Anschluss der Dampfbremse an die Fußpfette oder doch gedämmter Kniestock

08.12.2021 NICE DAY

Anschluss der Dampfbremse an die Fußpfette oder doch gedämmter Kniestock

Guten Tag,
mein Name ist Stephan und ich bin neu in diesem Forum.
So richtig weiß ich nicht wie man hier einen neuen Beitrag erstellt, deswegen hoffe ich, dass es hier gerade der richtige Weg ist.

Zur Ausgangssituation sei folgendes gesagt, wir haben 2020 ein 1930 erbautes EFH erworben und bauen nun seit dem fleißig um.
Zum Start haben wir die untere Etage in 90% Eigenleistung herrgerichtet was uns denke ich sehr gut gelungen ist.

Seit geraumer Zeit ist nun die obere Etage dran, das Dach hat von außen neu bekommen:

-Ziegel
-Traglatten
-Konterlatten
-Steico universal Dry 35mm Aufdachdämmung


Innen wurde alles so weit entfert das ,man nun die Sparren sieht ohne Dämmung etc..
Ich habe nun begonnen die Sparren auf die benötigte Tiefe von 160mm aufzudoppel.
Nun stellt sich mir folgende Frage:

Die Dampfbremsfolie an die Fußpfette anzuschließen stelle ich mir aufgrund des Fehlbodens nahzu unmöglich vor, meine Idee war ( die einzige die mir machbar erschien) die Außenmauer hoch zu mauern bis direkt an die Steico dämmplatten dan sauber zu Verputzen und dort die Dampfbremse anzukleben, die übergänge zu den Sparren müssten natürlich mit ordentlich Klebestreifen (passend zur Dampfbremse) angefrimmelt werden.


Da Später aber eh ein Kniestock gesetzt werden soll kann ich dir Folie über den Kniestock bis auf/unter den neu zu verlegenden OSB boden Verlegen ?

Wie gehe ich in diesem Fall mit dem Raum hinter dem Kniestock vor dämme ich Ihn vollständig mit Dämmwolle aus ?

Für andere Vorschläge wäre ich offen und Dankbar, ich habe sicher 12-15 Beiträge gelesen aber in keinem gab es eine passende Lösung für mich.

Zeichnungen hänge ich hinten an .



Lösungsversuch


Lösungsversuch

Hier meine Idee mit dem hochmauern



Fehlboden und Fußpfette ISTZUSTAND


Fehlboden und Fußpfette ISTZUSTAND

ISTZUSTAND



Mit Stellbrettern


Mit Stellbrettern

zwischen den Deckenbalken. Stopfhanf zur Ergänzung der Zwischensparrendämmung und die Lücken zwischen Stellbrettern und oben ein Kantholz drauf. Die letzten Lücken haben wir mit Bauschaum ausgefüllt. Ein anderes Material zur Lückenfüllung ist mir nicht eingefallen. Die Stellbretter haben wir wieder mit dem Sand vom Fehlboden angefüllt. Die eigentliche Dampfbremse ist bei uns mit OSB ausgeführt. Feuchtigkeit kann so nach außen weg.



Bild 2


Bild 2

Hier der Zustand ohne Anfüllung. Hatten zusätzlich noch den Umstand, dass wir an die Innendämmung aus dem darunter liegenden Stockwerk anschließen mussten.



Dampfbremse direkt an die Fußpfette



Hallo Stephan,
willkommen im Club..... ;-)

Du schreibst: "Ich habe nun begonnen die Sparren auf die benötigte Tiefe von 160mm aufzudoppel."
160 mm Zwischensparren- und 35 mm Aufdachdämmung ist zu wenig. Du solltest mind. 23 - 25 cm Dämmung einbauen, wenns im Sommer nicht zu warm werden soll. Und verwende vor allem "schweres" Dämmmaterial, z. B. ISOFLOC, o. ä., statt leichte Mineralwolle, usw. Die schwereren Materialien sind gegen Kälte genauso gut, gegen sommerliche Hitze aber viel besser geeignet.

