Anlage, Heizungsanlage, gebrauchte

04.03.2016 cryptkeeper



Hallo zusammen,

heute geht es mir um das Thema Heizungsanlage.

Der Vorbesitzer unseres Häuschens hat uns leider eine vollständig verbastelte u damit störungsanfällige Ölheizung aus 1995 hinterlassen.

Nun hätten wir die Möglichkeit, uns an die vorhandene Fernwärme im Ort anschliessen zu lassen. Hier bin ich aber noch nicht vom Konzept überzeugt, müsste jedoch einen 10 Jahres Vertrag abschliessen. Gerne hätte ich erst noch abgewartet, wie sich dieses neue, seit 1 Jahr existierende Projekt entwickelt.

Nun will ich natürlich erst mak in keinen neuen Kessel für 7000 Euro investieren u spiele mit dem Gedanken, eine gebrauchte Heizungsanlage einbauen zu lassen.

Im Zuge des Energiesparwarns und Umrüstung auf Palletheizungen etc. gibt es einige, interessante Angebote von recht jungen Ölheizungen. Zum Beispiel habe ich eine Wolf COB 20 aus 2008 entdeckt, aber auch einen stärkeren Buderus aus 2002 für jeweils um die 500 Euro.

Die Frage nun... Ich habe mal gelesen, dass nicht jede gebrauchte Heizung verbaut werden darf nach neuen Emmissionsvorschriften. Aber wonach richtet sich das?!

Weiter würde mich interessieren, mit welchen Kosten beim Einbau eines anderen Kessels grob zu rechnen ist. Anschlüsse müssten ja nur angepasst werden, die sind noch nicht sehr alt, etwa vor 10 Jahren wurden die kompletten Rohrleitungen getauscht. Wenn ich mir das richtig vorstelle, wäre es ja getan mit:

Wasser ablassen
Heizungsanlage ab von den Leitungen
alte Anlage ebenerdig raus
neue Anlage wieder ebenerdig rein
Leitungen an neue Anlage anpassen
anschliessen
Wasser ins System und entlüften

Das sollte doch nicht ins Unbezahlbare gehen?!


Wäre für ein paar Infos sehr dankbar.

Gruß Martin



Heizungsanlage



"Wasser ablassen
Heizungsanlage ab von den Leitungen
alte Anlage ebenerdig raus
neue Anlage wieder ebenerdig rein
Leitungen an neue Anlage anpassen
anschliessen
Wasser ins System und entlüften"
Das ist wie mit Radio Eriwan: Im Prinzip ja, aber...
Die Heizung ist nur ein Punkt bei einer Haussanierung.
Was spricht gegen die Fernwärme?
Der gebrauchte Kessel kostet auch Geld und der Einbau auch; dazu muss man einen HB finden, der das macht.
Im übrigen dürfen Kessel für Öl und Gas nach 30 Jahren nicht mehr betrieben werden.
Desweiteren gibt es verschiedene Fördermöglichkeiten für die Modernisierung von Heizungsanlagen.
Dazu einfach einen Energieberater (dena-Liste) ansprechen.
Viel Erfolg



Heizungsanlage



Bevor ihr euch eine neue Heizungsanlage zulegt sollten alle Dämmoptionen und Energieeinsparvarianten überlegt werden.

Zuerst immer Dämmung und Sanierung- danach dann die Heizungsanlage auslegen- ggf vorher schon Flächenheizung einplanen.

Dies besonders bei einem neuen Kessel oder Wechsel des Heizsystems, damit dieser nicht später völlig überdimensioniert ist und unwirtschaftlich läuft.

Was ist an der Fernwärme ungünstig?
Habt ihr ein Grundstück, bei dem Erdwärme möglich ist?
Wurde euer Wärmebedarf ermittelt?
Gibts einen Energieausweis- nach Bedarf oder Verbrauch?
Wie hoch war der bisher?
Im Zuge einer möglichen Sanierung könnt ihr Förderungen/günstige Kredite in Anspruch nehmen-
rechtzeitig beantragen.

