche (ca. 1,40 x 0,40m), die sich stark abgrenzt von dem Blau der übrigen Wand.

Was das "Leck" betrifft, dachten ich zunächst das käme direkt von dem neu angebrachten Heizkörper auf der Innenseite und deren Rohre aus dem Keller. Der Heizkörper ist allerdings um einen halben versetzt zum Leck angebracht. Wir vermuten, dass die über den Heizkörper erwärmte Innenwand über diese Lüftung die Wärme abgibt.
Kann jemand sagen, oben das so sein könnte ?

Können wir diese Lüftungsschlitze schließen (es sind übrigens die einzigen) und wenn ja, wie oder wirkt sich das nachteilig auf das Mauerwerks aus ?

Gruß aus OWL und vielen Dank für Antworten

Renate



je bunter die Bilder, desto höher der Wahrheitsgehalt …



Eine Thermoaufnahmen ist teuer und gaukelt Fachlichkeit vor - leider fallen viel darauf rein.

Einen Putz drüber zu machen mit oder ohne Armierung behebt die Ursache nicht - und um die sollte es gehen.

Bei weiteren Bewegungen werden bei "ohne" UND "mit" wieder Risse auftreten.

Sparsamer wäre: ohne!

Aus was für Steinen ist das Haus gebaut?

Setzt sich das Haus weiter?

FK



Konnte



das denn nicht gleich vor Ort von den Fachleuten geklärt werden ??

Wir hier können nur vermuten - und das ohne fundierte Kenntnisse der betreffenden Wan



@Renate:



Kleine Risskunde gibts hier:

http://fzarchiv.sachon.de/Zeitschriftenarchiv/Maler-und_Lackierermeister/2002/05_02/ML_05-02_Beruhigbar_oder_beunruhigend.pdf

Wegen der Lüftungsgitter wären eine Skizze oder Fotos hilfreich.

Gruss, Boris



Wahrheit



im Sinne von Eindeutigkeit erwarte ich nicht von Thermoaufnahmen, wohl aber Hinweise auf mögliche "Problemzonen". Ich weiß auch, dass damit viel Unsinn betrieben werden kann. In unserem Fall schließe ich allerdings vorsätzliche Manipulation aus, ebenso weithend unsachgemäßen Einsatz der Kamera.
Dass dabei trotzdem Fehler passieren können ist schon klar. In diesem Fall liefert die Kamera allerdings einen Hinweis auf einen unsachgemäß eingbauten Träger im Innern. Die Lokalisierung dieses Trägers als Wärmebrücke, der oberhalb der Mauerentlüftungen sitzt ist selbst für einen Laien eindeutlig erkennbar. Gleiches gilt für das Wärmefeld um die Lüftungsgitter. Ich denke, dass die Wände auf den Wänden keine erhöhte Wärmeabstrahlung zeigen ist ein Indiz dafür, dass es hier m.E.nicht um Geschäftemacherei geht.

Die Bilder wurden bei 0°C Außentemperatur, morgens um 7 Uhr angefertigt. Alle Räume wurden bereits seit dem Vortage auf 21°C aufgeheizt bze. in der nacht durchgeheizt.

Das Haus hat zweischalige verputzte Wände aus Hohllochziegeln, H 13 x L 26 cm x T: 11/15 cm (soweit ich das erkennen kann), Zwischen den Schalen vollgemörtelte Stoßfuge. Das Haus ist in Hanglage gebaut. An der Hausecke der zu renovierenden Wand befindet sich eine 25m hohe Buche (ausgewachsen) in 4m Entfernung.

Hoffe, das hilft weiter bei der Beantwortung der Frage nach der Armierung.
Freue mich darüber hinaus über Antworten zu meiner Frage nach dem "Wärmeloch" Entlüftungsschlitze und deren Schließung.

Gruß
Renate



Skizze



anbei. @Boris: vielen Dank für die Risskunde.



Wenn ich das nun richtig gelesen habe



handelt es sich hier um ein zweischaliges Mauerwerk.
Dies sollte bei der Rissbeurteilung in Betracht gezogen werden, da eine vorgemauerte Schale nicht die statischen Eigenschaften einer gemauerten Wand, in der z.B. eine Innenwand eingebunden ist, hat.
Die Vorgemauerte Wand, kann mit den vorgeschriebenen Ankern senkrecht auftretende Windkräfte aufnehmen, hat aber mit Querkräften durch Fensteröffnungen seine Schwierigkeiten.
Bei den Rissen wird es sich vermutlich um Spannungsrisse handeln die durch fehlende Bewehrung in den Problemzonen hervorgerufen werden.
Ob oder welche Gewebearmierung hier Abhilfe schaffen kann, kann ich aus der Ferne nicht beurteilen, vllt. wäre stauss Fassadengewebe eine Option.

