Fensterdichfolie fachgerecht eingebaut?

16.04.2012



Hallo miteinander,
im Rahmen der Sanierung unseres 100-jährigen Backsteinhauses wurden neue Kunststofffenster mit einer inneren Dichtfolie (PTW) eingebaut.

Wie Ihr am beigefügten Bild sehen könnt, schlägt die Folie an manchen Stellen Hohlfalten, so dass wir hier nicht mehr gescheit Verputzen können.
Unser Architekt sagt dazu, dass die Folie nicht anders befestigt werden könnte und derartige Falten und Hohlräume hinzunehmen seien.
Ist dem tatsächlich so? Wir haben erhebliche Zweifel, dass der Putz und die anschließend aufzuklebenden Calzium-Silikatplatten (Innendämmung) hier auf Dauer halten werden und befürchten langfristig Schäden, für die niemand aufkommen wird.
Es gibt doch sicherlich Regeln, wie eine derartige Folie ausgeführt sein muss.

Vielen Dank



Fenstermontage



Wenn Du schon mal selber so etwas eingebaut hast, dann wird Dir klar sein, daß dies nicht wie gebügelt aussehen wird.
Die Anschlußflanke ist doch auch so gerade und winklig wie in der Theorie.
Ich würde dem Architekt recht geben.

Das Detail der Eckausführung wäre eher zu prüfen, ist hier aber nicht zu sehen.

3 mm Putz halten sowieso nicht auf solchen Untergründen.
Details wie breitere Montageöffnungen und Anschlussfugen sind zu planen, um eine fachgerechte Ausführung zu gewährleisten. Das Fenster steht im Licht, am Rahmen könnte mit APU-Leisten angeklebt werden (15 mm), danach ist ein mehrlagiger Putz (ev. mit Gewebe) aufzubringen.



Fenstereinbau Eckenausführung



Hallo Olaf,
danke für die schnelle Antwort.
Zur Dichtfolie:
Das Problem ist weniger das schief und krumm, sondern die Hohlstelle, die sich (auf dem Foto sichtbar) eindrücken lässt.
Dazu kommt, dass wir max. 19mm Platz für die Laibungsdämmung haben und somit kaum der Taupunkt vermieden werden kann.

Zur Eck-Ausbildung:
Gut erkannt, auch hier ist ein Problem in Form eines Loches. Da wir (mit Unterstützung des von uns bezahlten Architekten) dies bei der Freigabe nicht erkannt haben, wissen wir nicht wer hier noch haftbar bzw. für die Nacharbeiten verantwortlich gemacht werden kann.
Der Architekt versucht leider, sich aus allem rauszuhalten.



wäre



denn ein breiterer Rahmen dann nicht besser gewesen, um die Dämmung fachgerecht ausführen zu können.

Die Ecklösung (Bild 2)halte ich für nicht sauber ausgeführt. Ich lege dort immer eine Falte, so daß das Dichtband ganz bleibt. Im ersten Bild schien es eher um die Falte zu gehen (Bleistift).





Mit Sicherheit ist eine saubere Anbringung nicht einfach aber insbesondere die Eckausbildung sieht hier nicht fachgerecht aus.
Das ganze ist sicher schwer alleine von den Bildern her zu beurteilen aber die Falten sollten vermieden werden und die Ecke sieht auf dem Bild so aus als ob sie nicht gerade luftdicht ist.
Man kann aber den Gesamtumfang und die Details selten über 2 Bilder abschätzen.

Wenn dein beauftragter Architekt dir nicht weiter helfen kann/will bleibt dir die Beauftragung eines Sachverständigen. Sprich deinen Architekten darauf an ob das wirklich fachgerecht ausgeführt ist und du mit dem Gedanken spielst und dann wird er ggf sein Urteil noch mal überdenken.



Sachverständiger und Architekt



Das mit dem Sachverständigen haben wir auch schon überlegt, deswegen hier auch erstmal vorab die Frage nach ein paar anderen Meinungen (vielen Dank schon mal dafür).

Der Architekt (A) lehnt sich hier leider bequem zurück und fühlt sich nicht mehr zuständig, da wir den Einbau dieser Fenster bereits vor einiger Zeit abgenommen haben (zusammen mit A, der hier wohl nicht genau hingeschaut und auch das Abnahmeprotokoll erstellt hat.)
Jedenfalls beruft sich A jetzt auf diese Freigabe und stellt lapidar fest, das Loch in der Ecke könnten wir ja durch etwas Kleber Abdichten und die Folie ließe sich halt nicht besser befestigen.

Zum Sachverständigen:
Wenn ich jetzt dem A. mit einem Sachverständigen komme, glaubt A. leider, noch weniger tun zu müssen. Nach seinem Verständnis ist dann ja jemand da, der sich um die vernünftige Ausführung kümmert.
In diesem Zusammenhang ist auch meine andere Frage (s. Beitrag "Fenster diffusionsoffen einbauen?" zu verstehen. Kann ich A. nochmal dazu ranholen, für einen vertragsgemäßen (und fachgerechten) Einbau zu sorgen, oder ist er mit der (wenn auch mangelhaft ausgeführten) Abnahme aus dem Schneider?
Die Frage bleibt, inwieweit ich A. den Sachverständigen in Rechnung stellen kann, wenn sich die mangelhafte Ausführung erst nach der hier ausgeführten Abnhame herausstellt.
Der Vollständigkeit wegen. Die Abnahme bezieht sich nur auf 8 von 18 Fenstern, die anderen wurden noch nicht verbaut.

Das Thema Architekt vs. Sachverständiger trifft bei uns auch noch auf andere Gewerke zu. Insofern wären wir für die Weiterführung dieses Themas hier im Forum sehr dankbar.

Zum Abschluss der "großen" Hauptgewerke werden wir auf jeden Fall einen Sachverständigen hinzuziehen. Wir haben hier nur die Befürchtung, dass erst dieser die Arbeit macht, für die wir eigentlich schon den Architekten bezahlt haben und der Architekt sich dann erst recht jeglicher Leistung entzieht.



wenn



die Leistung laut Vertrag noch nicht abgeschlossen ist, kann es auch noch keine Endabnahme gegeben haben und somit auch keine abschließende Bezahlung. Wenn Ihr einen guten Baubetreuer/Archi habt, dann dürfte rechtlich noch nicht alles verloren sein, dazu muß man sich aber das Abnahmeprotokoll genauer ansehen, auch die Frage BGB/VOB könnte für einen Jursiten ausschlaggabend sein. Da wir hier aber keine juristischen Beratung durchführen dürfen/wollen, kann das nur ein Tipp sein.
Fordere den Tischler zur Nachbesserung auf mit Androhung einer Ersatzvornahme. Denn angedichtet werden muß, egal von wem. So hättest Du aber bei der Schlußrechnung ein Pfund in der Hand.
Leider gehen die wenigsten Baustellen ohne solchen Streit aus, Fehler kann jeder machen, man muß nur dazu stehen.
Meine Hand für mein Produkt - manche würden ohne Arme rumlaufen.