Arbeiten im Steinbruch

07.01.2022 Bernhard


Liebe MItstreiter,

ich wollte über meine weiteren Erfolge/Misserfolge ja berichten.

Der Lehmputz ist nun durchgetrocknet, von der Balkendecke habe ich die alte Dispersionsfarbe mit einem Spachtel entfernt.
Das Ganze habe ich dann mit der Kreidezeit Kaseingrundierung grundiert.
Nun nachdem alles abgetrocknet war, gings ans Streichen. Man muss nun sagen, dass ich schon wirklich jede Menge Häuser und auch Räume gestrichen habe. Allerdings habe ich noch nie mit Sumpfkalk gearbeitet.
Es zeigte sich schnell, dass man die Farbe zwar mit dem Roller Streichen kann, dass aber die Arbeit mit dem Pinsel einfach besser geht. Die Farbe deckt ja nicht beim Anstrich und wird erst bei der Trocknung richtig weiß.
Zur Verabreitung muss ich sagen: Selbst die billigste Baumarktfarbe lässt sich besser verarbeiten, als diese Farbe. Bevor ich so eine Farbe noch einmal verarbeite, gehe ich lieber in den Steinbruch und klopfe Steine.
Ich denke, ich habe für die Streicharbeiten sicher die doppelte oder auch dreifache Zeit benötigt, wie wenn ich normale Wandfarbe verwendet hätte. Es war schrecklich.

Nun habe ich dazu noch gesehen, dass ich z.T. große Flecken (nur) unter der Decke habe, an denen der Untergrund gelb durchschimmert. Da weiß ich noch gar nicht, was ich da tun soll.

Für das nächste Mal habe ich gelernt: Viel mehr Zeit für das Streichen mit Sumpfkalk einplanen. Es muss anscheinend auch nicht die teure fertige Farbe von K... zeit sein. Viel schlechter können preisgünstigere Angebote auch nicht sein.

Grüße Bernhard



Finde den Fehler



Zitat:
Allerdings habe ich noch nie mit Sumpfkalk gearbeitet.

Bei Malerarbeiten ist es wie im IT-Bereich zu 98 % sitzt der Fehler vor der Tastatur ,bzw. hinter
dem Pinsel .

Die gelblichen Flecken werden irgendwelche Inhaltsstoffen aus dem Untergrund sein.

Die lassen sich mit einem lösemittelhaltigen Anstrich ( Sperrgrund ) beseitigen.

Mit farbigen Grüßen aus Kiel



Günstiger und besser



als mit Sumpfkalk geht es kaum. Haben Sie ihn also gekauft? Warum nicht selbstgemacht? Kostet fast nix und lässt sich selber optimal einstellen. Was gab es denn an der "Verarbeitbarkeit" zu bemängeln? Sie können je nach Konsistenzwunsch eigenhändig Wasser zufügen und sie dünner bzw dicker bekommen....

Klar:
richtig ist, Sumpfkalk und Streichkalk decken nicht sofort....nach 1-2 Tagen sehen aber oft Stellen komplett weiß aus, die beim Streichen aussahen als würden sie noch 10 Anstriche benötigen.

Es erfordert lediglich ein wenig Erfahrung und Geduld mit Streich- oder Sumpfkalk zu arbeiten. Der Lehmputz dankt es Ihnen dafür mit gutem Raumklima!



Erster Fehler entdeckt



Danke erst einmal für die Aufmunternden Worte.

Sicher ist es ein Anwendungsfehler. So sehe ich das auch.
Aber ich habe mich nun genau an das gehalten, was ich im Fachhandel empfohlen bekommen habe.
Weiße Sumpfkalkfarbe kann mit der Rolle verarbeitet werden.

Inzwischen habe ich durch Erfahrung selber herausgefunden, dass das so nicht richtig ist. Die Oberfläche, die man mit der Rolle erzeugt ist rau und ungleichmäßig. Am besten arbeitet man mit dem Pinsel. Dann wirds erhelblich besser.

Wahrscheinlich werde ich die Oberfläche jetzt noch einmal anschleifen und mit dem Pinsel "nachbehandeln".
Was mich ärgert ist allerdings die "Fehlberatung" im Fachhandel. Das ist schon ärgerlich.

Vielleicht hat ja jemand einen guten Tipp für die durchschlagenden gelben Stellen, die ich da an der Decke großflächtig habe. Der Raum war wohl früher der Platz an dem die offene Feuerstelle war. Ich ahne, dass das Russ ist, der da durchschlägt.
Welchen Sperrgut soll ich verwenden? Kreidezeit bietet da wohl etwas an, allerdings bin ich da jetzt seeehr skeptisch.

Grüße Bernhard



Lehmfarbe



Hallo Bernhard,
Die Sumpfkalkfarbe hatten wir bei uns im Bad genutzt .Auch von Kreidezeit und fertig im Eimer..
Waren mit dem Ergebnis auch nicht wirklich zufrieden ..
Für die anderen Räume hatten wir Kreidezeit Lehmfarbe zum selber mischen .. Fanden wir um einiges einfacher und besser...



Untergrundbeurteilung



Warum so misstrauisch?

Es liegt mit Sicherheit nich am Material

Die Grundierung muss schon auf die Saugfähigkeit des Untergrundes eingestellt sein.

Einen vorhandenen Untergrund ohne selbst vor Ort gewesen zu sein, zu beurteilen kann immer zu einer Feheleinschätzung führen.

