Frage Anbaukonstruktion

16.10.2009



Guten Tag
Ich möchte mal eine Frage hier in die Runde stellen . Es geht um mein Flachdachanbau . Mein Haus Baujahr 1959 hat vor 10 Jahren einen Flachdachanbau bekommen . ca 50m2 !
Das Dach besteht aus Holzbalken , in der Mitte (siehe Zeichnung) ist ein Stalltraeger eingebaut . Dieser liegt zum einen auf einem anderen Stahltraeger ueber dem Fenster und zum anderen auf der neuen Innenwand des Anbaus .
In der Mitte das Anbaus befindet sich eine 40 Jahre altes Abwasserkammersystem . 2 Meter tief 2x2 Meter Aussenmasse . Auf diesem Kammersystem , sowie auf den Streifenfundamenten ist dann die Bodenplatte gegossen worden . Die Innere Wand , da wo der Stahltraeger aufliegt steht auf der Bodenplatte im Bereich des alten Kammersystems . Laut Statiker und dessen Statikberechnung darf sich die Dachkonstruktion im ganzen durchbiegen und es kann immer mit Rissen zu rechnen sein .
Ich habe nun 2 Risse . Einen an der Aussenwand , da wo der Anbau an das alte Haus gesetz ist . Riss ist unten genauso breit wie unten . Im Sommer ist der Riss kompl verschwunden , im Winter bildet er sich staendig zurück . Breite dann ca 1-3 mm.
Dann habe ich einen Riss von der Decke aus gesehen ca 1,5 Meter nach unten , da wo der Anbau an das alte Haus gesetzt wurde , und zwar in der Mitte des Anbaus , da wo der Stahltraeger aufliegt . Also im Innenraum . Auch dieser ist im Sommer geschlossen , im Winter kommt er leicht wieder . Der ist aber im Zehntelbereich .
Ich denke mal das diese Risse durch mangelhafte oder fehlende Maueranker kommen . Ausserdem durch die Biegungen , welche in der Deckenkonstruktion anfallen . Das sagte mir auch meine Statikerin . Nun wollte ich mal wissen , ob sich die Decke wirklich so unterschiedlich verhällt . Bezogen auf die Jahreszeiten meine ich . Und ob es da irgend eine Möglichkeit gibt diese Risse , welche staendig arbeiten , zu verschliessen .
Der Deckeninnenaufbau schaut so aus . Dampfbremse / Glaswolle / Hinterlüftung / Lüftungspfeifen in jedem Sparrenfeld auf dem Dach .

Gruss Hans



Moin Hans,



ich bin was sowas angeht weiss Gott kein Profi, aber meine Vermutung wäre, dass das mit der Ausdehnung der Stahlträger zusammenhängt in Kombination mit einer fehlenden Dehnungsfuge zwischen Alt- und Anbau.
Vermutlich wirst du die Bewegung nicht mit vertretbarem Aufwand wegbringen, aber die Dehnungsfuge könnte man nachträglich anbringen, also "nicht ungeschen, aber ungesehen".

Gruss, Boris



Bewegung



Hallo Hans,

unbesehen denke ich da auch zuerst an eine Längenänderung, die auf Temperaturdifferenzen beruht.
Den rot markierten Stahlträger sehe ich da aber nicht wirklich als Problem. Bei einer geschätzten Länge von 450cm und einem Temperaturwechsel um beispielsweise 30° würde sich ein Träger dieser Größe um nicht ganz 1,6mm verändern. Der Träger liegt im Innenraum unter einem gedämmten Dach, da wird er auch nicht diese Temperaturschwankungen erfahren. Zudem ist die Rissbildung in diesem Bereich am geringsten.

Alle Bauteile reagieren mit Längenänderungen auf Temperaturänderungen, manche mehr, manche weniger. Während Stahl (0,012) sich ähnlich verhält wie Beton (0,010) oder Mauerwerk (0,008) dehnen sich Zink(0,029) und Aluminium (0,024) weit mehr aus. In den Klammern stehen die zugehörigen mittleren Ausdehnungskoeffizienten (Wärmedehnzahlen). (PVC => 0,078)

Ihre im Bild oben liegende Wand besitzt demnach etwa eine Länge von 570cm was zu einer Temperaturbedingten Ausdehnung (bei 30° Differenz (Mauerwerk)) von etwa 1,4mm führen würde, es sei denn die Wand ist wärmegedämmt. Im Bauwerksgefüge ist soetwas normalerweise nicht/kaum sichtbar, bei Anbauten kommt das schon vor.

Die Ausbildung einer Bauwerksfuge schafft da zumindest optisch Abhilfe. Ich nehme mal an, der Anbau wurde im Sommer errichtet?

Gruß aus Wiesbaden,
Christoph Kornmayer





Guten Abend .
Der Anbau ist nun 9 Jahre alt . Im Sommer sind die Risse kompl zu , im WInter kommen se dann wieder . Erstaunlich ist auch der Riss in der Mitte des Anbaus . Da wo der Stahlraeger aufliegt . dort ist ein Bad . ein Teil der Wand ist das alte Haus . und ein Teil der neue nbau . man sieht ja auch in der Zeichnung diesen Versatz . Dort ist im Sommer oben an den Tapeten nichts zu sehen , und im Winter kommt der Riss wieder zum Vorschein . Dort aber im Zehntelbereich . Sogar im unteren Bereich wo gefliest ist , sind die Fliesen sauber in einer Linie gerissen .
Ich denke auch , das es normal ist , wenn neu an Alt gesetzt wird . zumindest dann , wenn es nicht ganz fachmaennisch ausgefuehrt worden ist . Haetten den Maueranker etwas Besserung gebracht ?
Danke
Gruss