Antrag als Denkmal: Ja/Nein, welche Abschreibungs- und zusätzliche Fördermöglichkeiten

20.08.2003



Hallo,
wir haben nun unseren Hof gekauft und ab Oktober geht es dann an die Renovierung. Nun sind wir im Vorfeld am schauen welche Zuschüsse und Fördermöglichkeiten wir in Anspruch nehmen können. Einiges haben wir schon gefunden;: Heizung, Solar, Dämmstoffe. In die Dorferneuerung scheinen wir auch noch hineinzurutschen. Nun bin ich am Überlegen inwiefern es sinnvoll ist eventuell eine Antrag auf Denkmalschutz zu stellen. Renovieren wollen wie schon im alten Stil, nur will ich auch die Freiheit haben die Raumaufteilung zu verändern und z. B. neue Terassentüren einzubauen (die vorher nicht da waren). Welche Vorteile würde mir ein denkmalgeschütztes Haus bringen? Steuerlich und welche zusätzlichen Fördermittel könnte ich in Anspruch nehmen? Wer kann mir von Nachteilen berichten? Unser Haus ist über 150 Jahre alt.





als denkmalbesitzer können sie zuschüsse für den denkmalpflegerischen mehraufwand bei der Sanierung ihres anwesens in anspruch nehmen. über die förderhöhe lässt sich pauschal nichts agen, denn das hängt nicht zuletzt davon ab, wieviel geld im jahr für ihre region zur verfügung steht und wie viele projekte laufen. bei uns (unterfranken) ist die förderung, obwohl nur simples bauernhaus, mehr als ordentlich, zumal neben dem Denkmalamt auch immer der bezirk und die gemeinde geld zuschießen. wichtig ist ein guter kontakt zum denkmalamt, ganz besonders wichtig absprachen VOR irgendwelchen baumaßnahmen. das ist zwar manchmal lästig, zahlt sich aber aus. eine indirekte Förderung erfolgt über die steueranschreibung: der wiederherstellungs- und erhaltungsaufwand für ein Denkmal kann als sonderausgabe von der steuer abgesetzt werden, und zwar jeweils über zehn jahre. also: 2003 wurden 50.000 euro ausgegeben - ab 2004 können sie jedes jahr 5000 euro absetzen. 2004 werden 100.000 euro ausgegeben - also können sie ab 2005 für neun jahre 15.000 euro absetzen ... da kommt hübsch was zusammen, aber leider zeitverzögert. das ist der einzige nachteil bei der denkmalförderung, zusammen mit dem doch erheblichen papierkrieg. behörden wollen halt belege, ordentliche anträge, verwendungsnachweise und und und, aber dafür fließt sogra die brotzeit auf der Baustelle in die summe ein - da kann man sich schon mal ein paar stunden an den schreibtisch setzen. bei der veränderung der raumeinteilung innen sehe ich kein problem, wenn sie nicht gerade eine stuckdecke eliminieren, und neue terassentüren sind auch beim denkmalschutz ansichtsache: bei uns gings problemlos, weil der vorbesitzer die Fassade mit großen fenstern so verschandelt hate, dass die neuen türen im rekonstruierten Fachwerk eine verbesserung um 300 prozent sind. einfach mal reden, verhandeln und pokern: vielleicht eine maximallösung vorschlagen und sich dann auf einen kompromiss verständigen ...
viel glück mit ihrem anwesen!
günter flegel, wagenhausen



Andersrum.



Hallo Simone, nicht Sie können den Antrag auf Denkmalschutz stellen, sondern die Behörde legt fest welche Gebäude unter Denkmalschutz stehen haben. Sie sollten als erstes bei Ihrer nächsten Verwaltungsbehörde (Untere Denkmalschutzbehörde innerhalb der Stadt- oder Kreisverwaltung) anfragen ob das betreffende Gebäude bereits in der Denkmalliste steht oder in einer vorläufigen Liste der unter Schutz zu stellenden Gebäude aufgeführt wird. Sollte dies nicht der Fall sein, kann ein Gespräch mit den zuständigen SachbearbeiterInnen weiterhelfen ob es eventuell vergessen wurde oder als nicht schutzwürdig angesehen wird. Grüße aus Leipzig von





Hi,

mann müsste halt in Unterfranken wohnen.
Also die Aussage unserer Denkmalschutzbehörde ( Oberfranken) kein Geld da, seien Sie froh das Sie nicht einen Bescheid bekommen haben wo drin steht das Sie nicht bekommen. Überall mitreden und nichts bezahlen wollen so sieht es bei uns aus.
Wir haben einen anerkannten denkmalpflegerischen Mehraufwand von ca. 170000?!!!!.

Bei uns wurde genau nachgeschaut das wir ja nichts an der Raumeinteilung verändern.

MfG
Fritz



Wir haben auch einen Antrag gestellt



Hallo Simone, wir haben unser Haus, das am Rande einer denkmalgeschützten Anlage steht, als Einzelkulturdenkmal eintragen lassen. Dazu genügt ein Schreiben, wie schön das Haus doch ist und gut erhalten und der alte Lehmputz ist noch an den Wänden... Meistens freuen sich die Denkmalschützer, dass jemand freiwillig auf sie zukummt. Zuschüsse gibts bei uns keine (der Landkreis hat sein ganzes Geld in die "Sanierung" eines alten Wirtshauses gesteckt - die Vorbesitzer haben es verkommen lassen, es wurde abgerissen, mit Poroton neu aufgebaut und drumherum verschönert, als ob es alt wäre *na ja*...). Wie auch immer, aber steuerlich können wir so ziemlich alles absetzen. Für uns ein netter Zuschuss, aber rechnen Sie mal nicht damit, wer weiss, was den Politikern diesbezüglich noch so alles einfällt... Allerdings wollten wir eh die alte Kultur wahren und haben das Haus jetzt genau so wieder aufgebaut (wir sind jedenfalls dabei). Dazu gehören aber keine Terrassentüren... Man muss auch manchmal Abstriche machen - zuerst wollte ich unbedingt Kunststoffenster (wenn ich heute drandenke - UNMÖGLICH!!!), aber wenn man sich etwas mit dem Haus befasst, dann macht man doch viele Dinge anders als geplant (wie wärs mit einer normalen Haustür als Hintertür und dieser direkt in den Hof hinaus???).... Aber Sie werden ja selber sehen. Grüße Annette