Fußbodensanierung




Hallo,
im Oktober 08 sind wir in unser neues Heim gezogen. Bei der Besichtigung des Hauses im Sommer war alles in Ordnung. Nach dem Einzug machte sich jedoch ein modriger Geruch in unserem Schlafzimmer breit. Da wir Sorge vor Verschlimmerung hatten, haben wir die Tapeten entfernt und die Dielen aufgenommen. Die Außenwand ist feucht und die im Erdreich eingelagerten Holzstämme, auf denen die Dielen auflagen, waren verfault. Obwohl wir seit nunmehr 2 oder 3 Monaten einen Entfeuchter in den Raum gestellt haben, hält sich der Modergeruch. Den Entfeuchter müssen wir zwar nicht mehr so oft entleeren, Ratlosigkeit herrscht aber darüber, wie dieser Zustand abzustellen ist.
Unser Haus steht ein wenig tiefer als das übrige Gelände und die Regenrinne endet im Fallrohr an der Außenwand, die von der Feuchtigkeit betroffen ist. Leider können wir das Regenwasser nicht anders leiten, weil unser Haus direkt am öffentlichen Gehweg des Dorfes steht.
Kopfzerbrechen bereitet uns die Entscheidung, wie wir den Boden neu aufbauen. Die Wände wollen wir mit Luftkalkmörtel neu Verputzen und anschließend mit Kalkfarbe streichen. Wie aber verhindern wir aufsteigende Nässe aus dem Erdreich und vor allem, wie verhindern wir, dass sich Feuchtigkeit von dort wieder auf die Wand überträgt oder umgekehrt?
Die Einen empfehlen eine Betonplatte mit entsprechender Folie einzuziehen, damit der Aufbau der Dielung sauber erfolgen kann. Wieder andere schlagen vor, Glasschaumschotter oder Tonkügelchen als untere Sperrschicht zu verwenden. Ich bin schon ganz wirr im Kopf von all den unterschiedlichen Informationen. Ich hoffe, dass Eure Beiträge wieder Klarheit in mein Denken bringen und ich mit geringem Kostenaufwand eine für uns und das Haus befriedigende Lösung finde.



FB



Hallo
Carola,
ich denk Sie wohnen in einem alten Haus.
Diese haben keine Sperren und daher ist mein Rat auch so weiterzubauen, allerdings die Holz-Unterkonstruktion nicht mehr ins Erdreich zu legen.
Folgendes waere zu tun:
Auskoffern und eine kapillarbrechende Schicht einbauen (Schotterpachung). Anschliessend koennen Sie rein mineralisch daemmen wie mit Schaumglas, Tuff, Perlit mit Kalkgebunden Liapor oder aehnliches. Darauf dann die FB-Konstruktion oder einen Kalk-Boden oder Kalk-Terrazzo.
Gruss N. Hoepfer



Und auch hier...



...wieder unterschiedliche Meinungen. Gerade, wenn etwas mehr Feuchte anliegt, votiere ich für Schotterpackung, Geovlies, Magerbeton mit Sperrschicht in Form einer Schweißbahn. Welche Vorteile es haben soll, wenn die Erdfeuchte in euer Schlafzimmer diffundieren kann, erschließt sich mir nicht.

Oft taucht die Behauptung auf, eine Sperrschicht würde bewirken, daß die Mauern feuchter werden. Dafür findet sich aber weder ein Beweis, noch eine theoretische Begründung.

Warum in einem ALTEN Haus ein "diffusionsoffener" Boden gebaut werden soll, wird auch nicht schlüssig begründbar sein. In Euerem Fall funktionierte es bisher nicht mit der Diffusion. Die Beobachtung alter Bautechniken zeigt eben auch deren Schwächen. Die Argumentation: Es war so, und es soll auch weiter so sein - ist halt auch etwas kurz.

Warum die Wand so nass ist, wird per Forum aber kaum endfällig geklärt werden können. Wäre es nur wenig Feuchte und ganz überwiegend Kondensat, könnte das Problem mit Heizen+Lüften beseitigt werden, ggf. durch Heizleisten an den Außenwänden, statt der üblichen HK unter dem Fenster.

Zunächst solltet Ihr aber sicher ausschließen, daß das Wasser von der Regenrinne in die Wand kommt. Gibt es einen Einlauf für das Regenwasser, könnte er unterirdisch ggf. defekt sein? Oder läuft das Wasser direkt auf den Fußweg?

Grüße

Thomas



Hallo, Herr Hoepfer



Danke für Ihre Nachricht. Soweit mir bekannt ist, muss doch auch über Glasschaum eine Folie gelegt werden. Dann ist der Boden doch auch nicht mehr diffusionsoffen (?)

