Anschluss Bodenplatte Perimeterdämmung im Sandstein

12.10.2014 mruehrig



Hallo, ich habe im EG meine Sandsteinhauses (kein Keller) den kompletten Innenboden entfernt, weill dieser an einigen Stellen eingebrochen war. Der alet Aufbau war folgendermaßen. Auf dem Mutterboden war als eine Art Dränschicht/Entkopplunsschicht gegen aufsteigende Feuchte grober Bauschutt (wohl zerschlagene Kanalrohre - eine Art Schamotte). Darüber war als oberste Estrich-Lage eine dünne Schicht eingestampfter Magerbeton, Darauf eine Lattung und Dielen, durch die fehlende Dampfsperre bzw. PVC Boden darüber waren die Dielen total vermodert ud ich wollte diese austauschen. Damit hat's angefangen und so hab ich begonnen mich langsam nach unten zu arbeiten. Jetzt bin ich beim Mutterbden angelangt und frage mich, wie ich das alles wieder aufbaue. Ich hab gegenüber vorher ca 30 cm an Höhe gewonnen und will das auch entsprechend nutzen. Ich dachte an folgenden Aufbau. Auf ein Folie als Feuchtesperre ca 8 cm XPS Schaumplatten als Perimeterdämmung auslegen. Darauf eine ca 13-15cm dicke Betonpatte gießen. Die Betonplatte würde ich an den Rändern armieren, weil dort später eine Innendämmung drauf stehen soll. Ansonsten ist die Bodenplatte lastfrei (keine Innenwände) Der Raum ist ca 3.50 x3.50m^2 groß.
Auf die Bodenplatte soll dann dann evtl. noch mal Schweißbahn und daruf dann Trittschalldämmung mit schwimmendem Estrich (evtl. in KOmbination mit Fussbodenheizung). Dann bin ich wieder bei den 30 cm Aufbauhöhe, die ich dann über den Estrich einstellen kann.
Hab jetzt zwei Fragen:
1) was haltet ihr generelle von dem Aufbau?
2) Wie gestalte ich den Anschluuss der Bodenpatte an die Sandsteinaußenwand? Nehm ich da nur die Randstreifen, wie man sie für Estrick verwendet? Der Zement im Beton ist ja wahrscheinlich Gift für den Sandstein.
Es gibt keine auffallende aufsteigende Feuchte. Lediglich die Sandsteinreihe des Fundaments, die bisher im Mutterboden liegt war/ist feucht). Nehme an, das die normale Erdfeuchte.Die Steinreihe darüber ist durch die Fuge ausreichend kapillar getrennt.
Ich will diesen Zustand natürlich durch die Bodenplatte nicht stören. Deshalb möchte ich die Bodenplatte und Perimeterdämmung von der Wand möglichst gut entkoppeln. Frage mich ob dazu die Styropor Randstreifen, wie sie im Estrich eingesetzt werden geeignet sind oder sollte ich da auch druckfestere XPS Schaumplatten verwenden. Die Randstreifen Würden halt direkt auf dem Sandstein zu liegen kommen. Sind dabei negative Einflüsse zu befürchten. Diffussionsoffene Randstreifen würden ja wohl den Austausch von Erdfeuchte über den Rand der Bodenplatte begünstigen. Das stelle ich mir nicht so günstig vor, zumal im Randbereich der Bodenplatte später eine Innendämmung an die Wand gestellt werden soll. Hanf oder Kokos ist im Erdreich wohl auch nicht so günstig
Welchen Abstand zwischen Bodenplatte und Sandteinwand soll ich wählen. Zimmer ist ja recht klein und viel Bewegung sollte es da nicht geben.
An einer anderen Stelle im Haus ist das Fundament mit Teer zugeschmiert, um die Abgbe der Bodefeuchte an den Estrich zu verhindern. Das möchte ich aber ungern nachahmen, da ich fürchte dem Sandstein damit nichts Gutes zu tun.
Bin gespannt auf eure Ratschläge und Tipps in der Sache



Fußbodenaufbau



Ich fange von oben nach unten an:
Bodenbelag (Fliesen, Laminat, Teppichboden...)
Zementestrich ca. 45 mm
Randstreifen, Trennlage (Folie)
Dämmung (Schaumpolystyrol, ca. 80 mm
Abdichtung (Katja Sprint, Schweißbahn...) bis etwa Höhe Estrich an den Wänden hochgezogen
Sauberkeitsschicht aus ca. 50 mm Beton
Trennlage (Folie)
ca. 10 cm Auffüllung aus handverdichtetem Kiessand
nachverdichteter Untergrund
Die Sauberkeitsschicht direkt an die Wände anbetonieren.
Gesonderte Bewehrung (AKS- Gitter)im Estrich ist nicht erforderlich.



