Anbindung Betonplatte Mauerwerk

01.01.2022 Wagenix

Anbindung Betonplatte Mauerwerk

Hallo liebe FW Gemeinde,
Zu allererst ein frohes neues Jahr euch allen.

Im Zuge meiner Haussanierung stellt sich mir die Frage wie ich konkret die Bodenplatte mit der Dichtbahn im Mauerwerk verbinden sollte bevor ich die Flächenabdichtung (Gefitas PE) auf der Betonplatte aufbringen kann welche bis OKF gezogen werden soll. Dich Feuchtigkeitssperre befindet sich etwa auf Höhe der Bodenplatte.
Ich dachte an Dichtschlämme oder Betumenverguss.

Gruß

Micha



Re: Anbindung Betonplatte Mauerwerk



Hallo Micha,
auch dir ein frohes neues Jahr!

Also, zunächst mal, es ist gut und schön dass du dir Gedanken über deine Arbeit machst! Aber manchmal ist es auch zu viel des Guten....man bekommt nur zu früh graue Haare... ;-)
Aber konkret: Theoretisch, um mal ganz genau zu sein ;-) , hat die Betonplatte auch eine gewisse thermische Ausdehnung. D. h., streng genommen müsste um die Platte ein Spalt bleiben, wie z. B. bei einem gegossenen Estrich, damit die Platte bei einer Ausdehnung nicht die Wände auseinander drückt.
In der Praxis macht das zumindest in "normal großen" Wohnräumen keiner. Der Beton für den Rohboden wird, ums mal etwas flappsig auszudrücken, einfach zwischen die vier Wände auf eine Folie (damit das Anmachwasser nicht nach unten weg sickern kann) geschüttet, abzogen, bestenfalls noch exakt nivelliert und geglättet und fertig.
Eine Anbindung der Horizontalsperre im Mauerwerk an die Bodenabdichtung ist nicht nötig. Da steigt kein Wasser in flüssiger Form hoch, höchstens etwas "Dampf". Und genau wegen diesem "Dampf" (der ja auch durch den Beton durch kommt) wird die dampfdichte Abdichtung auf dem Rohboden ausgelegt und an den Wänden bis OKF hoch gezogen. So kann er nicht in die Bodendämmung eindringen, fürs Mauerwerk ist die Dampfmenge, die über der Horizontalsperre rein zieht, i. d. R. so gering, dass es keinen Schaden nimmt. Wenn du die Fuge mit Dichtschlämme/Bitumen/o. ä. verschließen würdest, wäre das höchstwahrscheinlich nicht dauerhaft, da sich die Wände und die Bodenplatte unabhängig von einander "bewegen". D. h., wenn die Abdichtung nicht dauerelastisch ist, würde die sowieso nicht lange dicht bleiben. Von daher, mache es wie die Profis, lasse es einfach, es besteht keine Notwendigkeit.
Falls dir das trotzdem nicht sicher genug ist, könntest du die Bodenabdichtung natürlich auch zuerst mit der Horizontalsperre in den Wänden verkleben und dann einen Streifen als Winkel geformt vor den Wänden bis OKF auf die flachliegende Bodenabdichtung drauf kleben. Dann wärs garantiert und 100% zu und dicht.
Wenn die Horizontalsperre noch etwas aus den Wänden raus steht, wärs einfach, wenn nicht müsstest du halt die Fugen in denen sie liegt so tief aus kratzen, dass genug Überlappung zum Verkleben gegeben ist.

Gruß,
KH

Edit: Habe gerade gesehen dass es solche "Anschlussstreifen" sogar von Gefitas gibt, passend zur "Flächenabdichtung (Gefitas PE)": https://www.gefinex.com/gefitas-abdichtungen/



Danke K-H,



Ich entnehme aus deiner Antwort folgendes, mach dich nicht verrückt, schließe den vorhandenen Spalt mit Mörtel deiner Wahl, lege die Dichtbahn, verbinde sie am Rand mit den dafür erhältlichen Randanschlussstreifen bis OKF und bauen den Fußboden, in meinem Fall HWP und raumlange Dielung schwimmend nach Georgs und Thomas Empfehlungen hier im Forum auf.
LG

PS: Schlaflose Nächte und einen dezenten Ansatz erster grauer Hare sind auch inbegriffen. ??



Genau so...