Was die Lüftungsöffnungen anbelangt, sollte man beachten, dass diese Bestandteil der vorgehängten Fassade sind und zur Belüftung und Entwässerung beitragen.
Ihre vorgehängte Fassade ist der Witterungsschutz, der Regen Wind etc. vom inneren Mauerwerk abhalten soll und somit stark beansprucht wird.
Daher ist eine richtige Materialauswahl und sorgsame Vorgehenswiese sehr wichtig.

Wurde das Haus von außen oder von innen thermographiert?
Denn bei einem zweischaligem Mauerwerk mit Luftschicht werden nur von innen die definitiven Wärmebrücken sichtbar.

Grüsse



richtig gelesen: zweischaliges Mauerwerk



vielen Dank für die ausführliche antwort. Das hilft mir wieder ein Stück weiter.
Die Thermographie wurde von außen angefertigt.
Hoffe, es klappt mit dem Hochladen der Aufnahme.
Unterhalb der Fenster sieht man das "Wärmenest" mit
den beiden helleren Punkten (=Lüftungsgitter ?).
Links oben ganz in der Ecke sieht man die Wärmebrücke
durch das hier aufliegende Endstück des innen einge-
bauten Trägers auf der Innenschale.



Riss in der Außenwand



Hier einer der Risse in der Außenwand (die anderen sind nicht so groß und liegen oben im Giebelbereich der Wetterseite.



Lüftungsgitter



Hier das Lüftungsgitter.

Freue mich, wenn ihr zu euren Vermutungen auf der Grundlage der Fotos hinsichtlich, ob Armierung ja/nein und wenn ja, welches Material sowie zu dem Wärmenest und dem Umgang damit
v.a. was das Lüftungsgitter betrifft noch etwas sagen würdet.

Gruss aus OWL und ein Schönwetter- Wochenende



@Th. Kehle



"Daher ist eine richtige Materialauswahl und sorgsame Vorgehenswiese sehr wichtig."

Könnten Sie hierzu Genaueres sagen bzw. Voschläge machen ?

Gruß
Renate



Riss in der Armierung



Putz mit oder ohne Armierung, das ist hier die Frage.
Ich habe weiter oben ein Foto von einem (nachträglich erweiterten)in etwa 1,50m verlaufenden horizontal Riss ins Forum gestellt. Wenn ein solcher Riss armiert wird und anschließend wieder reißt, ist das dann schwieriger zu reparieren als ein ganz normal verputzter Riss ?

Was mache ich mit dem Wärmeleck um die Lüftungsöffnungen in der Außenmauer (siehe Thermographie-Aufnahme und Lüftungsgitter weiter oben) ? Einfach so lassen ?

Gruß aus dem sonnigen OWL



wie ist das nachträglich erweitert zu



verstehen?
Wurde der Riss mechanisch mit Hammer und Meisel erweitert oder hat sich der Riss von selbst so erweitert?

Zuerst sollte geklärt werden um welche Art von Rissen es sich handelt (Spannungsriss, Setzungsriss etc.). An dem besagten Riss ist ein Regenablaufrohr (sieht relativ neu aus)zu sehen. War dieses Rohr in Vergangenheit undicht und wurde deswegen repariert.
Eine Armierung ist auf jeden Fall richtig, welche in Frage kommt muss der ausführende Betrieb entscheiden, nachdem die Rissfrage geklärt ist und welcher Putz verwendet und welche Farbe verstichen wurde. Zudem kommt es auch auf den Sanierungsaufwand an, den Sie bereit sind einzugehen.

Da es sich um ein zweischaliges Mauerwerk handelt, scheidet ein WDVS-System grundsätzlich aus.
Somit bleiben noch Kerndämmung oder die Öffnung so zu belassen.

Grüsse



Der Riss



wurde von mir mit Hammer und Meisel erweitert. Sie haben recht: das Regenablaufrohr ist relativ neu. Wurde allerdings von dem Vorbesitzer erneuert. Von daher kann ich nicht sagen, ob es vorher undicht war.

Ich habe mich über Ihre Antwort sehr gefreut.

Gruß
Renate



Alten Außenputz komplett entfernen und Giebelwand neu verputzen ?



Hallo,

mittlerweile haben sich weitere Fachleute (Bauunternehmer, Maurer) die Giebelsseite der DHH angeschaut: die einen sagen, dass der Putz auf der der Außenwand völlig in Ordnung ist, da müsse nur ausgebessert werden, die anderen, dass er komplett abgeschlagen werden sollte, da man nicht weiß, was sich darunter verbirgt, wie Risse verlaufen. Und da es sich um die Wetterseite handelt, müsse man gründlich vorgehen.