Fußbodenaufbau



Diese Variante ist nicht "interessant" sondern vielfach erprobte Praxis.

1. Frage:
Sandstein und Beton vertragen sich an diesem Ort sehr gut miteinander.
2. Frage:
Die Abdichtung, egal welche, verträgt sich da auch sehr gut.
3. Frage:
Eine Porotonvormauerung ist statisch gesehen kein Problem denn die Vormauerung muß ja zusätzlich in der Außenwand und den Querwänden verankert werden. Es kann sich sonst ein Stützgewölbe bilden.

Grundsätzlich halte ich so eine Vormauerung für entbehrlich, zu teuer, kaum wirksam was die Dämmung betrifft und nachteilig im Bezug auf nutzbare Fläche und Belichtung. Von innen dämmen geht anders besser.
Falls diese Vormauerung nicht hohlraumfrei erfolgt kann der Spalt zu einem Schimmelbiotop mutieren.



Sie haben recht,



Die wDF Steine werden punktuell an der aussenwand befestigt. Die hohlräume dahinter mit Perlitschüttung verfüllt, was die kapillare anbindung an die Aussenwand bewirkt. Hab bisher wenig Erfahrungsberichte darüber gefunden. Deshalb interessieren mich die erwähnten "besseren" Alternativen. Hab mich auch mit HWF Platten z.B UdiReco befasst. Meine Sansteinwand ist innen nicht eben und besteht nur aus roh behauenen Quadern. Das Vorverputzen möchte ich mir ersparen. Deshalb entweder WDF mit Hinterfüllung oder UdiReco, das sich an die Unebenheiten anpasst. Anderfalls (sollte ich um eine Egalisierung nicht herumkommen) würde ich Multipor verwenden und dieses dann vollflächig verkleben. Was gibt es sonst noch (bezahlbar sollte es auch sein d.h. CS Platten oder Vakuumplatten fallen somit weg)?
Warum schätzen Sie die Wirksamkeit so gering ein? Der Lichteinfall richtet sich doch nach der Dämmstärke WDF mit ca 12 cm und die anderen Lösungen geben sich da doch nicht viel, oder? Stimmt, über den zu erwartenden Raumverlust ärgere ich mich jetzt schon, weil ich bei der Planung der Aufteilung schon immer die Dämmung abziehen muss und bei 30 qm schlagen die 1.3 qm schon detlich zu Buche



Innendämmung



Ob Perlite kapillaraktiv ist wage ich zu bezweifeln.
"Punktuell" eine Porotonwand an einer Bruchsteinwand zu befestigen klingt theoretisch gut, wird sich in der Praxis aber als erhebliches Problem darstellen.
Wo ist der ursprüngliche Putz geblieben?



Perlit



Hat eine sehr hohe Wasserspeiche Fähigkeit und gibt die Feuchtigkeit sehr gut von Korn zu Korn weiter. Das Wasser fällt demnach in dem Zwischenraum nicht aus, sondert bleibt am Perlit gebunden. Der Transport von Korn zu Körn ermöglicht einen Austausch zwischen Wand und Schale. So verstehe ich das Prinzip (ähnlich. Mutipor.bzw Ca-Silikat)



Perlite



Das was Sie bauen wollen ist eine zweischalige Wand mit Luftspalt und Kerndämmung. Hier gilt das die Kerndämmung hydrophob sein soll, also wasserabweisend.
Kapillarer Rücktransport findet in der Vorsatzschale statt, nicht in der Dämmschüttung.
Zu den Eigenschaften von Perlite:
Die hängt von den jeweiligen Produkten ab. Dämmschüttungen für Wände wie Hyperlite KD oder Hyperdämm sind dauerhaft wasserabweisend eingestellt.



