Sonnenkollektoren mit Heizungsunterstützung, speziell...

22.05.2012



Hallo zusammen,
ich möchte mal ein Konzept zur Diskussion stellen.

Haus: 1908, 36cm Mauern (Holzfassade soll noch dran), Dach 30cm Thermohanf+neu gedeckt, neue Fenster geplant.
Heizung im Moment nur Schwedenofen.

Wunsch: Heizung weiterhin mit Holzofen plus elektrische Direktheizung (diesen Teil bitte NICHT kommentieren, das weiß ich alles schon). UND eine überdimensionierte Sonnenkollektoranlage mit Heizungsunterstützung. Da schwebt mir eine Drainback Anlage vor, weil ich möchte, daß die Anlage leerläuft bei Überlast oder Kälte (kann sein, daß im Sommer mehrere Wochen keiner duscht oder heizt). Außerdem mag ich den Gedanken, daß ich das Brauchwasser durch die Anlage laufen lassen kann. Mangels konventioneller Heizungsanlage würde ich 2 Heizkörper direkt mit dem Solarspeicher verbinden (Küche und Bad) um dort bei Bedarf (manuell und nach Verfügbarkeit) solar zuzuheizen.
Hat mal jemand sowas "exotisches" gemacht? Gibt es hier einen Solarexperten, der sowas bewerten kann? Wäre nett.



Solaranlage



Eine Solarnanlage arbeitet nur dann wenn die Sonne scheint. Dies ist in unseren Breiten leider nur im Sommer. Wenn dann die Anlagenoch überdimensioniert ist und keine Wärmeabnahme erfolgt geht diese in Stagnation oder in dem speziellen Fall erfolgft eine Entleerung. Das ganze kann man sich sparen, wenn die Anlage nicht überdimensioniert wird:
Neigung der Kollektoren auf mind. 50° bei möglichst genauer Südausrichtung, einen passenden Pufferspeicher einbauen.
Die Heizkörper direkt anschließen, versteh ich nicht. Was ist ein direkter Anschluß, was ein indirekter??
Das Ganze gehört dann noch geregelt.

Eventuell später mehr!!

Viele Grüße



danke für die Antwort!



mir ist schon klar, daß ich nur in der Übergangszeit nennenswert zuheizen kann. Ich denke auch nicht, daß ich zu hohe Erwartungen an die Ausbeute der Anlage habe. Ich hatte auch vergessen, die Ausrichtung anzugeben: SW mit 35° Neigung, also etwas aus der optimalen Richtung. Selbst eine optimal dimensionierte Anlage geht bei stark unregelmäßiger Entnahme (die ist zu erwarten) oftmals in Stagnation. Wir erwarten nicht nur wechselnde Bewohnerzahlen, auch häufige Abwesenheiten, etc. Daher die Idee mit dem Drainback und auch die "Überdimensionierung". Wasch- und Spülmaschine können übrigens auch direkt ans warme Wasser. Ums noch schwieriger zu machen: Der Speicher soll in den Keller: 160cm hoch, Durchgang 70cm breit.
Die Regelung / Steuerung mache ich selber. Das wird eine kleine Software, die auf der Fritzbox nebenher läuft. Alle Sensoren, Pumpensteuerungen etc. mache ich auch selber, das geht ganz fix. DAS kann ich :-))))
Die Heizkörper wollte ich möglichst flächig, da niedrige Vorlauftemperatur, an den Solarspeicher anschließen. Ev. mit je einer eigenen Pumpe, das macht die Steuerung schön zentral.
Just heute habe ich von Bekannten von jemandem gehört, der es fast genau so macht, wie ich gerne möchte: Holz, Strom und Sonnenkollektoren. Der ist wohl restlos begeistert. Ich bleibe dran, frage nach und berichte.





... also für mich stellt sich ein wenig die Frage ob Du die Sache mit der Solaranlage aus Umweltgesichtspunkten oder aber wegen technischer Spielerei betreiben wills.

Wenn Dein Nutzungsprofil so ungleichmäßig ist würde ich ebenfalls nicht zu einer Überdimmensionierung raten, sondern eher zu einer Einschränkung des Solarbeitrags. Bei zwei Heizkörpern auch noch jeden separat mit einer Pumpe versehen? ... Dann kannst Du ja gleich elektrisch heizen!
... Außerdem wozu? Zur Einzelregelung gibt es mechanische Thermostatventile. Wenn Du willst auch mit 0-Stellung für ganz aus.