....bis auf... ;-)
Diese Randanschlussstreifen kannst du einsparen, wenn du die Dichtbahn nicht mit der Horizontalsperre der Wände verklebst. Dann kannst du gleich die Dichtbahn selbst bis OKF hoch ziehen.
Ich weiß zwar nicht was die Bahn und die Streifen jeweils kosten, kann mir aber vorstellen, dass die Streifen um einiges teurer sind als die Bahn...auf die benötigten m² gesehen. Und, du musst die Bahn höchstens in den Raumecken verkleben, wenn du sie da schneiden musst, um sie besser in den Winkel falten zu können.

Gruß,
KH



Das stimmt,



auf den m² sind das ziemlich genau das vierfache.
Habe mir trotzdem eine 25 m Rolle vom besagten Anschlussstreifen bestellt da ich beim Grundofen (große Radien) sowie einer Mauer welche mit ihrer Stirnfläche 1,5m in die Wohnstube reicht mit falten sicher Probleme bekommen würde.
Na ja, alles wird gut...??

Vielleicht ein anderes Thema, meinst du ich sollte die Dichtbahn auch hinter der Sockelleiste belassen um diese vor eventueller Feuchtigkeit aus dem Mauerwerk sicher zu schützen? Oder die Leiste in etwa 5mm Abstand zur Wand auf dem Dielenboden fixieren?
Beim alten Boden waren die Leisten jedenfalls auf den Diele genagelt und komplett vergammelt.

Was meinen die anderen?

Gruß Micha



Re: Fußbodenabdichtung bis wohin?



".....meinst du ich sollte die Dichtbahn auch hinter der Sockelleiste belassen um diese vor eventueller Feuchtigkeit aus dem Mauerwerk sicher zu schützen?"
Nein, du hast doch eine Horizontalsperre in die Wände eingebaut. Es dauert zwar, je nach Feuchtegehalt der Wände relativ lange bis sie ausgetrocknet sind, aber deswegen würde ich die Dichtbahn trotzdem direkt über dem neuen Bodenbelag weg schneiden und die Sockelleisten nach dem Anstrich direkt auf den Putz schrauben. Ich finde, es würde ziemlich seltsam aussehen wenn die Leiste von der Wand absteht....und sich mit der Zeit der Spalt mit Staub , usw. füllen.

Gruß,
KH



Die Dichtbahn...



...sollte max. bis OK Dielung verlegt werden.



OK,


OK,

dann werde ich das so machen, ich habe beim stöbern in Forenbeiträgen vergangener Tage den Tip von Dir Thomas, hinter den Sockelleisten einen Filsstreifen zu kleben gefunden. Du schreibst des weiteren, dass du die Leisten in der Regel auf den Dielenrand schraubst/nagelst. Ich denke so werde ich es auch machen. Kannst du da ein bestimmtes Produkt empfehlen? Des weiteren habe noch ein Problem siehe Bild. Wie soll ich denn die Leisten am Wandradius anbringen, den Raum mit Lehm ausfüllen?



Wandleisten


Wandleisten

Statt Filz sind die billigsten Streifen selbstklebend zur Fensterabdichtung (Tesa moll o.ä.) besonders geeignet.

An der Ecke würde ich die Leisten gerade lassen, und den dahinterliegenden Hohlraum mit einem Bröckelein Lehmputz verstreichen.

Die Leisten fräse ich selbst und öle sie vor dem Einbau. In diesem Falle ein liegendes Profil aus barocker Zeit h 17mm, t 30mm. Gefunden unter dem königlichem Parkett von Schloß Pillnitz :-)

Es gibt natürlich ähnliche Profile auch als Lagerware, z.B. hier:

https://www.leipziger-kistenfabrik.de/produkte/leisten-und-profile/fussleisten/

Grüße

Thomas



Glückwunsch



zu diesem wunderbaren Fund Thomas, da sie liegend sind gehe ich stark davon aus dass ein vernageln auf den Boden angedacht war.
Danke für den Link, da ich nur eine kleine Tischfräse besitze wird es wohl au die Lagerware hinauslaufen. ?? Bezüglich des Ölens, welches Öl ist denn für den Fußboden und die Leisten in Eigenleistung empfehlenswert ( ich weiß,du wendest ein Heißverfahren an )?
Dielen sollen Kiefer oder Lärche werden.

Gruß Micha



Nageln...



...oder Schrauben. Einerseits gibt es sogar braun lackierte Leistenstifte, die sich in Nadelholz auch ohne Vorbohren gut machen.

Andererseits gibt es Dielenschrauben 3,5 x 45 u.a. von SPAX, die einen sehr kleinen Kopf haben. Da ich die Angelegenheit ja beruflich betreibe, ziehe ich das schrauben vor.

