Anstrich Eichenbalken

30.01.2018



Erst einmal ein freundliches Hallo in die Runde.

Nachdem ich nun etliche Artikel gelesen und auch die Suchfunktion genutzt habe, bin ich nicht wirklich schlauer.

In unserem Hause habe ich bei einigen Wänden den Putz und teilweise die Gefacheausmauerungen entfernt. Ziel war es eine offenere Raumstruktur zu erhalten. In die ausgeräumten Gefache sollen nun Glasscheiben eingesetzt werden.

Die Eichenbalken waren großteils mit einer rußartigen Schicht überzogen, welche sich aber mit Spachtel und Handdrahtbürste gut entfernen ließ. Vorhandene Nägel sind beim Versuch diese herauszuziehen eher abgebrochen, als dass sich diese wirklich entfernen ließen. Wie mit dem Holz verwachsen. Habe diese Reste der Nägel letztendlich dann plangeschlagen.

Die Balken haben nun so einen tief rot braunen Ton, welcher mir bzw meiner Frau an sich ganz gut gefällt. Stellenweise auch mal etwas heller. Die übrig gebliebenen Gefache sollen entsprechend hell gehalten bleiben. Werden hier mal schauen, wie das so mit einem Lehmputz oder einem Kalkputz aussieht. Mal schauen, was da besser gefällt.

Im Bereich der zukünftigen Küche stellt sich nun die Frage, ob es ratsam ist die an die Arbeitsfläche angrenzenden Balken zu streichen, um sie vor Einwirkungen aus der Lebensmittelverarbeitung zu schützen.

Habe immer etwas von Standöl- bzw. Leinölfarben gelesen. Was ist hier der Unterschied und wäre dies für den Fall das richtige? Oder gibt es was Besseres? Womit behandelt man Echtholzarbeitsplatten und kann man das ggf. auch für die Eichenbalken nehmen?

Es geht hier nicht darum die Farbe der Balken zu ändern, das passt so, wie es ist. Nur der Schutz vor Fett und Soßen bzw. eine Verbesserung bei der täglichen Reinigung ist angestrebt.

Ach so- es ist nicht im Bereich des Kochfeldes oder der Spüle. Nur reine Arbeitsfläche.

Ich möchte nicht unbedingt so eine häßliche Plexiglasplatte davor schrauben, aber so ganz ohne irgendeinen Schutz?

Vielleicht könnt Ihr mir da ja weiterhelfen. Dank im Voraus.

Gruss in die Runde
Volker



Ein Öl feuert



immer die Struktur der Balken an.

Grundsätzliche würde ich immer lösemittelfreie Produkte nehmen. Hier haben sich Öle auf Leinölbasis bewährt.

Grüße



Es sind...



...Standöl- und Leinölfarben üblicherweise deckende Anstriche. Das war wohl eher nicht geplant?

Das Projektöl NPO von Zweihorn feuert wenig an. Für die Balken mag das angehen, für die Arbeitsplatten würde ich eher ein wachsfreies Möbelhartöl nehmen. Wenn das farbliche Anfeuern der Holzstruktur kein Problem ist, dann ist das Möbelhartöl auch für die Balken eine gute Wahl. Einfach 'mal eine Ecke anfeuchten, so in etwa wird ein geöltes Holz dann dauerhaft aussehen.

Wichtig: Öle immer dünn auftragen und Überstände nach Wartezeit lt. Anwendungshinweisen abnehmen.

Im Übrigen: Plexiglas ist Mist, richtig. Eine speziell angefertigte Glasplatte wäre aber eher ein Hingucker, wenn das Balkenwerk dahinter ansehnlich ist. Platte mit speziellen Beschlägen abnehmbar gestalten, daß man mal dahinter sauber machen kann.

Grüße

Thomas



Hilfreiche Informationen



Hallo und meinen Dank für die Informationen.

Wenn Standöl- und Leinölfarben mit einer farblichen Veränderung verbunden sind, so scheidet dies aus. Die Idee mit der individuellen Glasscheibe - hätte ich auch selber drauf kommen können. Wird aber wahrscheinlich nicht preiswert sein und damit eher ein Traum bleiben. Oder ein Ziel ...

Habe jetzt schon mehrfach von dem "Anfeuern" gelesen. Wie muss ich mir das vorstellen?

In einem anderen Raum, der ursprünglich einmal als Räucherkammer diente und schon vom Vorbesitzer zu einem Kaminzimmer umgebaut wurde ist die Balkenoberfläche relativ glatt und wirkt etwas speckig. Die flächen wurden soweit mir bekannt maschinell geschliffen, um sie von den vermutlich fetthaltigen Rückständen des Räucherns zu reinigen. Könnte man dies mit dem Anfeuern vergleichen?

Zwischenzeitlich habe ich an einer weiteren Wand (keine Außenwand) eine Verkleidung aus Profilholz entfernt. Hier sind die Gefache nicht ausgemauert. Es ist nur das reine Fachwerk (Balken) vorhanden. Die Balken weisen vollflächig Kerbungen auf und sind - ich vermute - mit einem schwarzen Lack gestrichen.

Die Kerben würde ich als Haftverbesserung für einem vielleicht mal vorhandenen Wandputz definieren.

Wie bekommt man den Lack am besten runter? Sitzt leider super fest. So mit Spachtel oder Drahtbürste tut sich nichts. Sandstrahlen oder Eisverfahren dürfte den Kostenrahmen sprengen.