Gruß
Carola



Hallo Thomas,



danke für Deinen Beitrag. Die Beantwortung Deiner letzten Frage zuerst: das Wasser läuft von der Regenrinne direkt ins Erdreich. Der Abstand zur Hausaußenwand (Verbindungsstelle von Vorderfront und Giebelwand) beträgt ca.30cm Wenn es stark oder lang anhaltend regnet oder der Schnee schnell schmilzt kann das Wasser nicht so schnell im Erdreich versickern und ich vermute, dass dies auch der Grund ist, warum wir Feuchtigkeit in der entsprechenden Außenwand haben.
Die Anbringung von Heizleisten ist schon beschlossen. Wir haben bereits sehr gute Erfahrungen durch eine Einzelraumumrüstung gesammelt. Ich bin mir nur nicht sicher, wie die Situation ausschaut, wenn wir nicht mehr heizen. Das ist eben auch der Grund dafür, dass ich konstruktionsbedingte Möglichkeiten der "Wasserwanderung" ausschließen möchte.

Wegen der Feuchtigkeit habe ich mich ja auch für die Verwendung von Luftkalkmörtel entschieden. Da taucht jetzt allerdings mein 2. Problem auf. Die Fertigmischungen sind sehr teuer und der Transport nach Mecklenburg-Vorpommern auch. Ich habe das Angebot von 2 Maurern (die bereits mit LKM gearbeitet haben) die Wände mit Luftkalkmörtel zu verputzen. Sie wollen den Mörtel selber mischen. Da ich nicht vom Fach bin, möchte ich hier die Bitte einstellen, dass mir mal jemand schreibt, worauf man bei der Anmischung achten muss. Ein "Rezept" für 100 qm wäre Klasse!!!!!

Also, ich wünsche mir so etwas wie ein "Kuchenrezept".
<<<<<<<< soundsoviel Kies (Größe und was es da noch zu beachten gibt),
soundsoviel..............,
Zuschlagstoffe (namentlich genannt),
.......

Ich möchte gerne ein Rezept ohne Zement.
Da ich das Material besorgen muss, wäre es auch toll, wenn Ihr es so schreibt, das es auch ein "Noch"-Dummie versteht.Es sind ja eine Menge Fachleute unter Euch und für Euch ist es sicherlich nicht leicht zu ertragen, wenn Ihr solche Fragen hört. Für mich ist das meiste beim Bauen jedoch noch Neuland. Umso wichtiger ist es für mich, mich in die Materie einarbeiten und einfühlen zu können. Ich möchte halt gerne selber "wählen". Dann kann ich die Verantwortung übernehmen und fühle mich besser.

Ich freue mich also schon auf Eure Beiträge.

Gruß und Dank vorab,
Carola



Hallo,



ich denke, wenn die Sache mit der Regenrinne nicht verändert wird, habt Ihr im Nachgang statt einer nassen kalten eine nasse warme Wand.

Es müsste also in Absprache mit der Kommune am Gegweg etwas verändert werden, vielleicht etwas mehr Gefälle, oder am besten ein Einlauf, der in die Kanalisation führt. Oder eine Trockenlegung der Wand durch horizontale oder vertikale Sperren. Das allerdings bitte nur als Ideensammlung verstehen, nur vor Ort kann entschieden werden, was funktioniert.

Grüße

Thomas



Boden-Putz



Hallo,
Sie koennen den FB mit oder ohne Folie legen.
Mein Rat hier ist nach wie vor ohne.
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Ein einfaches Rezept fuer Kalk ist
1 Raumteil Kalk, 3 Raumteile Sand.
Dann kann man den Sand noch weiter aufschluesseln fuer Unterputz und Oberputz. Ich empfehle immer ca. 0.5 Raumteile Kalksteinmehl beizugeben und mit 2.5 oder 3 Raumteilen Sand zu arbeiten. Einfach Muster anfertigen und sehen wie es klappt. Verbrauch pro 1m3 ca. 300kg Kalk und 1500 kg Sand.
In Ihrem Fall denke ich aber dass Sie Feuchte Waende haben und dann empfehle ich mit NHL (natuerlich hydraulischer Kalk) zu arbeiten. Den bekommen Sie z. B. bei Hessler Kalk, sprechen Sie dort mit Hr. Thomas Gramespacher
http://www.hessler-kalkwerk.de/content/view/24/53/
Gruss N. Hoepfer





Danke für das Rezept. Muss ich bei dem Sand auf irgend etwas achten. Körnung? Und was für eine Farbe trage ich dann anschließend am besten auf?



Kalkputzregeln



Hallo,
wenn sie unter google Kalkputzregeln eingeben finden Sie 8 Seiten zu diesem Thema von mir zusammengestellt.
Gruss N. Hoepfer