Der Kreidezetisoliergrund funktioniert auf den meisten Verfärbungen sicher.

Einfach mal eine Probefläche anlegen
Es besteht auch die Möglichkeit einen verdünnten Lh-Vorlack aufzubringen
Wichtig ist das der Sperrung nach Trocknung nicht glänzt ,sonst halt die Kalkfarbe nicht

Bei sehr starker Versottung sollte der Putz entfernt werden.

Und zur Verarbeitung noch ein Tip : Die Farbe mit der Rolle auftragen und dann umgehend mit der Streichbürste verschlichten.

Die Verarbeitung von Kalkfarben erfordert halt etwas Erfahrung und Fachwissen

Mit farbigen Grüßen aus Kiel



Arbeiten im Steinbruch



So etwas habe ich mir gedacht. Das Zeug lässt sich einfach nicht gut verarbeiten und das Ergebnis ist wohl auch bei richtiger Anwendung nicht zu verleichen mit der Verwendung herkömmlicher Farben.
Ich denke, so etwas sollte man dann auch ganz deutlich sagen.
Schade, dass ich diese Erfahrung erst selber machen musste. Aber sei es drum. Danke für die hilfreiche Info. Ich werden euch auf dem Laufenden halten.

Meine Überlegung: Die Farbe an der Wand so gut wie möglich glätten und dann noch einmal mit der Bürste, dem Pinsel über die Wand drübergehen. Vielleicht kann ich aus einem schlechten Ergebnis dann ein akzeptables Ergebnis machen.

Grüße Bernhard



Hallo Bernhard,



wenn du welches hast, kannst du mal versuchen die Flecken mit Wasserglas abzusperren. Da Wasserglas sehr diffusionsoffen ist, kann es allerdings sein, dass du 2 - 3 mal streichen und testen musst.
Ich sperre damit vorm Verputzen Rußflecken ab, manchmal muss ich dann nach der ersten Putzschicht nochmal streichen, weil immer noch ein bischen durchschlägt, aber spätestens danach funktionierts. Allerdings vor einem Anstrich habe ich es noch nicht ausprobiert.
Auf jeden Fall "vertragen" sich Kalk und Wasserglas gut, besser als Kalk mit Kunstharz- oder Acrylgrundierungen.
Was den Gebrauch von Kalkfarben angeht. Es ist tatsächlich so wie Ralf schrieb. Wenn man Kalkfarbe "richtig" streicht, sieht man den ersten Anstrich erst wenn er getrocknet ist. Vor allem auf hellem Untergrund.
Wenn man schon während dem Streich mehr als nur eine wirklich minimale Aufhellung sieht, könnte es sein dass die Farbe zu dick eingestellt ist. Was zur Folge haben kann, dass sie ab platzt.
Den Spruch von Kreidezeit, dass man mit der Kalkfarbe in 2 -3 Durchgängen fertig ist, halte ich für sehr gewagt. Ich würde eher sagen in 3 - 4, evtl. auch 5 Durchgängen ist man fertig.
Grundsätzlich gilt für Kalkfarben: Je dünner sie pro Durchgang gestrichen werden, umso geringer das Risiko dass sie später abplatzt. Jedenfalls ist das bei reinen Kalkfarben, ohne irgendwelche "Zutaten", so.
Kalkkaseinfarben lassen sich einfacher streichen....oder halt doch Lehmfarben....die man beide auch besser mit dem Quast streicht. ;-)

Gruß,
KH



Arbeiten im Steinbruch



Hallo Karl Heinz,

du hast mir ja schon so machen wichtigen Tipp gegeben. Seinerzeit ging es um das Verfugen der Bruchsteinwände. Das hat dank deiner guten Tipps dann letztlich prima geklappt.

Deinen Tipp mit dem dünn streichen, den hätte ich gerne vorher gewußt. Auch der Hinweis, dass es manchmal doch mehr als 2 Anstriche braucht, ist interessant für mich. Es ärgert mich, dass ich mich nun extra habe beraten lassen und dann die Beratung teilweise sooooo falsch war.
Mir wurde beim Bio - Baustoffhändler in Bie. geraten: Satt drauf mit dem Zeug und ruhig eine Rolle verwenden, bei weißer Farbe geht das.
War ja dann doch wohl nicht so richtig.
Die Tinktur die du da empfielst, die kenne ich allerdings gar nicht. Ich werde mal googlen und schauen was das ist.
Auf jeden Fall halte ich dich/euch auf dem Laufenden. Nächstes mal auch mit Fotos.

Grüße aus dem Lipperland
Bernhard



Re: Arbeiten im Steinbruch



Bernd Ziemus schrieb auch schon: "Die Verarbeitung von Kalkfarben erfordert halt etwas Erfahrung und Fachwissen."
Als langjähriger Maler-Profi kann er das besser beurteilen als ich Lehmbauer.
Schade dass er hier im Forum nicht aktiver ist....Gruß nach Kiel.... ;-)

Nebenbei bemerkt, das ist genau der Grund warum ich keine Kalkanstriche anbiete/ausführe. Es ist mir einfach zu aufwändig. Ich präferiere für innen Lehmfarben, für außen Silikatfarben.

Gruß,
KH

PS: Bevor du wegen Wasserglas googelst, beachte bitte auch was Bernd Ziemus zum Thema schrieb.