Anschluss Putz an Türrahmen

17.04.2019 Tilman



Hallo,

ursprünglich wurde in unserem Haus überall nahtlos bis an die Türrahmen geputzt. Dies waren jedoch auch die am stärksten beschädigten Bereiche. Fast um alle Türrahmen wurde im Laufe der Zeit ausgebessert, mit allem, was die Bauern damals so hatten. Angefangen von Gips bis hin zu steinhartem Beton.

Aktuell habe ich nun um alle Rahmen eine Schattenfuge von 3 Millimeter. Optisch könnte man das durchaus lassen, doch rieselt es immer mal wieder ein wenig hinter den Türrahmenblenden hervor. Um keine Sandkörner in die Dielen zu treten, muss also eine Lösung her.

Meine Idee war nun, die tiefere Fuge mit Hanf auszustopfen und darüber mit Putz die Schattenfuge auf etwa 1 Millimeter verringern, damit der Hanf optisch verschwindet. Oder gibt es eine bewährte und bessere Lösung?

Viele Grüße
Tilman



Anschlüsse an Bauteile



werden i.d.R. mit einem sogenannten Kellenschnitt hergestellt. D.h., der Putz wird bis an das Bautel (Türrahmen) herangeführt und in jeder Schicht mit der Kelle, daher der Name Kellenschnitt, auf ca. 1/3 der jeweiligen Putzdicke vom Bauteil getrennt (geschnitten). Das ergibt eine wirksame Sollbruchstelle ohne große Fugenbreite und herauskrümelndem Putzmörtel. Oft sieht man diese Fuge gar nicht, da sie mit Anstrichstoffen oder von Tapeten überdeckt wird.
Im vorliegenden Fall mit den 3 mm Schattenfugen sollte man tatsächlich eine Füllung mit einem Elastischen Material vornehmen. Hanf oder Flachswolle sind dafür durchaus geeignet, Man kann auch mit Lehm-Fugenfüller (z.B. claytec) die Fuge ausfüllen (mit Kartuschenspritze) und einen Kellenschnitt am Holz entlang anbringen, dann ist die Fuge ganz weg. Das geht auch mit einem Gipsspachtel, je nach Endbeschichtung und handwerklichem Geschick.
Frohes Schaffen und gutes Gelingen wünscht Andreas Wugk



Anschluss



Hallo Andreas,

danke für den Hinweis. Der Kellenschnitt war mir vom Fachwerk her durchaus ein Begriff, doch habe ich ihn hier im Allgäu noch bei keinem alten Bauernhaus bei Anschlüssen an Tür- oder Fensterrahmen gesehen. Ich muss aber gestehen, es ist naheliegend, es so zu machen.

Ich werde erstmal die Fugen in der Tiefe ausstopfen. Wenn es dann noch nötig ist, muss ich nochmal mit Putz ran und einen Kellenschnitt machen. Lehm kommt leider nicht in Frage, auch wenn der Griff zur Kartusche die einfachste Lösung wäre, da innen alles mit Silikatfarbe gestrichen wird.

Viele Grüße und schöne Ostertage
Tilman