Zu Hilfe...

08.05.2008



Hallo,

jetzt habe ich Euch schon einige Male zu Hilfe gebeten bezüglich unserer Holzanbaus..

Seit 2 Wochen steht unser Bau - die Firma meldete sich nicht, vertröstete uns und schlußendlich wollte sie an 3 Tagen kommen und kam dann einfach nicht.
Telefonisch haben wir in den letzten Tagen niemanden an Telefon und Handy erreicht. Egal mit welchen Nummern.

Heute haben wir dann den Chef erreicht und er meinte, daß er zur Zeit nicht sagen könnte wann er und ob überhaupt er das nächste Mal kommen könnte - er stehe vor einen riesen Problem.
Und wollte uns dann diesbezüglich heute abend zurück rufen.
Bis jetzt 20:30 Uhr hat er nicht angerufen.

Sein ganzes Verhalten in den letzten Wochen und dem Anruf heute würde für mich mit Problemen seiner Firma zu erklären sein.

Zum einen habe ich die Frage, ob sich jemand im Kölner Holzbau Branchen Bereich auskennt...vielleicht wißt ihr etwas über diese Firma??

Zum anderen, steht natürlich die rechtliche Sache nun im Vordergrund. Können wir den Bau privat weitermachen? Denn es müßte "nur" noch die Dämmung und die Wände zugemacht werden..
Oder könnte es sein, daß wir den Bau so unvollkommen stehen lassen müssen?

Es kommen derzeit soviele Fragen auf und uns läuft die Zeit davon, da wir nächsten Dienstag unsere Zwillinge zur Welt bringen und der Anbau eigentlich das Kinderzimmer werden sollte.

Vielen Dank für Eure Hilfe im Voraus!!!!





Es gibt eine chinesische Geschichte, da hatte ein Bauer das Pech, dass ihm das Pferd ausgebrochen war. Zum Glück aber kam es am nächsten Tag wieder, mit einem zusätzlichen Wildpferd im Schlepptau. Aber, was für ein Pech, beim Zureiten brach er sich ein Bein. Indes stellte sich dies als grosses Glück heraus, denn am folgenden Tag hätte er als Soldat an die Front geschickt werden sollen. Die Geschichte lässt sich beliebig lange fortführen. Und Sie wissen nie, ist es nun grosses Pech oder noch grösseres Glück, dass dieses oder jenes passiert.
Also bezüglich ihren Bau: Sie wissen nicht, was Ihnen allenfalls erspart bleibt, wenn er nicht so wie von Ihnen gewünscht/geplant fertiggestellt wird. Und ganz wichtig für Ihre Kinder: Die ganzen Sorgen bekommen sie 1:1 mit.
Wenn's auch einfacher gesagt als getan ist: bewahren Sie ruhig Blut. Im schlimmsten Fall haben Sie eine Stange Geld verloren, das ärgert, vielleicht schmerzt's es auch ganz arg. Aber Sie sind nicht weniger gesund, ihr Mann nicht, ihre Kinder auch nicht.
Und was ganz besimmt ein grosses Glück für Ihre Kinder ist: Nehmen Sie sie in ihr Schlafzimmer. Unser Jüngster, eben 8 Monate alt, war erst bei uns im Bett, jetzt steht sein Bettchen direkt neben dem Unseren, immer in Reichweite der mütterlichen Arme. Ohne richtig aufzuwachen kann meine Frau ihn stillen und wieder zurücklegen. Und der Kleine fühlt sich so immer sicher und geborgen. Das ist eine elementare Erfahrung für das ganze Leben. Und statt Anwälte und Bauberater rumzuscheuchen sollten Sie z.B. "Auf der Suche nach dem verlorenen Glück" von Jean Liedloff lesen.
Aus Sicht der Kinder haben Sie noch mindestens ein bis vier Jahre Zeit, den Anbau fertigzustellen. Und die paar Macken, die Sie beschrieben haben (wie z.B. dass der Boden nicht dasselbe Niveau wie der Rest des Stockwerks hat), machen dann gerade den besonderen Reiz aus. Pfusch sollten Sie nicht akzeptieren, ganz und gar nicht. Aber wenn's nicht ganz so "perfekt" wie vorgesehen ist, dann wird's meist etwas menschlicher/wohnlicher.
Ganz nach dem alten Motto: Ruhig bleiben und Tee trinken, am besten aus Brennesselkraut, Frauenmantel, Himbeerblättern, Johanniskraut, Melissenblättern und Scharfgarbenkraut (=Schwangerschaftstee).