Zu deiner Frage der Abklebung: Es reicht wenn du die Folie an der Fußpfette dicht verklebst und die Deckengefache wieder bis zur UK Pfette füllst. Die Zwischensparrendämmung füllt dann den Raum hinter der Pfette und liegt auf der Deckenfüllung auf.
Wenn du die Sparrenfelder über der Pfette hoch, bzw. zu mauerst, hast du die Verklebung nur ein paar cm höher verlegt. Ansonsten ändert sich an der Situation ja nichts. Im Gegenteil, du würdest mit den Steinen ein Leck in die Dachdämmung bauen.
Den Aufwand, den BufordTJustice betrieben hat in allen Ehren. Aber offen gesagt bringt das Entfernen der Deckenausfachungen und Abstellen mit Stellbretter nichts. Im Endeffekt ist hinter den Stellbretter auch nur Dämmmaterial, wie ich es gerade beschrieben habe.
Was den Feuchtigkeitseintrag an dieser Stelle betrifft, macht es keinen Unterschied. Luftfeuchtigkeit kann keine in die Dämmung eindringen, wenn die Gefache alle wieder voll sind. Feuchtigkeit aus den Bauteilen, also aus der Decke oder von unten aufsteigenden Außenwand, könnte so und so in die Dämmung einziehen. Was aber nur theoretisch/rechnerisch passiert. Sprich, wenn überhaupt dann nur so wenig ist, dass es unkritisch ist.

Im Übrigen finde ich BufordTJustices OSB-Innenbeplankung die bessere Lösung, statt einer Folie. An den OSB-Platten könntest du die Unterkonstruktionen der Innenbekleidung der Dachschrägen und des Trempels anbringen wie es für diese passt. Bei der Folienlösung musst du dich erst mal nach den Sparren richten. Oder, die OSB-Platten könntest du auch direkt verputzen, die Folie nicht.

Zum Ankleben der Folie gibt es auch Kartuschenkleber. Der ist an alten, rissigen Balken besser geeignet als Klebebänder, weil man damit gleich die Risse zu schmieren kann......und bei der Fummelei nicht so an den Fingern klebt wie das Klebeband... ;-)



Danke schonmal für Mühen und Ratschlag.



BufordTJustice - Danke für Ihre Variante, ehrlich gesagt was jenes auch meine erste Überlegung ( bis auf den Hanf) der Aufwand ist natürlich enorm ich habe mich mit der Thematik Bauschaum diesbezüglich auch schon viel belesen doch einen dauerhaft Winddichten Schaum gibt es meiner Recherche nach zu Urteilen nicht.
Deswegen hatte ich von dieser Variante erstmal abgesehen, wenn man aber natürlich überlegt was schon auf Dauer winddicht ist, wird man bei so gut wie allen Materialien im laufe der Zeit auf Probleme stoßen.

Die Idee mit der OSB Platte als Dampfbremse gefällt mir im Nachhinein sehr gut, leider war das meinem früheren Ich nicht bekannt, so lies ich mich von einem Fachbaustoffhandel zu einer feuchtevariablen Dampfbremse überzeugen.
Wie sagt man immer so schön erst das 3te Haus baut man für sich ^^.

Karl -Heinz (Ich hoffe das per DU ist in Ordnung)

Zu der benötigten Dämmdicke, hat auch hier mir wieder der ortsansässige Baustofffachhandel geraten.
Die 160er Dämmung ist leider schon vorhanden was ein umsteigen nicht mehr ohne großen Kostenaufwand möglich macht. Also auch hier hätte mein früheres Ich jetzt sicher anders gehandelt...Mist ...^^

Das hoch mauern fällt raus, ihre Argumentation, war kurz und richtig das Problem wäre nicht weg sondern nur verschoben --> Danke

okay das befestigen an der Fußpfette wäre ja das denkbar einfachste was ich durchführen kann, sind Sie der Meinung ( Achtung dumme Frage ) der aufgefüllte Fehlboden winddicht ist ?
Habe immer bedenken das sich durch Bewegung dieser setzt oder verteilt und Lücken entstehen, wäre es denkbar, vielleicht einfach etwas höher als Unterkante zu verfüllen, um dem entgegen zu wirken ?

Den Kartuschenkleber habe ich bereits auf der Baustelle, gleich etwas mehr damit ich nicht sparen muss,


Ich fasse noch einmal zusammen:


- Sparrenfelder dämmen
- Dampfbremsfolie an Fußpfette mit Kartuschenkleber und Klebeband anschließen (doppelt hält besser )
- beim aufbauen des neuen Fußboden darauf achten das der Fehlboden ausreichend gefüllt ist (min. Unterkannte Fußfette)
-fertig


kann es wirklich so einfach sein ?
Das wäre was !

Danke schonmal!



Manchmal ist es einfacher als gedacht



"Die 160er Dämmung ist leider schon vorhanden was ein umsteigen nicht mehr ohne großen Kostenaufwand möglich macht."
Musst ja nicht "umsteigen", kannst auch "nachrüsten", indem du die nochmal um 5, 8, 10 cm aufdoppelst.

