Fachwerkfassade für Anbau - günstige Möglichkeiten?

06.05.2004



Hallo liebe Fachwerkfreunde,

ich plane einen Anbau an mein Elternhaus. Um den Charakter des Fachwerkhauses zu erhalten, suche ich nun eine kostengünstige Möglichkeit einer Fachwerkfassade für den geplanten Anbau. Hat jemand einen Tipp? Oder sogar eine Adresse einer Firma? (Mein Elternhaus steht in Münster).

Liebe Grüße

Sandra



Geschmacksfrage.



Läßt sich vortrefflich drüber streiten, Sandra.
So richtig kann und will ich nicht weiterhelfen, aber vielleicht eine andere Sichtweise aufzeigen: neues Fachwerk kann man mit Brettern aufblenden, mit Kanthölzern als Vorsatzschale vorblenden, mit Balken aus Altbeständen nachbauen. Aber alles bleibt irgendwie nachgeahmt, vorgetäuscht und mit dem schlechten Beigeschmack Pontemkinscher Dörfer. Gleichzeitig wird die gute Wirkung historischer Bauten mit runter gezogen.
Ein anderer Weg wäre, den Anbau im heutigen Stil und so modern wie möglich dem Bestand als zeitgemäßen Kontrapunkt entgegen zu stellen. So behält beides seine Wirkung und beides betont sich durch seine Gegensätzlichkeit auch gegenseitig. Aber Vorsicht: Da gibts nur einen schmalen Pfad, der am besten mit professionellen Führern begangen werden sollte. Ich würde das mal als gelungene Bauaufgabe für einen Architekten bezeichnen.
Mit freundlichen Grüßen aus Leipzig von



Sehr frustrierend



Hallo Martin,

auch mir und meinen Eltern gefällt das Vorhaben nicht. Es war ja auch ursprünglich anders geplant, aber das Bauamt hat kein Verständnis für den Erhalt des Giebels von 1840. Mein Vater hat das Haupthaus vor 25 Jahren in liebevoller Kleinstarbeit restauriert. An das Haupthaus wurde damals bereits ein Anbau gesetzt, der aber nur für den Kenner bzw. auf den zweiten Blick als Anbau zu erkennen ist. An diesen bereits bestehenden Anbau sollte ein versetzter weißer Putzbau gesetzt werden - also, die Idee, den neuen Anbau "abzuheben" ist nicht neu. Da das Haus aber im Außenbereich steht, ist ein versetzter Anbau nicht genehmigungsfähig und den Giebel auf der Seite rauszuziehen, ist vom Grundstück her nicht möglich. Also müssen wir das Haupthaus verschandeln indem wir den Giebel rausziehen, um einen "profilgleichen" Anbau zur schaffen, der das Bauamt sehen will. Dem Amt ist es egal, dass der Giebel von 1840 ist und will nur die Erfüllung des Bundesbaugesetzes... Deshalb meine Frage...



Haben wir auch gemacht



... wir haben auch nen Fachwerkanbau an unser Haus gemacht (der alte ganz faule wurde komplett abgerissen). Wir haben uns für Fachwerk entschieden, weil ein weißer Klotz daneben noch mehr "Banane" aussieht. Der Giebel wird mit Holz verkleidet. Guck mal bei mir unter Profil. Zuvor muss erstmal ein Bauantrag eingereicht werden, mit Statik und allem drum und dran. Dann muss ein riesiges Loch gegraben werden, ein Fundament + Sockel gegossen werden, dann kann das Fachwerk drauf (und, wenn man nicht grade 2 linke Hände hat, kann man 2 Wochen lang mauern, was das Zeug hält (Ihr erinnert Euch an den heißen Sommer letztes Jahr??? :-)). Aber ganz "billig" ist das trotzdem nicht. Kommt halt drauf an, was für Bekannte man hat. Grüße Annette