Stallausbau Euro 1500 je m2 ?

13.04.2007



Hallo,
wir haben bei einem Hofgrundstück auch einen Stall (Ziegelstein) ca 150m2. Der Dachstuhl, Balken sind intakt. Wir möchten zwei Ferienwohnungen einfachen Standards hier einbauen. Ein Architekt meinte, dass hierbei mit Kosten von mindestens Euro 1500,- je m2 zu rechnen sei. Ist dies eine realistische grobe Größe?
Vielen Dank
Steffen



unseriöse antwort



eines architekten. dann gibt man lieber keine antwort. zur lebenserleichterung von archtekten gibts dafür programme, die halbwegs belastbare zahlen ausspucken - nachdem man sie mit den relevanten informationen gefüttert hat. letztere liegen uns hier auch nicht vor. das fängt bei den eigenleistungen an und hört bei der vorsteuerabzugsberechtigung auf.
und nur, damit sie nicht ganz im regen stehen und weil ich kein architekt bin: ich finde 1500 euro sehr hoch gegriffen, wenn gute verwertbare substanz vorhanden ist.



unseriöse Antwort



Ja, Ja,
viel Feind`viel Ehr` oder gut das wir die HOAI haben!

Nun mal ernsthaft:
Haben Sie ihn mit einer Form der Vorplanung, Machbarkeitstudie o.ä. beauftragt? Dann zahlen Sie zwar ein paar Euro dafür, sollten dann allerdings seriöse Unterlagen bekommen, wie einen Kostenrahmen.
Wenn es nur so dahin gesagt war- vergessen Sie es.
Das ist keine Grundlage für ernsthafte materielle Entscheidungen, egal, ob die Zahl stimmt oder nicht.

Viele Grüße
Georg Böttcher



Mir ...



kommt diese Zahl bekannt vor, ich glaube das ist eine beliebte Einstandsgröße.

Anfangen können Sie damit, wie schon dargelegt, überhaupt nichts.

Grüße

Thomas



Zu Hoch



Hallo,
ich habe mich in letzter Zeit viel mit solchen Kosten beschäftigt, deshalb nehme ich auch an das der Wert zu hoch ist. Bei uns in Thüringen bekommen sie für diesen Quadratmeterpreis ein komplett neues Haus. 1500€ ist ein Richtwert für eine Vollsanierung, bei der im Prinzip nur die Grundmauern stehen bleiben und alle Arbeiten von Facharbeitern erledigt werden. Wenn Sie gewisse Dinge selber machen können und wollen und das Gebäude im Großen und Ganzen in Ordnung ist, wird der reale Wert deutlich daruter liegen. Vielleicht sollten Sie mal ihren Architekten prüfen, ob dieser überhaupt Erfahrung mit Sanierungen hat und sich im Zweifelsfall nach einem Anderen umsehen, denn je höher die Kosten, desto mehr kann auch der Architekt verlagen. Er bekommt ca. 1/3 der Gesamtkosten, was bei Ihren Angaben um die 60000€ währen. Da wird seine Angabe schon verständlich ;).

MfG Ralf



das Problem



ist, dass man wirklich im Regen steht, weil unsereins die Kosten schwer einschätzen kann und ich eigentlich auch immer Zahlen und Meinungen eines anderen hinterfrage. Wenn ich mir die Kosten im Kopf ausmale für:
Sanitär, Elektro, einfache Heizung(im Winter kommt ja kaum einer), Fenster und Türen, dann komme ich auf maximal Euro 50.000. Sämtliche Maurer-, Putz-, -Fußboden und Deckenaufbauleistungen erbringe ich selber. Man hat halt etwas Angst sich zu übernehmen, aber im Kopf hatte ich mit Euro 50.000,- für Fremdleistung/Material gerechnet. Liege ich da so weit daneben?
Ciao Steffen



Gering



Also 50000€ währen dann ja ca. 350€/m². Diesen Wert halte ich für etwas zu optimistisch. Ich kenne ja ihre handwerklichen Fähigkeiten nicht, aber gerade bei Eigenleistungen kann man sich leicht verschätzen. Außerdem muss man immer eine Reserve für Überraschungen bereithalten.
Ich denke 500€/m² währen schon realistischer.
Ich würde Ihnen raten einen Fachmann aufzusuchen, der den Zustand des Gebäudes real beurteilen kann. Dann kann man sich noch Angebote von Handwerkern einholen, für alle Arbeiten die sie nicht selbst machen. Dazu nimmt man dann noch eine 10% Sicherheit und kommt so auf einen Wert mit dem man arbeiten kann.
Ich kenne mich mit Baurecht nicht so recht aus, aber brauchen sie dann eigentlich einen Architekten, vielleicht reichen ihnen schon die Handwerker und der Fachmann zur Beurteilung? Dadurch sparen Sie auch noch mal Einiges.

Gruß
Ralf



Ein sanierungskundiger Architekt oder



Bauingenieur spart oft mehr, als er kostet - wenn er's kann.

Ich würde die Rahmenbedingungen / Ziele / Eigenleistungen möglichst detailliert beschreiben, und dann eine begrenzte Ausschreibung machen, also an selbst gewählte Architekten die Unterlagen verschicken.

Dann mit jedem Bieter sprechen, dann finden Sie auch einen Geeigneten. Das wird vermutlich nicht derjenige sein, der so ganz pauschal auf 1500/m² kommt.

Grüße

Thomas



Wie macht man....



.... eine Kostenermittlung ?
Die DIN 276 schlägt uns eine stufenweise Ermittlung der Kosten vor:
zunächst Kostenschätzung (grob, anhand von Richtwerten, wie eben den genannten 1.500 e/m²).
Solche Richtwerte sollten dann allerdings aus einer zitierfähigen Quelle stammen, wie beispielsweise einer der verbreiteten Baukostendatenbanken. Alternativ können eigene abgerechnete Bauvorhaben herangezogen werden. Alles andere ist der berühmte "Schuß ins Blaue".
Man kann diese Stufe auch hilfsweise auf Basis der amtlich bekanntgemachten NHK (Normalherstellungskosten) machen, wenn diese eigentlich auch für Zwecke der Wertermittlung veröffentlicht sind. Googeln Sie mal ein wenig !

dann Kostenberechnung
diese setzt einen Entwurf mit relativ genauen Flächen und Massen voraus. Gewerkeweise und/oder bauteilweise, hilfsweise nach Massen werden hier Kosten zusammengetragen.
Die Kostenberechnung gehört üblicherweise auf die Ebene Entwurfsplanung und schließt diese ab.

schließlich Kostenanschlag
auf der Basis eingeholter Angebote oder Kostenprognosen, die im Rahmen der Ausschreibung vom Architekten positionsweise ermittelt wurden.
dann Kostenfeststellung.

Das können Sie beauftragen. Aber die Antwort auf eine Frage, "was kostet" ist so einfach und gleichzeitig seriös nicht zu
geben.

Mit Grüßen vom Niederrhein