Dampfbremsfolie Ja oder Nein?

14.02.2013



Hallo zusammen,
bin gerade dabei mein Spitzdach als Schlafzimmer auszubauen, bzw. befinde mich in der Planungsphase.

Als Dämmstoff habe ich mich für die Produkte von Pavatex entschieden.
Mein Dach wurde 2010 neu eingedeckt mit diffusionsoffener Unterspannbahn und Konterlattung, darauf ein Tonziegel.
Die oberste Geschossdecke ist mit Hanffaserschüttung seit 2007 gedämmt.
Nun soll (von aussen nach innen) unter die Unterspannbahn eine Zwischensparrendämmung aus Holzfaser (Pavaflex) darauf eine Konterlattung, dann Pavatherm Profil als Putzträger danach als Abschluss Kalkputz.
Nun die Frage, wird bei obigen Aufbau, eine Dampfbremse zwischen Pavaflex und Konterlattung benötigt?
Die Firma Pavatex empfiehlt dies, ich bin allerdings kein Freund von Dampfbremsen, aufgrund der schwierigen Anschlüsse an den Giebel etc.

Anzumerken sei noch das der Schlafraum morgens immer ausreichend gelüftet wird und sonst nur wenig bewohnt wird.

Viele Grüße und Danke im Voraus.
Eric



Der Aufbau ...



... erscheint mir etwas fragwürdig, zumindest verstehe ich nicht, wozu die Konterlattung ? zwischen Zwischensparren- und Untersparrendämmung gut sein soll.
M. E. ist hier eine Holzunterkonstruktion 40/60 mm im Achsabstand a = 34,5 cm rechtwinklig zur Sparren- / Rofenachse notwendig, in die eine weitere Schicht PAVAFLEX als Untersparrendämmung eingelegt werden sollte und die im Weiteren als Tragkonstruktion für die PAVATHERM-PROFIL-Platten dient.

Auf jeden Fall würde es nach meinem Dafürhalten Sinn machen, eine Luftdichtheitsbahn, z. B. PAVATEX LDB 0.02 oder ggf. auch DB 3.5 einzuplanen.
Diese sollte dann aber zwischen der Holzunterkonstruktion und der PAVATHERM-PROFIL-Dämmung eingezogen werden.

Auf eine raumseitige Dampfbremse würde ich nur verzichten, wenn zwischen der Zwischensparrendämmung und der Unterspannbahn eine belüftete Luftschicht verbleibt, die durch eine Abstandslattung gegen die Zwischensparrendämmung freigehalten wird.
Der Typ bzw. die Auslegung der Dampfbremse sollte in jedem Fall in Abhängigkeit von der vorhandenen Unterspannbahn gewählt werden.

Die Zwischensparrendämmung bis direkt unter die Unterspannbahn zu stoßen, halte ich persönlich gelinde gesagt für recht riskant.

Die Durchführung einer Wärmedurchgangs- und Dampfdiffusionsberechnung würde ich in jedem Falle dringend anraten.

i. V.

Dirk Meisinger



Hallo Herr Meisinger,



unter dem Begriff "Konterlattung" meinte ich auch die von ihnen beschriebene rechtwinklige Konstruktion 90 Grad zu den Sparren.
Also wäre es sinnvoll auch dort Pavaflex einzulegen?

Sie meinen es besteht die Gefahr, das ohne Dampfbremsfolie, das Tauwasser an der direkt anschließenden Unterspannbahn ablaufen würde, was mit Dampfbremsfolie weniger kritisch erscheint und dann direkt an die Unterspannbahn gedämmt werden könnte.

Danke und Grüße
Eric Fritsche



Sinnvoll ...



... wäre es auf jeden Fall, in die Holzunterkonstruktionsebene eine Schicht PAVAFLEX einzulegen.

Inwieweit dann die Zwischensparrendämmung unter Beachtung der EnEV-Vorgabe auf ein Maß reduziert werden, dass eine ausreichende belüftete Luftschicht unterhalb der Unterspannbahn verbleibt, wäre dann zu ermitteln.