Rechnen würde sich das wohl alles nicht. Du scheinst Die Heizkörper ja auch direkt, ohne konventionelle Zusatzheizung (oder dann doch elektrisch über Heizpatrone im Speicher) betreiben zu wollen. Hast Du mal überschlagen an wieviel Tagen Du dieses System dann effeltiv nutzen würdest. Im Winter wahrscheinlich kaum! ...

Heizkörper solltest Du dann auf jeden Fall auf eine sehr niedrige Mittentemperatur + große Spreizung auslegen. FBH wäre hier sicher effektiver, scheint aber eher genauso unwirtschaftlich zu sein, wie der Restansatz mit der Solaranlage.

Alternativ würde ich Dir jedenfalls vorschlagen, denk mal über eine Thermosiphonanlage nach. Mit der hast Du bei weniger Investitionskosten + technischen Aufwand sicher mehr Freude! Wenn auch keine Möglichkeit zur Bastellei mit der Fritzbox. Zur Brauchwasserbereitung wäre die allemal ausreichend! Wenn Du ohnehin nur zwei Räume solar heizen willst lohnt m.E. der Solaraufwand zur Heizugnsunterstützung nicht.

Gruß aus Berlin,



Raumöffnungen



sind günstiger zu erweitern, als sinnlose Basteleien.
Ein guter (Schichtung) und großer Puffer mit sehr guter Steuerung spart mehr als ein Fritzbox. Zum spielen tun´s auch andere apps.
Mit Holz zuheizen ist ok. Allerdings eher fraglich, wenn es um billig konstruierte Gimmiks (z.B. "Kaminöfen") geht.
Holzheizungsherde oder ein guter, ummauerter Kachelofenkessel mit gemauerten Zügen bringen mehr. Der Herd spart Strom beim Kochen und gemauerte Öfen können im Dauerbrand unter 60° Abgastemperatur kommen.
Gruß Walter



Welche



Drainback Anlage ist denn geplant? Die von Rotex?



Sympatisch



ist mir der Gedanke schon irgendwie. Erinnert mich an die ersten Versuche mit der Sonne verwertbare Energie zu gewinnen. Hört sich vielleicht überheblich an, wir haben damals mit alten Autokühlern auf dem Dach montiert versucht Warmwasser zu erzeugen. Das ging auch irgenwie, deshalb nur mal so als Anregung:

1. Nimm einen großen Puffer.
2. Dimesioniere die Solarfläche eher zu klein.
3. Die Kollektoren aufständern (ca. 55°-60°), damit auch die tiefstehende Wintersonne eingefangen werden kann. Die Anlage besser nicht mit Wasser betreiben, denn auch bei tiefsten Temperaturen kann dann noch geerntet werden. Anders wäre schon steuerungstechnischer Aufwand nötig!
4. Heizkreis für Heizkörper über Mischerbaugruppe betreiben.
5. Wenn mit Holz heizen, dann doch damit auch den Puffer laden.

Im Sommer wird diese Anlage nicht sooooo anfällig sein, im Winter und in der Überganszeit kann immer noch was geerntet werden. Finanziell wird sich dies aktuell eher nicht rechnen, aber rechnet sich denn ein Flachbildfernseher oder eine Urlaubsreise in die Toscana, wenn´s doch auch der Bayrische Wald tut.
Jedenfalls hättest Du genügend Aufgaben mit der Fritzbox zu lösen.
Zeichne doch mal ein Hydraulikschema und halte uns auf dem laufenden, ich bin an solchen Versuchen immer noch stark interessiert.
Viele Grüße



Neues



wieder mal danke für die zahlreichen konstruktiven Antworten. Es kann manchmal ein paar Tage dauern, bis ich wieder online bin - Baustelle. Es schaut im Moment so aus, daß ich kurzfristig nicht zu einer Lösung mit der Solaranlage komme. Das Dach kommt aber im Juli drauf, und wenn schon mal gedeckt wird, möchte ich auch In-Dach-Kollektoren gleich drauf machen, das spart Biberschwänze und sieht viel besser aus. Die Idee ist, ich verbaue mal 4 oder 6 (Platz reicht für 6x 1,20x2m) Kollektoren auf dem Dach und kaufe die restliche Anlage dann nach. Drainback möchte ich mir offenhalten, daher steht Rotex zur Debatte, eher noch aber Solimpeks (Rotex möchte lieber nichts verkaufen: nur über Fachhandel, und die verkaufen momentan bestenfalls von der Stange - oder "kommen Sie im Herbst wieder"). Hat jemand mit Solimpeks schon was gemacht?