"sind Sie der Meinung....der aufgefüllte Fehlboden winddicht ist ?"
WINDDICHT muss die äußere (auf der "kalten" Seite der) Hülle/Folie/Aufsparrendämmug sein, damit keine kalte Luft in die Dämmung einströmt und deren Wirkung obsolet macht.
Die innenseitige Abdichtug muss LUFTDICHT, genauer gesagt feuchtigkeitsdicht sein, damit keine Feuchtigkeit in die Dämmung rein diffundieren kann. Deshalb verwenden man da entweder die feuchtevariablen Folien oder eine wirklich luftdichte Folie/Beplankung. Die äußere Abdichtung muss diffusionsoffen sein, damit evtl. doch eingedrungene Feuchte nach außen raus kann.
Der Leitsatz ist: Eine Dämmung muss von innen nach außen hin immer diffusionsoffener werden!
D. h., es soll mehr Feuchtigkeit nach außen raus können, als von innen rein kommt.

Konkret zur Frage: Ja, das aufgefüllte Deckengefach ist dicht genug, bzw. absorbiert die Feuchtigkeit aus der Raumluft. Natürlich darf kein Spalt zwischen Decke und Pfette vorhanden sein, bzw. entstehen.

"Ich fasse noch einmal zusammen:
- Sparrenfelder dämmen
- Dampfbremsfolie an Fußpfette mit Kartuschenkleber und Klebeband anschließen (doppelt hält besser )
- beim aufbauen des neuen Fußboden darauf achten das der Fehlboden ausreichend gefüllt ist (min. Unterkannte Fußfette)
-fertig
kann es wirklich so einfach sein ?
Ja, so einfach gehts manchmal. ;-)

Nebenbei bemerkt, kennst du den online-U-Wert-Rechner: https://www.ubakus.de/u-wert-rechner/ ?
Da kannst du die verschiedenen Dämmvarianten kostenlos durchspielen.

Gruß,
KH



Bitte entschuldigt die späte Antwort



Danke für die ausführliche Antwort auf meine Problemstellung, ich konnte so endlich weiter machen.
Den Rechner habe ich den Tag mal schnell überflogen werde ich mir die Tage aber nochmal intensiver zur Brust nehmen :-) Danke auch dafür!

Im allgemeinen nochmal danke an das Forum und ich freue mich schon auf die nächste konstruktive Problemlösung (wobei ich nicht auf weitere Probleme hoffe )


Vielen Dank und bis dahin einen schönen 4. Advent schöne Feiertage und einen guten Rutsch ins neue Jahr :-)



so einfach ist das manchmal?



Guten Tag,
nun verstehe ich nicht wie die Einschätzung zustande kommt, dass irgendein Baustoff in diesem Detail Eigenschaften mit sich bringt, die dazu taugen es mit einem Dampfdruck aus Räumen des OG aufzunehmen.
Wie komme ich zu diesem ruppigen Einstieg:
Na klar, die Raumluft aus DG wird kein Problem sein, aber alles an warmer feuchter Luft aus dem OG will nach oben, und am liebsten in Bereiche mit einem niedrigeren Dampfdruck, also kältere Bereiche. Auf den Bildern sehe ich entnommene Deckenfelder im Außenwandbereich (unter und hinter der Fußpfette) da ist ja genau genommen nichts was irgendeine Feuchtigkeit aufnehmen könnte. Ich sehe auch keinen guten Grund warum ausgerechnet eine Füllung dieses Deckenfeldes mit Dämmwolle helfen sollte? Entweder die alte "fette Lehmdecke" bleibt, oder es muss ein Anschluss an die Innenseite der Außenwand des OG her!
Weiter zu den Bildern:
Ich hoffe der zu sehende Bauschaum ist nicht als Luftdichtigkeitsanschluss gedacht? By the way... Bauschaum ist total 20. Jahrhundert, eine Art Klimawandel zum anfassen!
Zu "doppelt hält besser": Ernsthaft? Ein Hersteller wie Proclima gibt genau Aufschluss womit welche Anschlüsse auf was für Materialien zu machen sind, Stichwort ressourcenschonendes Bauen.

Ich finde die Frage nach genau diesem Detail absolut berechtigt und würde, wenn es noch nicht zu spät ist, zu absoluter Sorgfalt bei Konzept und Ausführung der Anschlüsse raten.

MfG jakob Spohn