Ameisenheer unter den Dielen




An mich wurde folgende Frage herangetragen, die ich nicht beantworten kann:
Was kann man kurzfristig gegen ein Heer von Ameisen als Untermieter tun, die sich im gesamten Dielenunterbau und Schwellbalken eines seeehr alten Fachwerkhauses breitgemacht haben?
Die Methode sollte möglichst ohne gewaltige chemische Keule zur eigenen Gesundheitsschädigung eingesetzt werden ?
Mit Ameisen-Freßlack erreicht man demnach nur einen geringen Teil. Wer hat Konzepte ?



Ameisenmittel ...



... wie Backpulver ....
Was anderes kenne ich als Hausmittel nicht!

da fällt mir eine Neuerscheinung ein:
Altes Wissen - neu entdeckt vom ADAC-Verlag München
ISBN 3-89905-391-5
Vielleicht findet sich da was ... mal sehen ...
Tomatenblätter, Kampfer, Salmiak, Talkum,

das ist ein Schritt!

Wichtig wäre es herauszufinden, woher die Ameisen kommen und wo sie sich einnisten.
Manchmal sind vermoderte Balken ein gutes Nest für Ameisen!

Also Vorsicht!

FK



Pilz suchen



Guten Tag, Herr Kurz hat recht: oft finden sich Ameisen dort, wo Holz durch Pilz abgebaut wurde. Mir erscheint deshalb wenigstens eine stichprobenhafte Öffnung des Bodenaufbaus ratsam.
Falls sich ein Pilzschaden herausstellt, sind die Ameisen mit etwas Glück durch die sowieso anstehenden Bauteilerneuerungen beseitigt. Das muss aber nicht immer funktionieren. Als Hausmittel ist mir auch nur Backpulver geläufig, ich glaube aber nicht, dass es umfassend wirkt.
Ich zitiere noch aus einem Buch:
Marieluise Hermanns: "Schädlinge und Lästlinge in Haus und Wohnung": "Bei Ameisenstraßen von Draußen nach Drinnen den Staubsauger einsetzen, die Duftspur feucht wegwischen und anschließend Diatomerde ausstreuen. Ameisen laufen ungern über solche staubigen Flächen. Bei Nestern im Mauerwerk die Zugäge abends mit Lehm oder Kitt verschmieren. Das Auslegen von Lavendel, Rainfarn, Kerbelkraut, Zimt oder Wallnussblättern kann erfolgreich sein. Der Duft muss aber ständig erneuert werden! Abschreckend wirken verschiedene Gießmittel (Anmerkung von Mir: Es wird in einer Fußnote auf die Produkte Ameisenstop www.aeroxon. de und Ameisenöl Snoek GmbH Rotenburg verwiesen). ... Generell ist es aber relativ sinnlos, massenhaft Arbeiterinnen zu töten, solange die Königin weiterlebt. Deswegen hat das konsquente Aufsuchen und Entfernen der Nester den größten Erfolg. Dazu stülpen Sie einen mit Holzwolle und Erde gefüllten Tontopf über den Nesteingang und warten ca. 1 Woche. Die Ameisen bringen nun ihre Brut in den Topf ein, den Sie bequem entfernen können. ... Einzelne Nester im Mauerwerk mit Ausgängen im Haus werden mit geprüften Ameisenköderdosen gegen Haus- und Wegameisen abgetötet." Zitat Ende
Speziell zu Holzameisen wird im Buch generell die Bekämpfung mit Köderdosen empfohlen: "besser jedoch ... sollte ein sachkundiger Schädlingsbekämpfer eingeschaltet werden."
Mein Fazit zur Literaturquelle:
Man kann versuchen selbst zu experimentieren, ich persönlich denke aber ein IHK geprüfter Schädlingsbekämpfer kennt sich besser aus und hat Zugriff auf sehr spezielle Köderdosen, da kann das Angebot der Apotheke um die Ecke nicht mithalten.
Ich denke nicht, dass es ohne Köderdosen geht.
Besonders betonen möchte ich aber aus eigener Erfahrung als Holzschutzfachmann, dass ich bereit bin eine Flasche Dornfelder aus der Pfalz zu wetten, dass Sie einen Pilzbefall im Holz finden, wenn Sie die Konstruktion öffnen.
Die anderen Hinweise im Buchzitat helfen vielleicht weiteren Forumsteilnehmern. Es wäre schön wenn einige Leute über Ihre Erfahrungen mit den genannten Maßnahmen berichten können. Mit freundlichen Grüßen Ulrich Arnold



Ameisen



Ich möchte einwerfen dass es Ameisenarten gibt die unter Schutz stehen und deren Bekämpfung unzulässig ist. Ähnlich wie bei Hornissen muss dann schon direkte Gefahr von den Ameisen für Leib und Leben der Hausbewohner ausgehen.
Also wäre der richtige Weg erstmal einen Biologen zu Rate zu ziehen um festzustellen um welche Ameisenart es sich handelt.



Ein qualifizierter Schädlingsbekämpfer



Guten Tag, ein IHK geprüfter Schädlingsbekämpfer sollte die Ameisenart bestimmen können und ggf. erkennen, das sie geschützt ist. Falls er das nicht kann, kann man von ihm erwarten, dass er darauf hinweist und und rät einen Entomologen hinzuzuziehen bzw. selbst hinzuzieht. Grundsätzlich ist der Einwurf von Hr. Büschen natürlich sehr wichtig und richtig.
Mit freundlichen Grüßen Ulrich Arnold