Ich möchte an dieser Wand nun die unteren Gefache wieder ausmauern. Über die Problematik der Verwendung von Ytong habe ich schon viel gelesen, möchte aber trotzdem noch einmal nachfragen, ob dies auch bei einer Innenwand zwischen zwei geheizten Räumen so kritisch ist? Ober müssten auch hier unbeding Lehmsteine verwendet werden?

Gruss in die Runde
Volker



Anfeuern...



...betont die natürliche Farbe des Holzes. Wie ich schon schrieb: in etwa so, als ob es naß wäre.

Lackentfernung = Lackschaber mit Hartmetallklinge, dann nachschleifen.

Zwischen 2 geheizten Räumen kannst Du auch mit Lego arbeiten :-)

Eine gebohrte Glasplatte 6mm aus ESG oder VSG mit geschliffenem Rand und passenden Befestigungstellern kommt direkt vom Glaser sicher so preiswert, daß Du das bezahlen kannst. Wie immer: Mehrere Glaser fragen, Scheibe genau beschreiben und bemaßen.

Grüße

Thomas



noch einmal im Klartext



@Thomas
Zwischen 2 geheizten Räumen kannst Du auch mit Lego arbeiten :-)

Damit ich wirklich nichts falsch verstehe - Ytong ist also hier unproblematisch. Lehmbausstoffe aber schöner im Sinne der Gesamtphilosophie.

Gewinne nun langsam ein Gefühl, was "Anfeuern" heißt.

Werde mich mit Sicherheit über die Sache Glasscheibe weiter informieren, insbesonders was so etwas kostet. Wär mit Sicherheit die stylistisch schönste Lösung - krieg ich jetzt auch nicht mehr aus dem Kopf.

Aber da kommen dann noch Fragen wie Steckdosen und dergleichen. Hier bin ich mit der Planung noch nicht fertig.

Werde das mit dem empfohlenen Öl mal an einer Stelle versuchen, die später durch Schränke verdeckt wird. Das Ganze mal live sehen hilft mehr als alles andere.

Und wenn es passt, kann ich ja auch erst einmal Ölen und mir dann später immer noch eine Glasscheibe gönnen.

Gruss in die Runde
Volker



Hallo Volker,



dem Bauen wird zwar gerne eine "Philosophie" übergestülpt, in Wirklichkeit ist es aber eine Frage der Physik (und wenn's schief geht, eine Frage der Biologie :-)

Es gibt also nix gegen Ytong, Lehmsteine oder Heraklit an dieser Stelle zu sagen.

Große Erfolge wünscht

Thomas



Balken ölen, Glasplatte Küche



Wenn sich die Balken nicht mit Drahtbürste an Bohrmaschine oder Winkelschleifer reinigen lassen dann mit grobem Schleifpapier oder Raspelscheibe oä versuchen.

Zum Anfeuern einfach etwas Speiseöl auf einen Lappen und an unauffälliger Stelle versuchen (natürlich nicht großflächig)

Die Scheibe am besten als ESG nehmen in 4 bis 6 mm Stärke, Kante polieren- die sollte nicht über 50,-€ kosten.

Zur Befestigung genügt es, 2 runde Neodym-Magnete mit Epoxikleber (oder nur mit gutem doppelseitigem Klebeband oder Spiegelklebeband) auf die Scheibe zu Kleben und an der Wand zB 2 Metallschrauben oder Scheiben in Höhe der Magnete auf der Scheibe zu befestigen.

Das Material der Gefachausmauerung spielt keine technische Rolle

Andreas Teich





Speiseöl trocknet nicht richtig und kann ranzig werden.



Nochmals herzlichen Dank



für die umfangreichen Informationen. Kann die Sache also nun beruhigter angehen.

Gefache werde ich an der besagten Wand nun mit Ytong ausmauern und einen einfachen Kalkputz aufbringen. Lehmsteine und Lehmputz werde ich mir dann für Bereiche vornehmen, wo ich das später auch sehen kann.

Wenn sich die geäußerten Preise für eine solche Glasscheibe wirklich in den erwähnten Regionen bewegen, wäre das die beste Lösung. Ohne jetzt genau zu messen würde ich eine Platte von ca 200cm x 35 cm benötigen. Darin Ausschnitte für erforderliche Steckdosen und Abstandshalter. Werde nal einfach eine Art Schablone aus dünnem Sperrholz fertigen und damit den ein oder anderen Glaser aufsuchen.

Unabhängig davon werde ich wie gesagt an einer später nicht unbedingt sichtbaren Stelle es mal mit dem empfohlenen Öl versuchen. Speiseöl - da hab ich aber auch so meine Bedenken.

Philosophie - ok, war nicht der richtige Begriff. Es fiel mir hier nichts Besseres ein und umgangssprachlich doch irgendwie am Rande passend. Natürlich ist die Sache komplexer und vom Fachmann entsprechend besser auszudrücken.

Nochmals meinen Dank und ein Gruss in die Runde
Volker



Scheibe mit Steckdose



Warum willst du die Steckdosen nicht oberhalb der Scheibe und außerhalb des Spritzbereichs montieren?

Wenns nur billig sein soll kannst du beim Glaser eine alte Scheibe aus dem Container besorgen, ggf eine Isoglasscheibe trennen, einen Glasschneider für ein paar Euro besorgen und die Scheibe selber schneiden.

Die Kanten kannst du mit feinem Schleifpapier überschleifen.

Das lohnt sich nur, wenn Zeitaufwand egal ist.

Wenn du eine handwerkliche Herausforderung suchst findest du zB bei youtube Anleitungen für fast alles- außerdem gibts Glaser-Foren

Loch bohren möglichst vermeiden

Andreas Teich