Marcel, das war ein schöner Beitrag :o)

Debbie, auch wenn Sie jetzt bangen, warten Sie mal ab. Mir persönlich ging es in der letzten Zeit auch nicht gut und ich hab irgendwie nix auf die Reihe gekriegt - manchmal hat man solche Phasen, plötzlich sind sie wieder weg. Vielleicht ist der Bauunternehmer grad stark überlastet und hat vielleicht noch Probleme/Pflegefälle ... in der Familie oder ein Großauftrag wird nicht bezahlt... und alles bricht über ihm zusammen. Klar, als Unternehmer darf man sich das nicht "leisten" - und Kunden finden das unmöglich (und haben ja auch mitunter Existenzängste), aber wir sind nunmal Menschen und da kommt das vor.

Jetzt ist so schönes Wetter, könnt Ihr nicht schon nen Garten anlegen oder so? ;o)

Grüße Annette



Oh..



vielen Dank für die netten Worte Herr Züger!!!
Ganz ehrlich - das tut gut zu lesen!!

Na ja natürlich, geht es hauptsächlich darum, daß es den Babys gut geht und vielleicht liegt gerade deshalb mein Bemühen so stark in der Fertigstellung des Baus?? Aber seit ca. 1 Woche ist mir schon sehr bewußt, daß wir nicht fertig werden. Auch hier drinnen gleicht ja noch alles einer kleinen Bauruine :-)) Aufjedenfall sind wir soweit, daß nur noch alles "zu" gemacht werden muß. Der Bohrhammer und Co..liegen schon weit weg!

Ich vermute, daß die Firma "pleite" ist - das würde sein Verhalten der letzten Wochen wieder spiegeln.
Die Architektin kennt dieses Verhalten von der Firma überhaupt nicht! Das der Chef nicht anruft.. nicht zurück ruft..leere Versprechung macht usw. das wäre überhaupt nicht sein Stil.
Für mich wäre dies eine logische Erklärung.

Und sicherlich, Annette, wir sind alle nur Menschen und Fehler usw. passieren, aber man muß dazu stehen können!
Er hat auf die Mängel die wir ihn mitgeteilt haben, sehr sehr patzig reagiert "daran kann ich jetzt nichts mehr ändern".
Und dies geht so nicht.

Der Höhenunterschied zum Anbau - ok den müssen wir natürlich nun so hinnehmen (ich bin in einen uralten Haus aufgewachsen, dort war dies normal), aber zumindest müßte er uns doch preislich entgegen kommen?

Gut ist, das wir bisher noch nichts bezahlt haben. Das hatte uns auch schon gewundert, daß er keine Teilzahlung haben wollte (aber war ja jetzt im Nachhinein ganz gut für uns)

Wie würdet ihr Euch denn nun Verhalten?
Mein Mann will nun erstmal, daß am Dienstag alles mit den Babys gut läuft, dann macht er Do und Fr seine Meisterprüfung und danach will er sich mit diesem Problem auseinandersetzen.
Ist sicherlich der richtige Weg *grummel*

Ich würde der Firma die Mängelliste, plus den anderen kommunikativen Schwierigkeiten per Einschreiben mitteilen und ihm eine Frist von 2 Wochen setzen. Aber ich bin auch gerade ziemlich hormonell geladen :-))

Und, wenn es dem wirklich so wäre, daß die Firma "pleite" ist, dürfen wir dann den Bau einfach so privat weitermachen? Oder müssen wir dann warten bis ein evtl. Insolvenzverfahren eröffnet wird, oder muß er uns eine Abtretung und gar Schlußrechnung zusenden?

So, ich glaube jetzt mache ich mir wirklich erstmal einen Tee ;-)



Ist das nicht die Geschichte mit dem Schwarzgeld???



... siehe auch Bauexpertenforum??





Den Beitrag aus dem Bauexpertenfroum habe ich löschen lassen, da es sich wie mehrfach gesagt, NICHT um Schwarzarbeit handelt - sie aber sich darauf eingefahren haben und ich auf Diskussionen die einen nicht weiterführen keinen Bedarf habe!

Nur für alle anderen Helfer hier zur Erklärung, wir haben ein off. Angebot der Firma, die Firma ist der Bauberufsgenossenschaft gemeldet, die Stadt ist über die Tätigkeit dieser Firma informiert, es hängt ein off. Bauschild an der Baustelle, wir bekommen nach Abschluß eine Rechnung (die noch lt. dem Handwerker vom Angebot reduziert wird) usw..

Und bitte laßt dieses Thema nun hier weg.. denn es geht uns nur um die Problemlösung des Baus. Für fiktive Unterstellungen und Behauptungen habe ich nun wirklich keine Geduld !!

