Anker

01.11.2003



Unser Fachwerkhaus ist kommplett noch rechts geneigt.Nicht,kurz vorm umfallen aber wie können wir verhindern das es weiter geht? Das ist auch schon seit einigen Jahrzehnten so. Wir möchten es nur aufhalten! Unser Nachbar meint wir sollten einen Anker einsetzen.Wie sollten wir das am besten machen ? Und wie viele Queranker nimmt man bei 9m x 12m ? Und ist Rundeisen O.k.? Das Haus ist nicht unterkellert. Bin für jeden Tip dankbar Gruß Marion



Anker



Liebe Marion,
bei Ihren Problem handelt es sich um ein Problem der Standsicherheit. Es wäre fahrlässig die Sitaution via Internet beurteilen zu lassen. Ziehen Sie bitte einen Fachmann, d.h. in Ihrem Fall einen Statiker zu rate, der im Umgang mit alter Bausubstanz erfahren ist. Falls Ihr Haus zudem Denkmalgeschützt ist, vergessen Sie bitte nicht die untere Denkmalschutzbehörde zu informieren und Maßnahmen genehmigen zu lassen.
Viele Grüße Johann Müller





Hallo, in diesem Forum wurde schon mal über das Geraderichten von durchgebogenen Balken diskutiert. Ich denke, dass trifft hier auch zu. Die generelle Empfehlung war, ganz langsam geraderichten. Dabei wird wahrscheinlich einiger Putz von den Wänden fallen. Viel wichtiger wäre aus meiner Sicht, die Schwachstelle zu finden, denn eigentlich kann sich Fachwerk gar nicht neigen. Ich würde eher den Balken suchen, der versagt hat, anstatt mit irgendwelchen Ankern, die Symptome zu behandeln.

Viele Grüße





Da müssen Architekt und Statiker her, ein Bauantrag und eine Erlaubnis der Denkmalbehörde (wenn Denkmal; wenn nicht, die Eintragung in die Denkmalliste vorschlagen!). Wie schon geschrieben: Ursache der Schräglage ergründen und nach Möglichkeit beseitigen. Ein Anker versteift das Haus womöglich an der falschen Stelle und führt zu weiteren Schäden. Bei meinem Haus war ein Deckenbalken fast 20 cm durchgebogen. Erst nach Entfernung von vielen Schichten Beton und Gips im OG (fast 80 Tonnen!) war es möglich und sinnvoll, ihn millimeterweise zu heben und dann zu unterfangen. Der Durchhänger beträgt jetzt nur noch knapp 10 cm. Mehr war aber auch nicht drin.
Gruß Günter Flegel



oh weia



Hallo Marion, bei uns ist auf der einen Seite das Haus auch "in die Knie" gegangen. Eine Schwelle vorne war total durchgefault und musste erneuert werden. Das Haus ist wieder grade. Ich denke, das könnte bei Ihnen auch an verfaultem Holz liegen. Vielleicht wurde auch mal was unfachmännisch hingeschustert (wenn HOlz verfault war, wurde oder wird das oft durch Steine ersetzt. Das ist eigentlich statisch ziemlich unklug). Vielleicht wurden auch Streben entfernt, damit breitere und größere Fenster eingebaut werden konnten. Holen Sie sich unbedingt einen Fachmann. Wenn Sie jetzt trotzdem innen sanieren und außen nichts machen, kann es sein, dass Sie auch immer Probleme haben werden, da sich Risse usw. im Putzt bilden. Ganz zu schweigen davon, dass das Haus irgendwann mal zusammenfällt. Grüße Annette