Sofern eine belüftete Luftschicht hergestellt und dauerhaft gesichert werden kann, würde ich "lediglich" eine Luftdichtheitsbahn (z. B. PAVATEX LDB 0.02) vorsehen.
Anderenfalls wird man um eine Dampfbremse nicht herum kommen. Dies setzt allerdings eine genaue Kenntnis darüber voraus, um welchen Unterspannbahntyp es sich handelt, um bei der Berechnung die korrekten Parameter eingeben zu können.
Ohne eine fundierte Berechnung würde ich einen derartigen Aufbau nie und nimmer realisieren.


i. V.

Dirk Meisinger



Den Typ,



der Unterspannbahn kann ich ohne weiteres herausfinden.
Danach werde ich sehen welche Art der Dampfbremse von nöten ist.
Die Sparrenhöhe beträgt leider nur 10cm, deshalb würde eine weitere Luftschicht eine weitere Minderung der Dämmstärke bedeuten.
Danke für die Hilfe.
Grüße
Eric Fritsche



DG- Ausbau



Da dies ein Spitzboden ist wäre der Raumquerschnitt ein Dreieck. Wie groß ist denn der jetzt zur Verfügung stehende Raum(Länge x Breite (Hypothenuse) und die Höhe?
Haben Sie Dachflächenfenster vorgesehen?
Wie wollen sie den Raum beheizen?

Viele Grüße



Hallo Herr Böttcher,



der Spitzboden ist wie sie sagten, größtenteils ein Dreieck.

Ich habe ihnen eine Skizze angehängt, mit den ca. Maßen des Daches.

Es sollen zusätzlich noch zwei Dachflächenfenster eingebaut werden mit den Maßen 140X78.
Geheizt wird mit konvektions Heizkörpern der Zentralheizung nach Berechnung der benötigten Heizleistung.

Danke und viele Grüße
Eric Fritsche



Dampfbremse Ja oder Nein



Grunsätzlich stellt sich mir die Frage, warum Sie von einer Dampfbremse Abstand nehmen wollen?
Die oben genannte Firma schreibt in den Verarbeitungsrichtlinien,dass je nach Konstruktionsaufbau eine zusätzliche Dampfbremse eingebaut werden soll. ( hier der link http://www.pavatex.de/anwendung/dach/dachsanierung-von-innen/)
Es geht hier mehr um eine Luftdichtheitsebene, die eine Konvektion verhindern soll.
Ob Sie diese nun mit einer LDB oder mit einem Winkraftpapier hestellen ist vom Prinzip her egal.
Die schwierigen Anschlüsse haben Sie auf jeden Fall.
Eine luftdichte Ebene ist zwingend erforderlich um eine Konvektion zu vermeiden. Ob dies nun über eine Dampfbremse realisiert wird oder über eine luftdichte Putzschicht.
Die jeweiligen Anschlüße müssen Luftdicht sein egal wie.
Somit wird der Aufwand nicht geringer.

Um genaueres sagen zu können wäre es hilfreich ein paar Fotos hier im Forum einzustellen.

Grüsse Thomas



Spitzbodenausbau



Die jetzige Rohbauhöhe beträgt etwa 2,50 Meter. Die vorhandene Raumgeomietrie ist dadurch beengt und kompliziert im Ausbau. Schon die Firstspitze ist außerordentlich fummelig, auch mit Putz. Ziehen sie oben eine waagerechte Querverlattung in etwa 2,20 m Höhe zwischen die Sparren (Hahnebalken)damit ist der Winkel erst mal eliminiert. An den Seiten sollten Sie Kniestöcke von etwa 1 m Höhe anordnen. Dann bleibt aber von der nutzbaren Breite nur etwa 2,5 Meter übrig. Das ist alles sehr beengt. Deshalb auch meine Frage nach Fenstern; für ein Schlafzimmer bleibt verdammt wenig Kubatur. Das bedeutet das Sie nachts sehr schnell eine Raumluftfeuchte am Sättigungspunkt erreichen werden, auch der CO2- Gehalt wird schnell über die Pettenkofergrenze steigen.
Deshalb denken Sie noch mal gründlich über Ihr Vorhaben nach, Sie schaffen mit viel Aufwand wenig Ergebnis und dann auch noch mit eingeschränktem Gebrauchswert.
Ich halte diesen Raum für ein Schlafzimmer ungeeignet.
In dem Zusammenhang sollten Sie auch die Frage nach der Dampfbremse sehen. Bei der zu erwartenden hohen Luftfeuchtebelastung bei dikontinuierlichem Heizungsregime halte ich eine Dampfbremse und eine Belüftungsebene für unverzichtbar.