Das Abschlagen des Putzes bedeutet nun einen erheblichen (finanziellen)Mehraufwand, wobei nicht sicher ist, ob das notwendig ist. Andererseits wäre es sparen am falschen Ende, wenn nach einigen Jahren die Wand wieder reparaturbedürftig sein sollte.
Ich habe noch einmal ein Bild reingestellt, auf dem man sieht, dass der Putz im unteren Bereich in Ordnung zu sein scheint (klingt nicht hohl,keine Risse), im Giebelbereich aber schon öfter von dem Vorbesitzer (notdürftig) ausgebessert wurde und an einer (feuchten ?) Stelle blättert zumindest die Farbe.
Ich weiß, dass es schwierig ist, aus der Ferne einen Rat zu geben. Deswegen versuche ich's mal andersherum.
Welches sind Hinweise dafür, dass es es besser ist, alten Putz komplett zu entfernen anstatt auszubessern ? Was würdet ihr an meiner Stelle tun ?

Danke euch für Antworten

Gruß aus Ostwestfalen
Renate



Ist



das die Wetterseite ?



ja,



das ist die Wetterseite. Deswegen scheint's oben im Giebelbereich auch etwas feucht im Gemäuer zu sein. Der Dachüberstand soll deswegen verlängert werden.
aber was mache ich mit dem Putz, Olaf ? Abschlagen oder nicht ? Gab einige (Nichtfachleute) die meinten, ich solle oben im Giebeldreieck die Wand mit Holz oder Schiefer verkleiden, weil der Bereich problematischer zu sein scheint als die Fläche drunter. Das mag ok sein, änder t für mich aber nichts grundsätzlich an meiner Frage. Also, Olaf lass es raus...

Gruß nach Sachsen



ein Bild geht noch



hier noch ein Foto von der Wand, obere Hälfte. In der Mitte sieht man die "Ausbesserungsarbeiten" und etwas abgeplatzte Farbe. Ich vermute, dass die dunklere Färbung etwas mit der höheren Feuchte im Oberen Giebelbereich zu tun hat. (Wetterseite).
Hoffe ,das hilft weiter bei der Frage nach den Putzarbeiten.
Abklopfen oder nicht ? Oder: wann sollte man ihn abklopfen, wann nicht ?

Gruß aus dem kalten Teuto

Renate



So ganz unrecht



haben diese Nichtfachleute ja nicht.
Einen hinterlüfteten Witterungsschutz mittels Schalung oder dergleichen ist mit Sicherheit nicht nur die einfachste, sondern auch die wohl dauerhafteste Lösung.

Was die dunklen Stellen im Putz anbelangt, sollte zuerst mittels Hammerprobe geprüft werden wie gut der Putz noch hält.

Woher die Feuchtigkeit kommt hat sich vermutlich mit der geplanten Vordachverlängerung erledigt.

Egal was Sie jetzt machen, den Putz ausbessern oder komplett zu sanieren, die Fassade muss zuerst mal gereinigt werden, sprich Farbe und Schmutz muss weg.
Bei der Reinigung mit Hochdruckreiniger oder dergleichen, kommen die Putzschäden auf jeden Fall zum Vorschein sowie das Schadensausmaß. Und anhand dessen, können Sie dann entscheiden welche Maßnahme dann in Frage kommt.

Grüsse Thomas



@ thomas



wieder ein Stück weiter: Vielen Dank für den hilfreichen Beitrag und noch einen schönen Sonntag.

Renate



Fassadenschäden



der liebe Th. Kehle hats schon geschrieben - ob der Putz ab muß, kann nur vor Ort mittels Abklopfen entschiedne werden. Ich kann nur aus der ferne nach der Ursache suchen helfen und ein paar Tips geben. Dazu geört auch, daß der Dachüberstand nach Möglichkeit verbreitert werden soll. Die Ursache der dunklen Stellen lassen sich durch diese Fotos nicht zweifelsfrei ermitteln, einfache Verschutzungen können ebenso eine Ursache sein.
Habe in den letzten Jahren viele neue Fassaden gesehen, die unsansehnlich schwarz oder grün werden, manchmal WDVS, manchmal massiv, manche als Vorhangfassade.



Lass



man, Olaf. Das mit den Tipps ist schon ok. Mehr geht nun mal nicht auf diese Entfernung. Habt mir beide sehr geholfen.
Ich weiß jetzt, was ich mit den handwerkern besprechen muss und darauf kam es mir an.

Gruß nach Sachsen

Renate