Zu den Nachfragen: Focus liegt tatsächlich auf Ökologie und technischer Spielerei (mal sehen, ob ich's nicht besser kann) denn Ökonomie. Schön ist, wenn sich's trotzdem lohnt.
Heizpatrone im Speicher möchte ich nicht vermeiden, aber nur im Notfall nutzen. Für die Heizung ist natürlich elektrisch direkt viel effektiver als über den Umweg "elektrisch aufgewärmtes Wasser".
Wenn das warme Wasser keiner braucht, möchte ich die Option haben, damit ein wenig zu heizen, das ist alles. Natürlich mit Flächenheizung (eher Wand als Boden).
Kachelofen mit Warmwasserführung ist Ausbaustufe 2, da reden wir nächstes Jahr drüber :-)))
Grüße
Ralf



Technikdenken versus intelligenter Umgang mit Ressourcen



Zitat Kutti:
" ... aber rechnet sich denn ein Flachbildfernseher oder eine Urlaubsreise in die Toscana, wenn´s doch auch der Bayrische Wald tut. "

Dieser Satz gefällt mir! Bin da voll auf Deiner Linie.



Dennoch! ... Wenn ich auf die Effizienz hinweise meine ich vor allem, daß man nicht dem Trugschluß erliegen sollte nur weil man ein wenig die Sonne im Tank hat ist das automatisch auch gut für's Gewissen.

Mir ist z.B. noch kein einziger Heizungsbauer untergekommen, der einem potentiellen Solartherminutzer freiwillig vorrechnet, daß er sich mit nem SolarSpeicher und allen so notwendigen Peripheriekomponenten erstmal vor allem einen Mehrverbrauch an thermischer und elektrischer Energie einhandelt ( ... den gilt es dann durch die erzielten Einsparungen bei der Nutzung solar erwärmten Wassers für Heizung oder im Haushalt zu kompensieren). Möglichst groß und viel Technik für den Komfort, daß ist die Devise von der die meisten dabei glaube ganz gut leben!

Warmwassererzeugung im Durchlauferhitzerprinzip mit wandhängender Therme oder Sonsterlei kennt keine Bereitstellungsverluste über die Außenhaut des Solarspeichers. ... Mal als Daumenwert! Ca. 0.5-1.0 m² der über die installierten Solarfläche eingefangenen Sonnenenergie gehen /Kopf schonmal für die Speicher- und sonstigen thermischen Zusatzverluste wieder verloren.
Das muß einem erstmal klar werden! ...

Bei falsch dimensionierter Solaranlage steht da schnell mit dem ganzen Herstellungs-, Pumpen- und Regelungsaufwand ein dickes Minus vor der CO2 Bilanz. Dennoch wird weiter versprochen und getan, munter weiter auf Fläche anstatt auf Effizienz gefördert.

Hersteller und Handwerker dazu gesetzlich zu verpflichten eine vernünftige Dimensionierung anzubieten wäre da mal ein wirklicher Vorschlag für die dahindümpelnde Energiewende. Die Mehrkosten für die Rechnerei im Voraus ließen sich in meinen Augen locker durch weniger überzogenen Technikeinsatz und weniger Überdimensionierung von Speichern und Pumpenanlagen einsparen. Mit dem Vertrauen in die Solartechnik säh’s dann vielleicht auch wieder besser aus.

Die naheste Lösung in Bezug auf die Probleme die in absehbarer Zeit auf uns zukommen werden liegt m.E. darin, Energie erst gar nicht überflüssig zu verbrauchen! Es gibt genügend Ansätze da draußen die auch ohne den Einsatz von SmartPhone und Mikrocomputern auskommen, wegen fehlender Display Hintergrundbeleuchtung, fehlender digitaler Zeitanzeige oder mangels Pieptönen aber heute scheinbar von uns gar nicht mehr wahrgenommen werden (... sagt Einer der im Alter von 12 den Siegeszug des Computers bis auf den heimischen Schreibtisch bewußt miterlebt hat)!

...bevor ich nun aber den elektronisch gesicherten Weltfrieden mit meinen Thesen bedrohe! ...
Gruß aus Berlin,