Viele Grüße
p.s. In diesem engen Raum zu putzen ist eine Strafarbeit. Ich würde zu Trockenbaumaterialien greifen.



Hallo zusammen,



anzumerken sei noch, die reine Grundfläche des Daches beläuft sich auf 44m², siehe Bild.

@Thomas,
dank der Antworten und Kritiken habe ich mich für eine DB Folie von Pavatex entschieden, habe auch mit Pavatex Kontakt aufgenommen.

@Herr Böttcher,
wieso würden sie einen Kniestock in der Größenordnung 1m empfehlen, gibt es spezielle Gründe?
Welche Trockenbaumaterialien würden sie denn im Einklang mit der Holzfaser wählen.

Ich habe in der Verganenheit, in reiner Eigenleistung, eine alte Stallung umgebaut als kleinen Wohn bzw. Abstellraum und habe dort rein klassische Materialien benutzt.
Kalkfarbe, Kalkputz, Schilfrohrputzträger, Rohe Bretter als Putzträger, Hanf und bin immer noch überzeugt von den Materialien.

Deswegen wäre z.b. Gipskarton und OSB nicht mein Favoriten.

Schönes Wochenende und viele Grüße
Eric Fritsche



Spitzboden



Ich bin auch kein Freund von OSB an Dachschrägen.
In Anbetracht der geometrischen Gegebenheiten würde ich zu 12,5 mm Gipskarton greifen. Weniger Dreck, kein Planschwasser, sofort nutzbar ohne lange Carbonatisierungsphase. Statt Pavatherm als Putzträger können Sie auf die Sparren die Dampfbremse aufbringen, dann die Traglattung 40 mm hoch im Systemraster. Dazwischen Pavaflex und dann GK. Das ist auch billiger.
Warum 1 m Kniestockhöhe?
Spätestens beim Ausbau werden Sie es wissen warum. Die Winkel sind ohnehin nur für die 7 Zwerge nutzbar, kosten aber mehr Material, mehr Fummelei und der spitzwinklige Übergang ist schwer dicht zu kriegen. Ich hätte jedenfalls keinen Bock drauf bis auf den Boden runter die Schrägen zu putzen.

Viele Grüße

Noch ein Tipp:
Nehmen Sie mm- Papier und zeichnen Sie den Querschnitt maßstabbsgerecht auf. Dazu den Grundriss, in den Sie eine Höhenlinie bei 1,00 m und eine bei 1,80 m einzeichnen. Wenn Sie dann dann ein Bett, die Möbel die Sie aufstellen wollen und ein maßstabsgerechtes Männchen zeichnen und ausschneiden können Sie sich damit auf dem Blatt einen Eindruck verschaffen wie die Platzverhältnisse sein werden. Wahrscheinlich hat jeder Knacki in Deutschland ein Recht auf mehr Freiraum in seiner Zelle. Maximal kommt da ein Gästezimmer mit Einzelbett oder ein kleines Arbeitszimmer in Frage, das ein paar mal im Jahr genutzt wird.



Hallo Herr Böttcher,



danke nochmal für ihre Ideen.

Der Kniestock scheint dann doch plausibel.

Ich weiß wie beengt das ganze sein wird, aber der Raum sollte ausschließlich als Schlafzimmer dienen für mich und meine Frau.
Unsere beiden Jungs (4 und 7) brauchen mehr Platz und bekommen je ein Zimmer, sodass wir als sehr genügsame Eltern eine reine Schlafmöglichkeit suchen.

Viele Grüße