Wenn der Bau steht, muß eine Lösung gefunden werden. Wenn ordentlich gearbeitet wird, wird ordentlich bezahlt! Wenn jemand in finanzielle Schwierigkeiten geraten ist, so tut mir das natürlich leid, allerdings muß ich schauen, daß meine Familie keinen Schaden davon trägt.
Verständnis für eine Verschiebung der Baubeendigung aufgrund terminlicher Überschneidungen oder Überlastung bringen wir schon auf (sind keine harten Geschätfsleute) -aber man muß wenigstens mit uns reden!





Hallo Debbie,

wie ich lese habt Ihr ja eine Architektin im Boot. Da wird Euer Handwerker sicherlich einen VOB-Vetrag bekommen haben. Hier sind klar Ausführungsfristen, Ausführung und Zahlung geregelt, ebenso was passiert wenn der gute Mann nicht "liefert".
Fristen setzen, hinterher telefonieren usw. liegt eigentlich im Beritt der Architektin, den Ihr engagiert habt.

Gruß aus Wiesbaden,

Christoph Kornmayer



Hallo



Hallo Herrn Kornmayer,
ja wir haben eine Architektin und einen Statiker mit an Bord.
Die Architektin ist allerdings eine Freundin von uns und hat für uns die Pläne als Freundschaftsdienst gemacht.
Der Statiker hat die Pläne überprüft und die Materialwerte und Verankerungen usw. erstellt.
Die Architektin versucht nun auch schon seit gestern Kontakt mit der Firma aufzunehmen - leider bisher erfolglos.
Sie macht auch nicht, wie nennt man das, die Bauaufsicht - da sie 100 km von hier weg wohnt.
Mein Mann hat dies abends immer gemacht und der Baufirma dann mitgeteilt, bzw. versucht mitzuteilen..
Im Nachhinein denke ich, hätten wir uns evtl eine Menge Ärger erspart, wenn wir die Bauaufsicht von jemanden anderen hätten machen lassen...aber nun müssen wir da durch..

Die nun noch fehlende Dämmung, OSB Platten, Verputzung usw. das könnten wir auch selbst machen - aber ich weiß halt nicht, ob wir (im schlimmsten Fall der Fälle - nämlich bei "pleite") den Handwerker einfach so entbinden können von seiner Tätigkeit.. und dazu müssen wir sicherlich einen Anwalt zu Rate ziehen..
Und wenn er denn "pleite" ist, so bleiben wir auf den Rechtsanwaltskosten auch noch sitzen..
Sowas ist schon ärgerlich - aber ich habe auch noch nie gehört, daß ein Bau komplett problemlos abgelaufen ist :-))) (möchte damit natürlich nicht die gesamte Branche über einen Kamm ziehen )
Ich versuche es derzeit positiv zu sehen, wie Herr Züger auch schon schrieb, mit jeder Herausforderung wächst man, macht seine Erfahrungen usw.. was einen nicht umbringt das härtet einen ab :-)))



Werkvertragsrecht



Liebe Debbie,
dann muß Eure Architektin mal ein paar Briefe vorbereiten, die Ihr unterschreibt, damit Ihr die Frist- und Formvorschriften des Vertragsrechtes einhaltet:
Ich empfehle:
1. Eine förmliche Mängelanzeige mit Auflistung aller bekannten Mängel und Aufforderung, dazu bis zum... Stellung zu nehmen (3 Wochen reichen)
2. Eine förmliche Aufforderung, unverzüglich, spätestens aber bis zum... die Arbeiten wieder aufzunehmen und fortzuführen. Falls das nicht geschieht, ihm den Entzug des Auftrages bzw. Kündigung auf Grund positiver Vertragsverletzung androhen.
3. Falls noch unbezahlte Rechnungen vom Unternehmer vorliegen, nur wirklich unstrittige Teile bezahlen, ansonsten Rückbehaltungsrecht für angezeigte Mängel bzw. offene Restleistungen ankündigen.
Falls keine Reaktion zum Termin Mängelanzeige kommt,
2. Termin setzen und ankündigen, bei fruchtlosem Ablauf die Mängelbeseitigung selber in Auftrag zu geben und die entstehenden Kosten mit seinen Guthaben zu verrechnen.

Falls keine Reaktion zur Arbeitsaufnahme erfolgt, Kündigung auf Grund positiver Vertragsverletzung aussprechen.
Ihn zur Abgabe seiner Schlußrechnung auffordern.
Davon einen genügend großen Anteil (bis zum 3- fachen des Wertes) einbehalten für Mängelbeseitigung, Mehrkosten, Schadenersatz usw.
Mit dem einbehaltenen restlichen Werklohn anderen Unternehmer suchen, fertigbauen, Schlußabrechnung schreiben.
Das ist keine rechtliche Beratung, sondern nur meine persönliche Meinung!

Viele Grüße