Bezüglich des Links sollte wohl das "Leipziger Profil" am ehesten hinkommen.

Natural hat auch ein Parkettöl, das kalt zu Verarbeiten ist. Damit arbeite ich gern, wenn der Fußboden große Fugen hat oder stark gebürstet / geschruppt ist. Dann funktioniert nämlich der Spachtelauftrag nicht. Und natürlich bieten auch andere Naturfarbenhersteller gute Fußbodenöle an. Wichtig: Nicht davon verleiten lassen, daß manche Hersteller auch den Auftrag mit Lappen beschreiben. Das wird nie optimal, funktioniert nur bei einer Tischplatte gut. Für Fußboden sollte ausnahmslos jedes Fußbodenöl mit der Einscheibenmaschine und weißem oder beigem Superpad eingearbeitet werden. Es ist leichter, als es aussieht :-)

Grüße

Thomas



Sockelleisten an runden Ecken



Hallo Micha,

da du eine Tischfräse hast, ein Tipp für Zeiten in denen du sonst nichts Wichtigeres zu tun hast:
Als kleines Gimmick hat sich einer meiner Kunden für seine Vollholz-Sockelleisten aus Massivholzklötzen/Balkenstücken zunächst Winkel, Schenkellänge ca. 10 x 10 cm, Höhe entsprechend den Sockelleisten, geschnitten und aus diesen dann runde Eckstücke im gleichen Profil der Leisten gefräst.
Ein andere Kunde hat sich, mangels Fräse, von den Leisten pro Ecke jeweils 3 kleine Stücke auf 67,5°-Gehrung geschnitten und zu viertel Achtecken (= 90°-Winkel) zusammengeleimt. Die (wandzugewandte) Rückseite dieser "Winkelstücke" hat er dann am Schleifzylinder den jeweiligen Radien der Ecken angepasst.
Ich finde, beide Varainten sehen schöner aus als hinterfüllte 90°-Leistenecken, und, beide stehen nicht so weit vor der Eckrundung vor. Was sie auch weniger stoßempfindlich macht.

Gruß,
KH



"runde Ecken"



hab mal meine variante von sockelleisten an "runden ecken" in ein paar fotos gepresst. ;)
hier ein beispiel, mehr im profil...
gruß
micha



Re: "runde Ecken"



@MiKe Hast du schön gemacht!
Auch was man auf deinen anderen Bilder sieht!

Gruß,
KH



inspiration hier aus dem forum :D



danke dir.

alles mit viel liebe und vielen infos und ideen hier aus dem forum.
dafür hat das alles ewig gedauert.
bezahlen könnte man einige details vermutlich auch nicht; oder ich war einfach zu langsam ;)

leider kämpfe ich mit kreidenden feinputzen; die hellen.
ich hoffe der putzer hat da eine lösung.
kaum eine wand färbt nicht massiv ab.
alles intensiv nebelfeucht abgefegt wurde schon, doch ich befürchte, daß einige wände fixiert werden müssen.
andere alternative wäre streichen, doch warum dann erst die teuren edelputze auftragen lassen :(
war wohl ein fehler.
vielleicht mach ich da besser nen eigenen faden zu auf.
schönen abend.
micha



Auch von mir



ein großes Lob an der Stelle.
Habe Mal in deiner Gallerie gestöbert. ??
Was mir auch sehr gut gefallen hat, deine Arbeit an der Fassade, schön das du die Taten vergangener Tage rückgängig gemacht hast.
Zunächst dachte ich du hättest die Leisten aus einen Kanntholz gefräst, doch auf den anderen Fotos sah ich das du sie aus einzelnen Segmenten hergestellt hast, ganz schöner Aufwand denke ich.

Wenn ich erst einmal so weit bin... momentan weiß ich gar nicht was ich zuerst machen soll. ?? Ich schaue immer nach dem Wetter und entscheide wo es weiter geht. Auf der anderen Hausseite muß ich nach dem Winter 12 m Fachwerk
über Eck neu stellen, inklusive Kellerdecke und Fundamentertüchtigung da die Schwellen über die Jahrhunderte vom Erdreich verdaut wurden. Ein Bild erspare ich euch an der Stelle, ihr würdet wahrscheinlich die Arme überm Kopf zusammenschlagen, außerdem ist das ein anderes Thema.

Vielen Dank an alle Beteiligten für eure Hilfe, ich werde zu gegebener Zeit darauf zurück kommen und das für mich passende und machbare versuchen umzusetzen.

Gruß Micha