Andreas Teich





Unser Fachwerk zu dämmen kommt nicht in Frage. Bislang hat uns jeder davon abgeraten, selbst unser Nachbar der einen Malerbetrieb hat u auf Sanierungen spezialisiert ist. Fernwärme ist nur in unserer Strasse vorhanden u noch ein ganz frisches Projekt, das sich bislang aufgrund fehlender Erfahrungen für mich noch nicht lohnt. Und genau deshalb möchte ich auch keine neue Anlage verbauen, sondern die kommenden Jahre beobachten ob sich die Fernwärme lohnt. Energieverbrauch läuft etwa auf 25000 kw/h. Also nicht dramatisch hoch. Und dazu ist auch zu sagen, dass eben keine Sanierung ansteht. Das Haus wurde vor etwa 12 Jahren saniert u die Rohrleitungen getauscht. Geht wie gesagt NUR um den Kessel der die Zeit gut überbrücken soll bis entschieden werden kann, welche zukünftige Heizvariante angestrebt wird.



Sanierung FW-Haus



Führt euer Nachbar auch Innendämmungen bei Altbauten durch? Mit welchen Materialien?

Wie groß ist das Haus?
Wurden auch die Fenster, Böden, Dachdämmung erneuert?

Fachwerkgebäude liegen von den Energieverbräuchen im allgemeinen deutlich über Altbauten mit dicken Ziegelwänden.

Wenn es eh nur um einige Jahre geht lohnt sich ein Kesseltausch kaum- soviel kann der gar nicht in der Zeit einsparen,das sich das wirtschaftlich rentiert.

Andreas Teich



Austauschpflicht gilt nicht für Niedertemperatur und Brennwertkessel/thermen



also nicht verrückt machen lassen von irgendwelchen Heizungsbauern, die mit der 30Jahre Keule winken.
Die allermeisten Heizungen für FH und kleinere MFH nach 1985 waren Niedertemperaturheizungen. Mit ein bischen Optimierung der Steuerung und modernen Pumpen, bei einer hydraulisch gut abgeglichenen Gesamtanlage, kann man nahezu jede alte Anlage der letzten 30Jahre und älter auf den aktuellen Stand moderner NT-Kessel bringen. Der Heizungsbauer von nebenan macht einem das jedoch meist nicht .
Entscheidend ist immer der Gesamtwirkungsgrad der Anlage. Rechnen sie sich mal aus, wann sich eine neue Anlage mit vielleicht 3% besserem Wirkungsgrad amortisiert! Nie.
Wenn sie die gebrauchte Anlage einbauen können oder jemand haben der das macht , warum nicht!
Sprechen sie aber auch mit ihrem Schornsteinfeger über das Vorhaben und klären sie ab, dass die "neue" Anlage auch auf ihren Schornstein passt.

Wenn eine hochwertige Anlage montiert ist kann lohnt es vielleicht auch diese auf einen störungsfreien Betrieb zurückzubasteln?



Noch ein paar Sätze zum Kesseltausch



"Austauschpflicht gilt nicht für Niedertemperatur und Brennwertkessel/thermen
05.03.2016 | D.Selle
also nicht verrückt machen lassen von irgendwelchen Heizungsbauern, die mit der 30Jahre Keule winken."

Das ist richtig. Ölkessel von 1995 waren eher in Ausnahmefällen einer der beiden Kategorien zuzuordnen.
Eine weitere Ausnahme gilt für Eigentümer von EFH und ZFH, die diese Immobilie vor dem 1. Februar 2002 selbst bewohnten.
Im übrigen war das kein Keulenschwung, lediglich ein Hinweis.
Dann ist da noch die 1. BImSchV... Aber das ist ein anderes Thema.
Des Weiteren ist da auch die oberste Geschossdecke... War nicht gefragt, nur so als Beispiel.

"Rechnen sie sich mal aus, wann sich eine neue Anlage mit vielleicht 3% besserem Wirkungsgrad amortisiert! Nie."
Da hat der Fachmann gesprochen;-)) Im Ernst: Diese Aussage ist Kaffeesatzleserei.

Und noch eine Schlussbemerkung:
Ich arbeite als Energieberater mit BAFA-Zulassung.
Ich verdiene mein Geld mit Beratungen usw. und nicht mit dem Verkauf oder Einbau von Heizungsanlagen.
Und der Spessart ist sowas von "out of area".
Allseits ein schönes Wochenende