Aud der WDF Homepage



Steht auch, dass die Perliteschüttung hydrophobisiert ist, also wohl den von ihnen genannten Typen entspricht. Demnach muss ich mein Bild komplett revidieren. Die Feuchtigkeit kommt demnach nicht von Innen bis in die Außenwand sondern wird innen gespeichert. Nachdem sie aber darauf hingewisen haben, dass sie von der WDF Lösung nicht überzeugt sind, würde mich schon mal interessieren, was Sie vorschlagen würden. Ich bin derzeit noch für vieles offen. Eine Ziegelwand fände ich attraktiv weil ich denke, dass Im Gegensatz zu Holz grad im bodennahen EG Bereich keine Gefahr durch Verrottung besteht und im Gegensatz zu Multipor eine etwas höhere Stabilität erreicht werden kann. Dämmwerte, Preise und der Arbeitsaufwand sind bei allen Systemen, für die ich mich bisher interesiert habe, recht ähnlich.



Innendämmung



Innendämmung ist grundsätzlich ganzheitlich zu betrachten, man kann sich nicht nur auf ein einzelnes Bauteil beschränken. Ohne genaue Kenntnis der Ausgangssituation und ohne Kenntnis der gesamten Maßnahmen fasse ich so etwas nicht an.



Innendämmung und Consorten



Hallo

Weder eine Innendämmung noch so eine Betonplattenreinpfimelung oder gar eine Abdichtungsorgie würde ich machen … 

Wenn Sie glauben, dass das "Einhalten" von DIN oder WTA - Empfehlungen Sie vor Schäden schützt, gehen Sie mE in die Irre … 

Hier werden gerne "Angaben" gemacht in Anlehnung an eine DIN oder eben die WTA (die auch nix anderes ist als eine Interessenvereinigung der Industrie) die gaukeln Wissen oder Vorschrift vor und der Handwerker oder der Bauherr oder andere "Anwender" bleiben dann auf den Schäden sitzen … und der dann gerufene "Gutachter" oder der Richter, der nur nach den "Worten der Gesetze" handelt, die für ihn auch DINs oder WTAs sind, wird auch nicht helfen können … 

Wenn man so was machen will sollte es immer im Gesamtsystem (wie auch Georg gerne erwähnt) passieren und nicht als Einzelmaßnahme gesehen werden … 

Ein altes Gebäude kann nicht zum modern building aufgemotzt werden … das erleidet immer Schiffbruch!

Man muss ES erst verstehen und dann kann man die notwendigen Schritte einleiten … und das wie gesagt immer "im Gesamtzusammenhang"!

Florian Kurz



Innendämmung und Consorten



Ich will das Gebäude ja gar nicht aufmotzen. Habe bisher lediglich den offensichtlich unbrauchbaren Innenboden entfernt und will den wieder neu aufbauen, damit das Gebäude bewohnbar wird. Alles andere wäre aus meiner Sicht erst recht ein Flickwerk geworden und würde einer ganzheitlichen Betrachtung auch nicht standhalten. In diesem Punkt haben mir die Antworten auf meine ursprüngliche Frage schon sehr viel weiter geholfen. Über das Für und Wider von Innendämmungen ist ja hier und in anderen Foren ausreichend Material zu finden. Fakt ist: Außendämmung geht wegen der denkmalgeschützten Fassade nicht. Und der sehr gut erhaltene Sandstein ware im Übrigen auch viel zu schade, um ihn zu verstecken. Also bleibt nur Innnendämmung oder gar keine Dämmung. Dass damit kein "modern Building" entsteht ist mir klar aber hätten Sie auch so argumentiert, wenn meine Vorbesitzer vor 50 Jahren gefragt hätten, ob sie Elektrokabel, Steckdosen und anderes Teufelszeug einbauen sollen? Diese Modernisierung wurde in dem Haus nämlich erst in den 60-er Jahren durchgeführt, um damals daraus ein wie Sie es nennen "modern Building" zu machen bzw. das Wohnen in dem Haus angenehmer zu gestalten.